Disstracks im Generationskonflikt: Stormzy antwortet UK-Legende Wiley

Mit Stormzy und Wiley sind zwei der größten Player in der Grime-Szene gerade nicht gut aufeinander zu sprechen. Und statt es komplett in einem nicht enden wollenden Social-Media-Gezanke auszutragen, liefern die Kontrahenten nun Disstracks ab.

Für Wiley ist Stormzy "schlimmer als Ed Sheeran"

Nachdem sich die Konfrontation auf Twitter anbahnte, ist Wiley der Erste, der mit einem Track aus der Deckung kommt. Auf "Eediyat Skengman (Stormzy Send)" bezeichnet er sich als "Heavyweight Champ" des Grimes und wirft seinem Gegner vor, sich an der Kultur hochgezogen haben. Singles mit Popstars wie Ed Sheeran würden Grime schaden.

"You never cared about grime, you just used it / Worse than Ed with your watered down music"

Außerdem kopiere Stormzy den Stil von Wiley. Der gerne als "Godfather Of Grime" betitelte Rapper verlangt in seinem Track nach Bars von seinem Gegenspieler. Um an dieses Ziel zu gelangen, tut er etwas, was in Rapperkreisen oft weniger gut ankommt: Er bringt die Partnerin beziehungsweise die Ex-Partnerin ins Spiel. Wiley ziert sich nicht, den Namen von Stormzys Ex Maya Jama zu benutzen. Es sei aber alles "cool". Das Namedropping im Song ist hier bloße Provokation.

Stormzy kontert mit "Disappointed"

Stormzy entgegnet dem lyrischen Angriff weniger als 24 Stunden später sogar mit einem Video. Mit einem Getränk in der Hand rappt er sich seine Enttäuschung über Wileys Verhalten von der Seele und macht klar, dass er das Aushängeschild des aktuellen UK-Raps ist. Das Einzige, was seine Präsenz 2019 überstiegen hätte, sei der Brexit gewesen.

"I’m so big that the only thing bigger than me last year was brexit"

Der Streit ist auch ein Generationskonflikt. Stormzy ist 26. Wiley wird bald 41. Der jüngere MC unterstellt seinem Battle-Gegner, Todessehnsucht zu haben.

"Free smoke, so come get this (Woo) / Disrespect, we don't tek this (Ah) / The old man's got a death wish (Ah) / Old man, you'll regret this / Alright then, challenge accepted / Smoke on sight from the bruddas I step with"

Ohne Social-Media-Reiberein ging das Ganze wie erwähnt auch nicht über die Bühne. Die berühmt berüchtigten "Twitter Fingers" waren im Vorfeld auf Anschlag und beide Artists hielten sich nicht mit Beleidigungen zurück. Wiley kritisierte seinen Kontrahenten zum Beispiel dafür, Jay-Z keinen Platz auf dem Song mit Ed Sheeran eingeräumt zu haben. Stormzy kontert in seinem Track, dass sich Wiley davor hüten solle, Jay-Zs Namen in den Mund zu nehmen.

"You cr*ckhead c*nt, don't know no killers / Don't mention J 'cause you ain't no jigga / Mention my name for the clout, go figure/ Know the n*ggas from the south so realer"

Zum Schluss von "Disappointed" krönt sich Stormzy noch selbst zum amtierenden "King of Grime" und erhebt sich so über Wiley. Über das nicht zustandegekommene Jay-Z-Feature hat sich Stormzy übrigens kürzlich mit Aria bei uns im Interview unterhalten.

STORMZY talks pressure, Banksy, JAY-Z and God-given purpose with Aria Nejati

Der König von England ließ sich 2019 nicht auf einem Thron finden, sondern in den Metropolis Studios in London: Stormzy hat dieses Jahr die Krone des Grime aufgesetzt bekommen, und die wiegt einiges: Mit seinem Albumtitel "Heavy Is The Head" bezieht er sich auf Shakespeares berühmtes Zitat.

Ironischerweise befindet sich auf Stormzys aktuellem Album "Heavy Is The Head" noch eine musikalische Respektsbekundung für Wiley. Auf "Wiley Flow" zollt er der Grime-Legende Tribut. Der Gelobte kann damit offensichtlich wenig anfangen und greift den Track in seinem Diss auf. Wiley betrachtet den Song keinesfalls als eine Art Huldigung, sondern erkennt nur eine weitere Kopie seines eigenen Schaffens.

"These bumbaclat flows I'm hearing are all my ones (Mine) / It's not homage, looking like a sly one"

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Fard verhindert Manuellsens "Inferno" gegen PA Sports-Signing

Fard verhindert Manuellsens "Inferno" gegen PA Sports-Signing

Von Till Hesterbrink am 21.11.2020 - 14:08

PA Sports hat mit seinen "100 Bars Final Kill" ordentlich was losgetreten. Auf dem Track betitelte sich das Life is Pain-Oberhaupt als King des Ruhrpotts und stieß Ruhrpott-Matador-Nummer-Eins Manuellsen damit scheinbar vor den Kopf. Dieser hinterfragte PAs Krönung, was wiederum PA Sports Signing Rua auf den Plan rief. Schnell schaukelte sich die Situation so hoch, dass Fard intervenieren musste, um den Streit zu klären.

