Justin Bieber: "Eminem versteht die neue Rapgeneration nicht"

Justin Bieber hat sich augenscheinlich mit Eminems Track "The Ringer" beschäftigt. Seine über 100 Millionen Fans auf Instagram lässt der Teenie-Star daraufhin wissen, dass er von Eminems dort vorgebrachten Disses gegen die neue Rapgeneration nicht viel hält. Er attestiert Eminem vielmehr ein Verständnisproblem.

Justin Bieber über Eminems "The Ringer"

"The Ringer" ist der Eröffnungstrack auf Eminems Album "Kamikaze" und eine Art Generalabrechnung mit Mumble-Rappern und dem Zeitgeist. Justin Bieber hat den Track einer inzwischen gelöschten Instagram-Story gepostet und bewertet das Ganze konkret so:

"Ich mag Ems Flow, aber ich mag nicht, dass er neue Rapper disst. Ich mag die neue Rapgeneration. Er [Eminem; Anm. d. Red.] versteht sie einfach nicht."

Justin Bieber meint, dass Eminem die neue Rapgeneration nicht versteht
Foto:

Screenshot: instagram.com/justinbieber

Die Disses auf dem Song "The Ringer" richten sich unter anderem gegen 21 Savage, Lil Yachty, Lil Pump oder Lil Xan. Eminem hat sein ganzes Album "Kamikaze" der Wut gegen Trends der Rapszene gewidmet.

Der Name ist Programm: Eminem rantet auf "Kamikaze" aus der King-Perspektive

Eminems neues Album "Kamikaze" ist offenkundig aus einem Gefühl der Wut heraus entstanden. Slim Shady ist zurück und nimmt keine Rücksicht auf Namen und Trends."I feel like I wanna punch the world in the f*ckin' face right now"Der erste Track "The Ringer" stellt direkt klar, was ihn dermaßen aufwühlt.

Justin Bieber kollaborierte hingegen schon häufiger mit Artists, die eher den aktuellen Sound vertreten. In seiner Diskografie stehen Tracks mit Quavo, Travis Scott oder Future. Justin Bieber ist als 25-Jähriger in einer anderen Rapwelt groß geworden als Eminem. Slim Shady ist über 20 Jahre älter und setzt in seiner Kunst nicht die Schwerpunkte, die heute den allgegenwärtigen Sound prägen.

Justin Bieber mit später Reaktion auf Eminems "Kick Off"-Freestyle?

Justin Bieber selbs geriet selbst schon ins Visier von Eminem. Der "Kick-Off"-Freestyle, den Eminem Ende 2018 veröffentlichte, enthielt auch eine zugegebenermaßen recht harmlose Line gegen Justin, die sein Image auf die Schippe nimmt.

"Justin Bieber in a Catholic school / Selling dust and reefer when your back is to him"

Bis zuletzt hatte sich der Popstar dazu nicht öffentlich positioniert. Eventuell ist die Kritik an Eminems Rapverständnis als späte Reaktion auf diese Line zu lesen.

Eminems Freestyle löste seinerzeit einen Sturm der Entrüstung im Lager eines anderen Popstars aus. Die Fans von Christina Aguilera waren überhaupt nicht mit einigen Bars einverstanden.

Eminems "Kick Off"-Freestyle bringt Christina Aguilera-Fans in Rage

Eminems " Kick Off"-Freestyle hat die Fans von US-Sängerin Christina Aguilera anscheinend nachhaltig verärgert. Slim Shady wurde im Angesicht seines Battlerap-Films " Bodied" nostalgisch und hat ein paar Bars ausgepackt. Dabei hielt er auch Zeilen für X-Tina parat. Am Ende des dritten Verses droppt Eminem eine recht schlüpfrige Reimkette - als Ausgangspunkte dienen ihm Christina Aguilera und ein Plastiklöffel.

