Tyler, The Creator erklärt, warum er Eminems neue Musik nicht mehr fühlt

Tyler, The Creator hat in einem Interview bei Hot 97 dargelegt, wieso ihm der neuere Output von Eminem nicht mehr gefällt. Gegenüber Moderator Funkmaster Flex umreißt Tyler dabei seine persönliche Wandlung von einem großen Eminem-Fan zu einem eher kritischen Beobachter.

Tyler, The Creator denkt, dass Eminem zu sehr auf seine Fans hört

Bevor Tyler ausführt, wieso er keinen Zugang mehr zu Slim Shadys Kunst findet, verteilt er Props. Er erzählt, dass er Ems Album "Relapse" sehr mochte.

Nach negativen Kritiken habe sich Eminem dann dazu entschieden auf dem Folgealbum "Recovery", eine eher poppigere Richtung einzuschlagen. Dies sei eine Platte gewesen, die zum damaligen Zeitpunkt Eminems künstlerischen Mindstate entsprochen habe. Kommerziell ging der Plan vollends auf. Das Album mit Tracks wie "Love The Way You Lie" konnte weltweit mehr als 15 Millionen Einheiten absetzen. Die Fans, die Eminem jedoch für den düsteren Style liebten, den er auf "The Marshall Mathers LP" etabliert hat, forderten vermehrt ihren alten Helden zurück.

"The Marshall Mathers LP" ist Eminems bestes Album

Eminems Album "The Marshall Mathers LP" hat heute Geburtstag. Im Jahr 2000 ist die dritte Soloplatte des Rappers erschienen und quasi sofort zum Klassiker avanciert. Mittlerweile zählt "MMLP" nicht nur zu den erfolgreichsten Rapalben überhaupt, sondern wird auch als eines der besten Rap-Alben generell gefeiert.

Mit "The Marshall Mathers LP 2" gab Eminem scheinbar diesem Wunsch nach und probierte, einen Moment seiner Karriere wieder aufleben zu lassen. An diesem Punkt setzt Tylers Kritik an. Für ihn scheint es so, als folge Eminem nicht mehr seinem eigenen künstlerischen Antrieb, sondern richte sich nach Meinungen in Kommentarspalten. Auch Ems "Kamikaze" war eine Reaktion auf die eher verhaltene Resonanz auf das Album "Revival". Wenn es nach Tyler geht, sollte ein Künstler nur auf sich selbst hören und bereits betretene Pfade nicht noch einmal einschlagen.

"Wenn Menschen zurückgehen, ist das der größte Schwachsinn. Mach das, wonach du dich wirklich fühlst!"

Dazu sei noch gesagt: Das Verhältnis von Eminem und Tyler unterliegt gewissen Spannungen. Auf dem Szenerundumschlag "Kamikaze" teilte Em auch gegen Tyler aus und bezeichnete den Odd Future-Gründer auf dem Track "Fall" als "f*agot".

Später räumte Eminem ein, mit dieser verbalen Entgleisung übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Tyler, The Creator hatte im Vorfeld Eminems Song "Walk on Water" auf Twitter als "schrecklich" tituliert.

Tyler, The Creator nennt Jay-Zs "4:44" als Gegenbeispiel

Als Beispiel für die künstlerische Weiterentwicklung eines gestandenen Rapstars gibt Tyler die Platte "4:44" von Jay-Z an. Der New Yorker Legende sei es gelungen, sich nicht zu wiederholen und einen Reifeprozess abzubilden.

"Das ist ein Album, das sich detailliert damit auseinandersetzt, was in seinem Leben abgeht. Und zwar aus einer Perspektive, die sonst niemand haben kann."

Tyler selbst möchte sich auf gar keinen Fall nach seinen Fans richten müssen. Er will die Musik veröffentlichen, die er persönlich für wertvoll hält. Im Interview ergänzt Tyler noch, dass er mit seinen Ansichten auch vollkommen daneben liegen könne. Er spreche einfach aus der Sicht eines Fans. Eine Evolution seiner Musik ist ihm hingegen kaum in Abrede zu stellen. Zwischen seinem Erstling "Bastard" und seiner aktuellen Plate "Igor" hat sich künstlerisch einiges abgespielt.

Tyler, The Creator - Igor

Tyler, The Creator - Igor - Am 17 Mai, 2019 - 00:00 erscheint Tyler, The Creator - Igor. Nach seinem Grammy-nominierten letzten Album "Flower Boy" veröffentlicht Tyler, The Creator am 17. Mai seine neue Platte "Igor".

