Troll-Battle auf Instagram: 50 Cent & French Montana schenken sich nichts

Es ist nichts Neues, dass sich 50 Cent in Rambo-Manier durch den Social-Media-Dschungel bewegt. Mit French Montana ist er nun allerdings auf einen Kontrahenten gestoßen, der mit ebenso harten Bandagen kämpft. Beide New Yorker Rapstars trollen sich seit Ende 2019 auf Instagram. Dabei haben die gewählten Angriffspunkte gewissen Wiedererkennungswert: Gekaufte Streams, Bild-Montagen und Luxusgüter sind unter anderem Teil der Auseinandersetzung. Hier folgt nun eine knappe Chronologie der Ereignisse.

50 Cent, French Montana & der Bugatti

Es beginnt damit, dass sich 50 Cent zu Weihnachten selbst reich beschenkt. Er gönnt sich einen Bugatti Chiron. Auch French Montana hat sich nach einem zweiwöchigen Aufenthalt im Krankenhaus ein wenig Luxus verordnet – ebenfalls in Form eines Bugattis. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Dollar.

Nun beginnt Fiddys Trollerei. Auf Instagram postet er ein Bild (inzwischen gelöscht), das ihn im Krankenhaus umringt von Stofftieren zeigt. Dazu schreibt er sinngemäß, dass ihn diese Leute krank machen würden, die sich 2010er Bugatti-Modelle kaufen. Man solle den Dreck doch direkt zurück auf den Truck laden.

Damit auch ja nicht angezweifelt werden kann, dass sich 50 Cent mit seinem Post auf French Montanas Neuerwerbung bezieht, packt er in die Galerie noch ein Foto des Rappers mit dessen frisch erstandenen Sportwagen.

French Montana zieht Eminem in den Konflikt hinein

Schnell sind Montana und Fifty dazu übergegangen, sich nicht mit ihren korrekten Künstlernamen anzusprechen. Fiddy schießt seine Spitzen, in dem er oft Wrench verwendet. Sein Kontrahent nimmt die kurzzeitige Nähe von 50 Cent zu 6ix9ine zum Anlass, um den Buddy von Eminem als 59 zu betiteln. Auch Ratten-Emojis haben Hochkonjunktur.

Apropos Eminem: French Montana schlägt nach dem Bugatti-Front mit der Power von Bildbearbeitung zurück. Er postet ein Foto, auf dem wohl ursprünglich 50 Cent und Ex-Pussycat-Doll Nicole Scherzinger in Nahkontakt zu sehen sind. Nun tauchen dort zwei Männer auf, die Eminem und 50 Cent ähneln und sich küssen. Warum man so eine Montage 2020 benutzt, um in einem Beef zu punkten, bleibt rätselhaft. Es sagt vermutlich weitaus mehr über French Montanas Weltbild aus, als ihm lieb sein kann.

In seiner Insta-Story zelebriert French Montana kurzzeitig sogar seinen Sieg im ausgiebigen Instagram-Mobbing. Er rappt 50 Cents Verse von "How We Do" und zeigt sich überzeugt von seinem Triumph.



Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an


#frenchmontana playing #50cent

Ein Beitrag geteilt von DJ Akademiks (@akadmiks) am

Kaufte 50 Cent Fake Streams, um French Montana bloßzustellen?

Wer 50 Cents Social Media Game in den letzten Jahren verfolgt hat, der weiß, dass diese Sache noch nicht am Ende angelangt ist. Nachdem Meldungen die Runde machen, die French Montanas Song "Writing On The Wall" in Verbindung zu gekauften Streams bringen, repostet Fifty eifrig diese Schlagzeilen.

Der Track, der Post Malone und Cardi B als Feature-Gäste auffährt, konnte um die Weihnachtszeit einen enormen Zuwachs an Spotify-Streams verzeichnen. Bei Apple sei so ein Anstieg jedoch nicht der Fall gewesen. Das macht die Internetgemeinde misstrauisch. Einige Twitter-User berichten davon, dass ihr Spotify-Account gehackt worden sei und dann Musik von French Montana abgespielt wurde.

karl on Twitter

so i decided to search on twitter to see if anyone was actually listening to the song since its popular on tiktok and i found some very interesting tweets of people saying their spotify was hacked and it was playing...french montana.

French Montana, der seinen Gegner inzwischen auch gerne als "Dinosaurier" bezeichnet, verdächtigt im Gegenzug Fiddy für solche illegalen Streams verantwortlich zu sein. Laut seiner Recherche findet sich der Ursprung der ungewöhnlichen Zahlen in New York. Er habe das gecheckt.

"Du kaufst Fake Streams für meinen Song und versuchst das gegen mich zu verwenden. Wow. Du bist so verzweifelt."

Dass 50 Cent durchaus bereit ist, für sein eigenes Troll-Vergnügen zu investieren, weiß Ja Rule. 2018 kaufte 50 Cent 200 Tickets für die ersten Reihen eines Konzerts seines Gegenspielers – nur um zu verhindern, dass diese Plätze besetzt werden.

Die Kunst des Trollens: Wie ein Ja-Rule-Konzert zu 50 Cents Meisterstück werden könnte

Der Streit von Ja Rule und 50 Cent dauert inzwischen fast zwei Jahrzehnte. Was früher noch mit Tracks und zum Teil auch körperlich ausgetragen wurde, lässt sich heute am Display regeln. 50 Cents neuester Streich ist dabei ein Paradebeispiel für Trolling. Dieses Mal könnte Fiddys Aktion sogar Konsequenzen in der Wirklichkeit nach sich ziehen.

