Ist der Weg für "Bossaura 2" geebnet? Kollegah beendet Streit mit Sun Diego

Kollegah scheint den jahrelangen Streit mit Sun Diego endgültig begraben zu haben. In einem aktuellen Interview mit dem Kölner Express äußert sich der Alpha Music-Boss dahingehend. Auf die mehr oder minder witzige Nachfrage des Interviewers, ob man bezüglich des Beefs "Schwamm drüber?" sagen könne, entgegnet Kollegah: "Von mir aus."

Eine allzu große Bedeutung misst er der schwierigen Vergangenheit offensichtlich nicht mehr bei. Vor kurzer Zeit gab es bereits in Kollegahs Instagram-Story offen kommunizierte Genesungswünsche, als Sun Diego sich im Krankenhaus befand. Darüber hinaus ließ Kollegah seine Instagram-Follower daran teilhaben, wie er beim Autofahren Sun Diego-Tracks hört.

Auch Sun Diego äußerte sich zuletzt offen positiv zum Thema Kollegah. Er gab Props nach dem Release von "Wie ein Alpha" und verlieh Kollegah das Prädikat: "Der beste Rapper Deutschlands".

Nach einer generellen Aussprache sehnt sich Kollegah trotzdem. Dies wäre bisher aus terminlichen Gründen eher schwierig zu realisieren gewesen.

"Ich weiß, dass Sun Diego derzeit zu viel zu tun hat, als dass wir uns genau jetzt treffen müssten, um die Probleme aus der Welt zu schaffen. Mir war es wichtig, ihn in meinem Buch ["Das ist Alpha!", Anm. d. Red.] ins richtige Licht zu stellen. Niemand ist alleine Schuld am Beef. Wir waren schon jahrelang Freunde, bevor wir zusammen Musik gemacht haben. Erst durch das Geschäftliche hat man sich dann zerstritten. Heutzutage sehe ich das anders als damals. Schauen wir, was die Zeit bringt."

Die Deutschrap-Stars verbindet eine gemeinsame Vergangenheit und Freundschaft. Bei der Produktion des Kollegah-Albums "Bossaura" arbeiteten sie eng zusammen. Das Publikum war damals noch nicht auf den Einsatz von Autotune und zunehmend gesungenen Hooks eingestellt. "Bossaura" wurde sehr kritisch gesehen und die Wege der beiden Rapper trennten sich wieder. Kollegah wurde zum Platin-Künstler und Sun Diego verschwand erstmal größtenteils von der Bildfläche.

Immer automatisch die neusten Artikel zu Kollegah und Sun Diego bekommen! Abonniere jetzt unseren kostenlosen täglichen Deutschrap-Newsletter!

Über den Umweg SpongeBozz nahm Sun Diegos Karriere in den letzten Jahren wieder an Fahrt auf. 2017 frontete er Kollegah auf dem Track "SFTB/Apocalyptic Infinity/Payback".

SpongeBozz - SFTB/Apocalyptic Infinity/Payback #forsundiego (prod. by Digital Drama) [Video]

SpongeBozz haut mitten in der Nacht ein fast halbstündiges Video zu den Songs Started From The Bottom sowie Apocalyptic Infinity raus und scheint mit so einigen Sachen aufräumen zu wollen. Neben etlichen Zahlen und Infos, die er nennt, disst er massiv gegen mehrere Leute aus der Szene, darunter MoTrip, Fler, Freunde von Niemand und das Selfmade Records-Camp.

Kollegah antwortete seinerseits im dritten Part seines Songs "Legacy". Auch auf "JBG 3" waren noch etliche Disslines gegen den ehemaligen Partner zu hören.

Kollegah dreht den Spieß um: Konter und Anschuldigungen gegen Sun Diego in "Legacy"

Das Splitvideo SFTB/Apocalyptic Infinity/Payback #forsundiego von SpongeBozz oder eben Sun Diego ist mit fast 9,5 Millionen Views nach wie vor das meistgeklickte Deutschrap-Video des Jahres. Ein großer Teil der 27 Minuten bestand aus verbalen Angriffen und Anschuldigungen gegen Kollegah. Nach zwei Monaten gibt es jetzt in (ab 8:00 Minuten) dessen erste ausführliche Reaktion.

Diese Haltung gilt bei Kollegah nun offenbar als überholt. Bereits im Februar sprach Sun Diego in höchsten Tönen von der gemeinsamen "Bossaura"-Zeit. Autotune ist inzwischen bei der Masse angekommen. Auch menschlich scheint es zwischen den Rappern kaum noch Unstimmigkeiten zu geben. Außerdem stehen beide Künstler gegenwärtig bei der Marketing-Agentur Suga-Agency unter Vertrag. Die Spekulationen für einen zweiten Teil von "Bossaura" werden so schnell wohl nicht verstummen.

