Fler erklärt, was eine gute Rap-Show ausmacht

 

Erneut hat sich Fler in seinem Twitch-Livestream diversen Fan-Fragen via Discord gestellt. Einer seiner Zuschauer spricht ihn dabei auf den mittlerweile berühmt-berüchtigten und viel diskutierten splash!-Auftritt von t-low an. Daraufhin erklärt Flizzy, worauf es bei guten Rap-Shows ankommt.

Fler über t-low und Live-Shows

Nachdem t-low eine Menge Hate für seine Show beim splash! einstecken musste, fragt der Zuschauer Fler, was seiner Meinung nach zu einer guten Live-Performance gehöre. Fler erklärt, dass es im Rap grundsätzlich zwei unterschiedliche Herangehensweisen an eine Show gibt.

t-low beispielsweise mache seiner Meinung nach Musik, die man generell nur mit Effekten "cool rüberbringen" könne. Entweder nimmt man nun diese ganzen Studio-Effekte mit auf die Bühne – dann bräuchte es aber auch die exakte Vocal Chain (also die Reihe an Effekten, die beim Recorden auf die Stimme gelegt werden, z.B. EQ, Hall, Autotune) und Leute, die das live umsetzen. Oder aber der Song läuft als Playback im Hintergrund und man performt ihn nicht wie im Studio, aber bringt eine "andere geile Energie" rein. Als Positivbeispiel für den zweiten Ansatz nennt er Travis Scott

Vom Prinzip her habe Fler überhaupt kein Problem damit, wenn Artists einen Song nicht so performen, wie er auf Platte klingt. Im Gegenteil: Das sei Blödsinn. Niemand würde das exakt hinbekommen, nicht mal ein Michael Jackson oder eine Beyoncé. Einen Song live zu performen, erklärt Fler, sei etwas ganz anderes, als ihn im Studio aufzunehmen. Und auch wenn er t-lows Auftritt noch nicht gesehen hat, könnte er sich vorstellen, dass es eben genau daran scheiterte: t-low habe sich nicht für eine Herangehensweise, für eine Energy entschieden. Sein Gesangstalent sei hier weniger das Problem.

"Das ist glaub' ich einfach nicht konsequent genug. Er müsste halt irgendwas souverän rüberbringen – was auch immer. Aber ich würd' nicht mich hinstellen und sagen: 'Weil er jetzt nicht so gut gesungen hat wie auf dem Song im Studio, ist er wack!'"

Im Grunde geht es Fler also darum, dass Musik live passend rübergebracht wird. Den größten Turnup auf einer Ballade zu veranstalten, das würde nicht funktionieren. Hat man hingegen eine coole, eingängige Melodie gefunden, sei das etwas ganz anderes. Bei Rap-Konzerten schaut er sich also am ehesten die Performance an.

Etwas weniger entspannt sieht Manuellsen das Thema: In einem Interview verriet er kürzlich, dass t-lows Auftritt mit "Bühne, Mikrofon und Rap" nichts zu tun gehabt hätte.

Fler gibt Props an Deutschrapper

Wer im deutschsprachigen Raum beherrscht denn die von Fler beschriebene Kunst, live immer die passende Energie rüberzubringen? Auf diese Folgefrage des Zuschauers listet Flizzy einige Deutschrap-Kollegen auf. Summer Cem, KC Rebell, Nimo sowie reezy würden demnach allesamt live so performen, "wie man's machen muss". Auch Luciano beherrsche das Live-Game ziemlich gut. Außerdem nimmt er Pajel in Schutz, der zuletzt Kritik für seine Live-Performance einstecken musste.

Fler selbst würde nie Balladen spielen. Glücklicherweise macht seine Diskografie es ihm in diesem Punkt relativ einfach. Dennoch nennt er beispielsweise "Lifestyle der Armen und Gefährlichen" als teilweise ruhigen Song, über den er auch nur schreien und hypen würde. Dabei bleibt er aber immerhin konsequent.

Das ganze Video kannst du dir hier anschauen:

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