Manuellsen mit Statement zu Gerichtsprozess mit Animus: "Wollte mich in den Knast bringen"

Die Informationslage zu Manuellsens Auftritt vor Gericht war bisher eher übersichtlich. Dass der König im Schatten zu einer Bewährungsstrafe für seine letztjährige Attacke auf Animus verurteilt worden ist, schien jedoch einigermaßen gesichert. Nun hat Manuellsen ein langes Statement zu dem Gerichtsprozess folgen lassen, bei dem auch Animus selbst zugegen gewesen sein soll.

Manuellsen vs. Animus: 2 Versionen der Geschichte

Ein Streit zwischen Manuellsen und Animus fand vor über einem Jahr ein unrühmliches Ende in einer körperlichen Auseinandersetzung. Ein Video, das Animus offenbar bewusstlos zusammengesackt auf einem Stuhl zeigt, ließ zudem keinen Zweifel daran, dass sich der Konflikt auf unschönste Art und Weise zugespitzt hat.

Manuellsen erzählt in einem Live-Stream, dass er sich vor Gericht direkt schuldig bekannt habe. Er habe drei Backpfeifen an seinen ehemaligen Freund verteilt. Das erwähnt er gleich mehrfach. Weitere Aussagen zu dem gesamten Vorgang hätte er nicht getätigt. Das hieße: keine Angabe zu dem Motiv oder möglichen Mittätern. Der Ruhrpottler fasst es so zusammen:

"Ich hab' gehauen. Ganz einfach."

Als schließlich Animus den Zeugenstand betreten habe, sei Manuellsen auch ein ihm bekannter Anwalt aus Berlin aufgefallen. Die Vermutung liegt nahe, dass Manuellsen hier auf den juristischen Beistand von Bushido anspielt. Im Gegensatz zu ihm selbst sei Animus bereit gewesen, reichlich Angaben zum Tathergang zu machen – und zwar solche, die dazu geführt hätten, dass der passionierte Motorradfahrer einen innerlichen "Hassanfall" erlitten habe.

Animus Version der Auseinandersetzung unterscheidet sich laut Manuellsen nämlich vor allem in einem wichtigen Detail von seiner Darstellung. So sei gemäß Animus über die drei Backpfeifen hinaus auch ein Messer zum Einsatz gekommen. Des Weiteren soll Bushidos "CCN4"-Partner geschildert haben, wie es ihm trotz Bewusstlosigkeit gelungen sei, wahrzunehmen, dass Manuellsen mit einem Messer auf seinen Kopf geschlagen habe. Diese Beschreibung des Ablaufs hätte selbst die Richterin skeptisch gemacht. Manuellsen deutet diese Zeugenaussage seines ehemaligen Weggefährten so:

"Er wollte mich in den Knast bringen. Er wollte aus drei Backpfeifen einen versuchten Totschlag machen."

Die Erklärungen der anderen vorgeladenen Zeugen stuft Manuellsen hingegen als "korrekt" ein. Diese hätten auch nichts von einem Messer berichtet. Dadurch, dass Manuellsen sich eher schweigsam präsentiert habe, sei es der Richterin nicht möglich gewesen, ein niedriges Strafmaß anzusetzen. Manuellsen wurde zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er deutet jedoch an, eventuell in Berufung gehen zu wollen.

Zum Schluss seines Statements erteilt Manuellsen der Rapszene noch einen Ratschlag: So solle man Provokationen von "diesen Jungs" – mutmaßlich ist hier Ersguterjunge gemeint - einfach ignorieren. Deren neuer Drip sei es, Leute in den Knast zu bringen zu wollen.

Seine gesamte Sicht auf den Prozess hat Manuellsen als IGTV-Video online gestellt. Hier kannst du es sehen:



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Prozess gegen Gzuz: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe

Prozess gegen Gzuz: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe

Von Michael Rubach am 09.09.2020 - 14:41

Im Prozess gegen Gzuz plädiert die Staatsanwaltschaft für eine Freiheitsstrafe. Dem Hamburger Rapstar könnten 14 Monate im Gefängnis bevorstehen – eine weitere Bewährungsstrafe ist für den Staatsanwalt keine Option. So berichtet es unter anderem der Spiegel.

Gzuz entschuldigt sich für sein Verhalten

Bevor die Verhandlung am gestrigen Dienstag am Hamburger Amtsgericht fortgesetzt wurde, ließ Gzuz offenkundig über seinen Anwalt mitteilen, dass er sein Benehmen am vergangenen Prozesstag bereue. Gzuz flog Mitte August aus dem Gerichtssaal. Der 187er "bedauert sein Verhalten". Die damalige Befragung seiner Verlobten habe ihn sehr verärgert – das rechtfertige seinen Auftritt jedoch nicht.

Diese Entschuldigung verhindert nicht, dass die Staatsanwaltschaft einen ziemlich eindeutigen Standpunkt einnimmt: Sie hält Gzuz in sämtlichen Anklagepunkten für schuldig. Ihm wird unter anderem Waffenbesitz, Drogenbesitz sowie versuchter Diebstahl vorgeworfen. Eine Strafanzeige wegen Körperverletzung wurde während der Verhandlung zurückgezogen. Die Staatsanwaltschaft könne im Hinblick auf die ständigen Konflikte von Gzuz mit dem Gesetz zudem keine positive Sozialprognose stellen. Selbst bei laufender Bewährung werde der 187er immer wieder straffällig.

Gzuz' Verteidiger argumentiert - ebenfalls in allen Anklagepunkten - für einen Freispruch. Der Anwalt erkennt darüber hinaus eine gewisse Ungleichbehandlung, die auf die Prominenz und auf das Image seines Mandanten zurückzuführen sei: "Bei jedem anderen im Saal wäre ein solches Verfahren eingestellt worden". Diverse Zeugen haben während der Verhandlung zu Gunsten von Gzuz ausgesagt.

Gzuz wegen Drogen & Waffen vor Gericht: Zeugen entlasten ihn

Dritter Verhandlungstag für Gzuz: Das 187 Strassenbande-Mitglied hatte heute erneut ein Gastspiel vorm Amtsgericht Hamburg. Dabei sorgten zwei ungeladene Zeugen für ordentlich Wirbel, wie Tag24 berichtet. Der Richter fühlte sich gar wie "bei RTL2". Was wird Gzuz vorgeworfen? Einiges.

Das verdient Gzuz offenbar im Monat

Wie die Hamburger Morgenpost ausbreitet, soll Gzuz durchschnittlich 100.000 Dollar im Monat allein vom Major Universal erhalten. Seit der Corona-Pandemie seien die Zahlungen des Labels außerdem "exorbitant in die Höhe geschnellt". Des Weiteren hebe der Rapper regelmäßig mehrere tausend Euro Bargeld ab.

In Anbetracht einer möglichen Geldstrafe ist eine solche Offenlegung der Einkommensverhältnisse von Bedeutung. Der Richter habe den Tagesverdienst von Gzuz nach dem Checken der Kontodaten und abzüglich der Steuern sowie Management-Kosten schließlich auf 1.000 Euro geschätzt. Der Anwalt von Gzuz stellt eine abweichende Rechnung auf. Er gehe eher von 700 Euro aus.

Ein Urteil in dem Prozess soll am 29. September fallen.


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