PA Sports: "Wenn sie dich fragen, wer King im Ruhrpott ist, dann sag' meinen Namen"

Die am Freitag erschienenen "100 Bars Final Kill" von PA Sports sorgen für ordentlich Furore. Einerseits hat der LiP-Boss nach eigener Angabe mit dem Erfolg des Tracks gezeigt, dass echter Rap doch tauglich für den breiten Markt sei, wenn die Hörer die Emotionen fühlen würden. Andererseits sorgte die eigenmächtige Ernennung zum Monarchen des Ruhrgebiets für viel Diskussion.

"Wenn sie dich fragen, wer King im Ruhrpott ist, dann sag' meinen Namen"

Manuellsen ließ es sich nicht nehmen, seine Einschätzung zur King-Debatte zu geben. In einer Instagram-Story schrieb er, dass der King im Ruhrpott der Rapper sei, der auch im Ruhrpott wohne. PA Sports lebt mittlerweile in Berlin.

Da wohl viele Media-Outlets daraufhin behaupteten, Manuellsen hätte eine "Ansage" an PA erteilt, fühlte er sich dazu genötigt, seine Aussage zu erklären. Es wäre ihm schließlich nicht darum gegangen, gegen PA zu sticheln. Er hätte lediglich feststellen wollen, dass er sich ja auch nicht zum König von beispielsweise Hannover krönen könne, wenn er dort nicht lebe.

Laut Manuellsen würden immer noch die Leute entscheiden, die auch die Fahne für das Ruhrgebiet hochhalten würden, wer ihr König sei. Wenn nun Miami Yacine, Play69, Dahab, 18 Karat oder andere im Ruhrpott lebende Rapper sich als King bezeichnet hätten, dann sähe die Situation anders aus, so Manuellsen.

"Ein König wird ja gewählt, der ernennt sich ja nicht selber."

Manuellsen: "Halte dich bedeckt und tanz mir nicht noch einmal aus der Reihe"

Eigentlich schien die Situation an dieser Stelle geklärt, doch dann meldete sich PA Sports Signing Rua über ihre Instagram Story zu Wort. Dort wurde sie gefragt, was sie von Manuellsens Aussage halten würde. Rua meinte daraufhin, sie würde das an einen Kindergarten erinnern, in dem sich zwei darum streiten würden, wer der Coolste sei. Sie fände, PA könne ruhig stolz auf das Ruhrgebiet sein, jeder bleibe ja mit seiner Heimat verbunden, selbst wenn man wegziehe. Außerdem wolle sie den König im Schatten erinnern, dass es normal sei, sich als King zu bezeichnen.

Diese Aussagen und das scheinbare Verweigern einer Entschuldigung befeuerten Manuellsen, live zu gehen. Knapp zehn Minuten lang echauffierte sich M.Punkt darüber, dass ihm auf ein Mal "eine kleine 19-jährige Kah' von der Seite" käme. Sein Plan sei es eigentlich gewesen, ihr Ende zu bringen und ein "Inferno" auf sie herabregnen lassen. Allerdings sei er dann von Fard angerufen worden, der sich für Rua eingesetzt habe.

Angeblich habe Fard versucht, von Rua eine Entschuldigung einzuholen, die habe sich aber quergestellt und sei zu Stolz gewesen, um sich zu entschuldigen. Manuellsen kann das nicht verstehen, da selbst er sich bei seinem größten Feind Bushido für manches entschuldigt habe.

Im Endeffekt habe Manu aber eingesehen, dass es unnötig sei, mit einer Person zu streiten, die seine Tochter sein könnte und so würde er das Ding an dieser Stelle zumachen.

Auch an PA selbst wendet sich Manuellsen und erinnert ihn daran, dass er es gewesen sei, der ihm damals eine Chance gegeben habe, als es niemand sonst getan habe. Er wolle dabei gar nicht abstreiten, dass PA Sports seinen eigenen Weg gegangen sei und sich den Erfolg selbst erarbeitet habe.

Das LiP-Oberhaupt solle sich also "bedeckt halten" und nicht "aus der Reihe tanzen", sonst würde Manuellsen das loslassen, was er alles noch in seinem Gedächtnis habe. Er fände es nicht in Ordnung, dass PA sich immer dann, wenn sein Album käme, neue Feinde mache, nur um die Kriege dann nicht alleine zu führen.

Zum Ende hin fordert Manuellsen, dass PA Sports seine Life is Pain-Künstler unter Kontrolle halten solle.

Auch Manus Frau Nadjah mischte bei der ganzen Angelegenheit mit. Sie schien Ruas Aussagen allerdings nicht ganz so ernst zu nehmen und verglich die junge Künstlerin in einem Instagram Kommentar mit einer Kandidatin der "Mini Playback Show" – eine Fernsehsendung, bei der kleine Kinder Popstars imitierten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Manu mit einem LiP-Signing aneinandergerät:

Jamule entschuldigt sich nach rassistischen Aussagen

Der Life is Pain-Rapper Jamule zog in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit auf sich, da ein Video mit anscheinend rassistischem Inhalt herumging. Nun äußerte der Duisburger sich in einem Statement auf Instagram zu dem kurzen Clip und entschuldigt sich. Ein scheinbar privates Video von Jamule zeigt, wie er sich wohl beim Besuch eines Konzertes filmt.


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