T.I. vergleicht sich mit 2Pac – wie kommt er darauf?

2Pac ist unbestritten eine der größten Ikonen der Hiphop-Geschichte. Ein Vergleich mit Pac ist auch immer ein Vergleich mit einem der wohl einflussreichsten Rapper aller Zeiten.

Südstaaten-Rapper T.I. hat sich dennoch darauf eingelassen und stellt auf Instagram folgende These auf:

"Egal, wie du es drehst ...Ich bin der Beste, in dem was ich tue ... unmöglich nachzuahmen ... akzeptiere keinen Ersatz!!! Wenn ihr fertig mit dem Schwachsinn seid ... sagt mir: Wer hat sich seit 2Pac in der Musik, beim Business und in anderen Bereichen so beständig gezeigt? Ich werde warten ..."

T.I. vs. 2Pac: Warum der Vergleich?

Zu Lebzeiten war 2Pac nicht nur ein schwer erfolgreicher Musiker, sondern auch politischer Aktivist und Schauspieler. Sein Wirken reichte weit über die Musik hinaus – er war ein Multitalent. An diesem Punkt setzt T.I. an. Er sieht in sich weitaus mehr als einen Rapstar.

Da beide Artists jedoch primär über ihre Musik zu Ruhm gelangt sind, schauen wir zunächst auf den Output. 2Pac hat bis heute weltweit über 75 Millionen Alben verkauft. Alle seine Releases waren kommerzielle Erfolge. Nach seinem tragischen Tod am 13. September 1996 wuchs 2Pac zu einem Mythos an.

T.I. hat zwar bei Weitem nicht so viele Alben wie 2Pac verkauft, aber kann auf eine Diskografie mit mehreren Gold- und Platin-Releases zurückblicken. Seine letzten beiden Alben "Paper Work" und "Dime Trap" reichten allerdings nicht an die Verkaufszahlen früherer Veröffentlichungen heran. "Dime Trap" aus dem Jahr 2018 schaffte es nicht mehr, in den Top 10 der Billboard-Charts zu landen. In diesem Bereich ist ein gewisser Abwärtstrend kaum von der Hand zu weisen.

Da T.I. von "Businesses" spricht, sollen auch seine Geschäfte beleuchtet werden. Hier hat T.I. einiges vorzuweisen. In einem Interview mit dem Magazin Black Enterprise erklärt der Rapper, warum er sich als "Grand Hustler" begreift.

T.I. der Geschäftsmann & Schauspieler

Mit Grand Hustle Records führt er ein Independent-Label, bei dem diverse Künstler wie 5ive Mics oder Trae Tha Truth unter Vertrag stehen. Zudem hat er mit Grand Hustle Tech in verschiedene Startups im Raum Atlanta investiert. Außerdem ist er Mitbegründer der Fashion-Brand A.K.O.O.. Das Akronym "A.K.O.O." kürzt dabei "A King Of Oneself" ab. In den Neunzigern waren die Vermarktungsmöglichkeiten für Rap noch andere. 2Pac trat hier mehr als Trendsetter in Erscheinung. Die Streetwear-Marke Thug Life ist von ihm inspiriert und auch Karl Kani wurde dank 2Pac zur urbanen Hype-Brand.

Zurück zu T.I.: Er zeigt sich im Immobilienbereich aktiv. Unter dem Motto "Buy Back The Block" hilft er, seine alte Hood vor dem Verfall zu bewahren und demonstriert soziales Engagement. 2Pacs Bestimmung zum politischen Aktivisten ist direkt in seinem Namen verankert. Dieser ist schließlich eine Anspielung auf den Freiheitskämpfer Túpac Amaru II. Zudem gründete er Stiftungen und kümmerte sich um die Belange hilfsbedürftiger Kids.

T.I. dürfte einigen Kindern durch Fernsehshows aufgefallen sein. Seine Firma Grand Hustle Productions war zum Beispiel für "The Grand Hustle" verantwortlich. Dort traten 16 Teilnehmer an, um für ein sechsstelliges Jahresgehalt unter dem Chef T.I zu kämpfen. Bei der Castingshow "Rhythm + Flow", die 2019 auf Netflix anlaufen soll, ist er an der Seite von Cardi B und Chance The Rapper als Juror zu sehen.

Seine Vita als Schauspieler liest sich beeindruckend. Seit 2005 war er an einigen großen Produktionen beteiligt. Neben Marvel-Filmen wie "Ant-Man" und der Fortsetzung "Ant-Man And The Wesp" stehen auch Auftritte in TV-Serien wie "House of Lies" und "Hawaii Five-0" zu Buche.

