AK Ausserkontrolle von Abschiebung bedroht

Nach Sugar MMFK ist mit AK Ausserkontrolle ein weiterer Rapper offenbar mit einer Ausreiseforderung konfrontiert. Auf Instagram postete AK Ausserkontrolle seine "Grenzübertrittsbescheinigung", die ihn dazu verpflichtet, Deutschland bis zum 30.05. 2019 zu verlassen.

AK Ausserkontrolle ist Berliner & wehrt sich

Der Umgang von AK Ausserkontrolle mit dem Schreiben zeigt, dass er nicht gewillt ist, der Anweisung der Behörden ohne Widerstand nachzukommen. Das Hashtag "ihrmüsstmichschontotüberdiegrenzetragen" und der Hinweis auf seine Heimat Berlin lässt kaum Zweifel daran, dass Ak alle Hebel in Bewegung setzen wird, um in Deutschland zu bleiben.

Der Berliner Rapper hat in den vergangenen Jahren einige Erfolge erzielen können. Seine letzten drei Alben "Panzaknacka", "A.S.S.N." und "XY" charteten allesamt in den Top 10. Kurzzeitig stand AK Ausserkontrolle auch bei Bushidos Label ersguterjunge unter Vertrag. Nach keinem Release trennten sich die Wege jedoch wieder recht schnell.

AK Ausserkontrolle: Parallelen zum Fall Sugar MMFK

Wie Sugar MMFK ist auch AK Ausserkontrolle in Deutschland geboren und hier aufgewachsen. Die Eltern des Berliners stammen ursprünglich aus der Türkei. Aus dem Libanon sind sie letztendlich nach Deutschland geflüchtet.

Mutmaßlich droht AK als türkischer Staatsangehöriger die Abschiebung in die Türkei. Wie bei Sugar MMFK könnte AK seine Vergangenheit zum Verhängnis werden. Auch er hat eine gewisse Historie auf der Straße und trägt wohl nicht ganz ohne Hintergedanken ein Bandana vor dem Gesicht.

In einer Folge der Doku-Reihe Germania erzählt AK 2017 bereits von den Problemen mit seinem Aufenthaltsstatus. Zu Schulzeiten haben sich durch seine rechtliche Situation einige Türen verschlossen:

"Ich bin hier geboren, aber integriert fühle ich mich nicht. Klar man hat viel Scheiße gebaut und das hat sich dann alles auf meinem Aufenthaltsstatus ausgewirkt. Damals als ich die Schule beendet habe, wusste ich: 'okay, du kannst keine Ausbildung machen. Dein Aufenthaltsstatus lässt das nicht zu.' Ich habe hier einen Monat Aufenthalt, ich habe nicht mal einen Pass, keine vernünftige Arbeitserlaubnis [...]."

Im Fall von Sugar MMFK wurde schnell eine Online-Petition gestartet, um die drohende Abschiebung zu verhindern. Dass so ein öffentlichkeitswirksamer Support durchaus vor Gericht helfen kann, hat uns zuletzt ein Anwalt in einem Interview bei uns erklärt:

Sugar MMFKs Abschiebung: Ein Anwalt beantwortet die wichtigsten Fragen

Sugar MMFK soll Deutschland verlassen - so fordert es der Staat. Dem Rapper der Bantu Nation droht die Abschiebung aus dem Land, in dem er geboren und aufgewachsen ist. In der Vergangenheit begangene Straftaten drohen Sugar dabei zum Verhängnis zu werden.

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Bushido räumt Gewalt in der Ehe ein & korrigiert Biografie

Bushido räumt Gewalt in der Ehe ein & korrigiert Biografie

Von HHRedaktion am 10.09.2020 - 11:21

Zeiten ändern scheinbar nicht nur dich, sondern auch die Perspektive: Bushidos 2008 veröffentlichte Biografie "Bushido" besteht offenbar zu großen Teilen aus erfundenen Geschichten. Das ergab nun eine weitere Befragung des Berliner Rappers im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker. Ebenso gestand Bushido, gegenüber seiner Frau in der Vergangenheit handgreiflich geworden zu sein.

Bushidos Biografie größtenteils herbeifantasiert

Wie steht es um die Glaubwürdigkeit des Zeugen Bushido? Das Gericht und die Verteidigung von Arafat Abou-Chaker konzentrierten sich am gestrigen Verhandlungstag vor allem auf diese Frage. So wurde Bushido laut Medienberichten immer wieder mit Passagen aus seiner Biografie konfrontiert. Die dort dargestellte brüderliche Beziehung zu Arafat Abou-Chaker, Prügelgeschichten aus der Zeit bei Aggro Berlin – Bushido räumte ein, dass sich vieles so gar nicht abgespielt habe.

Vielmehr sei es bei den Ausführungen im Buch um Marketing gegangen; um die Außendarstellung des Charakters Bushido. Jene Erzählungen hätten zum "Gangster-Image gepasst". Bushido sei eine bloße Kunstfigur. Der Film "Zeiten ändern dich" (2010) basiert auf diesen Schilderungen aus Bushidos Biografie.

Vor Gericht sitze jetzt aber die Privatperson Anis Ferchichi, die sich der Wahrheit verpflichtet sehe. In dieser Rolle soll der 41-Jährige mit zunehmender Erschöpfung auf die vielen vorgetragenen Widersprüche reagiert haben. Über sein wirkliches Verhältnis zu Arafat Abou-Chaker hätte er nie jemanden informieren können, da er "keine Freunde hatte". Die Geschäftsbeziehung verglich er an einem vorigen Verhandlungstag mit einer arrangierten Eheschließung.

"Das ist wie zwangsverheiratet. Bis 2017 lehnte ich mich nicht auf, weil ich wusste, ich komme da nicht raus."

In einem Statement für RTL nennt Arafat Abou-Chaker die gesamte Zeugenaussage eine "Bushido-Show".

Bushido gibt zu, seine Frau geschlagen zu haben

Die Befragung von Bushido führte auch auf eine andere private Ebene und brachte Überraschendes zu Tage. So sagte Bushido aus, dass er bereits vor seiner jetzigen Ehe verheiratet gewesen sei – allerdings nur zum Schein.

Die Verteidigung erkundigte sich daraufhin nach einer Situation im Jahr 2014. Hier ist der zwischenzeitliche Auszug von Anna-Maria Ferchichi mit den gemeinsamen Kindern in Begleitung der Polizei dokumentiert. Diesem Szenario sei laut Bushido ein "Streit mit einem unschönen Ende" vorausgegangen. Ein Verteidiger hakte explizit nach, ob Bushido seine Frau damals geschlagen habe. Die Antwort: "Ja". Für eine Gerichts-Reporterin von RTL wirkt diese Aussage "erstmalig authentisch".

Als es 2017 erneut zu einem Streit unter den Eheleuten Ferchichi kam, habe Bushido den Entschluss gefasst "seine Frau nicht mehr im Stich zu lassen". Sie sei es letztendlich gewesen, die ihm den innerlichen Anstoß für die Auflösung der Geschäftsbeziehung mit Arafat Abou-Chaker gegeben habe.

"Meine Frau ist der Grund, warum ich irgendwann meinen scheiß Mut zusammengenommen habe."

Am kommenden Montag soll die Befragung von Bushido fortgesetzt werden. Mehr zum Prozess:

Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: Zeugenaussagen von Shindy, Kollegah, Farid Bang & mehr kündigen sich an

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Bushido über den Deal mit Arafat Abou-Chaker: "30 Prozent von allem"


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