Petition gegen Sugar MMFKs Abschiebung online

Nachdem vorgestern bekannt wurde, dass dem Rapper Sugar MMFK die Abschiebung droht, gibt es nun neue Statements sowie eine Petition. Diese hat es sich zum Ziel gemacht, die erzwungene Ausreise des Bonners zu verhindern. Support bekommt Sugar unter anderem vom befreundeten Kickbox-Profi Mohammed Abdallah und dem Bonner Rapkollegen Sylabil Spill, der letztes Jahr eine ähnliche Erfahrung machen musste.

Petition gegen Sugar MMFKs Abschiebung

Die Petition auf Avaaz.org (siehe unten) hat die ersten Benchmarks schon geknackt und steht aktuell bei etwa 1.300 Unterschriften. Im Beschreibungstext weist die Verfasserin Michaela B. darauf hin, dass Sugar gut integriert ist, gearbeitet habe, solange er die Erlaubnis dazu hatte, und seit seinem Gefängnisaufenthalt nicht mehr straffällig geworden sei.

Sugar gibt währenddessen auf Instagram einen Einblick in seine Gedanken und seinen Umgang mit der Situation.

"Ich sehe, wie alle zusammenrücken. Ob Rapper, ob Fußballer, ob Sportler. Selbst die öffentlichen Medien haben mir geschrieben. Also wir werden die Sache auf jeden Fall groß machen müssen, weil ich bin kein Einzelfall. Ich wünsche keinem diese Situation. Aber ich danke euch allen wirklich vielmals für eure Unterstützung. Ihr gebt mir sehr viel Kraft, meiner Familie auch sehr viel Hoffnung."

In seiner Story von gestern erklärt er außerdem, dass sofort eine Anwältin engagiert wurde. Er zeigt sich dankbar für jeden Support, aber stellt auch klar, im Falle eines Erfolgs weiter am Thema bleiben zu wollen:

"Es muss auf jeden Fall eine Änderung geben, dass Leute, die hier geboren sind, auch einen Anspruch darauf haben, einen deutschen Pass zu kriegen."

Sylabil Spill berichtet von eigener "Ausreiseaufforderung"

Sylabil Spill, ebenfalls Rapper aus Bonn, teilt auf Instagram eine ähnliche Geschichte, die er selbst vor fast genau einem Jahr erlebt hat. Bei ihm habe ein juristischer Fehler zur Aufforderung geführt, mit der er sich im letzten Frühjahr herumschlagen musste. Er erklärt, dass er die Angelegenheit nach zähem Ringen für sich entscheiden konnte. Er spricht Sugar MMFK Mut zu und bietet ihm seine Hilfe an.

Zur Petition gelangt ihr hier:

Wir wollen die Abschiebung von dem hier geborenen Rapper Sugarmmfk verhindern!!!

Hallo Deutschland, ich möchte euch SugarMmfk vorstellen. Er ist 26 Jahre alt, seine Eltern kommen aus Angola und sind deutsche Staatsbürger, sowie seine Geschwister ,er leider nicht, obwohl er hier geboren ist. SugarMmfk hat vor seiner Karriere als Rapper, in seiner frühen Jugend rebelliert und Mist gebaut, dafür hat er eine Strafe bekommen, die er verbüßt hat.

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Instagram drosselt Sylabil Spill nach antirassistischem Einsatz

Instagram drosselt Sylabil Spill nach antirassistischem Einsatz

Von Clark Senger am 14.01.2021 - 16:42

Neues Jahr, neues Glück lautet insbesondere nach dem Krisenjahr 2021 die Devise für viele. Für Sylabil Spill und Millionen andere BPoC (Black and People of Colour) heißt ein neues Jahr, auch weiterhin alte, ermüdende Kämpfe auszutragen, weil die Gesellschaft ihnen keine Wahl lässt.

Dabei kann es sich zum einen um Racial Profiling handeln, wie der Bonner es in seiner aktuellen Single (hier zum Video) thematisiert. Oder um Alltagsrassismus, den man grade ganz frisch beim Kölner Rapper Telson auf Instagram miterleben konnte. Während er eine Story für IG aufnehmen wollte, wurde er von einer Frau aus dem Nichts rassistisch beleidigt und stellte sie anschließend zur Rede:

Sylabil Spill wird von Instagram eingeschränkt

Untergrund-Veteran Sylabil Spill aka Der Radira geriet in der Vergangenheit immer wieder ins Visier rechter Hetze. Letztes Jahr wurde sein Insta Account mehrfach gehackt und Fremde verbreiteten dort Parolen der stumpfesten und zurückgebliebensten Art. Nun wird ihm aus seinem antirassistischen Engagement erneut ein Strick gedreht.

Nachdem er kürzlich kritische Beiträge über Dieter Nuhr und Serdar Somuncu teilte, ist sein Profil nun schwerer zu finden. In der Profilsuche rutscht sein verifizierter Account mit 24.000 Abos unter diverse Fanpages ohne blauen Haken und mit sehr wenigen Follower*innen. Supporter*innen können seine Inhalte nicht wie normal liken und sharen. Warum? Vermutlich weil Rechte mittlerweile die Spielregeln der sozialen Medien und des Internets verstanden haben.

"@instagram schränkt von Rassismus Betroffene ein statt die Rassisten, die diese melden[,] um sie zu schikanieren", schreibt beispielsweise Yassin in seiner Story und macht so auf die Ungerechtigkeit aufmerksam, die wohl auf den Algorithmus zurückzuführen ist. Spill erklärt uns gegenüber:

"Ich werde gerade komplett runtergefahren, weil ich mich kritisch zu sich rassistisch äußernden Menschen wie Dieter Nuhr oder Serdar Somuncu positioniere und allgemein der Polizei. Und alle schauen zu, als wäre das 'ne coole Netflix-Serie."

Er sei von Instagram dazu aufgefordert worden, keine "sensiblen Inhalte" mehr zu posten – so heißt übrigens sein Track, der vor "Racial Profiling" erschienen ist. Genau diese Inhalte braucht es aber, um aufzuklären und die weiße Mehrheitsgesellschaft zu erreichen, die eben nicht aufgrund ihrer Hautfarbe dauernd dazu gezwungen ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen. Der Fall von George Floyd hat letztes Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Spitze des Eisbergs sichtbar gemacht wird.

Was kann ich jetzt tun? Im konkreten Fall von Spill aktuell ist das relativ einfach: supporten, damit auch IG checkt, wer tatsächlich gesperrt werden sollte beziehungsweise wer nicht. Indem ihr Beiträge bei IG speichert, supportet ihr Spill (und ganz generell eure Lieblingsseiten) am meisten, Shares und Kommentare mit mindestens vier Wörter sind ebenfalls wertvoll und ein Like schadet sowieso nicht. Da hört antirassistischer Einsatz natürlich lange nicht auf, aber so kann er zumindest anfangen.


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