Millionenschwere Panne: Wie Banksys Schredder-Aktion eigentlich ablaufen sollte

Die Kunstwelt stand kurz Kopf als Banksys Werk "Girl with balloon" bei einer Auktion geschreddert wurde. Der ersten Fassungslosigkeit folgte schnell die Interpretation, dass es sich um einen cleveren Marketing-Coup handeln müsse.

Banksys Sicht der Dinge

Der Künstler selbst hielt sich bisher mit großen Statements zurück. Eine Woche später ist es ihm offensichtlich ein Anliegen, die unvollkommene Zerstörung zu erklären. In einem Director's Cut seiner Aktion zeigt der anonyme Streetart-Superstar, wie er sich sein Projekt eigentlich vorgestellt hat.

Shredding the Girl and Balloon - The Director's Cut

Uploaded by banksyfilm on 2018-10-17.

In vielen Kommentaren wurde Banksy zum Vorwurf gemacht, dass sich sein Werk absichtlich nur bis zur Hälfte zerstört habe. Damit dürfte der Wert des Kunstobjektes nämlich nur noch gestiegen sein. Auch die Käuferin des Bildes trat nicht von ihrem Millionen-Investment zurück. Ihr Schock währte nur kurz. Sie bedankte sich vielmehr dafür, dass sie so an ein "eigenes Stück Kunstgeschichte" gelangt ist.

Banksys Video soll nun einerseits verdeutlichen, dass es keine Absprachen mit dem Auktionshaus "Sotheby's" gab. Andererseits ist dem Künstler wichtig zu zeigen, dass er tatsächlich vorhatte, das gesamte Bild in seine Einzelteile zu zerschreddern.

Die unvollständige Zerstörung geht demnach auf eine Panne zurück. Am Ende des neuen Videos ist zu sehen, wie der umgebaute Rahmen ein Testbild komplett zerlegt. Auf Instagram positioniert sich Banksy folgendermaßen:

"Einige Leute dachten, es [das Bild; Anm. d. Red] wurde nicht geschreddert. Es wurde. Einige Leute dachten, die Mitarbeiter des Auktionshauses wären eingeweiht gewesen, sie waren es nicht."

. Shredding the Girl and Balloon - the Director's cut. Link in bio. Some people think it didn't really shred. It did. Some people think the auction house were in on it, they weren't.

Gefällt 985.7 Tsd. Mal, 12.9 Tsd. Kommentare - Banksy (@banksy) auf Instagram: „. Shredding the Girl and Balloon - the Director's cut. Link in bio. Some people think it didn't..."

War Banksy vor Ort?

In der FAZ ist ein Augenzeugenbericht zu dem Vorfall zu lesen, der Banksys Argumentation stützt. Die Autorin beschreibt dort, wie irritiert alle Anwesenden gewesen seien. Die Reaktionen der Kunstexperten im Saal schildert sie als "sichtlich schockiert".

Außerdem liefert die Zeugin Hinweise darauf, ob der Künstler selbst bei der Versteigerung zugegen war. Ein Mann mit Hut und Sonnenbrille habe die gesamte Aktion aus Nahdistanz gefilmt. Dabei könnt es sich um die Sequenz handeln, die letztendlich auf Banksys Instagram-Seite gelandet ist.

In dem Director's Cut zu "Shred The Love" ist nun zu erkennen, wie der Auslöser für den Schredder betätigt wird (Minute 02:05). Ob die Person tatsächlich im Saal war, ist dem Clip jedoch nicht zu entnehmen. Banksys Identität bleibt also weiterhin ein Mysterium, dem sich bisher nur angenährt werden konnte.

Identität endgültig enthüllt? Banksy soll ein berühmter Weltstar sein

Um Banksy beziehungsweise die geheime Identität des Künstlers ranken sich unzählige Mythen. Es gibt sogar wissenschaftliche Abhandlungen, die herausgefunden haben wollen, wer sich hinter den Werken verbirgt. Eine Theorie besagt, dass Banksy in Wirklichkeit ein ganzes Kollektiv - und nicht nur eine Person - sein soll.

Auf welchen Ebenen die Aktion von Banksy genial ist, kannst du hier nachlesen:

Kritik oder Teil vom Zirkus? Wieso Banksys Schredder-Aktion genial ist

An Banksy scheiden sich wieder mal die Geister: Freitagabend wurde ein Bild von ihm zuerst für über eine Million Pfund versteigert - und direkt im Anschluss zur Hälfte zerschreddert. Das Ganze hat übers Wochenende die Runde gemacht und für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt.

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Banksy spendet dem British Museum eine Fake-Banknote

Banksy spendet dem British Museum eine Fake-Banknote

Von David Molke am 04.02.2019 - 17:50

Banksy steht jetzt ganz offiziell in einer Reihe mit altehrwürdigen Künstlern. Wie der Guardian berichtet, gesellt sich eine Falschgeld-Banknote von Banksy zur Sammlung des British Museums in London.

Dieses Mal hat er sich nicht reingeschlichen und einfach eines seiner Werke aufgehängt. Nein, das von ihm schon 2004 erstellte Falschgeld wurde wohl von seinem Pest Control genannten Repräsentanten gespendet.

Banksy-Kunstwerk im Wert von $45.000 offenbar gestohlen

Banksy erfreut sich so großer Beliebtheit, dass die Leute ihre Finger nicht von seinen Kunstwerken lassen können. Im wahrsten Sinne des Wortes...

Banksy ist jetzt offiziell Teil des British Museums – mit Falschgeld

Die Banknote stellt selbstverständlich kein echtes Geld dar. Das Konterfei der verstorbenen Diana ziert die Blüte.

Das Kunstwerk hört passend dazu auf den Namen "Di-faced Tenner" und stammt von einer Banksy-Aktion aus dem Jahr 2004.

Statt "Bank of England" steht auf dem Geldschein "Banksy of England". Außerdem lautet das Motto "I promise to pay the bearer on demand the ultimate price".

Allerdings wird die Banknote wohl vorerst nicht ausgestellt, sondern geht einfach nur in die Sammlung des British Museums über.

Kritik oder Teil vom Zirkus? Wieso Banksys Schredder-Aktion genial ist

An Banksy scheiden sich wieder mal die Geister...

Banksys "Di-faced Tenner" stammt aus "Exit through the Gift Shop"

Gegenüber dem Guardian gibt ein Sprecher des British Museums an, dass man dort sehr glücklich über den Neuzugang in Form eines echten Banksys sei.

Es gebe eine lange Geschichte von Künstlern, die ihren Protest in der Form von Falschgeld oder Parodien von Banknoten ausgedrückt haben.

Die Geschichte hinter Banksys "Di-faced Tenner" kann in der Mockumentary "Exit through the Gift Shop" nachvollzogen werden.

Darin heißt es, Banksy habe insgesamt 1000 Banknoten angefertigt und begonnen, sie auf dem Reading-Festival zu verteilen.

Das Ganze wurde gestoppt, als die Besucher versucht haben sollen, mit den Geldscheinen an der Bar zu bezahlen.

Da sei Banksy erst bewusst geworden, dass man für das In-Umlauf-bringen von Falschgeld mit zehn Jahren Knast bestraft werden kann:

"It was like, holy sh*t, we just forged a million quid, and obviously for that you'd go to jail for ten years."

Wie findest du, dass Banksy-Werke an Museen gespendet werden?

Banksy fake banknote artwork joins British Museum collection

Piece depicts Princess Diana and was one of thousands of copies produced in 2004

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