Revolution gegen den Trend: Wieso Timbaland & RZA ihre Musikrechte verkaufen

Als aufstrebender Rapper hört man immer wieder Dinge wie: "Verkauf bloß nicht die Rechte an deinen Songs", "Independent verdient man deutlich mehr" und "Es ist besser, 20.000 zu verkaufen und alles zu behalten, als 100.000 zu verkaufen und den Großteil abzugeben". Aus diesem Grund erstaunt es umso mehr, dass große Künstler in den USA jetzt Teile oder gleich die Gesamtheit ihres Musikkatalogs verkaufen. Zuletzt machte Wu-Tang Clans RZA mit dem Verscherbeln seiner Kunst auf sich aufmerksam.

RZA, Timbaland & No I.D.: Alle verkaufen an Hipgnosis Songs Fund

Eigentlich gilt es als Powermove, die Rechte an seiner Musik zu behalten und nicht an "die bösen Majors" abzutreten. Schließlich würde man pro CD/Stream mehr verdienen und selbst wenn der Anfang ohne großes Label im Rücken schwerer sei, würde es sich im Nachhinein bezahlt machen. In den USA stellen sich diesem Trend jetzt allerdings einige Superstars entgegen, die teilweise 100 % ihrer Rechte an Investment-Unternehmen für eine einmalige Zahlung veräußern.

Was direkt auffällt, ist, dass sowohl RZA als auch die Produzenten Timbaland und No I.D. an die gleiche Firma verkauft haben: Hipgnosis Songs. Eine relativ junge Firma aus London, die sich selbst als Investment-Unternehmen für Musikrechte beschreibt. An eben dieses verkaufte RZA nun 50 % der Urheberrechte, Veröffentlichungsrechte und Autorenrechte all seiner 814 Songs.

Der Hitproduzent No I.D. ging sogar einen Schritt weiter und verkaufte gleich all seine Rechte für die Gesamtheit seiner 273 Tracks. Wie auch Starproduzent Timbaland, welcher ebenfalls seinen gesamten Katalog an die Londoner Firma veräußerte. Darunter befinden sich die Produzenten- und Autorenrechte für Hits wie "Sexy Back", "What Goes Around... Comes Back Around" von Justin Timberlake oder auch Nelly Furtados "Promiscuous".

Was bedeutet das nun? Im Falle von Timbaland sicherte sich Hipgnosis unter anderem 100 % von Timbalands Produzentenrechte für alle Songs, an denen der 48-Jährige mitgewirkt hat. Wird nun also eine CD verkauft, ein Song auf Spotify und im Radio gespielt oder anderweitig verwendet, erhält Hipgnosis jegliche Produzenten-Tantiemen dafür. Timbaland hat also seine stetigen Einnahmen durch Streams und Airplay gegen eine Einmalzahlung getauscht.

Wie viel Geld für diese Deals jeweils geflossen ist, lässt sich bloß erahnen. So hat das Unternehmen von März 2019 bis zum März 2020 knapp 700 Millionen Dollar für Songrechte ausgegeben. Bereits Ende letzten Jahres hielt Hipgnosis Songs nach eigenen Angaben die Rechte für über 6.000 Tracks mit einem geschätzten Wert von knapp 1,3 Milliarden Dollar.

Das Geschäft mit den Musikrechten boomt: Wie viel Geld wurde gezahlt?

Hipgnosis Songs ist kein Label, sondern eine Investment-Firma. Aus diesem Grund werden auch keine neuen Künstler gesucht oder Newcomer aufgebaut. Stattdessen will man sich auf erprobte Künstler beschränken, die den Test der Zeit bereits bestanden haben, erklärte der ehemalige Manager von Elton John sowie Guns N' Roses und Hipgnosis-Gründer Merck Mercuriadis:

"All unsere Songs haben sich bereits bewiesen und wir spekulieren nicht über neue Songs. Egal wie der Songwriter, Produzent oder Künstler zuvor abgeliefert hat. [...] Diese bewiesenen Hit-Songs produzieren verlässliche, erwartbare und unkorrelierte Einnahmen, in welche es sich zu investieren lohnt."

