Die 10 Highlights aus dem Rap-Jahr 2017 (von Aria)

Same procedure as every year: "Das Jahr neigt sich dem Ende zu." Es gab schon mal bessere zwölf Monate als die vergangenen, aber auch deutlich schlechtere. Im Folgenden liest du zehn Dinge, die Hiphop hierzulande und in den USA dieses Jahr gut (und zuweilen auch schlecht) beeinflusst haben. Die größten Momente, Songs, Alben, Phänomene und Künstler. Und ein Vorsatz fürs kommende Jahr. Guten Rutsch in 2018!

10. Neu gemischte Karten

Deutscher Hiphop nimmt immer wieder eine neue Ausfahrt. Ist ja auch logisch. Dieses Jahr hat vielleicht die größte Veränderung seit der ominösen geplatzten Blase für das Genre gebracht. Streaming machte bundesweite Stars aus Jungs, die im Januar höchstens szeneintern diskutiert wurden. Bei Bausa, Capo, RIN und Zuna schossen die Zahlen in absurde Höhen. Dagegen mussten die alten Hasen der Singlecharts, wie Marteria und Casper, einsehen, dass man jetzt mit anderen Regeln spielt. Das Gold regnet jetzt anderswo.

9. Azzlack Renaissance

Seit Azzlack Stereotyp und der aktuellsten Frankfurter Revolution im deutschen Rap sind jetzt sieben Jahre vergangen. Doch nach wie vor schaffen es Haftbefehl und sein Umfeld, junge Azzlackz erfolgreich auf die Bildfläche zu bringen. Mit Azzi Memo und Soufian (beide Generation Azzlack) haben zwei Künstler dieses Jahr erfolgreiche Tapes veröffentlicht. Allem Hate zum Trotz muss man beiden Rappern Einzigartigkeit in ihrer Musik attestieren. Nebenbei feierte Capo sein erfolgreiches Comeback und ging auf Tour – unter anderem mit Eno (momentan ohne Label), der in den letzten zwölf Monaten eindrucksvoll sein Händchen für Hooks bewies. Mit Reda Rwena (NullSechsNeun) steht der nächste Newcomer schon in der Startrampe.

8. Black Thoughts alles zerberstende Darbietung

Ohne Worte.

BLACK THOUGHT FREESTYLES ON FLEX | #FREESTYLE087

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7. Money Moves

Wenn man davon spricht, wer das Jahr gegen den Strich rasiert hat, kommt man nicht an Cardi B vorbei. "Bodak Yellow" hat alles auf den Kopf gestellt: Clubs, Rekorde und Prognosen der Industrie. Cardi zeigt mit ihrer gesamten Inszenierung, wie man als Frau im Geschäft die Zügel in die Hand nehmen kann. Sie ist nicht die Frau von Offset – Offset ist der Mann von Cardi B. Zurecht, denn "MotorSport" wäre ohne sie einzig und allein eine Aufwärmung der Aufwärmung irgendeines Migos-Songs.

6. PA Sports definiert "Live-Battle" neu

PA Sports sorgte 2017 dafür, dass das Gleichgewicht nicht verloren geht und Skills nicht gänzlich in den Hintergrund geraten. Beef und Battle gab es dieses Jahr eine Handvoll, aber niemand meisterte es so spektakulär wie der LIP-Boss. In stundenlangen Livestreams schrieb PA sich gegen Sun Diego und dessen Umfeld die Finger wund. Das Ergebnis waren Flowpassagen erster Klasse und stichhaltige Punches auf "Nicht wie wir". Nach 2016 kam auch dieses Jahr der beste Disstrack des Jahres aus Essen.

PA Sports - Nicht wie wir/Sunny (prod. by Oc, Kianush, Aribeatz & Dennis Kör)

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5. DAMN.

Fast schon langweilig, wie gut und souverän Kendrick Lamar seine Platten macht. Auf sein Tagebuch "good kid, m.A.A.d city" folgte das epochale Jazz-Musical "To Pimp A Butterfly". Für "DAMN." holte sich Kendrick zeitgenössische Produzenten ins Studio und meisterte einen Spagat zwischen Massenkompatibilität und künstlerischem Anspruch. Seine hundertprozentige Trefferquote könnte dafür sorgen, dass zum ersten Mal seit 2004 ein Rapper mit dem wichtigsten Grammy des Jahres nach Hause geht: "Album Of The Year".

