Songwriting für Shirin David: Bozza spricht über die Zusammenarbeit

Wer genau aufgepasst hat, wird bereits mitbekommen haben, dass Shirin David bei ihrem kommenden Album textliche Unterstützung von Bozza bekommt. Nicht als sogenannter "Ghostwriter", sondern ganz transparent und offiziell wird der Hamburger bei der Hamburgerin in den Credits als Schreiber gelistet.

Bozza über das Songwriting mit Shirin David

In der dritten Folge von HYPED Radio, Arias neuer Radioshow auf Apple Music, spricht Bozza erstmals über die Zusammenarbeit mit der Künstlerin und zeigt sich sehr zufrieden:

"Das ist 'ne geile Zusammenarbeit, macht super Spaß, ist entspannt. Ich glaube, wir fühlen auch den gleichen Vibe so, wie das alles werden soll. Wir haben aus meiner Sicht auch gut abgeliefert und mir macht das ganze Projekt auf jeden Fall auch richtig Spaß."

Kennengelernt hat sich das ungleiche Duo beim Berliner Produzenten Beatzarre im Studio, erzählt Bozza. Dort soll die Idee erstmals "angesprochen" worden sein. Dabei sind die ersten Versuche der beiden scheinbar nicht sofort zufriedenstellend gewesen.

"Beim ersten Song, der nicht releast worden ist, fand ich's noch 'Hmmm…'. Aber jetzt sind wir drin und es sind geile Songs entstanden."

Es sei "alles Übung" antwortet Bozza auf die Frage von Aria, ob es schwierig sei, für eine Künstlerin zu schreiben, die so anders als er selbst ist.



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Number One Danke @shirindavid @juhdee @young_mesh

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"Ist ja nicht das erste Mal, dass ich Songwriting mache. Aber für 'ne Frau ist es etwas anderes, weil man sich da doch schon komplett reinversetzen muss. Da muss man sich bisschen anstrengen und gucken, wie man das macht."

Bisher haben zwei Songs aus dieser Zusammenarbeit das Licht der Welt erblickt: "90-60-111" und "Hoes Up G's Down". Mit dem ersten konnten Bozza und Shirin sogar einen Nummer-1-Award feiern. Dass Shirin David nicht komplett selbst Urheber ihrer Texte ist, hielt sie von Beginn an nicht geheim. Beim ersten Album "Supersize" sowie bei ihrem Gastauftritt auf Haftbefehls "Conan x Xenia" half maßgeblich Chima Ede mit.

Die gesamte Folge HYPED Radio kannst du hier auf Apple Music hören. Zu Gast bei Aria waren Bozza und Bausa und erstmals im Interview die Newcomerin Genuva.

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"Das System ist kaputt": Omar & Sugar MMFK klagen gegen mögliche Abschiebungen

"Das System ist kaputt": Omar & Sugar MMFK klagen gegen mögliche Abschiebungen

Von David Molke am 21.10.2020 - 18:05

Omar droht die Abschiebung, genau wie Sugar MMFK. Beide Rapper sprechen jetzt in Aria Nejatis neuer HYPED Radio-Folge über ihren Umgang mit der Problematik und darüber, dass sie Klage dagegen einreichen wollen. Laut Omar fühle sich das Ganze wie ein "kleiner Tod auf Raten" an und Sugar MMFK kritisiert das gesamte System als "kaputt".

Omar klagt gegen drohende Abschiebung & spricht über seinen Umgang damit

Omar war bei Arias HYPED Radio-Show zu Gast und hat dort natürlich auch über seine aktuell drohende Abschiebung gesprochen. Gegen die geht er jetzt juristisch vor, wie der Rapper erzählt:

"Ich hab' Klage dagegen erhoben, die nächsten Wochen werden zeigen, wo die Reise hinführt."

So fühlt er sich damit: Derartige Schicksalsschläge gehen natürlich nicht spurlos an einem Menschen vorbei. Omar gewährt einige Einblicke in seine Gefühlslage. Niemand könne sein Leben in nur 30 Tagen in einen Koffer packen.

"Nennen wir das Kind mal beim Namen, ich bin gebürtiger Deutscher. Ich denke in Deutsch, ich spreche in Deutsch, es ist meine Heimat."

Trotz allem werde Omar immer wieder das Gefühl vermittelt, in Deutschland nur ein Gast zu sein. Das schleppe er "leider Gottes schon lange" mit sich herum. Seine erste Androhung habe er im Alter von 19 Jahren erlebt.

"Ich bin ein psychisch relativ resistenter Mensch, aber das hat mich nachts nicht schlafen lassen."

Omar droht die Abschiebung: Nimo richtet Appell an Deutschrap

Dem Rapper Omar droht offenbar die Abschiebung nach Tunesien. Sein enger Freund Nimo, der ihm zum Deal mit Sony verholfen hat, schaltet sich mit einem emotionalen Statement auf Instagram dazu und hält ein Plädoyer.

In Tunesien gebe es einfach gar keine Perspektive für ihn. Omar erklärt, er habe sich hier in Deutschland 28 Jahre lang alles aufgebaut: Soziale Kontakte, die Sprache und den ganzen Rest.

"Ich bin alleine dort. Das fühlt sich für mich wirklich wie ein kleiner Tod auf Raten an, was die mir antun. So empfinde ich's. Ein kleiner Tod auf Raten."

Therapie hilft: Omar erzählt außerdem noch von seiner Therapie, die ihm wohl wirklich geholfen hat. Ihm zufolge müsse generell mehr geredet werden, das könnte Vielen helfen.

