Niemand hat 2018 mehr Alben als Eminem verkauft

Nicht Drake, nicht Travis Scott, nicht Post Malone, sondern Eminem hat 2018 so viele Alben wie kein anderer Künstler in Amerika verkauft. Das geht aus einem Report von BuzzAngle-Music hervor. Abseits des Streaming-Marktes spielt Eminem in seiner eigenen Liga.

"Kamikaze" allein reicht noch nicht

Schaut man allein auf die Verkaufszahlen von "Kamikaze" liegt Eminem zunächst nicht an der Spitze. Hinter zwei Film-Soundtracks ("The Greatest Showman" und "A Star is Born") sowie Justin Timberlakes Album "Man of the Woods" rangiert Eminems Szene-Rundumschlag auf Platz #4. Demnach wurden 373.067 Einheiten abgesetzt.

An die Spitze mit dem Back-Katalog

Da Eminem nicht erst seit gestern Musik macht, hat er natürlich weitaus mehr anzubieten als ein Album. Auch die Verkäufe der anderen Alben aus der langen Diskografie Eminems fließen in die Zählung mit ein. Ende 2017 veröffentlichte Eminem bekanntlich das Album "Revival", das sich 2018 noch gut verkauft haben dürfte.

Die Summe aus sämtlichen Albumverkäufen Eminems liegt im letzten Jahr bei 755.027. In einer ähnlichen Region bewegen sich nur noch Künstler aus anderen Genres. Auf den weiteren Plätzen folgen nämlich keine Rapkünstler, sondern die K-Pop-Band BTS (603.307) sowie Singer-Songwriter Chris Stapleton (577.287).

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Drake dominiert das Streaming

Unter einer anderen Berechnungsgrundlage befindet sich Eminem jedoch nicht mehr auf der #1. Insofern nicht ausschließlich die tatsächlichen Verkäufe zählen, sondern die Streaming-Ergebnisse mit einbezogen werden, sind die üblichen Verdächtigen auf dem Treppchen zu finden.

Drake thront hier über allem und auch Post Malone sowie XXXTentacion haben insgesamt mehr Einheiten ihrer Musik absetzen können als Eminem. Die drei erstgenannten Künstler bedienen dabei vorrangig ein Publikum, das zu Streaming ein natürliches Verhältnis hat. Viele Fans von Eminem scheinen hingegen noch zum Kauf einer traditionellen CD oder zum Download zu tendieren.

Auch Eminem ist ein Freund klassischen Materials und gab jüngst eine Liste mit seinen Lieblings-Disstracks bekannt:

"12 Days of Diss-Mas": Eminem nennt die größten Disstracks aller Zeiten

Eminem ist ein Großmeister des Dissens. Das braucht er niemanden mehr zu beweisen. Allein sein letztes Album " Kamikaze" war ein einziger großer Mittelfinger an die Szene. Auch der " Killshot" gegen Machine Gun Kelly zeigte Eminems Liebe für das musikalische Austeilen. Welche Disstracks Slim Shady als Rapfan feiert, erzählte er nun auf seinem hauseigenen Radiosender Shade45.

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50 Cent verteidigt Eminem gegen Kritiker

50 Cent verteidigt Eminem gegen Kritiker

Von Michael Rubach am 20.05.2019 - 13:36

Wer Eminem öffentlich als "wack" bezeichnet, muss damit rechnen, Gegenwind zu ernten. US-Rap-Altmeister Lord Jamar bekam für eine solche Einschätzung nun prompt eine Breitseite von Eminems Buddy und Social-Media-Profi 50 Cent.

Lord Jamar und seine Kritik an Eminem

Schon in mehreren Interviews hat sich Lord Jamar über Eminems Status im Rapgame ausgelassen. Zuletzt stellte er bei RapMatic klar, warum er Eminem keinesfalls als König des Games akzeptieren kann:

"Meine Sache mit Eminem - und ich hasse es, seinen Namen ins Gespräch zu bringen - ist, dass du niemanden zum König ernennen und dabei das wahre Königreich ausklammern kannst. [...] Weiße Menschen werden Eminem als König betiteln, weil er die meisten Platten verkauft. [...] Aber wenn wir uns das alltägliche Leben der schwarzen Leute anschauen, von den Menschen, die die Urheber von Hiphop sind, dann hören wir verdammt nochmal nicht Eminem. Wir hören nicht Eminem."

Für Eminems Wortspiele und Reimketten hat Lord Jamar ebenso wenig übrig. Es habe alles keinen Bezug zur Realität der schwarzen Community.

"Kann er Worte zusammentun? Ja, aber nicht nur das ist Hiphop. Wer schert sich darum, wenn der Inhalt scheiße ist. Wer schert sich darum, wie gut du 'cat', 'rat', 'bat', 'hat' zusammentun kannst? Wenn du darüber sprichst, dass du deine Mutter schlägst und Pillen nimmst und dieses Zeug hat das mit meiner Lebenswirklichkeit nichts zu tun, warum sollte es mich kümmern, wie gut du rappen kannst?"

