Die Kunst des Trollens: Wie ein Ja-Rule-Konzert zu 50 Cents Meisterstück werden könnte

Der Streit von Ja Rule und 50 Cent dauert inzwischen fast zwei Jahrzehnte. Was früher noch mit Tracks und zum Teil auch körperlich ausgetragen wurde, lässt sich heute am Display regeln. 50 Cents neuester Streich ist dabei ein Paradebeispiel für Trolling. Dieses Mal könnte Fiddys Aktion sogar Konsequenzen in der Wirklichkeit nach sich ziehen.

200 Tickets für ein Ja-Rule-Konzert

Der aktuelle Coup von 50 Cent ist relativ einfach erklärt. Er hat Wind davon bekommen, dass Ja Rule seine Konzerttickets für um die 15 Dollar anbietet. Wenn man bedenkt, welchen Status Ja Rule einst in der Szene hatte, ist dieser Preis doch auffällig günstig. Seine Hits wie "Always on Time" oder "Wonderful" liegen jedoch eine Weile zurück. Ebenso ging die Organisation eines Luxus-Festivals für Influencer nach hinten los. Um die Karriere von Ja Rule stand es sicherlich schon mal besser.

Das dachte sich auch 50 Cent und kaufte direkt 200 Tickets für die ersten Reihen eines angekündigten Konzerts am 9. November.

Lol at $15 a pop you can't lose, I got 200 tickets for 3 bands. #bellator #lecheminduroi

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Natürlich wird Fiddy die Show von Ja Rule nie besuchen. Sein Investment von ungefähr 3000 Dollar dient einzig und allein der Bloßstellung von Ja Rule. Sollte der Plan aufgehen, wäre die Stimmung auf dem Gig wohl ziemlich speziell und fast gespenstisch. Der Trollmove hätte hier sowohl virtuell als auch in der Wirklichkeit seine Spuren hinterlassen. Fifty hat sich des Weiteren schon Gedanken darüber gemacht, wie der Gig laufen könnte:

LOLDamn Boy you put on a hell of a show. get the strap #bellator #lecheminduroi

283.5k Likes, 15.6k Comments - 50 Cent (@50cent) on Instagram: "LOLDamn Boy you put on a hell of a show. get the strap #bellator #lecheminduroi"

Vorgeschichte mit Ashanti

Bevor 50 seine Leidenschaft für das Ja-Rule-Konzerte entdeckt hat, lag er schon mit Ashanti im Clinch. Die Sängerin war an vielen von Ja Rules Hits beteiligt und zog ebenfalls durch ein Konzert die Aufmerksamkeit des trollenden 50 Cents auf sich.

Ashanti sollte kurzfristig an einer Universität spielen. Sie wurde als Ersatz für Kanye Wests Künstlerin Teyana Taylor gebucht. Der Vorverkauf lief dermaßen schlecht, dass das Konzert abgesagt werden musste. 24 Tickets sollen verkauft worden seien.

50 Cent nahm diese miesen Zahlen zum Anlass, sich einen Scherz zu erlauben. In einem inzwischen gelöschten Post sagte er sinngemäß, dass solche sehr intimen Veranstaltungen auch ihren Reiz hätten. Am Flughafen darauf angesprochen, entgegnete Ashanti, dass 50 Cent ein "Bully" - also ein gemeiner Kerl - sei. Sie nannte ihn Anspielung auf die ewigen Snitching-Gerüchte zudem "Officer Curtis".

Ashanti Calls 50 Cent an Internet Bully for Trolling Her Ticket Sales | TMZ

We got Ashanti Thursday at LAX, and asked her about Fiddy's latest attack over a concert she recently canceled due to low ticket sales. If ya missed it, he said ... "Do basement parties then it can still feel like it's lit." Trolling. It's definitely his thing.

Ja Rule, Floyd Mayweather & Co: Alte Beefs – neue Technik

Immer wieder nutzt 50 Cent die sozialen Medien, um alte und neue Feindschaften zu pflegen. Den Aufwand eines Rap-Battles möchte die Queens-Ikone offenbar nicht mehr betreiben. Sein Augenmerk liegt deutlich auf der Schauspielerei und Business-Deals. Das letzte Studioalbum "Animal Ambition" ist auch schon über vier Jahre alt und war nur mäßig erfolgreich.

Das hindert 50 nicht daran, bestehende Konflikte immer wieder zu befeuern. Ob die innige Feindschaft mit Floyd Mayweather oder mal ein Kommentar zu A$AP Rockys Kleidungsstil – 50 Cent nutzt Instagram vor allem, um zu trollen. Abgesehen von "Get The Strap" mit 6ix9ine lief es musikalisch eher unauffällig bei der G-Unit-Legende. Sein Buddy Eminem hat all seine Wut auf die Szene in das Album "Kamikaze" gepackt. 50 Cents kreative Energie scheint in Trollaktionen zu fließen.

