Beef im MMA-Oktagon: Kaaris nimmt Boobas Herausforderung an

Es könnte einer der größten und gleichzeitig kuriosesten Momente der (französischen) Rapgeschichte werden: Nachdem Kaaris und Booba sich dieses Jahr am Pariser Flughafen Orly mitsamt ihrer Entourage prügelten und später in Untersuchungshaft landeten, steht nun einem offiziellen Kampf vor Publikum nur noch wenig im Weg. Beide Rapper haben mittlerweile zugestimmt.

Zum besinnlichen Fest der Liebe ließ Kaaris die Feindschaft wieder aufleben und provozierte in Richtung Booba, er solle ihn holen kommen, da er ja wüsste, wo er zu finden sei. Der in Miami lebende Booba reagierte schnell mit einer offiziellen Herausforderung und stellte ihm ein paar sportliche Optionen zur Auswahl. Ob Thaiboxen, ein klassischer Boxkampf oder MMA – er spielte den Ball zurück zum Rapper aus Sevran. Nun scheinen die beiden sich auf das MMA-Regelwerk geeinigt zu haben. 2019 sollen sich also zwei der größten Rapper Frankreich tatsächlich im Oktagon gegenüber stehen.

Sollte keiner der beiden seine Zusage zurückziehen, müssen nun lediglich die Formalitäten geklärt werden. Was ist neben Sieg und Niederlage der Einsatz? Wann? Wo? Booba brachte bereits das Stadion von Bercy ins Gespräch, in dem über 20.000 Menschen Platz finden können. Dass das Event schnell ausverkauft wäre, steht außer Frage.

Für Frankreich dürfte das Duell ein ähnlich spektakuläres Medien-Event werden wie das genreübergreifende Duell zwischen MMA-Fighter Conor McGregor und Boxer Floyd Mayweather. Schon jetzt ist das Thema überall: Ein französischer Wettanbieter postete bereits ein Foto auf Twitter, auf dem Booba mit einer Quote von 1,93 leicht vor Kaaris mit 1,97 eingestuft wurde. In den sozialen Medien wird währenddessen natürlich darüber diskutiert, wer den Kampf für sich entscheiden würde. Ein Blick auf die Statur der Rapper ist nicht allzu aufschlussreich – beide sind Monster.

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Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Von Michael Rubach am 01.04.2020 - 10:58

Fler steht wieder einmal im Kreuzfeuer der Kritik. Gegenüber allen, die ihm in den letzten Tagen Rassismus unterstellt haben, räumt er nun ein, mit seiner "Slave"-Line gegen Jalil übers Ziel hinausgeschossen zu sein. In einem Instagram-Post zeigt er sich geläutert und kündigt an, den Part gegen Jalil neu schreiben zu wollen.

Fler: "Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Nach mehreren rhetorischen Fragen, die allesamt wohl auf die Geschehnisse der letzten Tage und Flers persönliche Lage anspielen sollen, kommt der Berliner zum Punkt. Er gesteht sich ein, dass er auf dem Track "Mood" die Grenzen der bloßen Provokation verlassen hat. Das Wort "Sklave" in einem Diss gegen einen dunkelhäutigen Kollegen zu verwenden, sendet auch an jugendliche Hörer eine fatale Message. Fler spricht in diesem Kontext von einem "bösen Beigeschmack", den er nun erkenne.

"Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte." [sic]



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Wenn eine Gruppe von Leuten Dich als einzelnen unterdrückt bist du ein Opfer. Wenn du danach zur Polizei rennst, weil Du alleine bist und sie in der Mehrzahl, bist auch wieder das Opfer...? Aber wenn du nicht zur Polizei gehst, kein Schutzgeld zahlen willst und deswegen natürlich auch keinen Rücken hast... bist du das aller grösste Opfer!??? Wenn du Streetrap machst und sagst du hast ein schweres Leben ist alles fake und gelogen...? Wenn du das selbe machst und Schutzgeld zahlst bist aufeinmal eine der Realste in der Szene...? Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte. Deswegen hab ich beschlossen die 2.Stophe von MOOD neu zu schreiben. Es gibt 1000 andere Angriffsflächen bei Jalil die ich sportlich als Rapper angreifen kann. Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz! #atlantis

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Dem attackierten Jalil schmeckte die Wortwahl des Tracks auch ganz und gar nicht. Er entgegnete kurz nach Release von "Mood", Fler hätte "gleich N**ga sagen können". Der von Fler in seiner Klarstellung benutzte Begriff des "Farbigen" ist leider ebenfalls nicht unproblematisch. Er geht auf Rassentheorien zurück und findet als Selbstbezeichnung in der Black Community keine Anwendung. An dieser Stelle Fler Absicht zu unterstellen, erscheint jedoch unangebracht. Dafür macht er generell zu deutlich, dass er seinen Diss neu bewertet hat.

Eine bewusste Entscheidung von Fler war hingegen sein Interview bei TV Strassensound. Dort vertiefte er mit seinen Aussagen den Graben zwischen sich und der schwarzen Community. Manuellsen, Künstler der Bantu Nation, Mortel und viele mehr positionierten sich daraufhin gegen Fler. Sugar MMFK droppte gestern noch einen Part, um klarzumachen, dass Flizzy sich keine weitere "Frechheit" erlauben solle.

Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Da Fler seine Lyrics inzwischen offenbar für unangebracht hält, möchte er sie nicht unverändert stehen lassen. Er kündigt an, die zweite Strophe des Tracks "Mood" umzutexten. Das hieße jedoch nicht, dass er nicht weiter auf Konfrontationskurs mit Jalil bleiben würde. Es gebe "1000 andere Angriffsflächen bei Jalil". Sein Statement beschließt er mit dem Satz:

"Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Neben diesem Schauplatz im Fler-Universum ist die On-Off-Beziehung mit Sentino aktuell belastet. Letzterer beklagte sich über ausbleibende Zahlungen für die Mitarbeit an "Atlantis" und lieferte einen Disstrack, der vor allem durch seine extreme Homofeindlichkeit auffällt:

Sentino frontet Fler wegen angeblich unbezahlter "Atlantis"-Lyrics

Fler und Sentino dissen sich aktuell wieder mal gegenseitig - und zwar auf sehr unangenehme Art und Weise. Sentino frontet Fler in einer Disstrack-Vorschau, die vor Homofeindlichkeit nur so trieft. Fler postet als Antwort ein Video, das Sentino offenbar auf der Flucht zeigt, worauf der ebenfalls schon wieder reagiert hat.


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