ASAP Rocky wegen Körperverletzung angeklagt

Die schwedische Staatsanwaltschaft hat gegen ASAP Rocky Anklage wegen Körperverletzung erhoben. Das heißt, dass der US-Rapper bis zum Prozess inhaftiert bleibt.

Seit dem 3. Juli sitzt Rocky in Untersuchungshaft, weil er an einer Schlägerei beteiligt gewesen sein soll. Zuletzt schaltete sich sogar US-Präsident Donald Trump ein und nahm Kontakt zur schwedischen Regierung auf.

Staatsanwaltschaft glaubt nicht an Selbstverteidigung von ASAP Rocky

Staatsanwalt Daniel Suneson spricht in einem ersten Statement davon, dass man im Zuge der Ermittlungen zu der Überzeugung gekommen sei, dass "die fraglichen Ereignisse ein Verbrechen darstellen, obwohl Behauptungen bezüglich Selbstverteidigung und Provokation" aufgestellt wurden.

Neben ASAP Rocky sind auch zwei weitere Mitglieder aus seiner Entourage wegen Körperverletzung angeklagt. Einen Termin zur Verhandlung gibt es bis dato noch nicht. Spätestens drei Tage vor der ersten Anhörung werde dieser jedoch verkündet.

Welche Strafe könnte ASAP Rocky drohen?

ASAP Rocky könnte im Falle einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren erwarten. Rockys Anwalt plädierte in der Sache auf Selbstverteidigung. Staatsanwalt Suneson erklärte, dass ihm weitaus mehr Material zur Verfügung gestanden hätte, als online von der Auseinandersetzung zu finden ist. Hinzu kämen zusätzliche Zeugenaussagen, welche die Aussagen der Kläger stützen würden.

Rockys Bodyguard erhob seinerseits Anschuldigungen, die jedoch nicht weiter verfolgt werden, wie Suneson angab. Seit ASAP Rockys Inhaftierung drückten viele Künstler ihre Solidarität aus. Manche US-Artists wollen sogar nie mehr nach Schweden reisen.

Nach Festnahme in Schweden: US-Stars solidarisieren sich mit ASAP Rocky

Die Verhaftung von ASAP Rocky in Stockholm hat das #FreeRocky-Movement losgetreten. Einige US-Stars haben zudem bereits ihre Konsequenzen aus dem Umgang mit Rocky gezogen: Tyler, The Creator, Lil Yachty und ScHoolboy Q werden wohl demnächst keine Reise ins skandinavische Land antreten.

Kim Kardashian setzt sich bei Donald Trump für ASAP Rocky ein

Von Anna Siegmund am 20.07.2019 - 12:47 Gestern haben wir noch darüber berichtet, dass sich Kim Kardashian West und ihr Ehemann Kanye West bei Donald Trump für die Freilassung von ASAP Rocky einsetzen. Heute hat sich der für seine Tweets berüchtigte amerikanische Präsident bereits auf seiner favorisierten Social-Media-Plattform dazu geäußert: ""Habe grade mit Kanye West über die Inhaftierung seines Freundes ASAP Rocky gesprochen.

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Trump äußert sich auf Twitter zu ASAP Rocky

Trump äußert sich auf Twitter zu ASAP Rocky

Von Anna Siegmund am 20.07.2019 - 12:47

Gestern haben wir noch darüber berichtet, dass sich Kim Kardashian West und ihr Ehemann Kanye West bei Donald Trump für die Freilassung von ASAP Rocky einsetzen. Heute hat sich der für seine Tweets berüchtigte amerikanische Präsident bereits auf seiner favorisierten Social-Media-Plattform dazu geäußert:

""Habe grade mit Kanye West über die Inhaftierung seines Freundes ASAP Rocky gesprochen. Ich werden den sehr talentierten schwedischen Premierminister anrufen, um zu gucken, wie wir ASAP Rocky helfen können. So viele Leuten hätten die Lage gerne schnell geklärt!""

Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten

Die Verhaftung des Rappers wird kontrovers diskutiert, nicht nur der Präsident der Vereinigten Staaten mischt sich in die Inhaftierung von ASAP Rocky ein. Auch zahlreiche US-Stars neben der Kardashian-Familie solidarisieren sich mit dem Rapper, der den Grund seiner Verhaftung auf Instagram dokumentierte. Aktuell wird in Schweden wegen Körperverletzung ermittelt, nachdem zwei offenbar sehr aufdringliche Personen ASAP Rocky trotz einiger Aufforderungen, einen anderen Weg zu gehen, über einen längeren Zeitraum verfolgten und die Situation anscheinend in einer Schlägerei endete.

