Wie Dieter Bohlen Jumpas "Cherry Lady"-Remake "eiskalt" nachgebaut hat

Producer Special bei Apple Musics HYPED Radio: Aria Nejati begrüßt Jumpa zum Interview. Der in Berlin ansässige Produzent droppte allein in den letzten Wochen Singles mit Artists wie Samra, Zuna oder badmómzjay. Im Talk (hier anhören) spricht er nun über seine ersten musikalischen Gehversuche, den Auslöser für seine Deutschrap-Faszination und über Dieter Bohlens wilde Moves im Nachgang von Capital Bras Cover-Version von "Cherry Lady".

Remake vom Cover: Dieter Bohlen baut "Cherry Lady" im Jumpa-Style

Obwohl Jumpa erst 25 ist, produziert er seit zehn Jahren für Künstler*innen im Deutschrapkosmos. So hat er auf Fards Album "Invictus" 2011 bereits zwei Beats platzieren können. Jumpa-Produktionen finden bundesweit in der Szene Anklang. Vom "Outro" auf Farid Bangs "Asphalt Massaker 3" bis zu "High Life" auf dem "Sampler 4" der 187 Strassenbande – Jumpa, make it jump. Kein Wunder, dass sich auf seiner kommenden EP "Make It Jump" unter anderem Zuna, Samra, badmómzjay und Vega tummeln. Der Beat zur Auftaktsingle von badmómzjays Debütalbum "badmómz." geht ebenfalls auf das Konto von Jumpa.

Auch mit Capital Bra hat er schon für verschiedene Songs zusammengearbeitet. Das von Jumpa produzierte Cover von "Cherry Lady" ist inzwischen Platin gegangen. Davon dürfte jedoch vor allem Dieter Bohlen profitieren. Der Pop-Titan hält laut Jumpa die gesamten GEMA-Rechte. Ebenso hat der Modern Talking-Gründer offenbar ganz genau hingeschaut, wie heutzutage Musik entsteht. Die Inspiration für ein weiteres Dieter Bohlen-Remake des Songs liegt für Jumpa auf der Hand.

"Ich hab auch mal mit ihm telefoniert. Ich hab, glaube ich, ein zwölftel Aufführungsrecht. Es ist ein Witz einfach. Viel krasser ist aber, dass Dieter dann irgendwann noch einmal eine eigene 'Cherry Lady'-Version releast hat und meinen Beat eins zu eins nachgebaut hat. Und ich da auch nix machen konnte, weil er die GEMA hat. Er hat eins zu eins meine Chord Progression nachgebaut. Eiskalt."

Jumpa über seine Anfänge als Producer & den Weg zum musikalischen Gehör

Wie ist Jumpa überhaupt dorthin gelangt, dass er es mit Kalibern wie Dieter Bohlen zu tun bekommt? Er hat früher zur Übung mit dem Nachbauen von Instrumentals begonnen. Als er mit dem Beatmaking anfing, sei er noch "komplett unmusikalisch" gewesen. Seine persönliche Deutschrapinitialzündung fand bei ihm mit Sido und "Fuffies im Club" statt. Dann folgte ein Ratschlag seiner Mutter und YouTube-Tutorials.

"Dann habe ich irgendwann Beats nachgebaut, weil meine Mom ist eine Sängerin gewesen früher [...]. Die hat ein sehr gutes Gehör. Die hat dann irgendwann einmal den simplen Satz zu mir gesagt, der mir sehr viel gebracht. Und zwar einfach so: 'Versuch nicht nur, die Musik zu konsumieren, sondern versuch mal den Song in deinem Kopf auseinanderzunehmen. Welche Instrumente sind in dem Song drin, wie bewegen die sich, wie spielen die und so weiter?' Seit dem kann ich auch nicht mehr normal Musik, hören. [...] Ich guck immer so: Wie spielt er Synthy? Welche Noten sind das ungefähr? Wie hat er das gemacht? Wie hat er den Sound hinbekommen? Dadurch hab ich am Anfang immer bei YouTube-Tutorials, die Beats, die da gebaut haben, einfach nachgebaut – als ich zwölf, dreizehn war. [...] Da hab ich die Noten nachgeklickt und dann hab ich irgendwann ein Verständnis bekommen. [...] Dadurch hab ich bin bisschen autodidaktisch mein musikalisches Gehör bekommen."

Die komplette Folge HYPED Radio kannst du hier hören:

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Wie "Somewhere Over The Rainbow" einen Deutschrap-Sommerhit inspiriert hat

Wie "Somewhere Over The Rainbow" einen Deutschrap-Sommerhit inspiriert hat

Von Till Hesterbrink am 01.09.2021 - 14:50

Viele Acts machen grade in Berlin Welle, herausstechen wird immer schwieriger in diesem endlos scheinenden Pool kreativer Köpfe. Nicht für $oho Bani. Der Musiker aus Wedding zählt zweifelsohne zu den vielseitigsten Rapper*innen, die in den letzten Jahren auf sich aufmerksam machen konnten. Auf ein einzelnes Genre lässt sich seine Musik gar nicht festnageln, dafür ist sie viel zu facettenreich. Der junge Artist ist bei Aria in der neusten HYPED Radio Show zugeschaltet und spricht mit ihm über sein neues Album "$oho und nicht anders".

$oho Bani & Longus Mongus liefern mit "Leise" sommerlichen Ukulelen-Sound

Wer nicht mit "Pradawesten" auf $oho Bani (jetzt auf Apple Music streamen) aufmerksam geworden ist, der wird wahrscheinlich spätestens durch dem kürzlich erschienenen Feature Track "Leise" mit BHZ-Rapper Longus Mongus auf ihn gestoßen sein.

Im Interview verrät der Berliner, dass ihm die Inspiration zu dem doch eher unüblichen Sound kam, als er im Auto den Klassiker "Somewhere Over The Rainbow" hörte. Daraufhin seien er und Longus direkt zu dessen Wohnung, um eine Ukulele zu holen. Die wurde dann auch direkt eingespielt und so entstand einer der wohl entspanntesten Sommersongs des Jahres.

Hört hier in das gesamte Album rein:

$oho Bani als Sinnbild für Berliner New Wave

Seit einigen Jahren bereits geht es raptechnisch in keiner anderen deutschen Stadt so rund wie in Berlin. Vom Hauptstadt-Gangstersound bis hin zu experimentellen Gruppen. In Berlin wird das ganze Hiphop-Spektrum mit Leichtigkeit abgedeckt.

Und dafür steht $oho Bani absolut sinnbildlich. Ob Brecher-Songs wie "Pradawesten", Punkrock-Einflüsse oder eben live eingespielte Ukulelen – hier wird sich nie auf nur eine Richtung festgelegt. Wohl auch darum führt $oho Bani aktuell die "The New Berlin"-Playlist auf Apple Music an. Dort findet ihr einen umfassenden Überblick über alles, was gerade so in der Millionenstadt heiß ist.

Berlin Calling: Wie die New Wave Deutschraps wichtigstes Movement wurde

Lange noch als Untergrund bezeichnet, spielt die neue Generation des deutschen Hiphops spätestens seit dem letzten Jahr ganz oben mit. Was sie verbindet: Wenig Respekt vor den Regeln des Genres, ein ungebrochener DIY-Ethos und ein Sound, der das Lebensgefühl von Schöneberg, Steglitz und Kreuzberg atmet.


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