KitschKrieg & Jamule setzen sich an die Chart-Spitze

Schlechte Promo gibt es offenbar wirklich nicht: KitschKrieg und Jamule stehen diesen Freitag mit "Unterwegs" an der Spitze der Single-Charts. Erst gestern entschuldigte sich Jamule erneut für ein rassistisches Privatvideo, das vor circa einer Woche im Internet auftauchte.

"Unterwegs": KitschKrieg verbuchen zweite Nummer-1-Single ihrer Karriere

Mit "Unterwegs" wiederholen KitschKrieg einen Erfolg, den das Künstlerkollektiv bereits 2018 feiern durfte. Mit der Single "Standard" gelang ebenfalls der große Wurf.

Im Kontext der aktuellen Rassismus-Debatte um Jamule wirkt die Positionierung von "Unterwegs" ein wenig schräg. Es scheint nun so, als hätte die anhaltende Diskussion den Song gepusht. In einem geleakten Video ließ das Life is Pain-Signing raushängen, dass ihm aufgrund der bloßen Anwesenheit Schwarzer Menschen langweilig sei. Es folgten eine schriftliche Entschuldigung sowie ein Video-Statement.

In Letzterem verkündete Jamule, dass er gewillt ist, alle Einnahmen aus dem Song "Unterwegs" an die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland zu spenden. Insofern kommt der durchschlagende Erfolg des Tracks wohl auch dort an, wo zusätzliche finanzielle Mittel immer gebraucht werden.

Auf dem Album von KitschKrieg befinden sich gleich mehrere Künstler, die wiederholt durch belastende Verhaltensweisen aufgefallen sind. Erst kürzlich zeigte Bonez MC sich erneut von seiner sexistischen Seite. Mit Vbyz Kartel ist zudem ein Artist auf der Platte vertreten, der wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßen muss. Nachdem Jamules Video im Internet die Runde machte, äußerten sich etliche Künstler frustriert und erschüttert. Auch KitschKrieg reagierten mit einem längeren Statement.

Nach Jamules Entschuldigung: Reaktionen von PA Sports, Eunique, KitschKrieg & mehr

Jamule fiel in den letzten Tagen vor allem durch ein Video auf, in welchem er ein Konzert als langweilig bezeichnete, mit der Begründung, dass die Besucher "alle Schwarz" seien. Nachdem Manuellsen das Video in seiner Insta-Story teilte, gab Jamule ein Statement ab, um sich zu entschuldigen. Dieses wurde jedoch nicht von allen positiv aufgenommen.

Capital Bra, Kontra K & mehr im Charts-Update

Die Kollabosingle von Capital Bra und Cro "Frühstück in Paris" steht diese Woche auf Rang #3. Als höchste Neueinsteiger lassen Kontra K und AK Ausserkontrolle die "Sirenen" auf Platz #5 heulen. Shindy und OZ begrüßen die "Morning Sun" auf der #8. Samra trudelt einen Platz dahinter mit "Lebst du noch" ein.

Kontra K ft. AK AusserKontrolle - Sirenen [Video]

Kontra K tut sich für die neue Single zum anstehenden Album "Vollmond" mal wieder mit AK AusserKontrolle zusammen. Das Video von Shaho Casado zeigt die beiden Künstler bei einem Banküberfall.

In den Album-Charts entern gleich drei Künstler die Top 10, die überwiegend für Rap stehen. Edo Saiya geht mit "LunaR" auf die #4. Direkt dahinter landet GReeeN mit "Highland". Dame probiert sich in einem anderen Genre aus und holt mit der "Rock EP" die #10.

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Instagram drosselt Sylabil Spill nach antirassistischem Einsatz

Instagram drosselt Sylabil Spill nach antirassistischem Einsatz

Von Clark Senger am 14.01.2021 - 16:42

Neues Jahr, neues Glück lautet insbesondere nach dem Krisenjahr 2021 die Devise für viele. Für Sylabil Spill und Millionen andere BPoC (Black and People of Colour) heißt ein neues Jahr, auch weiterhin alte, ermüdende Kämpfe auszutragen, weil die Gesellschaft ihnen keine Wahl lässt.

Dabei kann es sich zum einen um Racial Profiling handeln, wie der Bonner es in seiner aktuellen Single (hier zum Video) thematisiert. Oder um Alltagsrassismus, den man grade ganz frisch beim Kölner Rapper Telson auf Instagram miterleben konnte. Während er eine Story für IG aufnehmen wollte, wurde er von einer Frau aus dem Nichts rassistisch beleidigt und stellte sie anschließend zur Rede:

Sylabil Spill wird von Instagram eingeschränkt

Untergrund-Veteran Sylabil Spill aka Der Radira geriet in der Vergangenheit immer wieder ins Visier rechter Hetze. Letztes Jahr wurde sein Insta Account mehrfach gehackt und Fremde verbreiteten dort Parolen der stumpfesten und zurückgebliebensten Art. Nun wird ihm aus seinem antirassistischen Engagement erneut ein Strick gedreht.

Nachdem er kürzlich kritische Beiträge über Dieter Nuhr und Serdar Somuncu teilte, ist sein Profil nun schwerer zu finden. In der Profilsuche rutscht sein verifizierter Account mit 24.000 Abos unter diverse Fanpages ohne blauen Haken und mit sehr wenigen Follower*innen. Supporter*innen können seine Inhalte nicht wie normal liken und sharen. Warum? Vermutlich weil Rechte mittlerweile die Spielregeln der sozialen Medien und des Internets verstanden haben.

"@instagram schränkt von Rassismus Betroffene ein statt die Rassisten, die diese melden[,] um sie zu schikanieren", schreibt beispielsweise Yassin in seiner Story und macht so auf die Ungerechtigkeit aufmerksam, die wohl auf den Algorithmus zurückzuführen ist. Spill erklärt uns gegenüber:

"Ich werde gerade komplett runtergefahren, weil ich mich kritisch zu sich rassistisch äußernden Menschen wie Dieter Nuhr oder Serdar Somuncu positioniere und allgemein der Polizei. Und alle schauen zu, als wäre das 'ne coole Netflix-Serie."

Er sei von Instagram dazu aufgefordert worden, keine "sensiblen Inhalte" mehr zu posten – so heißt übrigens sein Track, der vor "Racial Profiling" erschienen ist. Genau diese Inhalte braucht es aber, um aufzuklären und die weiße Mehrheitsgesellschaft zu erreichen, die eben nicht aufgrund ihrer Hautfarbe dauernd dazu gezwungen ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen. Der Fall von George Floyd hat letztes Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Spitze des Eisbergs sichtbar gemacht wird.

Was kann ich jetzt tun? Im konkreten Fall von Spill aktuell ist das relativ einfach: supporten, damit auch IG checkt, wer tatsächlich gesperrt werden sollte beziehungsweise wer nicht. Indem ihr Beiträge bei IG speichert, supportet ihr Spill (und ganz generell eure Lieblingsseiten) am meisten, Shares und Kommentare mit mindestens vier Wörter sind ebenfalls wertvoll und ein Like schadet sowieso nicht. Da hört antirassistischer Einsatz natürlich lange nicht auf, aber so kann er zumindest anfangen.


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