Unterwegs mit Berliner Writern: Neue Doku "Graffiti als Protest"

Das Y-Kollektiv will in seiner neuen Graffiti-Doku hinter die Kulissen blicken und tiefer gehen. Die alte Leier von "Kunst oder Vandalismus" soll erfrischenderweise nicht erneut durchdekliniert werden. Stattdessen dreht sich die Dokumentation "Unterwegs mit Berliner Sprayern" um Graffiti als Protest und begleitet einige Writer.

Graffiti als Protest: Wem gehört der öffentliche Raum?

Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wem der öffentliche Raum eigentlich gehört: Nur denjenigen, die es sich leisten können, für Werbung zu bezahlen und denen, die einen festen Wohnsitz haben?

Zu den verschiedenen Themen und Formen des Protests und Graffitis kommen unterschiedliche Akteure der Szene zu Wort. Die Reporterin Toni Lilly Schanze geht sogar mit Rocco und seinen Brüdern auf nächtliche Tour. Da werden zum Beispiel Bahnhöfe für Obdachlose geöffnet.

Rocco glaubt "es gibt keine egoistischere Kunstform als Graffiti" und die Kunst- beziehungsweise Protestform sei "stigmatisiert" wie kaum eine andere. Wahrscheinlich einer der Gründe dafür, dass das Kollektiv mittlerweile eher Performance-Kunst mit Installationen und aufsehenerregenden Aktionen durchführt, die meist eine klare politische Botschaft haben.

1UP mit erstem 3D-Graffiti unter Wasser - aus Korallen

1UP macht wieder mal keine halben Sachen.

Die "magische" Kraft von Graffiti & Pixação

Jurij berichtet währenddessen von der magischen Energie, die Graffiti entfalten kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um das Organisieren von Wänden oder Workshops im Gefängnis geht. Auch er selbst verdankt Graffiti eine Menge, wie er erzählt: "Wir überfallen keine Omas, wir sind kreativ!"

Last, but not least geht es auch noch um Pixação. Zwei Pixadores kommen in der Doku nämlich ebenfalls zu Wort und sprechen über ihre Form der Protestkunst.

Genau dieser Stil hat bekanntermaßen auch die Berlin Kidz inspiriert. Wie in den Kommentaren zur Y-Kollektiv-Dokumentation steht, war ursprünglich auch ein Interview mit Paradox geplant, das aber aufgrund eines gebrochenen Beins ausfallen musste.

Graffiti ist immer politisch & "Pixadores" zeigt auf eindrucksvolle Art, wieso

Wir haben uns "Pixadores" im Kino angesehen. Derjenige, der das ermöglicht hat, bezeichnet "Pixadores" als den besten Graffiti-Film, den er je gesehen hat. Tom von Rotzfrech Cinema steht damit nicht allein da. Die Begeisterung und Liebe geht so weit, dass er sich für diese einmalige Kinotour sogar verschuldet hat.

Berlin Kidz übertreffen sich im neuen Paradox-Video wieder selbst

Die Berlin Kidz machen die Stadt schöner und scheinen dabei jede Menge Spaß zu haben. Nervenkitzel aka pures Adrenalin kommt bei den verrückten Aktionen von ganz allein: Im neuen Paradox-Video "Change your Frequency" gibt es neben Graffiti in luftigen Höhen auch wieder U-Bahnsurfing und vieles mehr zu sehen.

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MC Bogy & Prinz Pi beseitigen ihre Differenzen

MC Bogy & Prinz Pi beseitigen ihre Differenzen

Von Robin Schmidt am 12.05.2019 - 14:54

Die Misstöne zwischen MC Bogy und Prinz Pi sind bereinigt. Nachdem der Atzenkeeper sich in den letzten Wochen von Prinz Pi im Buch "Könnt ihr uns hören?" falsch dargestellt fühlte, haben die beiden Urgesteine der Berliner Rapszene ihre Differenzen aus dem Weg geräumt. 

Ein gemeinsam entstandenes Foto, das die beiden auf ihren Instagram-Profilen gepostet haben, besiegelt den Schulterschluss. Prinz Pi hat das Bild mit einem "Peace in the Middle East" versehen. Bogy lässt unter seinem Foto wissen, dass es "Nur Liebe in Westberlin...." gibt. 

Anlass für die Spannungen zwischen MC Bogy und Prinz Pi waren Aussagen von letzterem, die laut Bogy so nicht stimmten. Im Buch "Könnt ihr uns hören?" von den Journalisten Jan Wehn und Davide Bortot erzählt Pi scheinbar von früheren Gang-Fights in Berlin: 

"Ich erinnere mich an zwei Schlachten in Berlin-Mitte, bei denen wir uns richtig krass mit denen geprügelt haben. Ich weiß noch, wie ich Pflastersteine auf Bogy geschmissen und er irgendetwas auf mich geschossen hat." 

Für Bogy war diese Anekdote haltlos, woraufhin er Prinz Pi als "Prinz P*ssy" bezeichnete und ihn der Lüge bezichtigte. 

Ebenfalls auf dem Foto befindet sich Basstard. Dieser hatte sogar im Anschluss an die Vorwürfe von MC Bogy in Richtung Prinz Pi mit "Keine Liebe" eine Art Abrechnung an Pi veröffentlicht. Darin machte Basstard seiner menschlischen Enttäuschung gegenüber Prinz Pi Luft. Der Track wurde inzwischen gelöscht, worauf Basstard in seinem Statement zu der ganzen Angelegenheit in humorvoller Art und Weise eingeht:

"So einfach geht das! Wir sind nun mal ein paar schicke Accessoires und Friedrich hat uns zum essen eingeladen und uns danach mit seinem Ferrari in unsere Sozialwohnungen zurück gebracht. Beeilt euch mit dem download, der Song geht gleich off!"[sic!] 

Eine Reise durch Berlin mit Prinz Pi hat zuletzt auch Toxik unternommen. In unserem neuen Format "Zeitreise" kannst du dir das Ergebnis anschauen: 

Aus der Bonzengegend in den Bunker - Prinz Pi Zeitreise powered by KIA ProCeed

Für unser neues Format hat Toxik Prinz Pi in Berlin besucht. Beim Trip durch die prägenden Viertel seines Lebens ist mehr herausgekommen als ein Interview über Pis Weg von einem Jungen aus Zehlendorf zu einem Künstler, der mit seiner Musik schon Hunderttausende berührt hat.


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