"Weil ich schwarz bin": Nura berichtet von Rassismus im Supermarkt

Die Rapperin Nura ist bekannt für ihr soziales Engagement gegen Rassismus, für die Seenotrettung und zahlreiche weitere Themen, bei denen Menschenrechte bedroht werden. Jetzt berichtet sie auf Instagram selbst davon, wie sie beim Einkaufen in einer REWE-Filiale Rassismus erfahren musste.

"Rassismus existiert in diesen Räumen nicht": Nura diskutiert mit dem Filialleiter und dem Sicherheitsmann

Nura erklärt in ihrer Instastory, dass sie sich bereits zum wiederholten Mal in diesem REWE-Markt von der Security beobachtet gefühlt habe. Ein Sicherheitsmann laufe ihr und ihren Bruder sogar regelmäßig durch den Laden hinterher. Ihr Bruder habe aus diesem Verhalten bereits Konsequenzen gezogen und gehe gar nicht mehr in dieser Filiale einkaufen. Dieses Mal habe es ihr an der Kasse gereicht, denn der Sicherheitsmann stand dort erneut bei ihr, um zu kontrollieren, ob sie etwas gekauft habe. Zu dem Kassierer sagte sie:

"Wissen Sie, was sehr unangenehm ist? Wenn Ihre Kunden angeguckt werden und verfolgt werden durch den ganzen Laden, als wenn sie was klauen würden."

Der Kassierer holte aufgrund Nuras Aussage den Filialleiter zu der Situation hinzu und die Rapperin schilderte ihre Beobachtungen ein weiteres Mal. Eine Kundin mischte sich in das Gespräch ein:

"Ich weiß gar nicht, was Sie wollen. So hübsch sind Sie doch gar nicht."

Auch eine andere Kassiererin wollte sich an der Diskussion beteiligen und leugnete, dass der Sicherheitsmann Nura durch den Laden verfolgt hätte. Die Rapperin bemerkt allerdings zurecht, dass die Angestellte die Situation von ihrem Platz an der Kasse schlecht beobachtet haben konnte.

Immerhin eine Kundin ergriff Partei für das ehemalige SXTN-Mitglied. Doch damit blieb sie die gesamte Situation im Laden die einzige Person.

Der Manager warf Nura vor, nicht schon eher zu ihm gekommen zu sein. Doch die Rapperin beschreibt, dass sie bei den ersten Malen noch davon ausging, dass es sich auch um einen Zufall handeln könnte. Als sie bereits zum siebten Mal durch den Laden verfolgt wurde, kam sie zu einer anderen Einschätzung der Situation.

"Es liegt glaube ich gar nicht daran, dass das meine Art ist oder sonst was. Es liegt einfach nur daran, dass diese Person mich nicht mag oder mich für verdächtig hält, weil ich schwarz bin."

Nura entschied sich irgendwann, mit ihrem Handy die Situation aufzunehmen. In diesen Aufnahmen bestätigt sich ihre Aussage, dass der Filialleiter ihr ihre Gefühle absprechen möchte. Er kehrt die Situation sogar um und gibt ihr die Schuld, weil sie sich nicht schon früher mit dem Problem bei ihm meldete. Rassimus gebe es in seiner Filiale nicht.

Diese Aussage stimmt natürlich nicht, denn wir leben in einer rassistischen Gesellschaft und Menschen legen ihre anerzogenen, rassistischen Denkweisen nicht vor einer REWE-Filiale ab. Nura spricht von Personen, die noch nie Rassismus erfahren haben, und die nun darüber entscheiden wollen, wie sie sich in dieser Situation zu fühlen hat. Diese "typische, weiße Abwehrhaltung" kennen auch andere People of Color, die auf den Vorfall reagieren.

Nura kämpft gegen Rassismus & setzt sich für Seenotrettung ein

Nura setzt sich nicht nur in einigen ihrer Texte aktiv gegen Rassismus ein. Sie färbte auch kürzlich ihre Profilbilder gelb, um sich mit den Kurd*innen in Syrien zu solidarieren, die der Militäroffensive Recep Erdoğans zum Opfer fielen. Zudem schenkte sie ihre Reichweite einer Spendenaktion für Carola Rackete. Aktuell läuft ihr Adventskalender für die Seenorettung. Dort offenbart sie jeden Tag einen anderen Namen aus der deutschen Musiklandschaft, der für den guten Zweck in ihr Diddl-Freundebuch geschrieben hat. Ab dem 15. Dezember wird das Freundebuch zu ersteigern sein.

Nura startet Adventskalender für Seenotrettung

Nura hat eine Weihnachtsaktion zur Unterstützung der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch gestartet. Dabei dreht es sich um ein spezielles Freundebuch. Darin haben sich Artists verewigt, die ebenfalls nicht die Augen davor verschließen, wenn Menschen bei der Überquerung des Mittelmeers ihr Leben riskieren. Ganz im Stile eines Adventskalenders wird sich tagtäglich ein prominenter Supporter offenbaren.