("All of our songs have a proven track record and we do not speculate on new songs regardless of the past performance of the songwriter, producer or artist. [...] These proven hit Songs produce reliable, predictable and uncorrelated cash flows which are highly investible.")

Für die Zukunft wird angenommen, dass das Unternehmen nicht nur Deals direkt mit Künstlern abschließen wird, sondern auch bereits verkaufte Rechte von anderen Unternehmen erwerben will. Mercuriadis erklärte bereits, Hipgnosis wolle bald einige Musikverlage aus Los Angeles aufkaufen und sich somit weitere Songrechte sichern.

Der Produzent Jeff Bashker verkaufte seinen Katalog vor Kurzem an die Investmentbank Morgan Stanley. Angeblich für 65 Millionen Dollar, was dem elffachen Wert des jährlichen Umsatzes entspräche. Bashkers Manger und Geffen Records-Präsident Neil Jacobson sprach mit Variety über den Deal und erklärte das für so einen Handel notwendige Verhältnis zwischen Künstler und Kunst.

"Ein Künstler muss das Angebot mit offenen Augen betrachten und jegliche emotionale Verbindung zu seiner Arbeit ablegen [...] Das ist eine Einkommensquelle und auch nur das. Wenn du das anders siehst, dann verkauf deinen Katalog nicht. Du kannst damit nur leben, wenn du deinen Katalog bloß als Geld betrachtest."

("A creator has to walk in with eyes wide open and remove any emotional connection to the work [...] This is a stream of income and that's it. If you don’t feel that way, do not sell your catalog. The only way to be able to live with this is to simply see it as the money.")

Das gesteigerte Interesse an Musikrechten erklärt Nick Jarour vom Hipgnosis-Beraterstab damit, dass für die Musikindustrie in den nächsten Jahren ein exponentielles Wachstum erwartet wird. Allerdings würde dieses Wachstum nur die allerwenigsten Künstler betreffen, genau genommen nicht mal ein Prozent aller Musikschaffenden. Dadurch sei das Verkaufen von Musikrechten für viele Artists eine lukrative Möglichkeit, schnell zu profitieren, ohne unbedingt selbst von diesem Wachstum betroffen zu sein.

Das erwartete Wachstum der Musikindustrie und eine Dekade niedriger Leitzinse lassen das Investieren in Musikrechte als äußerst attraktive Möglichkeit für Unternehmen erscheinen, ihr Geld ohne großes Risiko ertragreich anzulegen. Für die Künstler hingegen bietet sich der Vorteil, nicht jedes Jahr Einkommensteuern zahlen zu müssen, sondern bloß einmalig die Kapitalertragssteuer zu entrichten. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, das garantierte Geld schnell wieder gewinnbringend zu investieren. Diese Herangehensweise sei allerdings nicht für jeden Künstler etwas, sagt Jacobs:

"Für meine Klienten macht es nur Sinn, solch einen Deal abzuschließen, wenn sie den Gewinn danach vernünftig investieren. Das ist eine High-Level-Transaktion und diese erfordert Raffinesse von der handelnden Person, [...] schließlich sichert dir Urheberschaft einen lebenslangen Geldzufluss."

("For my clients, if they do make the sale, the only way it makes sense is if they're really careful with how they invest. This is a very high-level transaction and it requires a sophistication in the person doing it, [...] because you are protected forever by having a copyright that will always throw off money.")

Das Verkaufen von Musikrechten könnte sich in Zukunft als Alternative zur aktuell herrschenden "Own Your Masters"-Mentalität etablieren - zumindest für investier-freudige Künstler.

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6ix9ine soll angeblich fünf Millionen Dollar für einen Auftritt kriegen

6ix9ine soll angeblich fünf Millionen Dollar für einen Auftritt kriegen

Von Till Hesterbrink am 25.07.2020 - 12:12

Live-Auftritte sind aktuell rar gesät und wenn sie stattfinden, dann nur unter strikten Sicherheitsvorkehrungen und mit gehörigem Abstand – oder online. Letzteres plant 6ix9ine nun für den 05. September, gemeinsam mit dem Streaminganbieter GlobalStreamNow. Für die Zusammenarbeit soll der New Yorker nach eigenen Angaben wohl fünf Millionen Dollar bekommen.

