Doubletime-Wahn: Wie eine Rap-Challenge YouTube rasiert

YouTube-Überinfluencerin Dagi Bee tut es. Kollegah und Eminem können es. Gefühlt jeder macht es. Doubletime-Rap ist die neue Ice Bucket Challenge (nur dass bei diesem neuen Phänomen keine Spenden gesammelt werden). Die Trends bei YouTube sind voller "X-Worte-in-einer-Minute-Rap"-Clips von jungen Spittern, die mit Musik mal mehr und mal weniger zu tun haben. Wir haben hier mal die ambitioniertesten Versuche zusammengestellt.

Die 300 Worte-Challenge

Mit Rezo ist die Sache hierzulande wohl ins Rollen gekommen. Der Nachbar von JulienBam flext sich souverän durch seinen Vortrag. Er nominiert am Ende seines Raps drei Personen, die es ihm gleichtun sollen und (Achtung Spoiler!) alle kommen dem nach.

Simon Will macht gemeinsame Sache mit seinem Rap-Pseudonym Willboy und zieht als vermeintliches Duo durch.

Den Teilnehmer Dangery hält es im Halbdunkel des Zimmers. Die Shades bleiben trotzdem am Start. Auffällig ist, dass die Jungs ausschließlich über Trap-Instrumentals rappen.

2Bough bildet hier keine Ausnahme. Der YouTuber, der selbst einige Rapper wie beispielsweise Baba Saad oder Esta produziert hat und mitunter die musikalischen Ausflüge der Konkurrenz bewertet, bleibt locker easy unter der geforderten Marke.

Eine ziemlich auffällige Person in der YouTuber-Szene ist Lil Lano. In Grundzügen erinnert sehr viel in den Videos des Braids-Trägers an die Anfänge von Money Boy. In allen Videobeschreibungen wird auf ein "Kunstprojekt" verwiesen. Wer sich ein paar mehr Videos des Leaders der AnanasSquad ansieht, verliert schnell den glauben daran. Auch der Counter läuft eher asynchron.

Die 400 Worte-Challenge

Nach 300 Worten folgt die 400 Worte-Challenge. Auch hier ist Simon Will beziehungsweise Willboy wieder ganz vorne mit dabei.

Kollege MiZeb macht das Ganze relativ entspannt im Sitzen.

Challenge-Teilnehmer Oskar ist erst 16 Jahre alt und scheint der Aufgabe dennoch gewachsen.

Die Herkunft

Seinen Ursprung hat die Challenge wohl bei Mac Lethal, der des Öfteren sein Talent für besondere Rap-Videos beweist. Auch die internationalen YouTuber Roomie, Andrew Huang und Dave werden von Rezo als Vorbilder genannt.

Was allerdings zum Teil nebulös bleibt, sind die Umstände der Aufnahmen. Wie viel Anläufe die Jungs gebraucht haben, um ihre Rap-Skills derart in Szene setzen zu können oder wie stark die Videos nachbearbeitet worden sind, lässt sich nur erahnen. Nichtsdestotrotz drängt eine Generation, die mit Eminem und und Kollegah aufgewachsen ist, ans Mic.

Rap erreicht ein immer größeres Mainstream-Publikum und so ist es kaum verwunderlich, dass sich die Teenie-Helden musikalisch ausprobieren. Zwischen der heimischen Aufnahme für die wartenden Abonnenten und dem Abliefern bei einer Live-Performance besteht jedoch ein gewaltiger Unterschied. Die Kluft zwischen Rapper und Rap-Challenge-Teilnehmer wird dieser aktuelle Schwall von Doubletime-Parts keineswegs einebnen.

Aber apropos Eminem: Wenn es um das Raushauen von möglichst vielen Silben in möglichst wenig Zeit geht, kommt niemand um den "Rap God" höchstselbst herum. Hier nochmal der Beweis, warum Marshall Mathers als einer der größten Wortakrobaten ever in die Geschichte eingehen wird:

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Kommentare

Wow wie mega cool krass crazy trendy ist das denn bitte?