4. LFR

Lakmann verglich Nimo letztes Jahr mit dem jungen Nas. Sehr gewagtes Gleichnis. So ganz daneben war das aber nicht. Wer bei Nimo genau hinhört, der findet auf "K¡K¡" mehr Tiefgang als das Image erwarten lässt. Wie lebhaft und authentisch der 22-Jährige seine Geschichten erzählt, sucht seinesgleichen in Deutschland. Besonders in dem Alter. Gepaart mit einer sicheren Stimme, dem Gespür für die richtigen Melodien und einem perfekten Umfeld (385 idéal) hat Deutschrap einen Allrounder, der langsam aber sicher zum absoluten Megastar heranwächst. Zurecht.

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3. In Würde altern

Wäre Jay-Z nicht ein mindestens so guter Geschäftsmann wie Rapper, hätte jeder "4:44" hören können. Stattdessen fand das Spektakel zunächst exklusiv auf TIDAL statt. Vielleicht auch besser so, denn das 13. Album der Legende ist kein Fast Food. Auf sperrigen No I.D.-Beats hat Jay-Z tatsächlich mit 48 Jahren noch die ehrlichsten Songs seiner Karriere geschrieben. "4:44" gehört zu den vier besten Alben des New Yorkers und hat bewiesen, wie man als Rapper vernünftig altern kann. Davon könnten sich viele Kollegen eine Scheibe abschneiden, beispielsweise auch Eminem.

2. tru.

Dass die Maske am Ende dann doch nicht gefallen ist, war Nebensache. Mit "tru." hat Cro das wahrscheinlich beste deutsche Album des Jahres gebaut. Vor fünf Jahren stellte "Raop" die Weichen für die Salonfähigkeit von über Liebe singender Deutschrapper, doch seitdem ist Cro aus der Rolle des kindlich-naiven Hitmakers herausgewachsen. Spätestens "Unendlichkeit" festigt den Stuttgarter als einen der fähigsten Songwriter und Visionäre der deutschen Musikindustrie. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass Cro gerade erst begonnen hat, sich an den Zenit seiner Karriere heranzutasten.

Cro - Unendlichkeit (Official Video)

Seit heute gibt es das neue Musikvideo zu der Single "Unendlichkeit" von CRO im Chimperator Youtube Channel. Das neue CRO-Album "tru." kommt am 08.09.2017 - alle Formate gibt es auf: http://cromusik.de/ Single & Album findest Du hier: - "Unendlichkeit": https://Cro.lnk.to/UnendlichkeitID - Das Album "tru.": https://cro.lnk.to/TRUID - "Baum" gibt es hier: https://cro.lnk.to/baumID Die tru.

1. Death of Afro Trap

Tja, wer hätte gedacht, dass MHDs sommerliche Sounds zwei Jahre lang den Winter in Deutschland dominieren? Afro Trap hat Rappern hierzulande beigebracht, dass man auf Beats tanzen kann. Sehr gut. Die Transferleistung, selbst kreativ zu werden und den Style weiterzuentwickeln, wurde aber nur von wenigen vollbracht. Meistens werden Samples und Beats rumgereicht wie Chipstüten. Die gleichen Flows und Phrasen ergeben die immergleichen Songs. Es ist an der Zeit, die Spirale zu durchbrechen. Originalität wäre mal ein guter Vorsatz für 2018.

Aria Nejati

Autoreninfo

Aria Nejati schreibt seit 2013 für Hiphop.de und ist seit November 2017 Teil der Chefredaktion. Er sprach mit US-Stars wie Eminem und 50 Cent und deutschen Größen wie Kool Savas und Cro. Montags läuft seine Show On Point. Außerdem schreibt er für die GQ.

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Kommentare

Internationalen sowie Nationalen Hip Hop von 2017 auf den Punkt gebracht. Und ja, Afrotrap Biting ist langsam echt ausgelutscht!