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Der Beef mit Eminem war ein großer Fehler, sagt Evidence

Der Beef mit Eminem war ein großer Fehler, sagt Evidence

Von David Molke am 13.08.2019 - 17:45

Falls du nicht wusstest, weißt du jetzt: Eminem und Evidence hatten mal Beef. Klingt komisch, ist aber so. Die beiden Rapper haben sich gegenseitig sogar mit waschechten Disstracks gedisst. Evidence von den Dilated Peoples erinnert sich jetzt in einem Interview mit Talib Kweli an den Beef mit Eminem und erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Everlast ist offenbar Schuld am Beef zwischen Eminem & Evidence

Wie ist der Beef entstanden? Wie Evidence im Gespräch mit Talib Kweli erklärt, war das Ganze fast schon ein Missverständnis, "ein großer Fehler". Everlast habe Eminem ohne Vorwarnung auf dem Remix zum Dilated Peoples-Track "Ear Drums Pop" gedisst.

Den meisten Anwesenden (Defari, Phil Da Agony und Planet Asia) sei zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht einmal klar gewesen, was da eigentlich gerade passiert sei. Evidence habe erst im Nachhinein realisiert, dass Everlast auf dem Track gegen Slim Shady gefeuert hatte und auch noch seine Tochter Hailie erwähnt.

Eminem wehrt sich mit D12-Disstrack gegen Everlast & Dilated Peoples

Eminem ließ den Diss nicht auf sich sitzen: Im Gegenteil, er hat direkt einen ganzen Disstrack gegen Everlast gedroppt. Darin geht es auch gegen Dilated Peoples und vor allem auch gegen Evidence. Das erklärt sich der Rapper dadurch, dass er vorher mit Eminem und Madchild gechillt habe.

Offenbar habe Eminem es ihm übel genommen, dass er den Diss von Everlast nicht verhindert habe. Zumindest vermutet das das Dilated Peoples-Mitglied und erklärt, es sei höchst unangenehm gewesen, von Eminem gedisst zu werden. Vor allem zu diesem Zeitpunkt, als Eminem quasi auf dem Höhepunkt seiner Karriere und Bekanntheit war.

"Getting dissed by Eminem in the prime of his career – it was not cool."

Evidence reagiert mit eigenem Eminem-Diss "Search for Bobby Fisher"

Evidence sei sogar in einem Coffee Shop von der Angestellten auf seinen Beef mit Eminem angesprochen worden. Als die fragte, was er jetzt tun werde, ging er ins Studio und nahm einen eigenen Disstrack gegen Eminem auf.

Der Song sei sogar recht gut für die damaligen Verhältnisse gewesen. Unter anderem, weil Evidence jemanden in Detroit kannte, die einige Details über Eminem ausplauderte. Für seinen Disstrack gegen Eminem habe er dann zumindest Respekt bekommen.

Die Antwort von Eminem darauf sei schlechter gewesen, sagt Evidence:

"I thought I did good. I said some good shit. I just had some more info because he famous and I knew some girl in Detroit who knew things and she snitched on a bunch of little things, and he hit me back with another diss and it wasn't that good."

Ende gut, alles gut? Der Beef hätte anscheinend nicht besser laufen können

Der nächste Disstrack von Eminem sei in erster Linie nur gegen Everlast gerichtet gewesen. Der Streit wurde laut Evidence dann mit Hilfe von Proof (RIP) und Bizarre beigelegt. Im Endeffekt hätte es kaum besser laufen können für das Dilated Peoples-Mitglied.

Er sei nicht davor zurückgeschreckt, Eminem zu dissen. Dafür habe er Respekt gezollt bekommen und ansonsten sei nichts Schlimmes passiert.

"That thing couldn't have worked out any f*cking better. Nothing really happened. I got to get respect for not backing down from somebody who was Godzilla and that was f*cking it."

Das bisher letzte Album der Dilated Peoples "Directors of Photography" hat gestern seinen fünften Geburtstag gefeiert. In unserem Interview mit Evidence hat er allerdings keine allzu großen Hoffnungen auf ein neues Werk der Gruppe gemacht:

"Niemand sagt mir, was ich zu tun habe": Evidence über persönliche Krisen, Vaterschaft & "Weather Or Not" (Interview)

Evidence besitzt die Fähigkeit, mit seinen Texten Menschen zu berühren, ohne uncool zu sein. Er rappt vielleicht nicht besonders schnell oder mit besonders komplexen Reimen, aber dafür aus Überzeugung und tiefstem Herzen. Offenheit, Intelligenz und ein unheimlich exaktes Sprachgefühl sprühen aus jeder Zeile. Dabei scheut das Dilated Peoples-Mitglied auch nicht vor düsteren Themen zurück.


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