Kerl lässt sich Big Shaq-Tattoo stechen: Die Macht der Memes in unserem Alltag

"THE TING GOES SKRRRAH!" Wer den viralen Hit von Biq Shaq kennt, wird diese Zeile unweigerlich in seinem Kopf vervollständigt haben. Es ist ein weitverbreitetes Phänomen in den Weiten des Internets. Memes sind zu einem alltäglichen Kommunikationsmittel geworden und prägen mittlerweile eine gesamte Jugendkultur.

Fängst du erstmal an, Man's Not Hot nachzuspitten, wirst du innerhalb weniger Sekunden nicht der Einzige bleiben. Die Melodie und der Text wirken, als könnten sie von einem Gehirn zum nächsten springen. Und genau das spiegelt wider, was aktuell mit sämtlichen Videos, Bildern und Phrasen im World Wide Web passiert. Nur dass es eben nicht dort bleibt. Durch Likes, Shares, Retweets und Mundpropaganda werden einst kleine Begebenheiten ganz groß. So groß, dass sie einen nachhaltigen Einfluss auf unseren Alltag haben. 

Tupac-Tattoos à la "Only God Can Judge Me" waren gestern. Seit Memes "a thing" sind, lässt man sich auch mal Big Shaq-Lyrics oder einen zu Hotline Bling tanzenden Drake  stechen. 

Callum Glover - tattooist

The ting goes skrrrahh, if you know you know. I got to do this today, had me laughing to myself all the way through. I have space tomorrow if you'd like to get tattooed, it'll be my last day in...

Hotline Bling @champagnepapi on my brother @klamanistattoo !! #london#drake #draketattoo #hotlinebilng #hotlineblingtattoo #tattoo #neotrad #neotraditional #uktta #neotradsub #design #sketch #swag #trap #night #saturday

7,303 Likes, 2,666 Comments - A L E X R O Z E (@alexrozetattooer) on Instagram: "Hotline Bling @champagnepapi on my brother @klamanistattoo !! #london#drake #draketattoo..."

Körpereinschreibungen basieren meist auf persönlichen Entscheidungen. Dennoch gibt es genauso Beispiele für Memes, die nicht nur den eigenen Körper, sondern eine gesamte Kultur prägten und ihren kleinen, aber feinen Beitrag zur Musikgeschichte leisten konnten. 

2017 längst kein Einzelfall mehr

Rae Sremmurd und Gucci Mane durften sich Ende vergangenen Jahres mit ihrer Single Black Beatles über eine Nummer 1-Chartplatzierung freuen, die sie der "Mannequin-Challenge" zu verdanken hatten. Dabei war die Aufgabe relativ simpel: In einer großen Gruppe so lange zum dem Song in der gleichen Schaufensterpuppen-artigen Position zu verharren, bis der Refrain eingespielt wird. Und sich dabei selbstverständlich filmen zu lassen. Nicht nur prominente Rapper-Persönlichkeiten wie 2 Chainz, French Montana, Drake, Post Malone und viele weitere machten mit. Die kulturelle Bewegung ging sogar so weit, dass sich die ehemalige US-amerikanische First Lady Hillary Clinton von ihr mitziehen ließ.

Das Gesicht des Battle-Rappers Conceited dürfte mittlerweile auch jeder kennen. Während eines Matchups, das bereits 2009 stattfand, fing die Kamera seinen skeptischen "You f*cked up"-Blick ein. Grund für den Gesichtsausdruck war das Herumgefuchtel seines Gegners. In etlichen Memes wurde Conceiteds Momentaufnahme zweckentfremdet und dadurch zu einem Running Gag.

BEK . on Twitter

My Mirror: *Oh, you fine as shit. Never looked better* iPhone Camera: https://t.co/lhOVsXbXoA

Trap. on Twitter

Me in the past: graduate college in 4 years at 21, have a career and make 6 figures by 24. Me in the present:

Mehr als nur kleine Jokes

Diese und weitere Aktionen aus sozialen Medien heben so sehr ab, dass man sie unmöglich ignorieren kann. Sie sind eine neue Form des Humors, der Meinungsbeeinflussung und enthalten teilweise sogar politische Statements. Daher werden sie mit fortschreitender Zeit vielfältiger verwendet und bewegen sich immer weiter weg vom Untergrund. Ursprüngliche Insider-Witze werden teils zu einer Einheit, um komplexe Sachverhalte zu erklären. Während Statistik-Professoren mittlerweile sogar Unterschiede zwischen Korrelation und Kausalität mit Memes lehren, besprechen Jugendliche sie schön längst mit ihren Freunden aus der ganzen Welt und teilen sie fleißig auf sämtlichen sozialen Plattformen. Oder lassen sie sich eben unter die Haut gehen. 

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Xatar mit großem Statement & Szenekritik nach Bericht über gekaufte Klicks & Streams

Xatar mit großem Statement & Szenekritik nach Bericht über gekaufte Klicks & Streams

Von Michael Rubach am 25.05.2019 - 12:54

Xatar hat mit einem Video-Statement auf einen Bericht über Klickkäufe und Fake-Streams geantwortet. Dabei kritisiert er auch den Umgang von etablierten Rappern wie Samy Deluxe und Fler mit der Berichterstattung. Vor allem Xatars Künstler Mero und Sero El Mero sowie das Label Groove Attack TraX wurden in der Doku "Der Rap Hack: Kauf Dich in die Charts! Wie Klickzahlen manipuliert werden" in die Nähe angeblicher Manipulationen gerückt.

Mero oder Sero El Mero im Visier: Xatar fehlen die Beweise

AON-Chef Xatar erklärt den Erfolg seiner Artists Mero und Sero El Mero mit einem natürlichen Hype. Es sei nie von ihm oder seitens des Labels in irgendeiner Weise manipuliert worden.