Bei einem Blick auf die Rollen, die er dort verkörpert, wackelt das Bild eines erfolgsverwöhnten Schauspielers. In "Ant-Man" spielt er den Freund eines guten Freundes des eigentlichen Hauptdarstellers. 2Pacs Ausflüge in die Schauspielerei sind von einem anderen Kaliber. In Filmen wie "Poetic Justice", "City War" oder "Above The Rim" ist Pac in tragenden Rollen zu sehen.

T.I. betrachtet auch Jay-Z nicht als Konkurrenz

Ein Fan liefert eine Antwort auf die Frage, wer neben 2Pac und T.I. noch auf ähnlichen vielen Feldern durchweg erfolgreich sei: Jay-Z. Doch auch Mr. Carter befindet sich laut T.I. nicht auf dem gleichen Level. Der Ehemann von Beyoncé hätte keine eindrucksvollen Filmrollen vorzuweisen.

Trotzdem bringt T.I. ebenso seinen Respekt zum Ausdruck. Er bezeichnet den Kollegen als "Goat" (Greatest Of All Time). Selbst wenn der Vergleich zu 2Pac an vielen Stellen hinkt, ist die Dimension des Hustles von T.I. nicht kleinzureden. Auch ohne die ganz große musikalische Präsenz in den vergangenen Jahren hat er sich ein eigenes Imperium geschaffen. Die Gegenüberstellung mit einer der strahlendsten Figuren des Hiphops überhaupt entspringt wohl dem typisch amerikanischen Selbstbewusstsein.

Am Ende des Tages ist T.I. auch Fan von 2Pac. Hier zollt er Pac bei dessen Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame Tribut:

Keep Ya Head Up - 2017 Rock & Roll Hall of Fame (Produced by DJ Daryl)

T. I. performs Keep Ya Head Up at the Rock & Roll Hall of Fame induction ceremony for 2pac.

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Verharmlosung von Suizid? Burberry erntet Shitstorm

Verharmlosung von Suizid? Burberry erntet Shitstorm

Von David Büchler am 21.02.2019 - 14:48

Luxusmarken erfreuen sich weltweit größter Beliebtheit unter Acts der Hiphopszene. Doch nun ist es erneut zu einem Boykottaufruf gegen eines der renommiertesten Luxuslabels der Fashionszene gekommen. T.I. ruft dazu auf, Burberry zu boykottieren. Auslöser war ein Hoodie, der statt mit dem üblichen Kordelzug, mit dem die Kapuze fixiert werden kann, mit einer Schlinge ausgestattet worden war.

Die um den Hals hängende Kordel erinnerte einige an einen Strick und brachte Burberry die Kritik ein, unsensibel mit suizidalen Menschen oder mit Hinterbliebenen suizidaler Todesopfer umzugehen. Burberry bezeichnete den Hoodie mittlerweile zwar als Fehler, hatte Kritik eines Models im Vorfeld aber offenbar ignoriert.

Nach Gucci, Prada & Moncler: T.I. ruft zum Burberry-Boykott auf

Erst kürzlich hatten T.I. und einige andere Rapper zum Boykott gegen Gucci aufgerufen. Es ging um einen Pullover, durch den viele rassistische Stereotype reproduziert sahen. Außerdem wurden Moncler wegen einer Jacke und Prada aufgrund einer Handtasche mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. T.I. erntete Zustimmung - Gucci nahm den Artikel aus dem Sortiment. 

Auf der Pariser Fashionweek präsentierte Burberry vor wenigen Tagen einen Pullover, der aus Sicht T.I.s erneut problematische Assoziationen weckt. Burberry ist jetzt auch auf der Liste der Brands, die T.I. boykottiert. Er ruft auch andere dazu auf und glaubt nicht an einen Zufall:

Bewusste Provokation? Burberry ignorierte die Bedenken im Vorfeld

T.I. glaubt bei der Häufung der Skandale offenbar an eine Strategie der Brands, die auf Provokation setzt und auf Kosten diskriminierter Menschen oder mit Themen wie Suizid Öffentlichkeit erreichen wollen. Ob es tatsächlich eine kalkulierte Strategie ist, oder  an den entscheidenden Stellen nur Menschen sitzen, die mit solchen Themen sehr unbewusst umgehen, ist schwer zu sagen. Die Kritik eines Models bügelte Burberry im Vorfeld allerdings ab.

Liz Kennedy lief bei der Show in Paris auf dem Laufsteg für Burberry. Sie trug das Stück zwar nicht, sah es im Vorfeld jedoch. In ihrer eigenen Familie machte sie die Erfahrung eines Suizids im direkten persönlichen Umfeld. Als sie im Umfeld der Show jemanden darauf aufmerksam machte, bekam sie Folgendes zu hören:

Das ist Mode. Niemand interessiert sich für das, was in deinem Privatleben vor sich geht, also behalte es einfach für dich. 