Nura erfährt Solidarität auf Twitter

Nachdem Nura bisher immer durch ihr Engagement auffiel, drücken nun besonders auf Twitter auch viele Menschen ihre Solidarität mit der Rapperin aus.

Im Sommer gab es bereits eine ähnliche Situation, die Chefket in einem Berliner Taxi erlebt hat. Der Rapper teilte ein Video auf seinen Social-Media-Kanälen, in dem ihm ein Taxifahrer die Mitfahrt verweigerte.

Rassismus in Berliner Taxen? Chefket wird Mitfahrt verweigert

Chefket gehört zu den Rapper*innen, die am lautesten auf Rassismus aufmerksam machen und gegen ihn einstehen. Zuletzt kritisierte er die Absage seines Auftrittes für Fridays for Future und unterstellte den Verantwortlichen fremdenfeindliche Gründe für ihre Meinungsänderung bezüglich seines geplanten Gigs.

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Manuellsen wills wissen: Beef mit Kindersendung

Manuellsen wills wissen: Beef mit Kindersendung

Von Till Hesterbrink am 22.06.2020 - 15:04

Die Beef-Historie der Ruhrpott-Legende Manuellsen ist lang, vielseitig und beschränkt sich vor allem nicht nur auf Rapkontrahenten. Selbst wenn manche von denen schlimmer als Hitler seien. Fenerbahçe Istanbul, seine Nachbarn und Betreiber von ekelerregenden Instagram-Seiten zählen zu Manuellsens erklärten Feinden.
Nun gibt es jedoch einen „neuen Charteinsteiger, auf der H*rensohn-Liste Nr.1“: Willi.

Willi Wills Wissen: Eine problematische Kindersendung

Willi war lange Zeit der Moderator der KiKa-Sendung „Willi wills wissen“, einer Erklärshow für Kinder, und heißt eigentlich Helmar Rudolf Willi Weitzel. In seiner Show beschäftigte sich der Journalist mit unterschiedlichsten Sachthemen und bereitete diese vermeintlich kindgerecht auf. Dabei kam es jedoch immer wieder dazu, dass Willi, unangebrachte Witze zum Besten gab.

Die Sendung lief von 2002 bis 2010. Seitdem hat sich das Verständnis für einige Themen und Problematiken stark verbessert, was einige Ausschnitte ohne Kontext diskriminierend wirken lässt. So befand es damals wohl niemand im Produktionsteam, der Redaktion oder dem Aufsichtsrat des Bayrischen Rundfunks hinterfragenswert, wie Willi mit Rollstuhlfahrern umging. Auch scheint es nicht besonders feinfühlig, den Menschen in Tansania beim Wasserholen zu zeigen, "wie wir in Deutschland Wasser tragen würden", nur um dabei einiges von dem kostbaren Gut zu verschütten.

In einem mittlerweile viralen Ausschnitt, erklärt Willi in einer Runde mit rollstuhlfahrenden Kindern, es gäbe zwischen ihnen und ihm nur einen kleinen Unterschied. Dann steht er auf und präsentiert stolz seine funktionstüchtigen Beine. Diese Form des "Humors" ist kein Einzelfall bei "Willi wills wissen":

Der Content entspricht in seiner Form nicht unbedingt einem erwachsenen Verständnis von Humor und Korrektheit. Im Kern ging es aber darum, Kinder für eingeschränkte Mitmenschen oder die Lebensumstände in Afrika zu sensibilisieren. Die Übersetzung so komplexer Sachverhalte in eine einfache Darstellung stellt sich aus heutiger Perspektive als kritischer Drahtseilakt heraus.

Manuellsen und der Zwölf-Fronten-Krieg

Die lebende Vendetta aus Mülheim hat es sich infolgedessen zur persönlichen Aufgabe gemacht, jeden darüber zu informieren, welchen Beruf Willi Weitzels Mutter angeblich ausübt. Kurzerhand repostete er (beim Kiwi mit Stäbchen essen) die „Willi wills wissen [H]*rensohn [Challenge]“, die jeder auf Instagram reposten sollte, um ein persönliches Grußvideo von Timur Akbulut zu erhalten.

Zwar kündigte Manuellsen erst vor kurzem an, sich ab sofort nur noch auf die Musik zu konzentrieren und Streitereien anderen zu überlassen, mittlerweile scheint er jedoch aus diesem kurzweiligen Ruhestand zurückgekehrt zu sein. Erst gestern stellte Manu ein Video des AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Winhart auf seine Instagram Seite, in welchem dieser hetzerischen Müll von sich gab, den es nicht zu rezitieren lohnt.

„Wenn die Welt so weitergeht, ich schwör, ihr kriegt den alten Manuell zurück. […] Ich mach Krieg an zwölf Fronten auf.“


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