50 Cent verteidigt Eminem gegen Kritiker

Wer Eminem öffentlich als "wack" bezeichnet, muss damit rechnen, Gegenwind zu ernten. US-Rap-Altmeister Lord Jamar bekam für eine solche Einschätzung nun prompt eine Breitseite von Eminems Buddy und Social-Media-Profi 50 Cent.

Lord Jamar und seine Kritik an Eminem

Schon in mehreren Interviews hat sich Lord Jamar über Eminems Status im Rapgame ausgelassen. Zuletzt stellte er bei RapMatic klar, warum er Eminem keinesfalls als König des Games akzeptieren kann:

"Meine Sache mit Eminem - und ich hasse es, seinen Namen ins Gespräch zu bringen - ist, dass du niemanden zum König ernennen und dabei das wahre Königreich ausklammern kannst. [...] Weiße Menschen werden Eminem als König betiteln, weil er die meisten Platten verkauft. [...] Aber wenn wir uns das alltägliche Leben der schwarzen Leute anschauen, von den Menschen, die die Urheber von Hiphop sind, dann hören wir verdammt nochmal nicht Eminem. Wir hören nicht Eminem."

Für Eminems Wortspiele und Reimketten hat Lord Jamar ebenso wenig übrig. Es habe alles keinen Bezug zur Realität der schwarzen Community.

"Kann er Worte zusammentun? Ja, aber nicht nur das ist Hiphop. Wer schert sich darum, wenn der Inhalt scheiße ist. Wer schert sich darum, wie gut du 'cat', 'rat', 'bat', 'hat' zusammentun kannst? Wenn du darüber sprichst, dass du deine Mutter schlägst und Pillen nimmst und dieses Zeug hat das mit meiner Lebenswirklichkeit nichts zu tun, warum sollte es mich kümmern, wie gut du rappen kannst?"

LORD JAMAR: "F*** EMINEM, HE'S WACK!!" | RAPMATIC

RapMatic Presents: "Battle Code" the only platform bringing the Battle Rap culture directly to you in high quality, giving you raw in-depth interviews from an unbiased point of view with the hottest battle rappers in the world today. New full episodes are exclusively on Patreon. Hosted by: Bosschick Raine.

50 Cent verteidigt Eminem auf Instagram

50 Cent ist kein Unschuldslamm und immer für eine Schmutzkampagne oder extreme Trollmoves gut. Er ließ sich daher nicht lange bitten und betitelte Lord Jamar auf einem eher unvorteilhaften Foto als "Clout Chaser" – also als jemanden, der sich am Fame anderer Personen hochziehen will.

Lord Jerome better sit his ss down, I thought you died already Ngga. Get the fck outta here you ain't Grand Puba anyway. I'm gonna need a bum ss ngga in one of my shows.I'll be reaching out shortly. #lecheminduroi #bransoncognac

262.6k Likes, 21.7k Comments - 50 Cent (@50cent) on Instagram: "Lord Jerome better sit his ass down, I thought you died already Nigga. Get the fuck outta here..."

Außerdem schrieb 50 Cent, dass er angenommen habe, dass Lord Jamar schon tot sei. Auch ein nicht allzu verlockendes Job-Angebot gab Fiddy auf Instagram ab. Sobald er einen Versager für seine Shows benötige, werde er sich bei Lord Jamar melden.

Lord Jamars letztes Solo-Release war "The 5% Album" aus dem Jahr 2006. Mit der Gruppe Brand Nubian feierte er vor allem in den Neunzigern Erfolge. Zuletzt trat Lord Jamar vermehrt als Schauspieler in Serien-Produktionen in Erscheinung ("Elementary", "Person of Interest", "The Night Of" uvm.).

Eminem antwortete Lord Jamar auf "Kamikaze"

Auf dem "Kamikaze"-Track "Fall" reagierte Eminem bereits auf die wiederholt geäußerten Vorwürfe Lord Jamars. Eminem betrachtet sich dort keinesfalls als jemand, der sich an der schwarzen Kultur zum persönlichen Vorteil bedient. Das Gegenteil sei der Fall: Er beschreibt sich als fester Bestandteil und Förderer der Szene.

"And far as Lord Jamar, you better leave me the hell alone / Or I'll show you an Elvis clone / Walk up in this house you own, thrust my pelvic bone / Use your telephone and go fetch me the remote / Put my feet up and just make myself at home / I belong here, clown! Don't tell me 'bout the culture! / I inspired the Hopsins, the Logics, the Coles, theSeans, the K-Dots, the 5'9"s, and oh / Brought the world 50 Cent, you did squat, piss and moan / But I'm not gonna fall… b*tch! (yeah)"

Lord Jamar hingegen sei ein "clown". Dieser solle keine Ansagen über die Kultur machen. Eminem habe Rapper wie Hopsin, Logic, J. Cole oder Kendrick Lamar inspiriert. Auch 50 Cent sei erst durch Eminem auf die große Rapbühne gebracht worden. Solche Leistungen sind aus Eminems Sicht bei Lord Jamar nicht zu entdecken.

Diese Art und Weise der Kritik an Eminem ist dennoch nicht neu. Lord Jamar wählte nur die bisher drastischsten Worte. Der Detroiter Rapper Sada Baby und Gucci Mane argumentierten in letzter Zeit ähnlich. Auch sie erkannten auf Nachfrage in Eminem nicht den übermächtigen "Rap God". Als Grund führten sie ebenfalls die fehlende Verankerung im Alltag der schwarzen Community an.