Twista & Busta kommen ran. Aber Eminem´s Rapgod Status alleine mit der Anzahl der Silben in "Rap God" zu reduzieren, spricht mal wieder Bände für die Art des Journalismus die hier Betrieben wird. Wie schonmal erwähnt: Hype vor Content.....
Eminem´s Skills, brillantes storytelling mit einer unvorstellbaren Menge an komplex geschichteten Reimstrukturen zu verbinden, machen ihn zum Gott. Von seinen live Fähigkeiten mal ganz zu schweigen. Augen weniger auf Klicks, Endreime und Kontostand der Rapper, dann klappts auch mit dem Ernst nehmen eurer Arbeit.
Der Artikel ist so irrelevant (weil reine linkliste an bereits bestehendem Hype) und unkritisch/inkompetent. Redundanz sein Opa. Überleg mal ganz scharf, warum hauptsächlich Trap Instrumentals genommen wurden.
Die debile Analyse, dass Kids, die mit Eminem & Kollegah (stark, die in einem Atemzug zu nennen...) aufgewachsen sind, ans Mix drängen schiesst den Vogel der Inkompetenz komplett ab.
6ix9ine & Migos Idioten, denen sämtliche Skills fehlen, die Eminem & co auszeichen, die Inhalt, Performance, Flow und Reimtechnik wieder auf ein Primaten Level senken, drängen ans Mikro.
Wenn überhaupt, ist Kollegah die *********** von Eminem, die immer noch off beat rappt (Reimtechnik sitzt - zugegeben). Ihr verbringt zuviel Zeit die Algorithmen auszutricksen und Schimpfwörter aus YouTube Videos zu schneiden....

und keiner erwähnt Bruno Betti typisch HipHop.de von HipHop keine Ahnung

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Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Von Alina Amin am 28.04.2021 - 15:00

Maestro hat am gestrigen Abend seine Reichweite genutzt, um ein Video zu besprechen, das seit einigen Tagen im Internet kursiert. In dem kurzen Clip wird eine Szene aus einer Erfurter Straßenbahn gezeigt, in der ein 40-jähriger Mann einen syrischen Jugendlichen aufs Übelste rassistisch angeht und gewalttätig wird. Der Vorfall ist über den letzten Tag viral gegangen und wird inzwischen von zahlreichen Medienportalen aufgegriffen. Maestro hat sich in einem etwa zehn Minuten langen YouTube-Video zu dem Vorfall geäußert. Die Message ist klar: "Man darf nicht wegschauen".

Maestro will auf rassistischen Übergriff in Erfurt aufmerksam machen

Zunächst erklärt der YouTuber und Rapper, was in dem Video überhaupt passiert ist. So habe der Mann den Jugendlichen erst angefangen, rassistisch zu beleidigen und ist dann dazu übergegangen, den Jungen anzuspucken. Sodann trat er ihm mehrere Male ins Gesicht. Das Opfer reagierte während des ganzen Überfalls nicht. 

Maestro stellt zunächst das Offensichtliche klar: Was in Erfurt passiert ist, ist absolut ekelhaft. Sodann erklärt er, dass solche Übergriffe Ergebnis von dem Schubladendenken und den Kategorisierungen sind, die in der Deutschen Gesellschaft vorherrschen.

"Wieso zieht ihr Linien und Grenzen? Haben wir nicht genug gelernt von der Geschichte? Dass Mauern ziehen und Linien ziehen und niemals Frieden und Segen mit sich bringt?"

Im Anschluss darauf bezieht er sich konkret auf die Aussage des Täters im Video, der erklärt, dass Deutschland sein Land sei und auch auf das Denken von denjenigen, die der Meinung seien Menschen mit Migrationshintergrund sollen in ihr Herkunftsland zurück.

"Das ist nicht dein Land. Das ist unser Land"

Auch über Zivilcourage und Solidarität spricht er. Zunächst stellt Maestro diejenigen zur Rede, die sich für ihre eigenen Familienmitglieder oder Freunde einsetzen würden, aber nicht für Fremde – insbesondere, wenn diese Fremden Migrationshintergrund haben. Er kritisiert, dass man sich in der Gesellschaft an denjenigen bereichern würde, die unliebsame Jobs verrichten, diese aber nie als richtigen Teil der Gemeinschaft sehe.

Um Integration ginge es vielen Rassisten dabei nicht. So erklärt Maestro, wie er selbst ein Positivbeispiel für Integration sei und dennoch tagtäglich rassistischen Anfeindungen zum Opfer fiele. Auch in seinem Alltag wirke sich dies aus: So könne er nicht mal eine Wohnung finden.

Abschließend zweifelt er die Zivilcourage der Gesellschaft an und und stellt klar: 

"Jeder der zugut und sich denkt ja, ist passiert ist Mitschuld."

Er fordert seine Zuschauer dazu auf, sich für andere einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen. Am Ende sei man immerhin eine Gemeinschaft. Man dürfe nicht weggucken – egal worum es geht. 

TW: Gewalt 

Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Mann festgenommen

Bei dem Video handelt es sich um Geschehnisse vom vergangenen Freitag. Durch die Videoaufnahmen und Zeugenaussagen der weiteren Insassen der Bahn konnte der Mann zügig identifiziert werden. Nach dem Übergriff gelang dem Mann zunächst die Flucht. Am Montag soll er dann festgenommen worden sein. Ihm werden gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Er ist der laut der Polizei als Drogenkonsument sowie wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt. 


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