Berlin Kidz: Paradox spricht über lebensgefährliche Graffiti-Aktionen

Die Berlin Kidz stehen für Graffiti-Action, die weit über die Grenzen des Legalen hinaus geht. Im Format Arte Tracks beschreibt Crew-Koordinator Paradox, was es mit all den Stunts und waghalsigen Aktionen auf sich hat.

Echte Gefahr

Der Beitrag bezeichnet die Kunst der Kidz kurzerhand als "lebensmüde und illegal". Diese Einschätzung ist nicht abwegig. Paradox erklärt zu Beginn ebenso, dass die Herangehensweise der Kidz natürlich gefährlich sei und nicht zum Nachmachen geeignet ist.

Kirchen, Hochhäuser oder sogar Windräder sind schon von der Crew mit ihrer markanten Graffiti-Spielart verziert worden. Dabei orientieren sich die Berlin Kidz an der brasilianischen Pixação-Schreibweise. Die ständige Suche nach dem nächsten Adrenalin-Kick hat gleich mehrere Hintergedanken.

Graffiti ist immer politisch & "Pixadores" zeigt auf eindrucksvolle Art, wieso

Wir haben uns "Pixadores" im Kino angesehen. Derjenige, der das ermöglicht hat, bezeichnet "Pixadores" als den besten Graffiti-Film, den er je gesehen hat. Tom von Rotzfrech Cinema steht damit nicht allein da. Die Begeisterung und Liebe geht so weit, dass er sich für diese einmalige Kinotour sogar verschuldet hat.

Sozialkritik, Freiheitsdrang & Professionalisierung

Paradox sieht hinter all dem Schlösserknacken und den Klettertouren einen speziellen Weg, um auf soziale Missstände aufmerksam machen zu können. Außerdem würden die Berlin Kidz durch ihr Handeln stets einen Freiheitsgedanken transportieren.

Der Beitrag von Arte zeigt zudem den professionellen Umgang mit der Marke "Berlin Kidz". Masken, Mode und Filme werden gekonnt in Szene gesetzt und über Shops vertrieben. Dazu passen auch Paradox Zukunftspläne. Offenbar besteht sein nächstes Ziel in einer Werkschau bestehend aus den Arbeiten der vergangenen sieben Jahre.

Berlin Kidz übertreffen sich im neuen Paradox-Video wieder selbst

Von David Molke am 20.11.2018 - 17:39 Wir haben uns "Pixadores" im Kino angesehen. Derjenige, der das ermöglicht hat, bezeichnet "Pixadores" als den besten Graffiti-Film, den er je gesehen hat. Tom von Rotzfrech Cinema steht damit nicht allein da. Die Begeisterung und Liebe geht so weit, dass er sich für diese einmalige Kinotour sogar verschuldet hat.

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"One Week with 1UP": Arte Tracks über die 76 Jahre alte Hiphop-Fotografin Martha Cooper
1UP

"One Week with 1UP": Arte Tracks über die 76 Jahre alte Hiphop-Fotografin Martha Cooper

Von David Büchler am 23.06.2018 - 13:48

Arte Tracks hat eine kurze Doku über den neuen Fotoband der 1UP-Crew rausgebracht. Das Besondere daran ist, dass er in Zusammenarbeit mit Martha Cooper entstanden ist, die ein Jahr lang an der Seite der Graffiti-Crew die Action dokumentiert hat. Martha Cooper ist 76 Jahre alt und nicht weniger als eine Legende der Graffiti-Fotografie - man könnte sogar sagen der Hiphop-Fotografie.

Die heute 76 Jahre alte US-Amerikanerin, die bereits in Thailand lebte und in Oxford Anthropologie studierte, arbeitete ab 1973 bei der New York Post. Dort lernte sie Ende der 70er Jahre verschiedene Writer der New Yorker Szene kennen und machte das, was sie schon immer getan hatte: fotografieren. Sie dokumentierte die Arbeiten der jungen Artists in New York. Viele Bilder der Vorreiterin in Sachen Graffiti-Fotografie sind heute die einzigen Zeugnisse einer Zeit in New York, in der aus dem Writing auf U-Bahnen eine Graffiti-Kultur entstand, woraus wiederum all das entstand, was wir heute als Street Art bezeichnen.

Pionierarbeit leistete Cooper allerdings auch in einem anderem Feld der Hiphop-Kultur. Schießlich war sie es, die 1980 die ersten Bilder von einer tänzerischen Ausdrucksform schoss, die Jahre später unter dem Namen Breakdance die Hiphop-Kultur weltweit prägen sollte.

Ihr Fokus lag allerdings weiterhin darauf, die Kunst, die in den Straßen und auf den Zügen New Yorks und später der ganzen Welt entstand, für die Nachwelt festzuhalten. Das ist es auch, was sie in der Dokumentation beschreibt. Viele hielten es für fotografisch langweilig, einfach die Realität festzuhalten, die Graffiti-Artists leben. Das mögen viele zwar als langweilig empfingen, so Cooper. Doch spannend werde es Jahre später, wenn die Kunstwerke, die schließlich stets temporär seien, über ihre Bilder an nachfolgende Generationen weitergegeben würden. Ihr 1984 erschienes Werk "Subway Art" gilt heute als Bibel in Sachen Graffiti-Dokumentation.

Cooper, wie Pieces auf der ganzen Welt fotografiert hat, begleitete die 1UP-Crew gemeinsam mit ihrer Kollegin Ninja K., war überall dabei und hat das Werk "One Week with 1UP" geschaffen, das die Arbeiten einer der aktuell aktivsten Crews im Game für die Nachwelt festhält

Viele Menschen in Marthas Alter würden die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, wenn es um Graffiti geht. Illegal? Schon, gibt Martha zu. Doch sie erkennt darin keinen Widerspruch. Im Gegenteil bewundert sie junge Menschen, die Kunst so sehr lieben, dass sie alles dafür riskieren. So entstehe flüchtige Kunst. Doch auch eine Martha Cooper irrt manchmal. Als sie in New York anfing, Writer zu fotografieren, ging sie von eiem lokalen New Yorker Phänomen aus. Dass viele Menschen Graffiti heute als "größte Kunstbewegung der Menschheitsgeschichte" bezeichnen und es ein weltweites Phänomen werden würde, hatte Martha nicht geglaubt. Ebenso wenig konnte sie erahnen, dass das Internet es einmal erleichtern würde, Kunst weltweit innerhalb von Minuten zugänglich zu machen. Doch Martha Cooper - wie sollte es anders sein - geht mit der Zeit. Sie liebt die Kunst. 

Hier kannst du ihren Instagram-Profil folgen:

Martha Cooper (@marthacoopergram) * Instagram photos and videos

188.3k Followers, 444 Following, 2,536 Posts - See Instagram photos and videos from Martha Cooper (@marthacoopergram)


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