LORD JAMAR: "F*** EMINEM, HE'S WACK!!" | RAPMATIC

RapMatic Presents: "Battle Code" the only platform bringing the Battle Rap culture directly to you in high quality, giving you raw in-depth interviews from an unbiased point of view with the hottest battle rappers in the world today. New full episodes are exclusively on Patreon. Hosted by: Bosschick Raine.

50 Cent verteidigt Eminem auf Instagram

50 Cent ist kein Unschuldslamm und immer für eine Schmutzkampagne oder extreme Trollmoves gut. Er ließ sich daher nicht lange bitten und betitelte Lord Jamar auf einem eher unvorteilhaften Foto als "Clout Chaser" – also als jemanden, der sich am Fame anderer Personen hochziehen will.

Lord Jerome better sit his ss down, I thought you died already Ngga. Get the fck outta here you ain't Grand Puba anyway. I'm gonna need a bum ss ngga in one of my shows.I'll be reaching out shortly. #lecheminduroi #bransoncognac

262.6k Likes, 21.7k Comments - 50 Cent (@50cent) on Instagram: "Lord Jerome better sit his ass down, I thought you died already Nigga. Get the fuck outta here..."

Außerdem schrieb 50 Cent, dass er angenommen habe, dass Lord Jamar schon tot sei. Auch ein nicht allzu verlockendes Job-Angebot gab Fiddy auf Instagram ab. Sobald er einen Versager für seine Shows benötige, werde er sich bei Lord Jamar melden.

Lord Jamars letztes Solo-Release war "The 5% Album" aus dem Jahr 2006. Mit der Gruppe Brand Nubian feierte er vor allem in den Neunzigern Erfolge. Zuletzt trat Lord Jamar vermehrt als Schauspieler in Serien-Produktionen in Erscheinung ("Elementary", "Person of Interest", "The Night Of" uvm.).

Eminem antwortete Lord Jamar auf "Kamikaze"

Auf dem "Kamikaze"-Track "Fall" reagierte Eminem bereits auf die wiederholt geäußerten Vorwürfe Lord Jamars. Eminem betrachtet sich dort keinesfalls als jemand, der sich an der schwarzen Kultur zum persönlichen Vorteil bedient. Das Gegenteil sei der Fall: Er beschreibt sich als fester Bestandteil und Förderer der Szene.

"And far as Lord Jamar, you better leave me the hell alone / Or I'll show you an Elvis clone / Walk up in this house you own, thrust my pelvic bone / Use your telephone and go fetch me the remote / Put my feet up and just make myself at home / I belong here, clown! Don't tell me 'bout the culture! / I inspired the Hopsins, the Logics, the Coles, theSeans, the K-Dots, the 5'9"s, and oh / Brought the world 50 Cent, you did squat, piss and moan / But I'm not gonna fall… b*tch! (yeah)"

Lord Jamar hingegen sei ein "clown". Dieser solle keine Ansagen über die Kultur machen. Eminem habe Rapper wie Hopsin, Logic, J. Cole oder Kendrick Lamar inspiriert. Auch 50 Cent sei erst durch Eminem auf die große Rapbühne gebracht worden. Solche Leistungen sind aus Eminems Sicht bei Lord Jamar nicht zu entdecken.

Diese Art und Weise der Kritik an Eminem ist dennoch nicht neu. Lord Jamar wählte nur die bisher drastischsten Worte. Der Detroiter Rapper Sada Baby und Gucci Mane argumentierten in letzter Zeit ähnlich. Auch sie erkannten auf Nachfrage in Eminem nicht den übermächtigen "Rap God". Als Grund führten sie ebenfalls die fehlende Verankerung im Alltag der schwarzen Community an.

Eminem gehört laut Sada Baby nicht zu Detroits Top 5

Eine Top 5 der besten Rapper Detroits ohne Eminem kann es gar nicht geben? Doch - wenn es nach dem aufstrebenden Detroit-Artist Sada Baby geht. In seiner Musikwelt hat Eminem nur bedingt Platz. Sada Baby kommt selbst aus der Motorstadt im Bundesstaat Michigan und hat mit "Bloxk Party" letztes Jahr einen kleinen Hit hingelegt.

Eminem ist nicht der King of Rap, meint Gucci Mane

Die Frage nach dem King of Rap ist wohl so alt wie die Rapgeschichte selbst. In der Rickey Smiley Morning Show bekam sie Gucci Mane gestellt. Genau genommen wurde er dort gefragt, ob er Eminem für den aktuellen King of Rap halte.Der selbsternannte Trap God antwortete dem Moderator:"Da musst du schon mit einem besseren Namen kommen."


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