Sido bringt Def Jam Germany zurück

Bereits im letzten Jahr offenbarte Sido bei uns im Interview, dass er Bozza auf einem neuen Label gesignt habe. Es komme "noch 'ne Bombe, die platzen wird."

Der Teaser zur Bozza-Single "Schon wieder" legt nun offen, was Sido damals noch unter Verschluss gehalten hat. Er bringt tatsächlich Def Jam Germany zurück – ein Label, das für viele als eines der größten Missverständnisse in der Deutschraphistorie im Gedächtnis geblieben ist.

Sido präsentiert Bozza als erstes Signing bei Def Jam Germany

Sowohl Sido als auch DJ Desue sind aktuell mit dem Logo von Def Jam Germany bei Instagram unterwegs. Für die Wiederbelebung des Labels hat sich Sido einen Künstler ausgesucht, der kürzlich bereits für seine Mitarbeit an Shirin Davids Single "90-60-111" einen Nummer-1-Award in die Kamera halten konnte. Auch reezy spricht in höchsten Tönen von dem Hamburger. Bozzas Zeit bei Def Jam Germany beginnt also mit einer ordentlichen Portion Rückenwind.

Ableger von Def Jam scheitert in Deutschland

Das New Yorker Label Def Jam, das 1984 von Rick Rubin und Russel Simmons gegründet wurde, steht eigentlich für Erfolg. Ob Kanye West, Rihanna, die Beastie Boys oder Run DMC – mit seinen Signings ist Def Jam, zu einer der ikonischsten Labelmarken überhaupt avanciert. Der deutsche Ableger konnte sich auch nie ansatzweise diesen Status erarbeiten. Hier installierte man im Mai 2000 den Manager der Fantastischen Vier als Mann an der Spitze. Andreas 'Bär' Läsker sollte dafür sorgen, dass der Laden auch hierzulande läuft.

Deutschrap feierte um die Jahrtausendwende mit Acts wie den (damals noch Absoluten) Beginnern, Freundeskreis oder den Massiven Tönen enorme kommerzielle Erfolge. Es herrschte Goldgräberstimmung. Def Jam Germany bekam allerdings kaum einen Nugget zu Gesicht. Solche Aussagen in Branchenblättern verdeutlichen sehr gut, warum es zwischen Andreas Läsker und der Deutschrapwelt nicht so wirklich funken wollte.

"Der deutsche HipHop steckt in einer Krise. Das hat meiner Meinung nach zwei Gründe: Rein inhaltlich interessiert es hunderttausende potenzielle Konsumenten nicht, was irgendwelche inzestuösen, auf Sofas kiffende Spastiker sich gegenseitig zu erzählen haben. Trotz der vielen Silben ist ihr Zeug leider sehr einsilbig. Zum zweiten ist es für HipHop-Fans extrem cool, keine CDs zu kaufen, sondern sie zu klauen oder zu brennen."

Mit in Vergessenheit geratenen Acts wie Phillie MC oder Glanz FX wurde das Label relativ flott an die Wand gefahren. Auch aussichtsreichere Künstler wie Konkret Finn, die Spezializtz oder Pyranja konnten den Untergang von Def Jam Germany nicht stoppen. Im Sommer 2002 war der Spuk schon wieder vorbei. Die deutsche Division von Def Jam stellte den Betrieb ein.

Def Jam Germany ist Geschichte

Gerüchte darüber, dass die deutsche Division von Def Jam keinen Erfolg hätte kursieren schon länger. Nun ist auch dieses Gerücht keines mehr. V.a. die mittelmäßig bis schlechten Releases (einige wenige wie z.B. Pyranja ausgenommen) sorgten für extrem schlechten Ruf von DefJam Germany innerhalb der Szene.

Knapp 18 Jahre später nimmt sich Sido offenbar vor, die Geschichte des Labels auf positive Weise fortzuschreiben. Für einen besseren Ausgang der neuen Phase von Def Jam Germany spricht, dass Sido mit einem ganz anderen Rapverständnis an das Projekt herangehen dürfte, als es 'Bär' Läsker seinerzeit tat. Es wird spannend zu beobachten sein, ob es dem Berliner Urgestein gelingt, das vormals gescheiterte Label in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Sido über sein Bozza-Signing auf dem neuen Label Def Jam Germany

Von Michael Rubach am 21.05.2020 - 11:40 Bereits im letzten Jahr offenbarte Sido bei uns im Interview, dass er Bozza auf einem neuen Label gesignt habe. Es komme "noch 'ne Bombe, die platzen wird." Der Teaser zur Bozza-Single "Schon wieder" legt nun offen, was Sido damals noch unter Verschluss gehalten hat.

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Moonboys Entertainment: Nimo gründet eigenes Label

Moonboys Entertainment: Nimo gründet eigenes Label

Von Michael Rubach am 24.01.2021 - 12:42

Nimo hat zusammen mit seinem Geschäftspartner Tamim Amiri ein eigenes Indie-Label gegründet. Bereits die am Freitag erschienene Kollabosingle mit PzY "Wo du" erschien über Moonboys Entertainment.

Nimo erfüllt sich mit Moonboys Entertainment einen Traum

Nimo beschreibt auf Instagram den Schritt zur Labelgründung als "eine neue Reise". Fünf Jahre nachdem er mit seinem Tape "Habeebeee" in die Szene platzte, betritt der 25-Jährige nun Neuland. Er will seine Erfahrungen weitergeben und selbst Talente formen und fördern. Zur Labelgründung sagt Nimo:

"Mit Moonboys Entertainment erfülle ich mir einen Traum. Und ich habe die besten Leute um mich herum, die mich dabei unterstützen! So wie ich selbst vor Jahren eine Chance bekommen habe, die mein Leben verändert hat, möchte ich diese Chance nun auch anderen Talenten geben."

Wie der frisch gelaunchten Website von Moonboys Entertainment zu entnehmen ist, suchen die Verantwortlichen nicht nur nach aussichtsreichen Rapper*innen. Ebenso sind andere Talente gefragt:

"Moonboys Entertainment bietet eine Plattform für Kreative aller Art, egal ob Deutschrapper oder Popkünstler, Produzent oder Influencer. Einziges Kriterium: Der Vibe muss stimmen."

Der Mond im Labelnamen steht dabei stellvertretend für einen Ort "ohne Diskriminierung". Was dort nicht vorkommt: "Entscheidungen aufgrund von Hautfarbe, Gesten, Sprache oder Glauben". Letztes Jahr veröffentlichte Nimo ein Video zum Track "To The Moon", das die gleiche Message transportiert – keine Chance für Hass und Diskriminierung von Minderheiten.

Nimo - To The Moon [Video]

Nimo fliegt mit seiner neuen Single "To The Moon". Dort regiert die Liebe. Mit dem Song möchte der 24-Jährige ein Zeichen gegen Rassismus und die Diskriminierung von Minderheiten setzen. Die Botschaft ist klar: Wir sind alle eins. Für den clubbigen Beat zeigt sich wie gewohnt PzY verantwortlich.

Schon 2019 sah es für Außenstehende kurz so aus, als hätte Nimo mit Lebenslange Loyalität sein eigenes Label an den Start gebracht. Dieser Eindruck täuschte jedoch. Nimo stellte klar, dass es nicht um Label, sondern vielmehr um eine Bruderschaft handele, bei der niemand an dem anderen verdiene. Inzwischen ist LL vor allem als Merchandise Marke präsent.


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