Zurück zum gegenwärtigen Beef: Die Instagram-Accounts von 50 Cent und French Montana sind voller weiterer Provokationen und Behauptungen. Wenn man sich die Frequenz anschaut, mit der die Parteien gegeneinander schießen, macht es vorerst nicht den Eindruck, als würde dort demnächst Ruhe einkehren. Der öffentlich ausgetragene Streit hat aber natürlich auch einen nicht zu verachtenden Promo-Effekt, den die Protagonisten sicherlich gerne mitnehmen.

So sind zwischen 50 Cents Attacken immer wieder Hinweise auf die finale Staffel seiner Serie "Power" eingebaut. French Montana präsentiert seinerseits neue Songskizzen. Sein Album "Montana" ist zudem noch ziemlich aktuell. Es erschien erst Anfang Dezember.

French Montana - Montana

French Montana - Montana - Am 6 Dezember, 2019 - 00:00 erscheint French Montana - Montana. French Montana releast am 6. Dezember sein drittes Studioalbum "Montana". Features kommen unter anderem von Gunna, Travis Scott, Asap Rocky, Cardi B, Post Malone, Drake und mehr.

Eine kurze Umfrage zum Schluss

Wir würden uns riesig freuen, wenn du uns ein paar Fragen beantworten könntest. Die Umfrage kann in wenigen Minuten ausgefüllt werden und all deine Angaben werden uns anonym übertragen.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Von Renée Diehl am 15.09.2021 - 13:31

Beef, parallele Album-Releases und Streaming-Duell: Zwischen Kanye West und Drake ging es in der letzten Zeit ordentlich rund. Dass die kurz aufeinanderfolgenden Releases von Kanyes "Donda" und Drakes "Certified Lover Boy" kein Zufall waren, war also von Anfang an offensichtlich. Nun aber meldet sich der Producer Todd Rundgren, der an "Donda" mitgearbeitet hatte, zu Wort – laut ihm hatte sich Kanye West durch Drake zum früheren Release seines Albums gezwungen gefühlt. 

Drake ist angeblich schuld an voreiligem "Donda"-Release

In seinem Interview mit "Ultimate Classic Rock" betont Produzent Todd Rundgren, dass das Timing des Donda-Releases kein Zufall war. Er selbst sei an den Aufnahmesessions für Kanyes zehntes Album beteiligt gewesen und behauptet, Drake habe "den ganzen Prozess angeführt". Kanyes Entscheidung, "Donda" zu veröffentlichen, sei so eine direkte Reaktion auf die Bekanntwerdung des Releasedatums von "CLB" gewesen: 

"Mein Engagement dauerte ein Jahr, und am Ende wurde mir klar, warum sie das Ganze so hastig eingetütet haben und offensichtlich rohes, unverarbeitetes Zeug veröffentlicht haben. Das liegt daran, dass Drake den gesamten Prozess anführte. Er [Kanye West, Anm. d. Red.] hatte zu viel Angst, dass Drake ihn übertrumpfen würde, also beeilte er sich und veröffentlichte das Album am Wochenende, bevor Drake sein Album herausbringen konnte. Und am Ende hat Drake trotzdem seinen Teil von Kuchen bekommen."

("My involvement went on for a year, and in the end I realized why they hurriedly wrapped the whole thing up and put out what is obviously really raw, unprocessed stuff. It’s because Drake was running the whole process. He was too afraid that Drake would one-up him, so he hurried up and released the album the weekend before Drake could get his out. And in the end, Drake ate his lunch anyway.") 

Drake hatte am 27. August das Releasedatum für "Certified Lover Boy" für den 3. September bekannt gegeben. Zwei Tage später droppte Kanye West (jetzt auf Apple Music streamen) "Donda" im Anschluss an seine Listening-Party in Chicago.

Rundgren nennt Kanye West einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten"

Insgesamt lässt Rundgren kaum ein gutes Haar an seiner Zusammenarbeit mit Kanye West. Die beiden hätten über ein Jahr an "Donda" zusammengearbeitet und niemals habe er gewusst, wieviel von seinem Input wirklich genutzt werden würde. Am Ende hätte er Material für rund drei Kanye-Alben auf seinem Rechner gehabt und dann aufgrund des geringen Feedbacks die Zusammenarbeit beendet:

"Als es im Juli auf die Zielgeraden [der Albumproduktion, Anm. d. Red] zuging, sagte ich nur: 'Das reicht mir. Ich habe keine Ahnung, ob davon etwas verwendet wird.' Man bekommt nicht viel Feedback von ihm."

("When it got into the homestretch in July, I just said, 'That’s enough for me. I have no idea whether any of this is being used.' You don’t get much feedback from him regarding what it is.")

In seinem Rant nennt er Kanye West außerdem einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten", denn niemand "würde ein solches Album machen, außer er hätte Geld zum aus dem Fenster werfen übrig". Was unsere Redakteurin Alina von "Donda" hielt, lest ihr übrigens hier:

Review: Kanye Wests "Donda" ist nicht so gut, wie alle sagen

"Donda" is here: Nachdem Kanye West seine Fans wochenlang mit immer absurder werdenden Listening-Partys gequält hat, ist das 10. Studioalbum des gebürtigen Chicagoers doch tatsächlich rausgekommen. Wer hätte es gedacht? Ich auf jeden Fall nicht. Denn Ye ( so heißt er doch jetzt, oder nicht?) ist ja seit jeher bekannt für messy Promo-Phasen.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)