Liz Kennedy konnte - so berichtet sie - es nicht glauben, dass niemandem die an einen Strick erinnernde Kordel im Vorfeld auffiel. Sie erzählt zudem, dass bei den Vorbereitungen der Show einer der Pullover sogar an die Decke gehangen worden sei, um zu testen, wie man die Kordelkonstruktion am besten binden könnte. Dabei hätten alle Umstehenden gelacht. 

Das Model richtete sich in einem ausführlichen Statement an Burberry und die Öffentlichkeit:



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@burberry @riccardotisci17 Suicide is not fashion. It is not glamorous nor edgy and since this show is dedicated to the youth expressing their voice, here I go. Riccardo Tisci and everyone at Burberry it is beyond me how you could let a look resembling a noose hanging from a neck out on the runway. How could anyone overlook this and think it would be okay to do this especially in a line dedicated to young girls and youth. The impressionable youth. Not to mention the rising suicide rates world wide. Let’s not forget about the horrifying history of lynching either. There are hundreds of ways to tie a rope and they chose to tie it like a noose completely ignoring the fact that it was hanging around a neck. A massive brand like Burberry who is typically considered commercial and classy should not have overlooked such an obvious resemblance. I left my fitting extremely triggered after seeing this look (even though I did not wear it myself). Feeling as though I was right back where I was when I was going through an experience with suicide in my family. Also to add in they briefly hung one from the ceiling (trying to figure out the knot) and were laughing about it in the dressing room. I had asked to speak to someone about it but the only thing I was told to do was to write a letter. I had a brief conversation with someone but all that it entailed was “it’s fashion. Nobody cares about what’s going on in your personal life so just keep it to yourself” well I’m sorry but this is an issue bigger than myself. The issue is not about me being upset, there is a bigger picture here of what fashion turns a blind eye to or does to gain publicity. A look so ignorantly put together and a situation so poorly handled. I am ashamed to have been apart of the show. #burberry. I did not post this to disrespect the designer or the brand but to simply express an issue I feel very passionate about.

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Burberry entschuldigt sich perönlich & öffentlich

Mittlerweile hat das britische Unternehmen Burberry reagiert. In Statements gegenüber Highsnobiety äußerten sich der CEO Marco Gobbetti und der für das Design verantwortliche Riccardo Tisci.

Gobbetti gab an, mit Kennedy gesprochen zu haben. Er habe sich bei ihr entschudigt und dafür gesorgt, dass der Hoodie und alle Bilder entfernt worden seien. 

Wir bedauern zutiefst den Ärger, der durch eines der Produkte verursacht wurde, die Teil unserer Kollektion waren. Ich habe Frau Kennedy angerufen, um mich zu entschuldigen, als ich am Montag davon erfuhr. Wir haben das Produkt und alle Bilder sofort entfernt. 

In einem separaten Statement äußerte sich Tisci, der für das Design verantwortlich gewesen war. Er entschuldigte sich ebenfalls und erklärte, wie es zu dem Design kam und welche Idee dahintersteckte:

[...] Obwohl das Design von der Seefahrt inspiriert war, habe ich nun bermerkt, dass es unsensibel war. Es war nie meine Absicht, jemanden zu verärgern. Es spiegelt weder meine Werte noch die von Burberry wider [...].

Luxusmarken sehen sich vermehrt der Kritik durch Hiphop ausgesetzt

Tatsächlich wurde im September des vergangenen Jahres bekannt, dass die Selbstmordraten unter Teenagern zwischen 15 und 19 Jahren in Wales und England zugenommen hatten. Vor diesem Hintergrund war es sicher ein unsensibel, das Kleidungsstück herauszubringen und nicht einmal auf Drängen eines Models hin zu reagieren.

In einer Zeit, in der Luxusmarken im Rap mehr als etabliert sind, profitieren die Brands zwar von der kostenlosen Werbung, die Hiphop-Acts für die Labels machen, allerdings bewegen diese Rapperinnen und Rapper und die jeweiligen Fans sich eben auch in einem anderen Umfeld als die klassische Kundschaft der teuren Marken. 

Häufig entstammen weltweit bekannte Acts aus einem Milieu, in dem sie selbst Opfer von Diskriminierung wurden oder andere prägende und teils tragische Erfahrungen machen mussten. Vor diesem Hintergund macht es Sinn, dass sie einen anderen Blick auf gewisse Themen haben als die gewöhnliche Kundschaft der Marken.


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