2017 hatte Kollegah mit seinem überkorrekten Alter Ego Friend schon scherzhaft auf "Bossaura 2" angespielt:

"Bossaura 2"? Kollegahs Alter Ego macht Fans Hoffnung auf Frieden mit Sun Diego

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Von Renée Diehl am 15.09.2021 - 13:31

Beef, parallele Album-Releases und Streaming-Duell: Zwischen Kanye West und Drake ging es in der letzten Zeit ordentlich rund. Dass die kurz aufeinanderfolgenden Releases von Kanyes "Donda" und Drakes "Certified Lover Boy" kein Zufall waren, war also von Anfang an offensichtlich. Nun aber meldet sich der Producer Todd Rundgren, der an "Donda" mitgearbeitet hatte, zu Wort – laut ihm hatte sich Kanye West durch Drake zum früheren Release seines Albums gezwungen gefühlt. 

Drake ist angeblich schuld an voreiligem "Donda"-Release

In seinem Interview mit "Ultimate Classic Rock" betont Produzent Todd Rundgren, dass das Timing des Donda-Releases kein Zufall war. Er selbst sei an den Aufnahmesessions für Kanyes zehntes Album beteiligt gewesen und behauptet, Drake habe "den ganzen Prozess angeführt". Kanyes Entscheidung, "Donda" zu veröffentlichen, sei so eine direkte Reaktion auf die Bekanntwerdung des Releasedatums von "CLB" gewesen: 

"Mein Engagement dauerte ein Jahr, und am Ende wurde mir klar, warum sie das Ganze so hastig eingetütet haben und offensichtlich rohes, unverarbeitetes Zeug veröffentlicht haben. Das liegt daran, dass Drake den gesamten Prozess anführte. Er [Kanye West, Anm. d. Red.] hatte zu viel Angst, dass Drake ihn übertrumpfen würde, also beeilte er sich und veröffentlichte das Album am Wochenende, bevor Drake sein Album herausbringen konnte. Und am Ende hat Drake trotzdem seinen Teil von Kuchen bekommen."

("My involvement went on for a year, and in the end I realized why they hurriedly wrapped the whole thing up and put out what is obviously really raw, unprocessed stuff. It’s because Drake was running the whole process. He was too afraid that Drake would one-up him, so he hurried up and released the album the weekend before Drake could get his out. And in the end, Drake ate his lunch anyway.") 

Drake hatte am 27. August das Releasedatum für "Certified Lover Boy" für den 3. September bekannt gegeben. Zwei Tage später droppte Kanye West (jetzt auf Apple Music streamen) "Donda" im Anschluss an seine Listening-Party in Chicago.

Rundgren nennt Kanye West einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten"

Insgesamt lässt Rundgren kaum ein gutes Haar an seiner Zusammenarbeit mit Kanye West. Die beiden hätten über ein Jahr an "Donda" zusammengearbeitet und niemals habe er gewusst, wieviel von seinem Input wirklich genutzt werden würde. Am Ende hätte er Material für rund drei Kanye-Alben auf seinem Rechner gehabt und dann aufgrund des geringen Feedbacks die Zusammenarbeit beendet:

"Als es im Juli auf die Zielgeraden [der Albumproduktion, Anm. d. Red] zuging, sagte ich nur: 'Das reicht mir. Ich habe keine Ahnung, ob davon etwas verwendet wird.' Man bekommt nicht viel Feedback von ihm."

("When it got into the homestretch in July, I just said, 'That’s enough for me. I have no idea whether any of this is being used.' You don’t get much feedback from him regarding what it is.")

In seinem Rant nennt er Kanye West außerdem einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten", denn niemand "würde ein solches Album machen, außer er hätte Geld zum aus dem Fenster werfen übrig". Was unsere Redakteurin Alina von "Donda" hielt, lest ihr übrigens hier:

Review: Kanye Wests "Donda" ist nicht so gut, wie alle sagen

"Donda" is here: Nachdem Kanye West seine Fans wochenlang mit immer absurder werdenden Listening-Partys gequält hat, ist das 10. Studioalbum des gebürtigen Chicagoers doch tatsächlich rausgekommen. Wer hätte es gedacht? Ich auf jeden Fall nicht. Denn Ye ( so heißt er doch jetzt, oder nicht?) ist ja seit jeher bekannt für messy Promo-Phasen.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!