Weitere Gelegenheiten für solche medialen Attacken erhält er wohl auch in Zukunft. Sollte tatsächlich ein Kollaboalbum der Murder-Inc-Veteranen Ja Rule und Ashanti anstehen, gilt schon fast als gesichert, wer seine Meinung dazu öffentlich machen wird.

Ja Rule on Twitter

Iconnic... The Carters... New album is dope!!! @ashanti I think we should do one of these joint albums haha... #fortheculture #iminspired #iconn rp https://t.co/fKFl76CiRf https://t.co/BrOivmx0C8

Wie der alte Beef zwischen Ja Rule und 50 Cent schon im Januar neue Fahrt aufnahm und was Ice Cubes Sohn damit zu tun hat, kannst du hier nachlesen:

Ice Cubes Sohn hat den Beef von 50 Cent & Ja Rule reanimiert

Man merkt, dass 50 Cent ein neues Projekt in der Pipeline hat. Im Rahmen der Promo für seinen neuen Film "Den of Thieves" hatte good old Fifty schon Schlagzeilen gemacht, als er für Stephen Colbert aus Spaß Beef anzettelte. Jetzt waren er und sein Schauspielkollege O'Shea Jackson Junior, Ice Cubes Sohn, bei "Big Boy's Neiborhood" zu Gast.

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Nas disst 2Pac auf unveröffentlichtem Track
Nas

Nas disst 2Pac auf unveröffentlichtem Track

Von Till Hesterbrink am 27.07.2021 - 15:16

Zu Lebzeiten hatte 2Pac Stress mit der halben Ostküste der USA. Am prominentesten war wohl seine Auseinandersetzung mit The Notorious BIG. Aber auch gegen Mobb Deep und Nas teilte Tupac ordentlich aus. Nun ist ein nie veröffentlichter Diss von Nas gegen 2Pac aufgetaucht.

Unveröffentlichter 2Pac-Diss von Nas aufgetaucht

Vor Kurzem landete nun der Track "Real N*ggas" von Nas (jetzt auf Apple Music streamen) im Netz. Auf dem Song geht Nasir auf seinen Beef mit Pac ein und widmet der Legende offenbar einen ganzen Vers. Der Track scheint laut Complex aus der Zeit des "It Was Written"-Albums von Nas zu sein. Damit soll der Track in einer Zeit aufgenommen worden zu sein, in der 2Pac noch lebte. Wohl aufgrund seines frühzeitigen Todes erschien er jedoch nie offiziell.

Auch Jay-Z soll zu der Zeit einen Diss gegen Pac aufgenommen haben. Nach dessen Ableben erblickte der Song allerdings nie das Licht der Öffentlichkeit und soll auch niemals erscheinen. Ähnlich verhält es sich mit einem Kollabo-Album von Biggie und Fat Joe.

Album voller 2Pac-Disses? Fat Joe erinnert sich an Biggie-Kollabo

Von Michael Rubach am 18.07.2021 - 13:17 Rapper, Producer, DJ und Beatbox-Pionier Biz Markie ist am vergangenen Freitag im Alter von 57 Jahren verstorben. Über die Todesursache erfolgten zunächst keine Angaben. Der Musiker kämpfe zuletzt mit einer Diabeteserkrankung. Freunde, Wegbegleiter und berühmte Fans haben sich im Angesicht der traurigen Nachricht auf Social Media zu Wort gemeldet.

2Pac & Nas treffen aufeinander

Für "Untold Stories Of Hiphop" erzählte Snoop Dogg die Geschichte, wie Nas und 2Pac mal bei den MTV Awards aufeinandertrafen. Nas soll mit einigen Leuten unterwegs gewesen sein, die über das ganze verteilt waren. 2Pac hingegen soll mit der gesamten Death Row-Truppe da gewesen sein, inklusive Snoop. Der habe gesehen, wie Nas Entourage nach ihren Waffen griff, als die beiden Rapper aufeinander zukamen.

Nas soll dann auf 2Pac zugegangen sein und gesagt haben, dass er ein Fan sei. Pac hätte das nicht interessiert, er habe ihm vorgehalten, dass er ihn und die gesamte East Coast gedisst habe. Nas hätte nur gelächelt und gesagt, dass er Pac liebe und ihn umarmt. 2Pac sei daraufhin zu seiner Crew gegangen und habe erklärt, dass Nas und seine Leute einen Rückzieher gemacht hätten. Für Snoop sei aber eindeutig klar gewesen, Nas sei es gewesen, der 2Pac habe glimpflich davonkommen lassen.

Gegenüber Ebro erklärte Nas dann, er habe die Situation anders wahrgenommen. Es habe zwar Spannungen gegeben, aber das Gespräch zwischen den beiden sei sehr respektvoll gewesen. Am Ende habe man sich eigentlich sogar darauf geeinigt, den Beef in Vegas zu begraben. Doch dazu konnte es leider nie kommen.


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