Was Eminem Joe Budden und Machine Gun Kelly zu sagen hat

Wenn Eminem ein Interview gibt, dann hat er auch etwas mitzuteilen. Im zweiten Teil des Gesprächs (hier zum ersten Teil) mit Sway Calloway geht Eminem konkret auf sein Verhältnis zu Joe Budden und eine mögliche Antwort auf Machine Gun Kellys Disstrack "Rap Devil" ein.

Joe Budden vs. Eminem

Auf "Kamikaze" disst Eminem Joe Budden auf mehreren Tracks ("The Ringer", "Fall"). Nach Ems Meinung ist dessen öffentliche Kritik an Eminems Album "Revival" übertrieben gewesen. Budden antwortet daraufhin in seinem Podcast. Er richtet dort das Wort direkt an Eminem und meint, dass er im letzten Jahrzehnt der bessere Rapper gewesen sei.

Eminem betont im aktuellen Interview, dass er die Gruppe Slaughterhouse, der Joe Budden angehörte, immer supportet hätte. Für ihn sei die Crew eine der besten Rap-Gruppen aller Zeiten. Joe Budden hingegen sei nicht respektvoll, wenn er den neueren Output von Slim Shady auf diversen Plattformen als "Trash" bezeichne und über seine Kunst herziehe. Zudem gehe es Joe Budden auch um Geld. Er habe immer wieder auf Einnahmen gepocht, die Slaughterhouse aber nicht abgeworfen habe. Eminem spricht davon, dass die Produktionskosten gerade so gedeckt worden wären. Auch da das dritte Studioalbum "Glass House" nie erschienen ist, sei Geld versandet.

"I hate to say this, but the album [Welcome To: Our House] didn't do much to recoup the first budget. Then we spend hundreds of thousands of dollars on the second album that never came out."

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Joe Budden und Eminem haben eine gemeinsame Vergangenheit bei Shady Records. Em signte die Supergroup aus Crooked I, Joell Ortiz und Royce da 5′9″ im Jahr 2011. Obwohl das Album "Welcome To: Our House" auf Platz #2 der US-Charts landete, spricht Eminem davon, dass es sich nicht erwartungsgemäß verkauft hätte. Das angekündigte Nachfolgewerk "Glass House" erschien nie. Anfang 2018 löste sich die Formation auf.

Machine Gun Kelly vs. Eminem

Mit "Rap Devil" hat Machine Gun Kelly auf Disslines auf "Kamikaze" reagiert. Eminem hat unter anderem ein Problem damit, wie Machine Gun Kelly in der Vergangenheit seine Tochter Hailie für Promotion benutzt hat. (Er betitelte sie 2012 auf Twitter als "hot as f*ck" und ging mit diesem Statement durch die Medien). Rapfans weltweit sind gespannt, ob Eminem sich entschließt, einen Disstrack gegen MGK folgen zu lassen. Der vorige Teil des Interviews deutet diese Möglichkeit an. Eminem sagt dort, er müsse "diesem Motherf*cker antworten".

Im nun veröffentlichten Ausschnitt rudert Eminem ein wenig zurück und lässt sich dennoch die Option eines Disstracks offen. Eminem reflektiert seine Rolle im Rapgame, wo er unbestritten zu den größten MCs aller Zeiten gehört. Aus dieser Position heraus würde er Machine Gun Kelly mit einer musikalischen Antwort wohl eine dagewesene Aufmerksamkeit verschaffen. Zu dieser Kategorie von Rappern zählt er MGK definitiv nicht:

"You're not even in the conversation. I don't care."

Eminem wirkt unentschlossen, wie er die Situation angehen soll. Einer Sache ist er sich aber gewiss: MGK ist sein "f*cking Enemy". Einerseits wolle er Machine Gun Kelly zerstören. Anderseits möchte er ihm keine Plattform bieten, um zu wachsen:

"I wanna destroy him, but I also don't wanna make him bigger."

Eminem meint scherzhaft noch, dass sämtliche Antworten auf jegliche Reaktion zu "Kamikaze" fünf Jahre dauern würden. Ob er Machine Gun Kelly mit Ignoranz straft oder lyrisch angreift, bleibt ungewiss. Ems Interview-Game ist damit noch nicht durchgespielt. Mindestens ein weiterer Teil des Gesprächs mit Sway Calloway steht noch aus. Darin scheint es um Dr. Dre und einen Track zu gehen, der nicht veröffentlicht worden sei, weil er "zu weit gehen" würde.

