Freizügigkeit & Arroganz: T.I. bereut das Signing von Iggy Azalea

Anfang des Monats gab es Schlagzeilen um die Rapperin Iggy Azalea und ihrem ehemaligen Labelchef T.I., der es in einem Interview als großen Fehler bezeichnete, die Australierin bei seinem Label Grand Hustle Records gesignt zu haben. Angesprochen auf diese Aussage in einem Radiointerview, führte der Rapper dieses Statement nun weiter aus und unterstellt Iggy unter anderem, sich anders zu verhalten, seit sie nicht mehr auf die Fanliebe von People of Color angewiesen ist. 

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T.I. war anfangs begeistert von Iggy Azalea

Zunächst fasst T.I. in dem Interview den Ausgangspunkt der Diskussion zusammen. Er sei gefragt worden, was er in seiner Karriere noch erreichen möchte. Seine Antwort war:

"Ich möchte der Rapwelt eine weibliche Rapperin vorstellen, die den Fehler mit Iggy Azalea vergessen macht."

(I gotta introduce another female to the game that can undo the blunder Iggy Azalea.)

Anfangs habe er das Gefühl gehabt, sie sei dazu gemacht, etwas Großes zu erreichen.

Kritik am Lebenswandel der Rapperin

Doch dieser Eindruck schien schnell vergessen zu sein, denn T.I. begründet seine Kritik an der Australierin wie folgt:

"Ich habe das Gefühl, dass sie begonnen hat, sich anders zu verhalten und Dinge zu tun, auf die ich nicht stolz war, als sie gemerkt hat, dass weiße Menschen sie mögen und sie nicht mehr darauf angewiesen ist, dass Schwarze sie mögen. Das hat meinen Ruf in die Schusslinie gebracht."

(I feel like when she found out white people liked her and she didn't really need black people to like her anymore, she switched up, started acting different, made moves that I wasn't proud of, that kind of placed my reputation in the line of fire.)

Iggy Azalea musste sich bereits zu Beginn ihrer Karriere den Vorwurf anhören, aufgrund ihrer Hautfarbe die Hiphop-Kultur zu manipulieren. Damals sprang T.I. ihr noch zur Seite und entgegnete der Kritik, dass gute, weiße Rapper*innen wie Iggy Azalea und Eminem viel eher zur Entwicklung der Kultur beitragen würden, als sie zu klauen oder ihr zu schaden.

Die Kritik des Rappers kann durchaus etwas mit der Freizügigkeit Iggys zu tun haben, denn weiter führt er aus, dass ihm die Karriere der Rapperin gefallen habe, bis sie sich zu offen gezeigt habe.

"It was dope first and then she exposed herself so much."

Iggy zeigte sich nicht nur in ihren Videos sehr freizügig, sondern zog sich beispielsweise auch für die Männerzeitschrift GQ aus. Von dem gleichen Magazin wurde sie auch zur Frau des Jahres gekürt und ihre Rede um die Auszeichnung sorgte damals für Schlagzeilen. Die Rapperin sprach davon, an einigen Tagen lediglich als V*gina angesehen zu werden und nur an manchen Tagen als Frau. Es war wohl ihre Art, den medialen Umgang mit Frauen zu kritisieren.

Iggy Azalea schrieb ihre Texte nicht selbst

Im Laufe des Interviews deutet T.I. auch an, dass Iggy ihre Texte nicht selbstgeschrieben hat. Er beginnt den Satz und sagt "Natürlich hatte sie...". Der Interviewer bietet ihm in der langen Sprachpause an, das Wort "writers", also Schreiber*innen, zu wählen. T.I. lacht nur und ergänzt das Wort "Hilfe".

Dennoch betont er, dass Iggy in seinen Augen viel mehr Potential hatte und sie einfach "dope" rappen kann.

"When will this guy shut up": Iggy Azalea reagiert auf das Interview

Auf Twitter hat Iggy Azalea bereits bitter-süß auf die Aussagen von T.I. geantwortet. Allerdings sind die Tweets aktuell nicht mehr auf ihrer Seite zu lesen. Da das Internet bekanntlich aber nicht vergisst, kann hier auf Screenshots verwiesen werden.

Iggy spricht T.I. den Einfluss auf ihr Album "The New Classic" ab und erzählt, er habe lediglich an "100" mitgewirkt. Aus diesem Grund sei sie auch nicht damit einverstanden, dass er sich immer mit dem Erfolg des Albums in Verbindung bringt. Sie bittet ihren ehemaligen Labelboss, seinen aktuellen Künstler*innen tatsächlich zu helfen und ihren Namen nicht mehr zu nutzen, um an Relevanz zu gewinnen.

T.I. signte Iggy bei Grand Hustle Records

Die Geschichte der australischen Rapperin und T.I. beginnt etwa 2012, als Iggy bei T.I.s Label Grand Hustle Records gesignt wurde. Im März desselben Jahres erschien die Single "Murda Bizness", auf dem auch T.I. einen Part übernahm.

IGGY AZALEA - Murda Bizness ft. T.I. (Official Video)

DOWNLOAD IGGY'S NEW EP FOR FREE: http://www.iggyazalea.com/ Like Iggy on Facebook: http://www.facebook.com/iggyazalea Follow Iggy on Twitter: http://www.twitter.com/IGGYAZALEA Director - Alex/2tone Production Company - What You Steal Producer - Sacha Smith Prod. Coordinator - Keeva Halferty Cinematographer - Andrew Wheeler AD - Christian Butcher Wardrobe - Alejandra Hernandez, Dani Michelle IN THIS VIDEO YOU WILL LEARN...

