Was geht da eigentlich grade bei Cro ab?

Cro ist zurück. Irgendwie. Nach einem Rückblick auf seine bisherige Karriere und der Beerdigung seiner Pandamaske erschien am Freitag der neue Song "C". Wobei man eher von einem weirden, galaktischen Pfeifton sprechen muss als von einem richtigen Song. Das ändert sich aber grade.

Cros Song "C" entsteht vor unseren Augen

Dem Release von "C" folgten gestern und heute die Neuerscheinungen "C#1" und "C#2", die beide weitere Komponenten hinzufügen. Beim ersten Update kamen neue Synths dazu und Producer IAMNOBODI als Feature gelistet. Beim zweiten Update gesellen sich nun Miksu und Macloud dazu. Das Duo, das seit einiger Zeit einen Hit nach dem anderen veröffentlicht, hat die ersten Kicks, Snares und Shaker zum Projekt beigesteuert.

Es macht den Anschein, dass der Song vor unseren Augen entsteht. Falls sich das Muster des Wochenendes fortsetzt, bekommen wir in der nächsten Zeit täglich Updates von weiteren Künstlern, die "C" immer neue Aspekte hinzufügen. Am Ende dieses Prozesses könnte uns in den Credits ein kanyesk zusammengewürfeltes Star-Aufgebot erwarten.

Handelt es sich dabei dann auch um die erste Single eines noch nicht angekündigten Albums? Ist "C" quasi ein Countdown zur Promophase? Oder ist das sogar schon die Promophase und das Album droppt mit der fertigen Single? Cro möchte uns im Dunkeln tappen lassen, er hält es gerade betont mysteriös.

Vom Teenie-Star mit den vermeintlichen Sureshots für die Charts scheint jedenfalls nicht mehr viel übrig zu sein. Der Ex-Panda lenkte seinen künstlerischen Anspruch schon mit "tru" (2017) in neue Bahnen, probierte sich aus, experimentierte mit unterschiedlichen Genres und einer bedeutsameren Bildsprache. 2020 ist das Ganze noch etwas abgedrehter, innovativer und eigenwilliger.

Cro auf dem Weg in neue Sphären?

Nicht nur der ursprüngliche Sound von "C", der offenbar aus Cros Producer Lab stammt, hat einen galaktischen Touch. Die Oberfläche seiner Website ist aktuell wie ein Kosmos gestaltet, durch den man dreidimensional mit der Maus navigiert.

Die Mystik und der Spannungsaufbau erinnern fast ein wenig an die französischen Superstars PNL. Sie spannten ihre Fans vor dem Release der Single "Au DD" mit einem 16-stündigen Livestream auf die Folter. In diesem Stream näherte der Zuschauer sich ganz langsam aus dem Weltall der Erde – genauer gesagt Paris – während beispielsweise die Namen der Produzenten des bevorstehenden Albums "Deux frères" vorbeiflogen. Am Ende des Streams begann das Musikvideo, das mit einem Sturz durch die Wolkendecke über der französischen Hauptstadt losgeht. Im Clip sitzen die Brüder NOS und Ademo auf der Spitze des Eiffelturms.

Cro will offenkundig nicht einfach ein Album rausbringen und die Kohle einsacken, um bis zum nächsten Release ohne Geldsorgen sein Leben auf Bali zu chillen. Er will etwas erschaffen, das größer ist als Cro oder eine Nummer-1-Single.

Dass mir zuerst Kanye und PNL als Vergleiche einfallen, lässt mich vermuten, dass sein Plan aufgehen könnte. Sein Hit-Katalog gibt ihm dabei die Freiheit, ein solches Projekt in aller Konsequenz ohne allzu großen Erfolgsdruck durchzuziehen.

Das mag auf manche vielleicht zu gewollt artsy wirken, aber "C" könnte eins der ambitioniertesten Projekte sein, die die deutschsprachige Musikwelt je gesehen hat.

Cro releast "C" & sorgt für Fragezeichen

Erst die Maske beerdigen und jetzt dieser "Song". Cro lässt grade Fragen aufkommen.

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Cro spricht über mangelnden Erfolg von "tru." & seine neue Maske
Cro

Cro spricht über mangelnden Erfolg von "tru." & seine neue Maske

Von HHRedaktion am 20.08.2020 - 13:36

Cro ist zurück! Mit neuem Sound ("Fall auf"), neuer Maske und einer innovativen Promophase lässt er kaum einen Stein auf dem anderen. Er nimmt sich diese künstlerische Freiheit, obwohl sein letztes Album "tru." den kommerziellen Erwartungen eher nicht gerecht geworden ist. Im Rahmen von Arias Show "HYPED Radio" blickt der (offenbar ehemalige) Pandamaskenträger auf seine vorige Platte zurück und gibt ein Update zu der Frage, ob er sich je unmaskiert zeigen wird.

Cro misst "tru." nicht an Verkaufszahlen

Cro im September 2017 veröffentlichtes Album "tru." legte den Fokus hörbar auf eine künstlerische Weiterentwicklung. Trotz einer Goldenen Schallplatte für die Single "Unendlichkeit" fiel Cro hier vor allem durch Experimentierfreude auf. Wie er erklärt, tauschte er die Hit-Lastigkeit gegen "Message" und "Musikalität". Dabei bleiben die Verkaufszahlen ein bisschen auf der Strecke. Für seinen persönlichen Weg war das Album dennoch ein voller Erfolg:

"Für mich war das gar nicht so unerfolgreich. Für mich war das eigentlich noch erfolgreicher als die anderen, weil es andere Dinge aufgeladen hat als mein Konto: Meine Persönlichkeit und auch hab ich neue Leute hinzugewonnen, die bisschen tiefer graben. Von dem her: geil, super Album und ich feier es immer noch."

Wie sich dieser Zugewinn an Tiefe in seinem neuen Projekt widerspiegelt, können Fans anhand von "Fall auf" nachvollziehen. Auf Bali habe Cro Gitarre gelernt und sich außerdem menschlich weiterentwickelt. Der Aufenthalt auf der indonesischen Insel, die er inzwischen als sein "Zuhause" begreift, habe ihn zudem "zurückgeholt". Er sei durch den Ruhm "volle Kanne" abgehoben gewesen.

Über sein wahres Gesicht wird das Publikum offenkundig auch in Zukunft im Unklaren lassen. Cro bevorzugt eine klare Trennung von Kunstfigur und Privatperson – die Maskierung könnte sich dafür aber noch häufiger verändern:

"Für mich gehört es dazu. Hinter dem Ganzen steckt Carlo. Er ist der Typ ohne Maske. Würd ich ohne Maske als Cro auftreten, dann wäre ich ja Carlo. Für mich passt das nicht ganz. Ich hab mich freigespielt von der einen Maske schon mit 'tru.' damals und ich glaube, in Zukunft wird es einfach wilder. Bis es irgendwann ein riesen Maskenball wird vielleicht."

Die gesamte Folge HYPED Radio kannst du hier auf Apple Music hören.


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