Das gesamte Interview von Tyler, The Creator mit Funkmaster Flex kannst du hier sehen:

Tyler The Creator And Funk Flex Have an Honest Conversation Plus #Freestyle128

Tyler The Creator, and get past some issues.....After an Honest Conversation He Drops #Freestyle128 SUBSCRIBE: http://bit.ly/HOT97Subscribe Follow us: INSTAGRAM: https://www.instagram.com/hot97 TWITTER: https://twitter.com/HOT97 FACEBOOK: https://www.facebook.com/HOT97OFFICIAL

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Der Beef mit Eminem war ein großer Fehler, sagt Evidence

Der Beef mit Eminem war ein großer Fehler, sagt Evidence

Von David Molke am 13.08.2019 - 17:45

Falls du nicht wusstest, weißt du jetzt: Eminem und Evidence hatten mal Beef. Klingt komisch, ist aber so. Die beiden Rapper haben sich gegenseitig sogar mit waschechten Disstracks gedisst. Evidence von den Dilated Peoples erinnert sich jetzt in einem Interview mit Talib Kweli an den Beef mit Eminem und erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Everlast ist offenbar Schuld am Beef zwischen Eminem & Evidence

Wie ist der Beef entstanden? Wie Evidence im Gespräch mit Talib Kweli erklärt, war das Ganze fast schon ein Missverständnis, "ein großer Fehler". Everlast habe Eminem ohne Vorwarnung auf dem Remix zum Dilated Peoples-Track "Ear Drums Pop" gedisst.

Den meisten Anwesenden (Defari, Phil Da Agony und Planet Asia) sei zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht einmal klar gewesen, was da eigentlich gerade passiert sei. Evidence habe erst im Nachhinein realisiert, dass Everlast auf dem Track gegen Slim Shady gefeuert hatte und auch noch seine Tochter Hailie erwähnt.

Eminem wehrt sich mit D12-Disstrack gegen Everlast & Dilated Peoples

Eminem ließ den Diss nicht auf sich sitzen: Im Gegenteil, er hat direkt einen ganzen Disstrack gegen Everlast gedroppt. Darin geht es auch gegen Dilated Peoples und vor allem auch gegen Evidence. Das erklärt sich der Rapper dadurch, dass er vorher mit Eminem und Madchild gechillt habe.

Offenbar habe Eminem es ihm übel genommen, dass er den Diss von Everlast nicht verhindert habe. Zumindest vermutet das das Dilated Peoples-Mitglied und erklärt, es sei höchst unangenehm gewesen, von Eminem gedisst zu werden. Vor allem zu diesem Zeitpunkt, als Eminem quasi auf dem Höhepunkt seiner Karriere und Bekanntheit war.

"Getting dissed by Eminem in the prime of his career – it was not cool."

Evidence reagiert mit eigenem Eminem-Diss "Search for Bobby Fisher"

Evidence sei sogar in einem Coffee Shop von der Angestellten auf seinen Beef mit Eminem angesprochen worden. Als die fragte, was er jetzt tun werde, ging er ins Studio und nahm einen eigenen Disstrack gegen Eminem auf.

Der Song sei sogar recht gut für die damaligen Verhältnisse gewesen. Unter anderem, weil Evidence jemanden in Detroit kannte, die einige Details über Eminem ausplauderte. Für seinen Disstrack gegen Eminem habe er dann zumindest Respekt bekommen.

Die Antwort von Eminem darauf sei schlechter gewesen, sagt Evidence:

"I thought I did good. I said some good shit. I just had some more info because he famous and I knew some girl in Detroit who knew things and she snitched on a bunch of little things, and he hit me back with another diss and it wasn't that good."

Ende gut, alles gut? Der Beef hätte anscheinend nicht besser laufen können

Der nächste Disstrack von Eminem sei in erster Linie nur gegen Everlast gerichtet gewesen. Der Streit wurde laut Evidence dann mit Hilfe von Proof (RIP) und Bizarre beigelegt. Im Endeffekt hätte es kaum besser laufen können für das Dilated Peoples-Mitglied.

Er sei nicht davor zurückgeschreckt, Eminem zu dissen. Dafür habe er Respekt gezollt bekommen und ansonsten sei nichts Schlimmes passiert.

"That thing couldn't have worked out any f*cking better. Nothing really happened. I got to get respect for not backing down from somebody who was Godzilla and that was f*cking it."

Das bisher letzte Album der Dilated Peoples "Directors of Photography" hat gestern seinen fünften Geburtstag gefeiert. In unserem Interview mit Evidence hat er allerdings keine allzu großen Hoffnungen auf ein neues Werk der Gruppe gemacht:

"Niemand sagt mir, was ich zu tun habe": Evidence über persönliche Krisen, Vaterschaft & "Weather Or Not" (Interview)

Evidence besitzt die Fähigkeit, mit seinen Texten Menschen zu berühren, ohne uncool zu sein. Er rappt vielleicht nicht besonders schnell oder mit besonders komplexen Reimen, aber dafür aus Überzeugung und tiefstem Herzen. Offenheit, Intelligenz und ein unheimlich exaktes Sprachgefühl sprühen aus jeder Zeile. Dabei scheut das Dilated Peoples-Mitglied auch nicht vor düsteren Themen zurück.


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