Nach Festnahme in Schweden: US-Stars solidarisieren sich mit ASAP Rocky

Die Verhaftung von ASAP Rocky in Stockholm hat das #FreeRocky-Movement losgetreten. Einige US-Stars haben zudem bereits ihre Konsequenzen aus dem Umgang mit Rocky gezogen: Tyler, The Creator, Lil Yachty und ScHoolboy Q werden wohl demnächst keine Reise ins skandinavische Land antreten.

Der Tweet des amerikanischen Präsidenten bewirkt zahlreiche belustigte, verärgerte und auch erfreute Reaktionen, die unter anderem deutlich machen, wie absurd der Vorgang um ASAP Rocky tatsächlich ist.

Der deutsche Satiriker Shahak Shapira spielt auf seinen Streit mit Fler an und antwortet dem Präsidenten:

"Donals ruf mir an geht um Fler" [sic]

Auch zahlreiche weitere User*innen entgegnen dem Tweet mit Anfragen, doch auch andere Prominente aus dem Gefängnis zu holen. Weitere finden, Trump habe in diesem Fall einen richtigen Punkt, auch wenn er sonst keine gute Politik mache.

Die Polizeiwache aus dem schwedischen Södermalm, die für ihre Kommentare im Internet bekannt ist, äußert sich ebenso unter Trumps Tweet. Sie erklärt ihm, dass er nicht nur auf die Entscheidung der schwedischen Justiz zu warten, sondern diese auch zu akzeptieren habe. Der schwedische Primeminister habe sich ebenso wenig einzumischen wie er, der amerikanische Präsident.

Trump äußert sich rassistisch auf Twitter

Die Diskussionen um den Tweet des Präsidenten zu ASAP Rockys Verhaftung können auch eine gelungene Ablenkung von den Vorwürfen sein, die sich Trump zuletzt ebenfalls auf Twitter einhandelte. Er ist zuletzt durch rassistische Äußerungen gegenüber weiblichen Kongress-Mitgliedern der demokratischen Partei aufgefallen. Er warf ihnen vor, den Amerikaner*innen Vorschläge für eine funktionierende Regierung machen zu wollen, obwohl sie doch selbst aus Ländern kämen, in denen die Regierung gar nicht funktioniere, sie korrupt oder eine Katastrophe sei.

"Why don't they go back and help fix the totally broken and crime infested places from which they came."

Anstatt nach der berechtigten Kritik an dieser Aussage zurückzurudern und sich bei den Frauen zu entschuldigen, entschied sich der amerikanische Präsident sogar noch dafür, seine Worte in einem Statement vor dem Weißen Haus zu wiederholen. Er sei kein Rassist, aber wenn jemand ein Problem mit dem Land habe, solle man es doch einfach verlassen.

Angela Merkel solidarisierte sich in ihrer traditionellen, letzten Pressekonferenz vor der Sommerpause mit den Frauen, die Trump mit seinem Tweet angriff und erklärte auf Nachfrage ungewöhnlich direkt:

"Ich distanziere mich davon entschieden und fühle mich solidarisch mit den drei attackierten Frauen."

Vielleicht soll der Versuch, einen schwarzen, bekannten Rapper aus dem Gefängnis in Schweden zu befreien, auch ein Versuch sein, sich den Rassimus-Vorwürfen zu entziehen. Allerdings schien Trump in den letzten Jahren nur sehr wenig darauf gegeben zu haben, was andere von ihm halten. Zumal er aus seiner eigenen Partei nur wenig Gegenwind in der Debatte um seine rassistischen Aussagen erfahren musste.

Wichtig wäre es trotzdem, dass langsam etwas im Fall um ASAP Rocky passiert. Falls Trump tatsächlich für eine Beschleunigung der Entscheidung sorgen kann, sollte dennoch nicht vergessen werden, dass so eine Aktion vor wichtigen Entscheidungen bis 2020 in Amerika wieder gewählt - hoffentlich nicht wiedergewählt - wird, auch nur Werbung für die eigene Person sein kann. Oder auch dem eigenen Ego Trumps hilft, der sicher weiß, dass durch die schwedischen Gesetze ohnehin bald eine Entscheidung von der Justiz getroffen werden muss.


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