"Daystar": Tory Lanez äußert sich auf Albumlänge zu Schüssen auf Megan Thee Stallion

Tory Lanez hat sich erstmals ausführlich zu der Nacht mit den Schüssen auf Megan Thee Stallion geäußert – und in diesem Zusammenhang gleich ein komplett neues Album veröffentlicht. Der Kanadier tweetete gestern Abend, dass er sich für sein langes Schweigen entschuldige. Nun ist "Daystar" erschienen. Ein Album, an dem der Geschmack haftet, aus einem folgenschweren Vorkommnissen Kapital schlagen zu wollen.

"Daystar": Tory Lanez fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt

T.I. berichtete bereits im Vorfeld bei Complex von einem Gespräch mit Tory Lanez. Darin soll dieser zum Ausdruck gebracht haben, dass die Sache "nicht so passiert" sei, wie Megan Thee Stallion es darstellt. Die Rapperin aus Houston macht ihren Kollegen für die erlittenen Verletzungen verantwortlich. Zwischenzeitlich wurde eine angebliche Entschuldigung von Tory Lanez ins Internet gespült, von der er sich nun musikalisch zu distanzieren scheint und seinerseits Vorwürfe erhebt.

Die Konzept-Platte bringt jedoch auch keine wirkliche Klarheit in die undurchsichtige Angelegenheit. Dennoch wird deutlich, dass Tory Lanez versucht etwas geradezurücken, was eventuell gar nicht geradezurücken ist. Überall tauchen Zeilen auf, die wie Teile einer größeren Verteidigungsstrategie wirken. Die ersten Worte, die Tory Lanez selbst nach einer Montage von Sound-Schnipseln auf "Money Over Fallouts" wählt, kündigen die "Wahrheit" an. Aus seiner Sicht würden Megan Thee Stallion und ihr Team Lügen über ihn verbreiten.

"Megan people trying to frame me for a shooting / But them boys ain't clean enough"

Es tue ihm außerdem im Herzen weh, dass sich andere Künstler von ihm abgewandt haben. Im ersten Track seines Albums bezieht er sich dabei auf Kehlani und Kaash Paige, die sich auf Twitter deutlich positionierten. Das Album ist durchsetzt von Reaktionen auf Prominente, die sich auf die Seite von Megan Thee Stallion gestellt haben.

Auch hinterfragt Tory Lanez konkret die Art der Schussverletzungen von Megan Thee Stallion. So seien dabei weder Knochen noch Sehnen in Mitleidenschaft gezogen worden. Er möchte die US-Rapperin offenbar unglaubwürdig erscheinen lassen.

"Gotta see a couple questions / How the f*ck you get shot in your foot, don’t hit no bones or tendons?"

Weiterhin zweifelt er auf "Sorry But I Had Too..." weitere Details der Darstellung von Megan Thee Stallion an. So sei aus der Perspektive der US-Rapperin überhaupt nicht zu erkennen gewesen, wer denn da geschossen habe.

"Since the event, you never called me but you can't deny me / If you got shot from behind, how can you identify me?"

In einem weiteren Song namens "The Most High" sagt er unverblümt, dass er sich für unschuldig hält: "I walk away free 'cause I'm innocent".

Fans rufen zum Streamen von Megan Thee Stallions Musik auf

Auf Social Media regt sich direkt breiter Widerstand gegen "Daystar". Twitter-User*innen empfehlen, die Zeit nicht mit dem Album zu verbringen. Stattdessen solle man sich Megan Thee Stallions "Suga" anhören. Letztendlich bleibt weiterhin im Dunklen, was sich in der Tatnacht genau abgespielt hat. Laut Tory Lanez würden sowohl er als auch Megan Thee Stallion wissen, was passiert sei ("Friends Become Strangers"). Die Polizei von Los Angeles steckt wohl noch in den Ermittlungen.

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5 Rapper*innen, die auf TikTok groß geworden sind

5 Rapper*innen, die auf TikTok groß geworden sind

Von Alina Amin am 13.02.2021 - 16:10

TikTok löst auch nach einem extrem erfolgreichen 2020 weiterhin gemischte Gefühle bei den meisten Smartphone-Benutzern aus. Top-Level Fremdscham oder die neue Plattform für kreativen und lustigen Content? Die Meinungen gehen auseinander. Trotz dessen konnte die chinesische App einige große Stars hervorbringen und der nationalen sowie internationalen Rap-Szene neue Talente liefern.

Sarhad

"Ich betäube meine Sinne (Sinne)" – diese Line haben wir zum Ende des letzten Jahres alle schon gehört. "Sinne" ist ein Track von dem Newcomer Sarhad, der kürzlich sein Debütalbum "Visionär" veröffentlichte. Er konnte mit seiner Single die 35 Millionen Streams auf Spotify knacken und übernahm kurzzeitig die ganze deutsche Meme-Bubble. Denn der Song liefert nicht nur eine Hook der melodischen Extraklasse, er ließ sich auch immer wieder ungeachtet des Kontexts in Memes und Videos verarbeiten.

