Eminem vs. MGK im Detail: Wie "Killshot" die "Rap Devil"-Lines kontert

Hat er ihn auf Rapebene vernichtet oder nicht? Viele Hörer bewerten Eminems "Killshot" als Ende von Machine Gun Kellys Karriere. Dieser wähnt sich aber nur angeschossen und feuert zusätzlich zu seinem Disstrack "Rap Devil" weiter öffentlich gegen Eminem.

Wie genau Eminem seinen jungen Battlegegner lyrisch auszukontern gedenkt, haben wir uns an fünf Stellen genauer angesehen. Hier kommt der direkte Vergleich zwischen den Punches auf "Rap Devil" und Eminems Antworten auf "Killshot":

Bart und Alter

Im ersten Vers von "Rap Devil" reitet Machine Gun Kelly viel auf Äußerlichkeiten rum. Eminem trägt seit 2017 Bart - MGK ist offenbar kein Fan der Gesichtsbehaarung. Außerdem geht er auf Eminems Lebensalter ein und erklärt, dass Marshall Mathers trotz seiner 46 Jahre seinen Kram nicht alleine regeln könne. Der in der Line genannte Trick Trick ist ein Rapper aus Detroit und gehört zum Umfeld von Eminem. Er taucht auch im "Kamikaze"-Track "Not Alike" auf. Dort droht Eminem mit einem Anruf bei Trick Trick.

"Ayy, somebody grab him some clippers / His fuckin' beard is weird"

"About to be 46 years old, dog / Talkin' 'bout 'I'ma call up Trick Trick' / Man, you sound like a b*tch, b*tch / Man up and handle your sh*t"

Das Intro von "Killshot" macht sich größtenteils über die obigen Lines lustig. Eminem wiederholt die Bars von Machine Gun Kelly wohl, um dessen Wackness zu unterstreichen. MGK solle einfach seinen verdammten Mund halten und weniger rumweinen, wie ein Kleinkind. Untermalt wird dies noch von dem Producertag von IllaDaProducer. Bei diesem kommt nämlich eine Kinderstimme zum Einsatz.

"You sound like a b*tch, b*tch / Shut the fuck up! / When your fans become your haters / You done? / Fuckin' beard's weird / Alright / You yellin' at the mic, fuckin' weird beard / We doin' this once / You yellin' at the mic, your beard's weird / Why you yell at the mic?"

"Rap Devil": Machine Gun Kelly veröffentlicht Eminem-Disstrack

Von Michael Rubach am 16.09.2018 - 13:41 Machine Gun Kelly hat Eminems " Killshot" deutlich gehört. Über Twitter teilt er mit, was er von der Antwort auf " Rap Devil" hält: 2 weeks and 3 interviews later... #legshot #letstalkaboutit Wie in einem solchen Konflikt zu erwarten ist, zeigt sich MGK nicht gerade begeistert von der Leistung seines Battlegegners.

Rihanna

MGK belustigt sich über Eminems Stand beim weiblichen Geschlecht. Er sei einer der Typen, die Angst davor hätten, Frauen wie Rihanna nach ihrer Nummer zu fragen. Stattdessen würde Eminem nur mal den Regenschirm halten dürfen. Die Line und die Betonung spielen dabei auf den Rihanna-Hit "Umbrella" an.

"The type to be scared to ask Rihanna for her number / Just hold her umbrella-ella-ella"

Eminems geht nur kurz auf diese Unterstellung ein und spart trotzdem nicht an Details. Er erzählt, dass er äußerst guten Kontakt zur Sängerin pflege. Sie habe ihm gerade erst geschrieben und letzte Nacht hätte er einen Knutschfleck auf ihrem Nacken hinterlassen. Eminem gibt sich also keineswegs als schüchterner Junge, sondern als Superstar, der mit Superstars verkehrt.

"Rihanna just hit me on a text / Last night I left hickeys on her neck"

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Die Eminem-Verehrung

Machine Gun Kelly outet sich in "Rap Devil" als Fan von Eminem. Vielmehr noch: er bezeichnet Em sogar als "GOAT" (Greatest Of All Time). Dem eher unüblichen Lob folgen trotzdem Schüsse und weitere Jokes über Eminems Alter. Er sei so schwach, dass er nicht mehr aufstehen könne und müsse aufpassen keine Herzattacke zu bekommen.

