Bushido & Kay One haben sich vertragen, sagt Animus

Die Fehde von Bushido und Kay One gehört zu den größten Beef-Storys, die Deutschrap bisher zu bieten hatte. Mit einigen Jahren Abstand scheinen beide Parteien ihre Differenzen aus der Welt geräumt zu haben. Das behauptet zumindest Bushidos aktueller Weggefährte Animus.

Bushido & Kay One sollen sich ausgesprochen haben

In einer Fragerunde auf Instagram wird Animus auf die Beziehung zwischen Kay One und Bushido angesprochen. Die fragende Person erklärt dazu, dass inzwischen ja beide Rapper mit Arafat Abou-Chaker gebrochen hätten und daher eine Aussprache möglich wäre. Daraufhin entgegnet Animus, dass diese schon stattgefunden habe.

"Sie haben gesprochen und sich vertragen."

Update: Auch Kay One hat sich inzwischen via Instagram zu Wort gemeldet. Er bestätigt dort, dass die Sache mit Bushido seit geraumer Zeit geklärt sei. Hoffnung auf neue gemeinsame Musik müsse sich jedoch niemand machen. Zu einem persönlichen Treffen sei es zudem nicht gekommen.

"Ja, das war aber schon vor längerem. Ich habe nur nie was darüber gesagt. Wir haben uns zwar nicht getrofen, aber haben lange telefoniert und uns ausgesprochen. Wir hatten beide nach all den Jahren einfach keine Lust mehr auf diesen Hass. Der Streit ist beendet. Es wird aber keine gemeinsame Musik kommen. Wenn man sich verträgt, dann muss es von Herzen kommen und nicht wegen Business. "

Dass sich die Lage zwischen Kay One und Bushido entspannen könnte, hatte sich bereits im Frühjahr 2020 angedeutet. Damals nutzte Bushido die Möglichkeit sich während eines Twitch-Streams mit versöhnlichen Worten an Kay One zu wenden: "Ich wünsche Kay an dieser Stelle alles Gute. [...] Pass auf dich auf und bleib gesund. Und zieh durch, und du lebst dein Leben und du machst dein Ding. Und du hast schon zu einem früheren Zeitpunkt dein Leben in die Hand genommen. Und das ist Gut. Das gönn ich dir. Mach einfach weiter, bleib gesund, alles gut."

Bushido vs. Kay One: Disstracks, Stern TV & das W-Lan

Spulen wir zurück: 2012 lässt Kay One die Kapitel Berlin und EGJ ziemlich unvermittelt hinter sich. Vielerorts ist von einer Flucht aus der Hauptstadt zu lesen. Später erfahren wir aus einem legendären Auftritt bei Stern TV, dass Kay One sich als "Sklave der Mafia" gefühlt habe. Er sei gezwungen worden, weite Teile seiner Gagen abzudrücken. Bushido habe sich letztendlich in einer ähnlichen Lage befunden. Er sei ebenfalls nicht mehr als "ein Hund von denen", sagte Kay im Interview.

Die musikalische Version der Geschichte bringt der Track "Nichts als die Wahrheit" ans Licht. Dort rappt Kay One bereits davon, dass Bushido eigentlich "gern selber flieh'n" würde. Dass dies mehr als eine bloße Behauptung im Battle-Kontext gewesen sein könnte, erlebt die Öffentlichkeit seit Monaten in einem Prozess, bei dem Bushido als Nebenkläger gegen seinen langjährigen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker aussagt. 

Im November 2013 sieht die Sache noch grundlegend anders aus. Bushido droppt das Video zu "Leben und Tod des Kenneth Glöckler". Danach können die Zuschauer*innen davon ausgehen, dass der Bruch zwischen den beiden Rappern von Dauer sein würde. Bushidos Fazit gegen Ende des Tracks fällt unmissverständlich aus:

"Ich hab' jetzt alles mal Revue passieren lassen / Im Endeffekt bleibt mir nur übrig dich zu hassen"

Doch die Umstände haben sich bekanntlich geändert. Viele der Vorwürfe, die Bushido seinem Kollegen Kay einst an den Kopf warf, sind jetzt Teil seiner eigenen Realität. Der Schutz durch "LKA-Beamte und Security" ist hier nur ein Beispiel. Welche Lines sich ebenfalls aus heutiger Sicht vollkommen anders darstellen, hatten wir zum Jahrestag des Tracks herausgestellt.

Bushidos "Leben und Tod des Kenneth Glöckler": 5 Lines, die heute ganz anders klingen

Wer, wenn nicht Bushido weiß: " Zeiten ändern dich" - und so wirkt der vermeintliche Realtalk auf früheren Disstracks einige Jahre später gar nicht mehr so real. Mit "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" zog Bushido 2013 gefühlt die komplette Szene auf seine Seite.