"Ich hab ziemlich viele Therapiestunden gemacht. […] Ich bin aus dem Knast viel selbstreflektierter rausgekommen. [...] Heutzutage wird in der Gesellschaft viel zu wenig geredet. […] Warum neigt ein Mensch zu Gewalt? Wenn man ehrlich ist, war ich früher schwach. Ich war ein schwacher Mensch, deswegen hab ich geschlagen. Ich weiß jetzt mittlerweile, wer ich bin."

Omar - Bereuen [Video]

Omar haut trotz aller Widrigkeiten seinen neuen Track "Bereuen" raus. Auf diesem reflektiert er, wie die Entscheidungen in der Vergangenheit seine Gegenwart beeinflussen und das nicht alles immer richtig lief.

Sugar MMFK kritisiert das System & sagt, die Petition habe geholfen

Solidarität mit Omar: Sugar MMFK habe die drohende Abschiebung von Omar durch den Post von Nimo mitbekommen. Er kenne Omar zwar eigentlich nicht, aber er habe ihm trotzdem direkt geschrieben und wünsche ihm viel Kraft und Geduld. Beides werde bei solchen Angelegenheiten dringend benötigt.

Sugar MMFK klagt auch: Genau wie Omar geht auch der Bantu Nation-Rapper Sugar MMFK juristisch gegen die drohende Abschiebung vor. Ihm bleibt aktuell wohl ebenfalls nichts anderes übrig, als abzuwarten.

"Wir haben gegen die Abschiebung geklagt und befinden uns in einem Prozess."

Sugar MMFKs Abschiebung: Ein Anwalt beantwortet die wichtigsten Fragen

Sugar MMFK soll Deutschland verlassen - so fordert es der Staat. Dem Rapper der Bantu Nation droht die Abschiebung aus dem Land, in dem er geboren und aufgewachsen ist. In der Vergangenheit begangene Straftaten drohen Sugar dabei zum Verhängnis zu werden.

Kritik am System: Wie Sugar MMFK ebenfalls gegenüber Aria erklärt, empfindet er das gesamte System als kaputt. Seine Eltern haben einen deutschen Pass, er aber nicht. Er sei praktisch staatenlos und dabei handele es sich um einen Fehler im System.

Petition war hilfreich: Obwohl das erstmal mit dem eigenen Stolz in Einklang gebracht werden müsse, Hilfe anzunehmen, habe ihm die Petition geholfen, sagt der Rapper. Es könne geradezu unangenehm sein, "diese Hilfe zu kriegen und nach Unterschriften zu fragen. Dass andere Leute für dich gerade stehen und ihr Wort erheben", sei nicht leicht.

"Letztendlich hat es mir aber sehr viel gezeigt, weil sehr viele Leute für mich aufgestanden sind und ich dadurch auch sehr viel Kraft bekommen habe."

"Es ist bis zum Bürgermeister gekommen. […] Das Gericht muss dann schon gute Argumente haben. Das hab ich Omar auch gesagt."

Sugar MMFK - Caramell [Video]

Sugar MMFK scheut sich auch im Herbst nicht vor sommerlichen Hooks...

Persönliche Auswirkungen: Bei Sugar MMFK habe die drohende Abschiebung dazu geführt, dass er sich verstärkt mit seinen Wurzeln und Afrika im Allgemeinen auseinandergesetzt habe. Er habe auch viel über Rassismus und das Denken der Anderen gelernt.

"Ich seh mich zu 100 % deutsch, mein Denken und meine Mentalität ist deutsch. Ich hab realisiert, ich werde nie als deutsch gesehen, schon allein, weil ich nicht weiß bin."

"Wenn die Leute es nicht so sehen, dann beschäftige ich mich mit meiner Herkunft, damit ich auch was erzählen kann. Das hat auf jeden Fall dazu beigetragen."

Hier geboren und aufgewachsen, aber kein vollwertiger Staatsbürger

Auch Aria spricht über seine eigenen Erfahrungen, in Deutschland aufzuwachsen. Dass manche gebürtige Deutsche nicht die Staatsbürgerschaft erlangen können, sei für ihn "unverständlich".

"Meine Eltern sind Anfang der 90er nach Deutschland hergekommen. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, aber wurde erst später als meine Eltern eingebürgert."

Die Abschiebung hier Geborener sei einfach "inakzeptabel", sagt Aria. Deutsche in ein fremdes Land abzuschieben sei keine Lösung für die Probleme.

"Jeder, der hier geboren und aufgewachsen ist, macht seine Fehler auch hier und sollte das Recht haben, hier bestraft zu werden. Gar keine Frage."

Rapper als "medienwirksames Beispiel abschieben zu wollen" hinterließe vielleicht einen abschreckenden Effekt bei manchen Jugendlichen, aber noch viel mehr das Gefühl der Ausgrenzung, so Aria.

Man sendet ein Signal, dass junge Migranten hier in Deutschland nicht zum Land gehören, solange sie nicht den deutschen Pass haben. Man fühlt sich dann doch nur als Gast, obwohl man hier geboren und aufgewachsen ist."

Die gesamte HYPED Radio-Folge mit Sugar MMFK und Aria Nejati könnt ihr euch hier in voller Länge auf Apple Musik anhören:

Sugar MMFK auf Apple Music

Geh mit Musik auf Entdeckungsreise. Hör dir Sugar MMFK - einen Streaming-Radiosender - auf Apple Music an.


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