Den gesamten zweiten Teil des Interviews kannst du hier sehen:

Eminem x Sway - The Kamikaze Interview (Part 2)

Eminem sat down with Sway for an exclusive interview for his tenth studio album, Kamikaze. This is Part Two. Kamikaze is out now: http://shady.sr/Kamikaze http://eminem.com http://facebook.com/eminem http://twitter.com/eminem http://instagram.com/eminem http://eminem.tumblr.com http://shadyrecords.com http://facebook.com/shadyrecords http://twitter.com/shadyrecords http://instagram.com/shadyrecords http://trustshady.tumblr.com

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Der Beef mit Eminem war ein großer Fehler, sagt Evidence

Der Beef mit Eminem war ein großer Fehler, sagt Evidence

Von David Molke am 13.08.2019 - 17:45

Falls du nicht wusstest, weißt du jetzt: Eminem und Evidence hatten mal Beef. Klingt komisch, ist aber so. Die beiden Rapper haben sich gegenseitig sogar mit waschechten Disstracks gedisst. Evidence von den Dilated Peoples erinnert sich jetzt in einem Interview mit Talib Kweli an den Beef mit Eminem und erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Everlast ist offenbar Schuld am Beef zwischen Eminem & Evidence

Wie ist der Beef entstanden? Wie Evidence im Gespräch mit Talib Kweli erklärt, war das Ganze fast schon ein Missverständnis, "ein großer Fehler". Everlast habe Eminem ohne Vorwarnung auf dem Remix zum Dilated Peoples-Track "Ear Drums Pop" gedisst.

Den meisten Anwesenden (Defari, Phil Da Agony und Planet Asia) sei zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht einmal klar gewesen, was da eigentlich gerade passiert sei. Evidence habe erst im Nachhinein realisiert, dass Everlast auf dem Track gegen Slim Shady gefeuert hatte und auch noch seine Tochter Hailie erwähnt.

Eminem wehrt sich mit D12-Disstrack gegen Everlast & Dilated Peoples

Eminem ließ den Diss nicht auf sich sitzen: Im Gegenteil, er hat direkt einen ganzen Disstrack gegen Everlast gedroppt. Darin geht es auch gegen Dilated Peoples und vor allem auch gegen Evidence. Das erklärt sich der Rapper dadurch, dass er vorher mit Eminem und Madchild gechillt habe.

Offenbar habe Eminem es ihm übel genommen, dass er den Diss von Everlast nicht verhindert habe. Zumindest vermutet das das Dilated Peoples-Mitglied und erklärt, es sei höchst unangenehm gewesen, von Eminem gedisst zu werden. Vor allem zu diesem Zeitpunkt, als Eminem quasi auf dem Höhepunkt seiner Karriere und Bekanntheit war.

"Getting dissed by Eminem in the prime of his career – it was not cool."

Evidence reagiert mit eigenem Eminem-Diss "Search for Bobby Fisher"

Evidence sei sogar in einem Coffee Shop von der Angestellten auf seinen Beef mit Eminem angesprochen worden. Als die fragte, was er jetzt tun werde, ging er ins Studio und nahm einen eigenen Disstrack gegen Eminem auf.

Der Song sei sogar recht gut für die damaligen Verhältnisse gewesen. Unter anderem, weil Evidence jemanden in Detroit kannte, die einige Details über Eminem ausplauderte. Für seinen Disstrack gegen Eminem habe er dann zumindest Respekt bekommen.

Die Antwort von Eminem darauf sei schlechter gewesen, sagt Evidence:

"I thought I did good. I said some good shit. I just had some more info because he famous and I knew some girl in Detroit who knew things and she snitched on a bunch of little things, and he hit me back with another diss and it wasn't that good."

Ende gut, alles gut? Der Beef hätte anscheinend nicht besser laufen können

Der nächste Disstrack von Eminem sei in erster Linie nur gegen Everlast gerichtet gewesen. Der Streit wurde laut Evidence dann mit Hilfe von Proof (RIP) und Bizarre beigelegt. Im Endeffekt hätte es kaum besser laufen können für das Dilated Peoples-Mitglied.

Er sei nicht davor zurückgeschreckt, Eminem zu dissen. Dafür habe er Respekt gezollt bekommen und ansonsten sei nichts Schlimmes passiert.

"That thing couldn't have worked out any f*cking better. Nothing really happened. I got to get respect for not backing down from somebody who was Godzilla and that was f*cking it."

Das bisher letzte Album der Dilated Peoples "Directors of Photography" hat gestern seinen fünften Geburtstag gefeiert. In unserem Interview mit Evidence hat er allerdings keine allzu großen Hoffnungen auf ein neues Werk der Gruppe gemacht:

"Niemand sagt mir, was ich zu tun habe": Evidence über persönliche Krisen, Vaterschaft & "Weather Or Not" (Interview)

Evidence besitzt die Fähigkeit, mit seinen Texten Menschen zu berühren, ohne uncool zu sein. Er rappt vielleicht nicht besonders schnell oder mit besonders komplexen Reimen, aber dafür aus Überzeugung und tiefstem Herzen. Offenheit, Intelligenz und ein unheimlich exaktes Sprachgefühl sprühen aus jeder Zeile. Dabei scheut das Dilated Peoples-Mitglied auch nicht vor düsteren Themen zurück.


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