6ix9ine: Neues Album & Live-Auftritt

6ix9ine will im September eine Liveperformance geben, an der jedermann teilnehmen kann, ohne die Gesundheit zu riskieren. Es steht scheinbar auch schon fest, wie der Stream gestaltet wird. So wird berichtet, dass die Show insgesamt eine Stunde lang sein soll und Songs von einem neuen Album des New Yorkers gespielt werden. Auch mit den Fans soll interagiert werden, allerdings ist noch nicht bekannt in welcher Form.

GlobalStreamNow hat die Angaben bis jetzt weder bestätigt noch dementiert. Allerdings scheint das Livestream-Geschäft für Künstler aktuell äußerst profitabel. Erst kürzlich berichtete Billboard, dass Epic Games Travis Scott für seinen Fortnite-Auftritt wohl mehrere Millionen Dollar zahlte.



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Story via TMZ - Tekashi #6ix9ine just lined up a serious payday to perform his upcoming album online ... the rapper tells us he just inked a massive deal for a single live stream concert. The rapper, who's about to regain his freedom, tells TMZ ... he just put pen to paper on a $5 million live-streaming deal with GlobalStreamNow for a virtual performance of his soon-to-be-released record. Tekashi tells us he'll hit the stage Saturday, Sept. 5 at 8 PM ET for the live-streamed show, which he says will run for about an hour and feature 12 songs from his album. He'll also interact online with fans. 6ix9ine is almost done with home confinement, but is keeping the physical location of his live stream under wraps. Remember, there's still concern about revenge for snitching, so Tekashi says security will be on hand to make sure everything goes off without a hitch. He already has some big ideas for the performance ... and based on what he's telling us, prepare for lots of eye candy, dancers, a live band and colorful displays. 6ix9ine's keeping details about the record under wraps -- he won't divulge song titles or the album name yet -- but he tells us the record is dropping in the near future. No need to risk your health attending a live concert ... according to Tekashi, who says the only thing his fans need to do to watch his performance is download the GlobalStreamNow app. We reached out to GlobalStreamNow, but haven't heard back.

Ein Beitrag geteilt von DJ Akademiks (@akademiks) am

Die Corona-Pandemie und die damit für ihn einhergehende Freiheit nutzte 6ix9ine bereits in der Vergangenheit häufig, um live zu gehen, allerdings über Instagram. Mehrfach tat er sich dafür mit DJ Akademiks zusammen, um im Stream über andere Rapper zu lästern und Streit anzufangen.

Beef trotz Polizeischutz: 6ix9ine provoziert auf Instagram

6ix9ine kann es einfach nicht lassen: Nachdem der New Yorker Anfang April aus dem Gefängnis entlassen wurde, steht er unter Hausarrest und wird von der Polizei überwacht. Zweimal musste er bisher schon umziehen, da Fans seine Adresse im Internet leakten.

Der Preis der Freiheit: 6ix9ine und seine Deals

Wer dachte, seine ehemaligen Kollegen zu verraten und dafür fast straffrei davon zu kommen, sei der beste Deal, den 6ix9ine jemals unterzeichnen würde, der hat sich wohl gehörig geirrt. Nicht nur sicherte sich der Rapper jetzt scheinbar einen Auftritt, der ihm einen fünf Millionen Dollar Stundenlohn beschert, auch einen Albumdeal hat er bereits in der Tasche. Diesen hat 6ix9ine wohl schon im Gefängnis unterschrieben und er garantiert ihm 10 Millionen Dollar für zwei Alben.

Aktuell ist er noch unter Hausarrest, da er aufgrund seiner Asthma-Erkrankung und Corona seine restliche Haftstrafe zu Hause absitzen darf. Von dort aus drehte der 24-Jährige auch alle seine bisherigen Videos. In einem Instagram-Video zeigte er den Fans, wie sein Wohnzimmer dafür zweckentfremdet wurde:

Auf Instagram kann man das Video aktuell jedoch nicht mehr sehen, da 6ix9ine vorübergehend seinen Account deaktiviert hat. Sein Anwalt hielt es für eine gute Idee, ihm in den letzten Wochen seiner Haft den Zugang zu Social Media zu verbieten, damit er sich nicht selbst gefährden kann.


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