"Yeah, I’ll acknowledge you’re the GOAT / But I’m The Gunner, b*tch, I got you in the scope / Don’t have a heart attack now / Somebody help your mans up / Knees weak of old age, the real Slim Shady can’t stand up!"

Eminem zeigt sich vewirrt von Machine Gun Kellys Diss, der mit Komplimenten angereichert ist. Ironisch entschuldigt er sich dafür, dass er noch keine Herzattacke bekommen habe und rappt, dass er auf seinem Heimtrainer "8 Mile" schauen würde. Auch amüsiert sich Eminem über den Fanstatus von Machine Gun Kelly. Er sei wie ein Stan (der Charakter aus Eminems berühmten Track "Stan", der sein Idol Eminem über alles stellt).

Eminem inszeniert als der Vater von MGK und verteilt scheinbar großzügig Geschenke und Autogramme. Am Ende der Zeilen kehrt Eminem zurück zu der Ansage, dass er einen eigenartigen Bart tragen würde. Er kontert diese Einschätzung damit, dass MGK einen ziemlich gefährlichen Namen besitzte, aber seine Frisur eher unpassend wäre:

"Wait, you just dissed me? I'm perplexed / Insult me in a line, compliment me on the next / Damn, I'm really sorry you want me to have a heart attack / Was watchin' '8 Mile' on my NordicTrack / Realized I forgot to call you back / Here's that autograph for your daughter, I wrote it on a Starter cap / Stan, Stan, son / Listen, man, Dad isn't mad / But how you gonna name yourself after a damn gun and have a man-bun?"

Eminem schlägt zurück: Disstrack "Killshot" gegen Machine Gun Kelly online!

Von Michael Rubach am 16.09.2018 - 13:41 Machine Gun Kelly hat Eminems " Killshot" deutlich gehört. Über Twitter teilt er mit, was er von der Antwort auf " Rap Devil" hält: 2 weeks and 3 interviews later... #legshot #letstalkaboutit Wie in einem solchen Konflikt zu erwarten ist, zeigt sich MGK nicht gerade begeistert von der Leistung seines Battlegegners.

Der junge Eminem

Machine Gun Kelly stellt sich in dieser Passage zunächst mit bürgerlichen Namen vor. Es unterstellt Eminems Fans, dass sie über die Jahre Machine Gun Kelly für sich entdeckt hätten. Das kratze an Eminems Ego. Machine Gun Kelly wechselt zudem noch in die Perspektive Eminems, der sich darüber ärgert, dass MGK jünger ist.

"Hello Marshall, my name's Colson / You should go back to Recovery / I know your ego is hurtin' / Just knowin' that all of your fans discovered me / He like, 'Damn, he a younger me [...]'"

Eminem hingegen hält MGK keineswegs für eine jugendliche Version seiner selbst. Er finde, dass Machine Gun Kelly die wacke Variante von ihm sei. Marshall Mathers wäre lieber 80 Jahre alt und er selbst als eine 20-jährige Ausgabe von MGK.

"Younger me? No, you're the wack me, it's funny but so true / I'd rather be 80-year-old me than 20-year-old you"

Die Hook

Im Refrain von "Rap Devil" zählt Machine Gun Kelly auf, was ihn alles so ankotzt. Da wären Eminems Mützen oder dessen Umgang mit dem Reichtum und der Berühmtheit. Falls das Reden nicht mehr helfen würde, könnte es brutal enden.

"I'm sick of them sweatsuits and them corny hats, let's talk about it / I'm sick of you bein' rich and you still mad, let's talk about it / Both of us single dads from the Midwest, we can talk about it / Or we could get gully, I'll size up your body / And put some white chalk around it"

Eminem bedient sich dieser Hook und benennt, was ihn so alles stört. Er hat nichts übrig für den Mumble Rap von MGK. Dieser müsse erstmal den Mund freibekommen, bevor er spricht. Hinzukommt, dass sich MGK wie eine Kopie von Marshall Mathers verhalte. Er könne gerne weiter bei Eminem lutschen, aber solle doch bitte seine Tochter Hailie aus dem Spiel lassen.