Atmen ist ja auch biting weil da macht man das was jemand anderes macht um Erfolg damit zu haben

Ergibt Sinn. Werde mir ab-sofort einen Schlauch in die Lunge legen und direkten Sauerstoff inhalieren.

die masse an unverschaemt biligen, kaesigen, nich hoerbaren, graesslichen autotunetracks haettest du erwaehnen muessen, 10-15 % der songs sind ok aber der rest ist pures gieriges geldgeiles produzieren das die rapper selber peinlich finden und nur machen um mit dem tune hype hochzukommen..hochkommen ist legitim, eig, aber nicht mit solcher tracks wo man weiss das die leute selberwissen das sie eig biligste maedchenmucke machen..farid und.. kolles verarsche video bringt das doch on point

Naja man hätte das hier auch " 10 alben wo man vorher schon wuste das die gut ankommen , nicht nur bei aria" nennen können....

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Eminem will gar nicht der King of Rap sein

Eminem will gar nicht der King of Rap sein

Von David Molke am 22.02.2020 - 13:02

Viele Eminem-Fans würden ohne lange zu zögern erklären, dass Eminem der Alleinherrscher des Raps und König von Hiphop ist. Aber er selbst sieht das gar nicht so: In einem Interview mit KXNG Crooked erklärt der Rapper, er sehe sich überhaupt nicht als "King of Hiphop" – und er wisse auch gar nicht so genau, wer oder was das eigentlich sein solle. Er fühle sich vielmehr als Gast in diesem Haus und habe auch nie etwas anderes behauptet.

Eminem reagiert indirekt auf Beef mit Lord Jamar

Darum geht's: Eminem war bei KXNG Crooked im Interview zu Gast. Dort hat er nicht nur jede Menge Props an den Host, an Royce Da 5'9'' und Young M.A. verteilt, sondern indirekt auch auf die immer wiederkehrenden Anfeindungen von Lord Jamar reagiert. Eminem nennt zwar keine Namen, aber es scheint eindeutig zu sein, dass er sich auf dessen Aussagen bezieht. Lord Jamar hatte berühmt-berüchtigterweise erklärt, Eminem sei nur ein "Gast in Hiphop".

Das sagt Eminem: KXNG Crooked fragt Eminem einfach direkt, ob er nur ein Gast im Hiphop sei. Darauf reagiert Eminem ohne zu zögern und erklärt, dass er das genauso sehe. Er habe auch nie etwas anderes behauptet.

"Das ist das Witzige. Ich weiß gar nicht, ob ich schon die Chance hatte, das zu sagen. Der witzige Scheiß an diesem ganzen Beef mit einer bestimmten Person ist, dass ich nie gesagt habe, ich wäre kein Gast."

"Ich bin ein Gast, absolut. Ich habe nie gesagt, ich wäre keiner."

Marshall Mathers on Twitter

Finally made it to #CrooksCorner to talk #MusicToBeMurderedBy and a lot of rap with @CrookedIntriago. Check it here, we go deep - https://t.co/4pySbSLzDb

Eminem will überhaupt nicht der King of Hiphop sein

Im selben Atemzug stellt Eminem dann noch klar, dass er sich auch überhaupt nicht als der König von Rap oder vielmehr als den "King of Hiphop" sehe. Auch etwas Derartiges habe er nie über sich gesagt.

"Ich habe nie gesagt, ich wäre der König von irgendwas, oder? Ich habe einen Song namens 'Kings Never Die" ... das war das Konzept des Songs. Ich habe mir gedacht: Ich kann nicht sagen, dass ich der König von Hiphop bin, also habe ich Run-DMC genannt, Jam Master Jay."

"Ich will nicht der König des Hiphop sein. Wer zum F*ck ist der König des Hiphop? Gibt es einen König des Hiphop?"

Eminem und KXNG Crooked sprechen im gesamten Interview auch noch über alle möglichen anderen Dinge. Zum Beispiel erklärt Eminem, er höre sich regelmäßig neue Musik an. Ihm sei es durchaus wichtig, am Puls der Zeit zu bleiben und mitzubekommen, was junge, neue Rapper machen.

Hier könnt ihr euch das gesamte Eminem-Interview mit KXNG Crooked anhören und ansehen. Es stellt das erste große Interview mit Eminem dar, seitdem er sein aktuelles Album Music To Be Murdered By veröffentlicht hat:

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