Eminem gehört laut Sada Baby nicht zu Detroits Top 5

Eine Top 5 der besten Rapper Detroits ohne Eminem kann es gar nicht geben? Doch - wenn es nach dem aufstrebenden Detroit-Artist Sada Baby geht. In seiner Musikwelt hat Eminem nur bedingt Platz. Sada Baby kommt selbst aus der Motorstadt im Bundesstaat Michigan und hat mit "Bloxk Party" letztes Jahr einen kleinen Hit hingelegt.

Eminem ist nicht der King of Rap, meint Gucci Mane

Die Frage nach dem King of Rap ist wohl so alt wie die Rapgeschichte selbst. In der Rickey Smiley Morning Show bekam sie Gucci Mane gestellt. Genau genommen wurde er dort gefragt, ob er Eminem für den aktuellen King of Rap halte.Der selbsternannte Trap God antwortete dem Moderator:"Da musst du schon mit einem besseren Namen kommen."

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

50 Cent fällt mal wieder mit transfeindlichen Aussagen auf

50 Cent fällt mal wieder mit transfeindlichen Aussagen auf

Von Till Hesterbrink am 08.07.2020 - 15:25

Oskar-Preisträgerin Halle Berry kündigte letzte Woche an, für einen kommenden Film die Rolle eines Trans-Mannes zu übernehmen. In den darauffolgenden Backlash mischte sich auch 50 Cent ein, jedoch nur aus dem abstrusen Grund, dass er Halle Berry dann nicht mehr attraktiv finden könnte. Das ist nun die zweite äußerst unpassende Bemerkung von Fifty in den letzten Tagen.

Warum Halle Berry keinen Trans-Mann spielen soll

Halle Berrys Ankündigung für einen kommenden Film einen Trans-Mann zu spielen, traf vielerorts auf Missmut. Befeuert wurde dieser dann dadurch, dass sie in einem Interview den zu spielenden Charakter mit dem falschen Pronomen beschrieb. Nach ein wenig Bedenkzeit verkündete Berry, die Rolle doch nicht anzunehmen, auch um Platz für Transgender-Schauspieler zu machen.

50 Cent konnte es sich nicht verkneifen, einen Kommentar zu der Situation abzulassen. Er hatte auch ein Problem damit, dass Halle Berry einen Trans-Mann spielen wollte. Allerdings rührte seine Empörung daher, dass es ihm dann von nun an nicht mehr möglich sei, Halle Berry attraktiv zu finden. Als Antwort auf Halle Berrys Ankündigung postete er:

"Oh my God, so if I still think your beautiful. I’m gay ass a MF. No. Next Idea LOL".

Und das, obwohl er mal so ein Fan von ihr war:

"Man what if Halle Berry was my next baby moms?/
Shit I'd give that child support up with no problems"
(50 Cent auf What If)

Es ist nicht das erste Mal, dass Fifty sich unangemessen gegenüber Transgender-Menschen äußerte. Erst letztes Jahr machte er sich auf transfeindliche Weise über das ehemalige G-Unit-Mitglied Young Buck lustig, da dieser angeblich in einer Beziehung mit einer Trans-Frau war.

50 Cent und die Damenwelt

Nicht nur mit seinem unnötigen Kommentar zu Halle Berry setzte sich der „Power“-Star in die Nesseln. Zwei Tage zuvor war er in Lil Waynes Interview-Show "Young Money Radio" zu Gast und äußerte sich dort zum angeblichen Verhalten von Schwarzen Frauen.

"Die werden genervt. Die werden sauer. Du siehst viele Schwestern, die sagen: "Du bist mit solchen oder solchen Frauen unterwegs?" Die sind exotisch! Die sehen ganz anders aus, als die, die du in der Nachbarschaft siehst. Die sehen aus, als wären die vom Boot gekommen."

("They get mad. They get angry. You see a lot of sisters go: 'You f*ck with this kind of girl and that kind of girl?' That sh*t is exotic! That sh*t look a lot different than the shit you see in the neighborhood all of the time. That sh*t look like it came off a boat.")

Viele Frauen fühlten sich durch 50s Kommentare angegriffen, darunter scheinbar auch die Tochter von Lil Wayne. Regina Carter machte sich auf Twitter Luft und verfasste einen Tweet, der an Fifty gerichtet zu sein scheint – auch wenn sie ihn nicht erwähnt.

50 Cent zeigte sich hingegen gänzlich unbeeindruckt. Er repostete das Video von The Shade Room und erklärte, dass er sich nicht entschuldigen wolle und zu dem stehen würde, was er gesagt habe.

Es bleibt zu hoffen, dass seine Freundin Cuban Linx ein klärendes Gespräch mit Fifty über Fetischismus und Exotismus führt. Auf Insta kündigte sie immerhin schon an: "...don’t worry ladies, I already knocked him upside his big ass head".

50 Cent mit Rundumschlag: Diss gegen Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO

50 Cent wird einfach nicht müde, seine Rolle als Provokateur zu spielen. In einer weiteren Episode des Young Money Radio mit Lil Wayne ist es Fifty nun gelungen, mit ein paar knappen Ausführungen gleichzeitig gegen Meek Mill, Rick Ross und die First Lady von Roc Nation auszuteilen.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!