Autorencharts 2016: Das sind die 10 Highlights von Clark

2016 ist vorbei, alle haben ihre Jahresbestenlisten veröffentlicht. Alle? – Nein, die Hiphop.de-Redaktion will jetzt auch noch erklären, wen oder was sie im vergangenen Jahr warum gefeiert hat.

Herausgekommen sind dabei sieben hoffentlich interessante und abwechslungsreiche Listen, die wir in den kommenden Tagen vorstellen. Diese hier stammt von Clark aus der News-Redaktion.

10. MC Bomber – Predigt (Album)

Wieder kommt ein Berliner, um zu zeigen, wie man's richtig macht. MC Bomber ist praktisch der Gegenentwurf zu monatelangen, durchgeplanten Promophase und zu – wie lautet jetzt noch gleich der korrekte Begriff? – Kreuzworträtselrap.

Zwischen herrlich stumpfen Punchlines über seinen dicken Puller und Vulvas ("bist du eine prüde Sau, rat ich dir zu geh'n Bruder") in allen möglichen Konstellationen lässt der Berliner immer wieder fast schon philosophische Ansätze über das Low Life unter den Zombies der Großstadt durchblicken.

Mit seinem eigenwilligen Flow, seinem Humor, der Wortwahl und überhaupt dieser ganzen Zero-F**ks-Given-Attitude hebt der Berliner sich für mich derzeit vom Großteil der Rapper hier in Deutschland ab. Man merkt schon, warum er gerade bei Frauenarzts neuem Label Proletik gelandet ist.

Berliner Schnauze heißt: das Herz am rechten Fleck / es ist Medizin gegen Trap-Schmerztabletten-Rap

Soll nicht heißen, Trap ist kacke. Soll heißen, die boombap- und sample-lastigen Produktionen von KevBeats auf Predigt waren 2016 eine mehr als willkommene Abwechslung.

Persönliche Highlights: die großartigen Thementracks Kampfwespen (f**k Wespen!) und Das große Fressen (Aglio Olio ftw!). Einfach ein verdammt unterhaltsames, kurzweiliges Album, das dazu noch sehr angenehm zu hören ist, wenn man keine Wissenschaft aus Gülle auf den Takt quatschen macht.

9. Chima Ede (Rapper)

2016 war das Jahr der Newcomer (one for the Phrasenschwein). Trap, Melodien, Ohrwürmer, Hits – so einfach war die Formel oft. Nicht bei Chima Ede.

Der junge Berliner hatte keinen ausgewachsenen Internet-Hit wie andere Kollegen. Wäre schön gewesen, aber es geht auch ohne. Chima verpackt dafür umso mehr Inhalt in seinen Texten, ohne dabei Abstriche beim derzeit so gerne zitierten Vibe machen zu müssen.

Das erste Release 2016 hieß 2023 (Stream) und zeigte, dass der Rapper sowohl mit bösen Brechern als auch mit ruhigeren Trap-Songs voll mit seinen Homies von Immer Ready auf der Höhe ist.

Der richtige Knüller kam aber im Oktober. Chima hat mit Ghanaian Stallion einen starken Verbündeten gefunden, mit dem er direkt ein ganzes Release auf die Beine stellen konnte. Auch wenn solche Vergleiche eigentlich immer hinken: Principium (Stream) der beiden ist wie eine Light-Version von Regenmacher, Chima wie ein kleiner Megaloh.

Abwechslungsreich, musikalisch, Rapper durch und durch, kluge Texte – ja, Chima Ede MUSS einfach ein Teil von Deutschraps Zukunft sein.

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Die besten Deutschrap-Videos des Jahres 2019

Die besten Deutschrap-Videos des Jahres 2019

Von David Molke am 06.12.2019 - 18:01

Die Hiphop.de Awards 2019 befinden sich in vollem Gang. Das heißt, dass du noch bis zum 2. Januar 2020 für deine Favoriten des Jahres 2019 abstimmen kannst. Dabei gibt es wie jedes Jahr auch dieses Mal wieder die Kategorie zum Video des Jahres. Wenn du nicht alle gesehen haben solltest oder dein Gedächtnis auffrischen willst, welches Video das jetzt nochmal genau war, für das du stimmen wolltest: We got you covered. Hier findest du die Nominierten in der Kategorie Bestes Video National.

Welches ist das beste deutschsprachige Rap-Video 2019?

OG Keemo – 216 (dir. Breitband)

OG Keemo spielt eindeutig ganz weit vorn mit, wenn es um die Frage nach dem besten Rap-Video des Jahres 2019 geht. Das Video zu "216" von Breitband diente nicht nur als Vorbote zu "Geist", einem der besten Alben des Jahres, sondern thematisiert auch noch wichtige Themen wie Alltagsrassimus und den Umgang damit. Dass das Ganze auch noch extrem eindrücklich und bildgewaltig geschieht, macht das Video so wichtig.

Tarek – Kaputt wie ich (dir. OH MY)

Tarek K.I.Z geht mit Vorliebe dahin, wo es weh tut. Das gilt nicht nur für sein neuestes Video, in dem er einigen Nazis die Lampen ausknipst, sondern auch für das einzigartige Video zu "Kaputt wie ich" von OH MY, in dem wir Zeuge eines Autounfalls beziehungsweise von dessen Ergebnis werden. Wie so oft bei Tarek und K.I.Z ist das überhaupt Nichts für schwache Nerven, aber dafür umso eindrücklicher.

