"Sehr viel Druck": reezy über die Arbeit an "Weisswein & Heartbreaks"

Vollblutkünstler reezy hat sich mit Aria zum Videocall verabredet, um über sein kommendes Album "Weisswein & Heartbreaks" zu sprechen. Der "Teenager Forever" klärt außerdem über sein Verhältnis zu Labelkollege Apache 207 auf und gibt einen Einblick in vergangene Studio-Tage in Los Angeles. In der Stadt der Engel kamen Anfang des Jahres viele bekannte Gesichter des Deutschraps für gemeinsame Sessions zusammen.

"Weisswein & Heartbreaks": reezys Nerven werden strapaziert

Wie reezy im Talk erzählt, fühlen sich die Arbeiten an seiner neuen Platte momentan eher weniger entspannt an. Der ganze Prozess strapaziere zunehmend seine Nerven. Der Nachfolger von "Teenager Forever" werde wohl letztendlich 13 Songs umfassen. Doch er sei in der Finalisierungsphase "unberechenbar" – spontane Änderungen also nicht ausgeschlossen. Zu ungefähr "70 Prozent" sei das kommende Werk fertiggestellt.

"Bro, ich sag dir ehrlich, ich habe gerade sehr viel Druck auf mir selber. Ich mache mir den Druck einfach selbst [...] – einfach die künstlerische Weiterentwicklung drinzuhaben."

Als Release Date steht bisher der 26. Juni im Raum. Ob dieses Datum bestand haben wird, ist mehr als ungewiss. Die Chancen auf eine Veröffentlichung "irgendwann im Sommer" stehen laut reezy deutlich besser.

Auf dem neuen Album soll es frische Rhythmen zu hören geben. Vom typischen Trap-Sound will sich reezy hingegen entfernen. Auf eine musikalische Annährung an Kanye Wests wegweisendes Album "808s & Heartbreak" ist reezy bei seiner kommende Platte trotz Ähnlichkeit im Titel nicht aus.

reezy über die L.A.-Sessions mit Apache 207 & Bozza

Als Aria auf den L.A.-Trip zu sprechen kommt, enthüllt reezy, dass er dort besonders von Sidos Signing Bozza positiv überrascht wurde. Die Fähigkeit des Hamburgers einfach abzuliefern, ist bei reezy hängengeblieben. Bozzas Schreibtalent ist unter anderem auch bei der Shirin David-Single "90-60-111" zum Tragen gekommen.

"Eine Überraschung war auf jeden Fall Bozza. In L.A. hab ich gemerkt, was der Typ für ein unfassbarer Writer ist. Wie er an seine Musik drangeht. Wie schnell er performen kann. Du steckst ihn in ein Studio, du gibst ihm einen geilen Beat und die Wahrscheinlichkeit, dass er was Geiles draus macht, ist sehr hoch."

Von seinem Labelkollegen mit dem großen Gespür für Hits hat reezy ebenso eine hohe Meinung. Die Rede ist natürlich von Apache 207. Mit ihm sei trotz einer menschlichen Connection beim Aufenthalt in den Staaten aber keine gemeinsame Musik entstanden:

"Bei Apache und mir ist es so, dass wir privat cooler miteinander sind als musikalisch."

Das klingt vorerst nicht so, als wäre eine Kollabo der beiden TwoSides-Artist in greifbarer Nähe.

Apache 207 & reezy: Bausa über sein Label TwoSides

Bausa hat nicht nur ein neues Album in der Pipeline, sondern auch zwei der heißesten neuen Künstler der Szene bei seinem Label TwoSides unter Vertrag: Apache 207 und reezy werden in Zukunft noch von Bauis Erfahrungen und seinen Talenten profitieren und ihnen können große Karrieren bevorstehen.

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Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Von Alina Amin am 25.02.2021 - 16:47

Apache 207 ist schon nach den ersten Jahren seiner Rap-Karriere in den obersten Rängen der hiesigen Szene angekommen. Mit seinen melodischen Hits erreicht er regelmäßig astronomische Zahlen und gilt aktuell als einer der erfolgreichsten Künstler des deutschsprachigen Musikmarkts. Trotz dessen findet die Diskussion, ob der Ludwigshafener tatsächlich Rapper sei, in der Deutschrap-Community kein Ende. Jetzt äußert sich auch Farid Bang zu dem omnipräsenten Thema.

Farid Bang über die Frage, ob Apache 207 ein Rapper ist

Farid Bang stellt in seiner Instagram-Story infrage, was ein Künstler sei, der seine Texte nicht schreibt, wenn man schon davon ausginge, dass Apache kein Rapper sei. Die Debatte um Apaches Rapqualitäten wird weit über die YouTube-Kommentarspalten hinaus geführt.

Viele Größen der Deutschrapszene scheint die Frage umzutreiben, ob Apache 207 als Rapper zu betrachten ist. Für Bonez MC stand Ende 2020 fest: "Künstler kein Rapper". Auch Fler kommt in einem Interview bei 16bars zu dem Ergebnis, dass Apache "in dem Sinne kein Rapper" sei. Die Musik des 2-Meter-Hünen bedient sich hörbar verschiedensten Einflüssen.

Daran, dass Apache 207 rappen kann, dürfte jedoch kein Zweifel bestehen. Farid fragt sich nun, worauf es hinausliefe, wenn Apaches Musik durch dessen Herangehensweise nicht mehr als Rap durchginge.


Foto:

Instagram / @faridbangbang

Der Banger stellt in den Raum, ob dies nicht mindestens gleichbedeutend damit wäre, jemanden aus dem Rapgenre auszuschließen, wenn die Lyrics zugeliefert werden. Er zieht damit einen Vergleich zu einem ebenso ausgiebig diskutierten Thema, dem Ghostwriting.

Ende letzten Jahres wurde die allgegenwärtige Diskussion wieder aufgerollt, nachdem Shirin David ihre "Babsi Bars" veröffentlichte. Es ging damals einerseits um Credits, andererseits auch um die generelle Praktik des Ghostwritings. Viele Rapfans vertreten die Position, dass Rap-Künstler*innen auch selbst für ihre Lyrics verantwortlich sein sollten. Dennoch gehört es inzwischen zur gängigen Praxis, dass Rap-Texte in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Wie Farid das selbst sieht, erklärt er in seiner Story nicht.

Apache selbst hat zu dem Thema eine klare Haltung. Ob andere Leute ihn als Rapper bezeichnen oder nicht, scheint ihm gleichgültig zu sein. In seinem Song "28 Liter" erklärt der 23-Jährige:  

"Egal, ob du mich einen Rapper nennst, du Piç, darauf pfeif' ich"


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