"I'm sick of your mumble rap mouth / Need to get the cock up out it / Before we can even talk about it / I'm sick of your blonde hair and earrings / Just 'cause you look in the mirror and think / That you're Marshall Mathers / Don't mean you are, and you're not about it / So just leave my dick in your mouth and keep my daughter out it"

Eminems "Killshot" steckt noch voller weiter Lines, die direkt auf Aussagen in "Rap Devil" Bezug nehmen. Slim Shady deutet viele Punches von Machine Gun Kelly um und nutzt sie zur eigenen Attacke.

Vielleicht schlägt Machine Gun Kelly auf seiner EP "Binge" nochmal zurück. Die Auseinandersetzung der beiden MCs ist sicherlich eines der unterhaltsamsten Battles der letzten Jahre. Eminems Breitseiten gegen die ganze Szene auf "Kamikaze" kannst du hier nachvollziehen:

Der Name ist Programm: Eminem rantet auf "Kamikaze" aus der King-Perspektive

Eminems neues Album "Kamikaze" ist offenkundig aus einem Gefühl der Wut heraus entstanden. Slim Shady ist zurück und nimmt keine Rücksicht auf Namen und Trends."I feel like I wanna punch the world in the f*ckin' face right now"Der erste Track "The Ringer" stellt direkt klar, was ihn dermaßen aufwühlt.

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Tyler, The Creator spricht über Eminems homophoben Diss auf "Kamikaze"

Tyler, The Creator spricht über Eminems homophoben Diss auf "Kamikaze"

Von Michael Rubach am 06.10.2019 - 18:47

Tyler, The Creator hat nach ungefähr einem Jahr zum ersten Mal ein wenig ausführlicher auf den Diss von Eminem auf dem "Kamikaze"-Track "Fall" reagiert. In einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian erzählt Tyler, wie er die homophobe Line gegen ihn wahrgenommen hat, die Eminem selbst im Nachhinein bereute.

Tyler, The Creator zockte GTA, als er Eminems Diss hörte

In der Zeile des Anstoßes bezeichnet Eminem, dem schon oft in seiner Karriere eine homophobe Einstellung nachgesagt wurde, Tyler als "f*ggot":

"Tyler create nothing, I see why you called yourself a f*ggot, b*tch / It's not just 'cause you lack attention / It's 'cause you worship D12's balls, you're sacrilegious"

Angesprochen auf die Line entgegnet Tyler, dass er bisher nicht über den Front gesprochen habe, da er so Eminems Erwartung erfüllt hätte. Eminems Reue scheint bei Tyler zudem keinen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. Er sagt, dass Eminem nur zurückgerudert sei, weil sich viele Menschen durch die Wortwahl angegriffen fühlten.

Der Name ist Programm: Eminem rantet auf "Kamikaze" aus der King-Perspektive

Eminems neues Album "Kamikaze" ist offenkundig aus einem Gefühl der Wut heraus entstanden. Slim Shady ist zurück und nimmt keine Rücksicht auf Namen und Trends."I feel like I wanna punch the world in the f*ckin' face right now"Der erste Track "The Ringer" stellt direkt klar, was ihn dermaßen aufwühlt.

Eine Szene, die Tyler schildert, lässt erahnen, wieso er "Fall" keine größere Bedeutung beigemessen hat. So beschreibt er die Situation, in der er das erste Mal von Eminems Diss Notiz nahm.

"Wir haben Grand Theft Auto gespielt, als wir das hörten. Wir haben zurückgespult und sagten: 'OH'. Und dann spielten wir weiter".

Es wirkt nicht so, als hätte Tyler sich viel aus der lyrischen Attacke gemacht. Ihm scheint es schlichtweg egal gewesen zu sein.

Eminem hat Tyler auch schon mal mehr als ein Schulterzucken abgerungen. Früher war der Odd Future-Mitbegründer sogar richtiger Fan. Zuletzt erläuterte er in einem Radiointerview, warum diese Phase vorläufig vorüber ist und er mit dem neuen Eminem-Sound nichts mehr anfangen kann.

Tyler, The Creator erklärt, warum er Eminems neue Musik nicht mehr fühlt

Tyler, The Creator hat in einem Interview bei Hot 97 dargelegt, wieso ihm der neuere Output von Eminem nicht mehr gefällt. Gegenüber Moderator Funkmaster Flex umreißt Tyler dabei seine persönliche Wandlung von einem großen Eminem-Fan zu einem eher kritischen Beobachter.


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