Sarhad droppte seine famose Single im März, die sich einige Monate später wie ein Lauffeuer durch Social Media verbreitete. Dabei halfen die unzähligen TikTok-Posts von Fans dem Rapper dabei, den Song zu einem der bezeichnendsten Ohrwürmer für das Jahr 2020 zu machen. Inzwischen hat er sein Debütalbum "Visionär" gedroppt und durfte auch direkt Künstler wie Ra'is, Xidir oder Eno featuren.

Megan Thee Stallion

Megan Thee Stallion galt 2019 als eine der heißesten Newcomerinnen der US-Hiphop-Szene und konnte schon einen riesen Hit mit "Hot Girl Summer" landen. Allerdings brauchte es noch etwas, bis die 25-Jährige zu dem Weltstar avancierte, der sie nun ist. Neben ihrem Rap-Talent hat ihr der Content-basierte Algorithmus von TikTok dabei ungemein geholfen.

Zu Beginn des letzten Jahres wurde ihr Track "Savage" auf TikTok zur viralen Sensation und konnte sich dadurch ein Feature mit niemanden Geringeres als Beyoncé angeln. Spätestens nach ihrem Rekordhit "WAP", den sie und Cardi B gemeinsam rausbrachten, spielt Megan Thee Stallion in den ganz oberen Rängen mit. Inzwischen kann sie auf diverse Awards, Rekordbrüche und ein erfolgreiches Debütalbum zurückblicken.

Lune

Lune war in der Musikindustrie nicht absolut neu, als sie ihre zweite Single "gebe auf." releaste. Immerhin durfte sie auf ihrem ersten Release "Criminel" niemanden Geringeres als Samra featuren. Nach einer Pause kam dann ihre zweite Single und ging auf TikTok viral. Ganz ohne berühmten Feature-Gast, dafür mit viel Gefühl und der richtigen Menge an post-Breakup Aggressionen.

"Hast mein Kopf gef*ckt, hast mich hintergangen / Unloyal, dein Ego p*sst mich an, kotzt mich an."

Knapp 40 Millionen Streams auf Spotify kann die 18-Jährige Newcomerin für "gebe auf." verzeichnen. Mitte Oktober war ihr Song sogar auf Platz Zwei der deutschen Single Charts – also geht der Erfolg des Tracks auch über die Social Media-Blase hinaus. Inzwischen konnte sie auch schon ihren nächsten Hit "Spotlight" mit Rapper-Kollegen Monet192 droppen.

CJ

Seit einigen Monaten sorgt der Rapper CJ mit seinem Track "Whoopty" für einen regelmäßigen Ohrwurm. Die Single droppte letzten Juli und steigt seitdem die Chartleiter langsam, aber sicher hoch. Während CJ 2020 noch als Geheimtipp aus der New Yorker Drill-Szene galt, sollte nun fast jeder Internetnutzer seinen Track gehört haben, denn: In jedem Scroll durch Instagram und TikTok lässt sich der Song irgendwie in einem Meme entdecken.

Inzwischen verzeichnet der Newcomer knapp 20 Millionen monatliche Hörer, hauptsächlich seinem viralen Song geschuldet. Der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Chris Soriano heißt, ist nun bei Warner Music gesignt.

Aylo

Aylo war in Sachen TikTok früher dran als ihre meisten Hiphop-Kolleg*innen. Schon im Herbst 2019 erstellte sie ihren ersten Post auf der Plattform und ging direkt viral mit einem kurzen, nicht ernst gemeinten Freestyle. Seitdem teilt sie ihr Leben, ihre Musik und lustigen Content mit ihren Fans. Dabei hat sie inzwischen über 500.000 Follower und releast wieder fleißig Musik, nachdem sie 2019 eigentlich entschied, der Musikkarriere den Rücken zu kehren.

Durch ihren Erfolg auf TikTok konnte sich die Berlinerin eine loyale Fanbase aufbauen. Sie selbst sieht sich nicht als TikTokerin, sondern einfach als Musikerin, die die Plattform nutzt – und das mit Erfolg. Mit ihrer Single "Teardrops" konnte die Newcomerin die Million Aufrufe auf YouTube erreichen und beweisen, dass viele Wege in die Musikindustrie führen.

Fairerweise muss man sagen, dass TikTok trotz des extremen Wachstums längst nicht alle Hiphop- und Deutschraphörer abdeckt und damit nicht 100 %-ig repräsentativ für die heißesten Newcomer ist. Die App ist also kein Patentrezept für Rap-Erfolg, aber liefert eine neue Möglichkeit, die eigene Musik im Internet zu verbreiten und sich einen Namen zu machen.


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