"Freunde, akzeptiert eine Sache: Mero hat alles rasiert, wird - so Gott will - weiter rasieren. Sero El Mero rasiert gerade alles und es wurde[n] noch nie von uns [...] Fake-Streams oder Fake-Views gekauft."

Für falsche Klicks, Streams oder Views liefere die Dokumentation zudem keine Beweise, sondern mache nur Andeutungen, die immer wieder auf Mero und Sero El Mero abzielen. Nach Rücksprache mit der GfK (verantwortlich für die Charts) habe sich laut Xatar herausgestellt, dass von den 100.000 in der Doku gekauften Streams nur 6.000 gewertet worden seien. Zur Einordnung: Als Error281 hatte sich Reporter Ilhan Coskun an einen Selbstversuch gewagt, um darzulegen, dass eine Chart-Manipulation mit genügend Kapital in der Hinterhand relativ einfach möglich wäre. Sein Vorhaben scheiterte jedoch. Xatar führt dazu aus, dass bei dem Track des Reporters bezüglich der Spotify-Streams eine "Auffälligkeit festgestellt wurde" – also Kontrollmechanismen gegriffen haben.

Die Doku suggeriert außerdem, dass Aufrufzahlen junger Künstler unrealistisch seien. 250.000 YouTube-Klicks nach einem Tag auf das Video "Ohne Sinn" von Sero El Mero rufen dort Erstaunen hervor. Da die Dokumentation nun selbst nach weniger als zwei Tagen 650.000 Aufrufe gesammelt hat [Stand: 25.05.2019), wirkt die getroffene Einordnung eher unzutreffend. Xatar hat das Ganze bereits scherzhaft verarbeitet:

Xatar über die Aufrufzahlen der Doku
Foto:

Screenshot: www.instagram.com/xatar
Xatar über die Aufrufzahlen der Doku

Xatar erklärt die Erfolge von Mero & Co mit einem Generationswechsel

Xatar sieht die enormen Streaming- und Aufrufzahlen als Teil eines Generationswechsels in der deutschen Rapszene. Künstler wie Mero, Sero El Mero oder Fero47 seien dafür verantwortlich, dass Deutschrap gerade einen eigenen Style entwickelt. Die übermäßige Orientierung am Ausland falle immer mehr weg. Orientalische Elemente verbunden mit Doubletime-Passagen und Melodien finden demnach vermehrt Anklang bei einer jungen Hörerschaft.

"Diese Generation [Mero, Sero El Mero & Co; Anm. d. Red.] hat dafür gesorgt, dass Deutschrap zum ersten Mal einen eigenen Style hat."

Fler, Samy Deluxe & mehr: Xatar sieht Missgunst

Neben den Machern der Doku stellt Xatar auch das Verhalten deutscher Rapper und von Leuten aus der Industrie in Frage. Auf dem Insta-Profil von Samy Deluxe ist aktuell noch ein Video zu sehen, wo er "Ich kauf mir heut' ein paar Spotify-Streams" in die Kamera rappt und das Ganze als eventuellen Plan betitelt, um "die Karriere anzukurbeln".

Xatar sieht in solchen Videos den Erfolg seiner jungen Künstler herabgewürdigt. Auch an Chefket, der sich unter Samys Video amüsiert zeigt, richtet Xatar ein paar Worte. Vor Kurzem hatten sich Chefket und Xatar noch im Rahmen der Debatte um einen abgesagten Chefket-Auftritt bei der Klimaschutz-Bewegung Fridays For Future solidarisiert.

Xatar kritisiert Samy Deluxe und Chefket
Foto:

Screenshot: www.instagram.com/xatar

Fler hat die viel besprochene Doku ebenfalls nicht unkommentiert gelassen. Er teilte das Video auf Twitter und deutet gegenwärtig auf Instagram mit einer Zitatkarte an, dass nun die "Wahrheit" rausgekommen sei.

#machkeinauge #corleone

17.1k Likes, 2,601 Comments - FLER (@fler) on Instagram: "#machkeinauge #corleone"

Bereits in einigen Interviews verwies Fler auf das Phänomen gekaufter Klicks und Streams. Xatar empfindet dieses Verhalten des Berliners als respektlos. Jan Delay habe sich gemäß Xatar ähnlich geäußert. Gleichzeitig möchte der AON-Gründer seine Ansagen in Richtung anderer deutscher Rapper nicht als Hate verstanden wissen.

Xatar wünscht sich Respekt & den Dialog

Es ist vor allem die mangelnde Wertschätzung, die Xatar anmahnt. Die Macher der Funk-Doku lädt er daher nach Köln ein, um über die Vorwürfe zu sprechen. Unter dem Hashtag #machkeinauge ermuntert er zudem die Fans seiner Künstler, unter den Profilen der Kritiker für die junge Generation einzustehen. Wer bei den letzten Posts von Fler, Jan Delay oder Samy Deluxe nachschaut, sieht, dass #machkeinauge dort in den Kommentaren äußerst präsent ist.

Auch Groove Attack hat bereits auf die Doku reagiert und ein schriftliches Statement veröffentlicht:

Groove Attack reagiert auf Bericht über angeblich gekaufte Klicks & Streams

Groove Attack reagiert mit einem Statement auf die Behauptungen aus einem Bericht, dass bei Groove Attack-Künstlern wie Mero angeblich Klicks und Streams manipuliert worden seien. Der Vertrieb weist die Anschuldigungen von sich und erklärt, keinerlei derartige Manipulationen unternommen zu haben.

Xatar Stellungnahme könnt ihr hier komplett sehen:

XATAR on Instagram: "Gönnen können"

46.9k Likes, 2,842 Comments - XATAR (@xatar) on Instagram: "Gönnen können"


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