Haaland, Alaba & Co: 7 Fußballstars, die rappen

Der weltweite Fußball-Zirkus sollte sich eigentlich in der verdienten Sommerpause befinden. Doch Corona macht es möglich: Der Ball rollt die nächsten Wochen in nahezu leeren Stadien. Champions League und Europa League müssen noch zu Ende gespielt werden. Sobald es die Zeit erlaubt, gehen manche Ballkünstler aus den Elite-Ligen auch ganz anderen Hobbys nach. Dazu zählt beispielsweise Rap. Sieben ausgewählte Profis, die in den letzten Jahren abseits des Platzes als Rapper in Erscheinung getreten sind, kannst du dir hier zu Gemüte führen.

David Alaba

Bleibt er oder bleibt er nicht? Um Bayern Münchens David Alaba ranken sich momentan einige Transfer-Gerüchte. 2018 wollte der inzwischen zum Innenverteidiger umgeschulte Nationalspieler Österreichs von einer Dame nur eine Kleinigkeit. "Sag mein Namen" lautete der Titel der Single, die zusammen mit Orry Jackson entstanden ist. Scheu vor Autotune zeigte der Wiener dabei nicht gerade. Auch eine starke Affinität für Social Media ist den Lyrics zu entnehmen.

Erling Haaland

Dortmunds Sturmtank Erling Haaland ist in seinen Interviews immer relativ kurz angebunden. Als schüchtern gilt er dennoch keineswegs. Er hat im zarten Alter von 16 gemeinsam mit den Flow Kingz schon ein paar Zeilen zum Besten gegeben. Der Track "Kygo Jo" ist zu Haalands Zeit in Norwegen entstanden und zeigt ganz gut, dass der inzwischen 20-Jährige vor dem Tor deutlich stabiler performt als auf einem Beat. Das Video aus dem August 2016 und vermittelt nicht den Eindruck, als hätten die Beteiligten ernsthaft an eine Rapkarriere geglaubt. Ein Internet-Schmankerl!

Memphis Depay

Memphis Depay ist wohl einer der extrovertiertesten Spieler, die in Frankreichs erster Liga unterwegs sind. Daher ist es kaum verwunderlich, dass er ein eigenes Künstler-Profil auf Spotify besitzt und bereits fünf (!) Songs releast hat. Seine unangefochtene Erfolgssingle heißt "No Love" und beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit seinem Leben als Fußballstar. Der Linksaußen von Olympique Lyon ist trotz über 50 Länderspielen für die Niederlande erst 26 Jahre alt und dürfte sowohl auf fußballerischer als auch auf musikalischer Ebene noch weiter für Furore sorgen. Auf beiden Feldern ist ihm eine gewisse Begabung nicht abzusprechen.

Sergio Ramos

Der Kapitän des frisch gekürten spanischen Meisters wird als Club-Legende in die Geschichte von Real Madrid eingehen. Das ist ziemlich sicher. Ob dazu seine Ausflüge in die Musikbranche beigetragen haben, sei dahingestellt. In seiner eigenen Hymne "SR4" holpert Sergio Ramos über einen dramatischen Beat und klärt die Hörerschaft über seine Titel und seinen Status auf. Die Erfolge sprechen dabei klar für ihn. Für eine musikalische Laufbahn nach der Fußballkarriere scheinen die Chancen jedoch eher überschaubar.

Kevin-Prince Boateng

Kaum ein Profi ist bisher so professionell an seinen Rapsausflug herangegangen wie Kevin-Prince Boateng. Unter dem Künstlernamen Prin$$ Boateng, mit zwei hochwertigen Videos und einer globalen Vermarktung über das US-Portal Worldstar bringt sich der Bruder von Bayern-Verteidiger Jerome in Stellung. In einem Interview mit dem Spiegel aus dem April erklärte er, dass er gerade versuche, Klavierspielen zu lernen. Wenn er nicht in die Tasten haut, pendelt der ehemalige ghanaische Nationalspieler zwischen den europäischen Ligen. Er hat sich 2019 dem AC Florenz angeschlossen, aber war vergangene Saison auch an Besiktas Istanbul ausgeliehen. Sein letzter musikalischer Streich "Bella Vita" erschien vor mehr als einem Jahr. Für den Beat zeigte sich Sonus030 verantwortlich.