Knapp ein Jahr nach "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" liefert Kay One noch einmal eine gerappte Antwort. Auf 25 Minuten Spielzeit rollt Kay in "Tag des Jüngsten Gerichts" seine gesamte Karriere auf. In Erinnerung dürfte vielen Beobachter*innen jedoch vor allem eine Problematik mit dem W-Lan geblieben sein, die zur Verschiebung des Disstracks führte. Über sechs Jahre später sind all die Differenzen vergangener Tage womöglich geklärt worden.

Es wäre die zweite geschichtsträchtige Versöhnung innerhalb kürzester Zeit. Zuletzt hatte Kool Savas öffentlich klargemacht, dass zwischen ihm und Eko Fresh alles im Reinen ist.

Kool Savas & Eko Fresh haben ihren Beef beendet

Einer der wohl legendärsten Beefs der Deutschrap-Geschichte hat nun wohl endgültig sein offizielles Ende gefunden. Wie Kool Savas in einer Instagram-Story verriet, habe er sich mittlerweile mit Eko Fresh ausgesprochen und vertragen. Eko hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder erwähnt, dass er mit diesem Teil seiner Karriere abgeschlossen hätte.

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Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Von Renée Diehl am 15.09.2021 - 13:31

Beef, parallele Album-Releases und Streaming-Duell: Zwischen Kanye West und Drake ging es in der letzten Zeit ordentlich rund. Dass die kurz aufeinanderfolgenden Releases von Kanyes "Donda" und Drakes "Certified Lover Boy" kein Zufall waren, war also von Anfang an offensichtlich. Nun aber meldet sich der Producer Todd Rundgren, der an "Donda" mitgearbeitet hatte, zu Wort – laut ihm hatte sich Kanye West durch Drake zum früheren Release seines Albums gezwungen gefühlt. 

Drake ist angeblich schuld an voreiligem "Donda"-Release

In seinem Interview mit "Ultimate Classic Rock" betont Produzent Todd Rundgren, dass das Timing des Donda-Releases kein Zufall war. Er selbst sei an den Aufnahmesessions für Kanyes zehntes Album beteiligt gewesen und behauptet, Drake habe "den ganzen Prozess angeführt". Kanyes Entscheidung, "Donda" zu veröffentlichen, sei so eine direkte Reaktion auf die Bekanntwerdung des Releasedatums von "CLB" gewesen: 

"Mein Engagement dauerte ein Jahr, und am Ende wurde mir klar, warum sie das Ganze so hastig eingetütet haben und offensichtlich rohes, unverarbeitetes Zeug veröffentlicht haben. Das liegt daran, dass Drake den gesamten Prozess anführte. Er [Kanye West, Anm. d. Red.] hatte zu viel Angst, dass Drake ihn übertrumpfen würde, also beeilte er sich und veröffentlichte das Album am Wochenende, bevor Drake sein Album herausbringen konnte. Und am Ende hat Drake trotzdem seinen Teil von Kuchen bekommen."

("My involvement went on for a year, and in the end I realized why they hurriedly wrapped the whole thing up and put out what is obviously really raw, unprocessed stuff. It’s because Drake was running the whole process. He was too afraid that Drake would one-up him, so he hurried up and released the album the weekend before Drake could get his out. And in the end, Drake ate his lunch anyway.") 

Drake hatte am 27. August das Releasedatum für "Certified Lover Boy" für den 3. September bekannt gegeben. Zwei Tage später droppte Kanye West (jetzt auf Apple Music streamen) "Donda" im Anschluss an seine Listening-Party in Chicago.

Rundgren nennt Kanye West einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten"

Insgesamt lässt Rundgren kaum ein gutes Haar an seiner Zusammenarbeit mit Kanye West. Die beiden hätten über ein Jahr an "Donda" zusammengearbeitet und niemals habe er gewusst, wieviel von seinem Input wirklich genutzt werden würde. Am Ende hätte er Material für rund drei Kanye-Alben auf seinem Rechner gehabt und dann aufgrund des geringen Feedbacks die Zusammenarbeit beendet:

"Als es im Juli auf die Zielgeraden [der Albumproduktion, Anm. d. Red] zuging, sagte ich nur: 'Das reicht mir. Ich habe keine Ahnung, ob davon etwas verwendet wird.' Man bekommt nicht viel Feedback von ihm."

("When it got into the homestretch in July, I just said, 'That’s enough for me. I have no idea whether any of this is being used.' You don’t get much feedback from him regarding what it is.")

In seinem Rant nennt er Kanye West außerdem einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten", denn niemand "würde ein solches Album machen, außer er hätte Geld zum aus dem Fenster werfen übrig". Was unsere Redakteurin Alina von "Donda" hielt, lest ihr übrigens hier:

Review: Kanye Wests "Donda" ist nicht so gut, wie alle sagen

"Donda" is here: Nachdem Kanye West seine Fans wochenlang mit immer absurder werdenden Listening-Partys gequält hat, ist das 10. Studioalbum des gebürtigen Chicagoers doch tatsächlich rausgekommen. Wer hätte es gedacht? Ich auf jeden Fall nicht. Denn Ye ( so heißt er doch jetzt, oder nicht?) ist ja seit jeher bekannt für messy Promo-Phasen.


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