Anfang 2013 unterschrieb sie bei dem Label "Mercury Records", für "Change your Life" waren T.I. und Iggy dennoch weiter gemeinsam im Studio. Auf eine weitere Zusammenarbeit der beiden dürfte man in naher Zukunft wohl vergeblich hoffen.

Vor Kurzem sah sich Eminem mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Wie die Kritik genau aussah, könnt ihr hier nachlesen:

Benzino äußert sich kontrovers über Eminem und seine Fans

Eminem und der Mitgründer des Hiphop-Magazins The Source Benzino lieferten sich zu Beginn der 2000er ein Diss-Feuerwerk. Nun wurde Benzino in einem Interview bei Revolt TV erneut auf seinen Beef mit der Raplegende angesprochen und scheint seine Meinung kaum geändert zu haben.

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Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Von Michael Rubach am 01.04.2020 - 10:58

Fler steht wieder einmal im Kreuzfeuer der Kritik. Gegenüber allen, die ihm in den letzten Tagen Rassismus unterstellt haben, räumt er nun ein, mit seiner "Slave"-Line gegen Jalil übers Ziel hinausgeschossen zu sein. In einem Instagram-Post zeigt er sich geläutert und kündigt an, den Part gegen Jalil neu schreiben zu wollen.

Fler: "Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Nach mehreren rhetorischen Fragen, die allesamt wohl auf die Geschehnisse der letzten Tage und Flers persönliche Lage anspielen sollen, kommt der Berliner zum Punkt. Er gesteht sich ein, dass er auf dem Track "Mood" die Grenzen der bloßen Provokation verlassen hat. Das Wort "Sklave" in einem Diss gegen einen dunkelhäutigen Kollegen zu verwenden, sendet auch an jugendliche Hörer eine fatale Message. Fler spricht in diesem Kontext von einem "bösen Beigeschmack", den er nun erkenne.

"Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte." [sic]



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Wenn eine Gruppe von Leuten Dich als einzelnen unterdrückt bist du ein Opfer. Wenn du danach zur Polizei rennst, weil Du alleine bist und sie in der Mehrzahl, bist auch wieder das Opfer...? Aber wenn du nicht zur Polizei gehst, kein Schutzgeld zahlen willst und deswegen natürlich auch keinen Rücken hast... bist du das aller grösste Opfer!??? Wenn du Streetrap machst und sagst du hast ein schweres Leben ist alles fake und gelogen...? Wenn du das selbe machst und Schutzgeld zahlst bist aufeinmal eine der Realste in der Szene...? Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte. Deswegen hab ich beschlossen die 2.Stophe von MOOD neu zu schreiben. Es gibt 1000 andere Angriffsflächen bei Jalil die ich sportlich als Rapper angreifen kann. Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz! #atlantis

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Dem attackierten Jalil schmeckte die Wortwahl des Tracks auch ganz und gar nicht. Er entgegnete kurz nach Release von "Mood", Fler hätte "gleich N**ga sagen können". Der von Fler in seiner Klarstellung benutzte Begriff des "Farbigen" ist leider ebenfalls nicht unproblematisch. Er geht auf Rassentheorien zurück und findet als Selbstbezeichnung in der Black Community keine Anwendung. An dieser Stelle Fler Absicht zu unterstellen, erscheint jedoch unangebracht. Dafür macht er generell zu deutlich, dass er seinen Diss neu bewertet hat.

Eine bewusste Entscheidung von Fler war hingegen sein Interview bei TV Strassensound. Dort vertiefte er mit seinen Aussagen den Graben zwischen sich und der schwarzen Community. Manuellsen, Künstler der Bantu Nation, Mortel und viele mehr positionierten sich daraufhin gegen Fler. Sugar MMFK droppte gestern noch einen Part, um klarzumachen, dass Flizzy sich keine weitere "Frechheit" erlauben solle.

Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Da Fler seine Lyrics inzwischen offenbar für unangebracht hält, möchte er sie nicht unverändert stehen lassen. Er kündigt an, die zweite Strophe des Tracks "Mood" umzutexten. Das hieße jedoch nicht, dass er nicht weiter auf Konfrontationskurs mit Jalil bleiben würde. Es gebe "1000 andere Angriffsflächen bei Jalil". Sein Statement beschließt er mit dem Satz:

"Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Neben diesem Schauplatz im Fler-Universum ist die On-Off-Beziehung mit Sentino aktuell belastet. Letzterer beklagte sich über ausbleibende Zahlungen für die Mitarbeit an "Atlantis" und lieferte einen Disstrack, der vor allem durch seine extreme Homofeindlichkeit auffällt:

Sentino frontet Fler wegen angeblich unbezahlter "Atlantis"-Lyrics

Fler und Sentino dissen sich aktuell wieder mal gegenseitig - und zwar auf sehr unangenehme Art und Weise. Sentino frontet Fler in einer Disstrack-Vorschau, die vor Homofeindlichkeit nur so trieft. Fler postet als Antwort ein Video, das Sentino offenbar auf der Flucht zeigt, worauf der ebenfalls schon wieder reagiert hat.


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