Als Eminems Drogenkonsum "durch die Decke" ging

 

Ein seltener Ausflug direkt in Eminems Gedankenwelt abseits der Musik: Die Rap-Ikone hat zum 25-jährigen Geburtstag des XXL Magazins auf eine dunkle Phase seiner Karriere zurückgeblickt. Slim Shady erinnert sich an eine Zeit, als er jegliches Maß verlor und sein Drogenkonsum sich in schwindelerregende Höhen schraubte.

Eminem "nahm einfach immer mehr Pillen"

Suchtprobleme sind in Slim Shadys Kunst bekanntlich ein wiederkehrendes Motiv. Wann es aus der Sicht des 49-Jährigen so richtig losging, schildert er nun mit seinen eigenen Worten. Irgendwo zwischen dem Klassiker "The Marshall Mathers LP" (2000) und "Encore" (2004) hat der US-Rapper demnach mehr und mehr die Kontrolle verloren: "Also, ich komme von 'The Marshall Mathers LP' und gehe zu 'Encore', als meine Sucht anfing, schlimm zu werden."

Auf Vicodin, Valium und Alkohol habe Eminem noch Ambien geworfen. Ein "Gedankenlöscher", wie er das starke Schlafmittel selbst nennt. Das führte dazu, dass 50 Cent in gemeinsamen Interviews deutlich mehr Redeanteil bekam. Slim Shady sei mitunter nicht in der Lage gewesen, auch nur eine Frage zu verstehen. "Fifty musst für mich einspringen und jede Frage beantworten", schreibt Eminem. Völlig aus dem Ruder lief sein Konsum schließlich mit dem Tod seines Freundes Proof. Dieser wurde 2006 vor einem Club in Detroit erschossen.

"Dann passierte die Sache mit Proof und meine Sucht ging verdammt nochmal durch die Decke. Ich erinnere mich, kurz nachdem Proof gestorben war, war ich alleine in meinem Haus und ich lag einfach im Bett und ich konnte mich nicht bewegen und ich starrte einfach weiter auf den Deckenventilator. Und ich nahm einfach immer mehr Pillen."

In Anbetracht der eingenommenen Mengen habe er "buchstäblich zwei Tage lang nicht laufen" können. Doch sein Drogenkonsum sei noch mehr in die Höhe geschnellt. Eminem hatte anscheinend seine Quellen und wollte offenbar rein gar nichts mehr fühlen.

"Ich hatte gleichzeitig 10 Drogendealer, von denen ich meinen Scheiß bekomme. 75 bis 80 Valium pro Nacht, das ist viel. Ich weiß nicht, wie zum Teufel ich noch hier bin. Ich betäubte mich."

Dass das nicht ewig gut gehen kann, musste Eminem schließlich auf eine schmerzhafte Weise feststellen. Ein paar Monate nach dem Tod von Proof habe Eminems Körper nicht mehr mitgespielt. Er sei im Badezimmer gewesen, als er zusammenklappte. Mehr Details gibt sein Gedächtnis nicht her.

"Das Nächste, woran ich mich erinnere, war, dass ich mit verdammten Schläuchen in mir aufgewacht bin und nicht sprechen konnte. Ich konnte nichts tun. Ich verstand nicht, wo ich war und was zum Teufel passiert war."

Wahrscheinlich spielt Eminem hier auf den Moment an, als ihn eine Überdosis ins Krankenhaus beförderte – auch wenn der zeitliche Ablauf nicht ganz passen will. Eminems Nahtoderfahrung fällt in den Dezember 2007. Proof starb im April 2006.

Im Podcast seines Managers Paul Rosenberg sprach Em erst kürzlich über die damalige Angst vor einem bleibenden Hirnschaden.

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