Romelu Lukaku

Inter Mailand-Stürmer Romelu Lukaku steht nicht nur bei einem italienischen Spitzenclub, sondern auch bei Jay-Zs Unternehmen Roc Nation unter Vertrag. Mit der Rap-Legende scheint Romelu Lukaku sowieso etwas Besonderes zu verbinden. So existieren gleich mehrere Aufnahmen von dem bulligen Stürmer, wie er neuere und ältere Parts von Jay-Z rappt. Er ist außerdem bekennender Fan vom Hiphop der neunziger Jahre und hat seine Hausaufgaben offenbar gemacht. Der Belgier fühlt sowohl "Illmatic" von Nas als auch die lyrische Finesse von Big L. Da bot es sich an, mal selbst für Feuer in der Booth zu sorgen. Sein ehemaliger Team-Kollege Jesse Lingard hat ihn und seine Rap-Versuche allerdings nicht ganz ernst nehmen können.

Josip Drmic

Josip Drmic hatte seine bis dato erfolgreichste Phase wohl in der Bundesliga beim 1. FC Nürnberg. Musikalisch mag es der Schweizer Nationalspieler offenkundig modern. Er releaste im letzten Sommer den Track "No Tomorrow" und überließ eigentlich nichts dem Zufall. Cheeka, der sonst vor allem durch seine Produktionen für das Life Is Pain-Camp, Hava oder Kurdo bekannt ist, versorgte den Stürmer mit einem Beat. Auch wer hinter dem englischen Text des Songs steckte, ist im Video direkt ersichtlich. Eko Fresh hat Josip Drmic lyrische Vorlagen geliefert. Für einen wirklichen Sommerhit hat es dennoch nicht gereicht. Die Verwunderung über dieses Fundstück war bei Fans von seinem aktuellen Arbeitgeber Norwich City groß.


Foto:

Screenshot Kommentarbereich - https://youtu.be/tpEKPRQyP84

Ein Fußballer am Mic ist bei Weitem kein neues Phänomen, wie du hier nachlesen kannst:

Rappende Fußballer - Özil, Benzema und Co. kicken Lines

Kaum ein Berufsstand wird dermaßen vergöttert, wie der des Profifußballers. Millionen verehren sie, sie sind Vorbild und Hassobjekt zugleich und in den Stadien dieser Welt liegen ihnen die Massen zu Füßen. Manchen scheint diese Art der Verehrung allerdings nicht auszureichen und so versuchen sie, abseits des Platzes auf sich aufmerksam zu machen.

Eine kurze Umfrage zum Schluss

Wir würden uns riesig freuen, wenn du uns ein paar Fragen beantworten könntest. Die Umfrage kann in wenigen Minuten ausgefüllt werden und all deine Angaben werden uns anonym übertragen.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Von Michael Rubach am 13.07.2021 - 18:46

England hat am Sonntag das Finale der Europameisterschaft gegen Italien verloren. Drei englische Nationalspieler scheiterten dabei nacheinander im Elfmeterschießen: Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka.

Im Internet schlug bei manchen sogenannten Fans der englischen Mannschaft der Frust über die Niederlage schnell in Hass um. Vor allem die Fehlschützen sahen sich mit einer Flut an rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Sie wurden für die Niederlage des Nationalteams verantwortlich gemacht. Wir haben geschaut, welche Reaktionen diese menschenverachtenden Angriffe in der Deutschrapszene hervorgerufen haben.

