Gzuz: Alle Knast-Lines auf "Grosse Freiheit"

Auf Gzuz könnte erneut eine Gefängnisstrafe warten. Wie die Sache ausgeht, entscheidet demnächst ein Berufungsverfahren vor dem Landgericht Hamburg. Das neue Album des 187ers lässt sich daher auch als Momentaufnahme sehen. Gzuz feiert die "Grosse Freiheit", bevor er womöglich wieder einsitzen muss. Was hat der Hamburger über die drohende Zeit hinter Gittern auf seinen Tracks zu sagen?

"Grosse Freiheit": Gzuz rappt über das Gefängnis

In einigen Songs schwirrt das Szenario einer Freiheitsstrafe umher. Bereits von 2010 bis 2013 saß Gzuz in Haft. Nun besteht die Möglichkeit, dass er erneut vorübergehend von der Bildfläche verschwinden muss. Die Verurteilung in erster Instanz wegen Drogenbesitzes, Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Waffengesetz empfand Gzuz als "bisschen happig". Die Berufungsverfahren soll laut SHZ am 17. Januar 2022 starten. Dem Worst-Case begegnet Gzuz auf "Grosse Freiheit" mit diversen Zeilen.

"Gzuz frei, kein Knast"

Direkt im Intro "Free Gzuz" bezieht sich der Hamburger auf das Prinzip der Unschuldsvermutung. Auch vertraut er bei der Entscheidungsfindung vor Gericht offenbar auf Gott. Der bekannte Slogan "Free Gzuz" ist natürlich auch Programm. Dem Staat fällt die Rolle als Party-Crasher zu.

"Unschuldig, beweis das Gegenteil / Free Gzuz! Free Gzuz! /
So Gott will, ich geh' nicht rein"

"Die Presse will sich jetzt an Gazi vergreifen /
Der Staat will, dass ich keine Partys mehr schmeiße"

Auf "Späti" feiert Gzuz das Leben vor dem Kiosk. Er lebt den Augenblick und bricht seine Zukunftswünsche auf eine simple Formel herunter: "Gzuz frei, kein Knast".

"Komm' nicht mit Fahrrad, aber mit Yamaha /
Und wer mich volllabert, kriegt eine gewischt /
Gzuz frei, kein Knast (ha)"

Kurz vorm Ende des Albums zweifelt Gzuz auf "Wenn ich will" an, dass er sich durch eine weitere Knast-Episode nachhaltig verändern würde.

"Guck, der Haftrichter will, dass ich Knast geh' und chill' /
Als ob das etwas hilft, Spast, was für ein Film?"

Gzuz spricht als Vater

Ein Track sticht auf "Grosse Freiheit" deutlich heraus. Bei "Kein Plan" sind die Party-Exzesse kurz vergessen. Gzuz rappt hier aus der Vaterrolle. Er überlegt, wie er dem Nachwuchs vermitteln kann, dass er eventuell eine längere Zeit nicht da sein kann.

"Wie soll's ich's dir beibringen? / Dass vor dem Haus Polizei steht /
Dass ich vielleicht wieder mal rein geh' / Wie soll ich's dir beibringen?"

Auch plant Gzuz, sich dauerhaft von der Kriminalität fernzuhalten. Dieses Vorhaben hatte Gzuz im Herbst 2021 bereits thematisiert, indem er auf Social Media schrieb, dass er den "Absprung" aus seinem "alten Leben" bewerkstelligen wolle.

"Ich brech' mit der Vergangenheit, dass du eine Zukunft hast /
Dass du etwas Gutes schaffst / ich hoff, ich seh' nie wieder Untersuchungshaft"

Gzuz  vor Gericht

Vor einem Gefängnisaufenthalt des 187ers stehen noch Gerichtstermine. "Montag" ist scheinbar nicht der beste Verhandlungstag – insofern man Gzuz fit erleben möchte.

"Durchaus schon mal vorgekomm'n /
Dass ich zu Gericht getorkelt komm'"

Vor Gericht rät Gzuz, sich eher wortkarg zu geben ("Skimaske"). Das hat in der Vergangenheit bei seinen eigenen Verhandlungen nicht immer geklappt.

"Hier hat nur das Wort Gewicht, also kein Wort vor Gericht /
Und bevor dich ein Cop erwischt, zieh die Maske vors Gesicht"

Auf dem abschließenden Track des Albums geht es um die 187-Familie. In diesem Umfeld wird die Zeit schon mal knapp.

"Die Roli sagt mir, keine Zeit fürs Gericht /
Du willst 'ne Uhr? Mach mal Dreißiger fit"

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