Max Herre ft. Fatoni, Megaloh, Sugar MMFK & Dirk von Lowtzow – Dunkles Kapitel (dir. Henrik Album)

Max Herre, Fatoni, Megaloh, Sugar MMFK, Dirk von Lowtzow und Regisseur Henrik Album liefern mit "Dunkles Kapitel" ein starkes Stück Kunst gegen den sich erneut in Deutschland ausbreitenden Faschismus. Das Video dazu dürfte eines der untypischsten Rap-Videos sein, die 2019 zu bieten hatte. Es gibt fast gar keine Kameraschwenks, was die Bilder noch beeindruckender und intensiver wirken lässt.

KALIM ft. Nimo – Bis um 3 (dir. MacDuke)

Im Kalim-, Nimo- und MacDuke-Video zu "Bis um 3" geht es extrem farbenfroh zu. Das liegt aber nicht nur an den Klamotten oder der Farbe, die aus den Feuerlöschern versprüht wird, sondern auch an den abgefahrenen Effekten, die hier äußerst kunstvoll eingesetzt werden.

SSIO – Hash Hash (dir. EASYdoesit)

SSIO meldet sich nach langen Jahren der Pause mit einem EASYdoesit-Video zu "Hash Hash" zurück, das es in sich hat. Zum Beispiel Xatar: Das AON-Oberhaupt taucht im ersten Video zum kommenden SSIO-Album "Messios" ebenfalls mehrfach auf. Dazu gibt es den gewohnten SSIO-Humor, viel sehr sehr buntes Treiben und eine mysteriöse Story rund um SSIOs Aktivitäten im asiatischen Ausland.

Bausa – Radio / Nacht (dir. Shoko Hara)

Bausas Splitvideo zu "Radio" und "Nacht" lebt von den Gegensätzen. Während es im ersten Teil sowohl inhaltlich als auch visuell eher ruhig und hell zugeht, sieht die Sache bei Nacht ganz anders aus. Wer seine Stadt immer nur bei Tageslicht sieht, kennt das wahre Gesicht der Straßen nicht: In diesem Fall bedeutet das einen Zeichentrick-Stil im Neo-Noir-Look. Das Shoko Hara-Video erinnert wohl nicht zufällig an Anime-Klassiker wie "Akira".

Luciano, Capital Bra, Nimo, Samra & Kalazh44 – Royal Rumble (dir. ALLDIFFERENT & Traviez)

Wenn Luciano, Capital Bra, Nimo, Samra und Kalazh44 zum "Royal Rumble" bitten, herrscht pures Chaos. Im ALLDIFFERENT & Traviez-Video geht zumindest anscheinend alles drunter und drüber: Da fehlt das Auto, die Location, die Drehgenehmigung oder gleich der ganze Rapper. Was dabei herauskommt, zählt zu einem der unterhaltsamsten Videos des Jahres und nebenbei versammeln sich hier natürlich unglaublich viele Hochkaräter, die offenbar viel Spaß hatten.

Fler – Vermächtnis (dir. Katja Kuhl)

Fler und Katja Kuhl setzen dem Rapper ein Denkmal in Schwarz-Weiß. Darin wird eine Beerdigung inszeniert, während Fler seine Karriere und alles andere Revue passieren lässt. Richtig Sinn ergibt das alles aber erst zum Schluss, wenn Flizzy und Katja Kuhl das Video mit einer Jay-Z-Hommage beenden. Classic Shit.

Shirin David – Gib ihm (dir. 100BLACKDOLPHINS)

Shirin David hat dieses Jahr die Szene erobert, wie es bisher nur die Allerwenigsten geschafft haben. Das 100BLACKDOLPHINS-Video zu "Gib Ihm" markiert dabei den Startschuss in die heiße Phase der Promo: Das erste richtige Musikvideo zum Album "Supersize". Der selbstbewusste Representer hat dann auch voll eingeschlagen und das verdankt Shirin David auch dem Video. Die Macher haben übrigens letztes Jahr den Hiphop.de Award in der Kategorie Bestes Video abgeräumt.

Yung Hurn – Cabrio AR App (dir. Uwe Flade)

Yung Hurn macht immer schon reichlich weirde Kunst-Dinge. Aber hier geht es gar nicht um das mehr oder weniger normale Video zu "Cabrio", sondern um die dazugehörige Augmented Reality-App. Die gibt euch nämlich die Möglichkeit, einfach ein eigenes Musikvideo zu drehen, in dem ihr neben und mit Yung Hurn abgehen könnt. Die App findet ihr zum Beispiel hier im App-Store. Das Video dazu könnt ihr hier sehen:

Alle Infos zu den Hiphop.de Awards 2019, zu den Kategorien und den Jury-Mitgliedern findest du hier. Zum Voting geht es hier: Stimm ab!

Vote hier für die Hiphop.de Awards 2019!

Die Hiphop.de Awards 2019 haben begonnen! Wir suchen wie jedes Jahr gemeinsam mit der Szene die prägendsten Akteure der vergangenen zwölf Monate. Ab sofort könnt ihr hier eure Stimmen für eure Favoriten abgeben. Heute und morgen begleiten wir den Startschuss mit unserem Jahresrückblick im Livestream bei Twitch.


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