Luciano, Manuellsen & Dú Maroc verurteilen Rassismus

Luciano, Manuellsen oder auch Dú Maroc posten eine Collage. Darauf sind Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka zu sehen. Auf ihren Köpfen sitzt eine Krone. Manuellsen versieht das Bild mit der Caption "Young Kings" und dem Hashstag "fckracism". Luciano nutzt in seiner Story den Hashtag #notoracism. Azzlackz-Signing Dú Maroc schließt sich dem an und findet zudem aufmunternde Worte: "Kopf Hoch Männer".


Foto:

Screenshots: via instagram.com/luciano_loco030 | via instagram.com/dumaroc

Jalil & Hanybal mit unterschiedlichen Vorschlägen

Jalil stellt ein Szenario in den Raum, in dem "alle BIPOC [Black, Indigenous, People of Color] Spieler weltweit den Sport boykottieren und ein Jahr nicht mehr spielen." So könne man erleben, "wie spannend Fußball dann noch wäre."


Foto:

via twitter.com/JalilOfficial

Hanybal wünscht sich ein Statement von der Basis. Seiner Meinung nach könnte bereits der Amateurfußball ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen.


Foto:

Screenshot via twitter.com/HanybalHanybal

Sylabil Spill: "Rassismus tötet"

Sylabil Spill zeigt auf seiner Instagram-Seite, was nach dem EM-Finale im Netz kursierte. So rief jemand den 12. Juli zum "Punish a n**** day aus". Anbei gab es eine Tabelle, die rassistische Übergriffe mit einer Punktzahl verbindet. Für einen Mord wird dabei die Höchstpunkzahl aufgerufen. Auch beruft sich der Bonner Rapper unter anderem auf einen Twitter-Post, der besagt, dass Schwarze Menschen nach dem Spiel mit dem Messer attackiert und in die Londoner Themse gestoßen worden seien.

Enemy wundert sich in seiner Insta-Story über den Ursprung dieser ausufernden Anfeindungen.

"Drei Menschen verfehlen den Elfmeter beim Fußball und schon meldet sich der Rassismus. Ich wundere mich, wie klein und lächerlich die Gründe für immer größeren Hass werden können ... Diese Welt ist ein Witz."

badmómzjay & Rua über fehlende Akzeptanz

Life Is Pain-Rapperin Rua und badmómzjay sprechen noch einen weiteren Aspekt an. Gesellschaftliche Akzeptanz funktioniere demnach für Menschen mit einer Migrationsgeschichte vor allem über Erfolg. Bei Misserfolgen sei diese Akzeptanz hingegen schnell dahin.


Foto:

Screenshots via instagram.com/badmomzjay | instagram.com/rua089

Auch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Aminata Touré verweist auf diesen Punkt.

Marcus Rashford mit emotionalem Statement

Die rassistischen Angriffe auf die Spieler fanden nicht nur online statt. An einer Hauswand in Manchester schlug einem der Hass entgegen. Ein Mural mit dem Gesicht von Marcus Rashford wurde beschmiert. Inzwischen haben Menschen dort etliche Solidaritätsbekundungen hinterlassen. Die rassistische Botschaft ist nicht mehr erkennbar.

Der englische Nationalspieler setzt sich für kostenfreies Schulessen für benachteiligte Kinder ein – das Piece war ein Dankeschön für sein Engagement. Der Stürmer von Manchester United meldete sich einem längeren Statement auf Social Media zu Wort. Darin heißt es:

"Ich kann mir Kritik an meiner Leistung den ganzen Tag lang anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen sollen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme."

Auch die UEFA sowie der englische Fußballverband verurteilen die rassistischen Angriffe.

Die englische Nationalmannschaft kniet seit einiger Zeit vor dem Anpfiff eines Spiels, um damit ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Bereits diese Aktion wurde von vermeintlichen Fans teilweise von Pfiffen und Buhrufen begleitet.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)