"Alpha Mentoring": Kollegah scheitert im Rechtsstreit gegen Berichterstattung

Kollegah hat vor Gericht eine Niederlage einstecken müssen. Das berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung. Es ging dabei um falsche Sachaussagen, die im Deutschrap-Podcast "Schacht & Wasabi" getroffen worden sein sollen. Kollegah hatte Klage gegen den Bayerischen Rundfunk (BR) eingereicht und eine Gegendarstellung angestrebt. Konkret zielte die Klage auf die Auseinandersetzung der Podcast-Moderatoren mit der viel beachteten Vice-Reportage zum "Alpha Mentoring"-Programm ab.

Berichterstattung über "Alpha Mentoring"-Recherche ist zulässig

Wir erinnern uns: Journalisten der Vice nahmen undercover an Kollegahs Coaching zur Selbstoptimierung teil. Sie lieferten so Einblicke in ein System, das sie als eine Art "Guru-Bewegung" bezeichneten. Auch ist dort von "Irreführung" und ausgeübtem "Druck" die Rede. Des Weiteren befeuere das Programm allerlei Verschwörungstheorien. Auf die Recherche reagierte Kollegah damals in einem Video und kritisierte unter anderem den Mangel an "objektiver Berichterstattung".

Kollegah reagiert auf Vorwürfe gegen "Alpha Mentoring"-Programm

Kollegah steht momentan so oft in der Kritik, dass er in seiner Instagram-Bio nicht nur "Rappen und Sport" als seine Hobbys angibt, sondern dort auch das Bekämpfen von Shitstorms auftaucht. Aktuell wird diesbezüglich wohl am meisten über eine Undercover-Recherche von Vice-Journalisten gesprochen, in der das "Alpha Mentoring"-Programm des Rappers kritisiert wird.

Kollegah entschied sich offenbar dazu, gegen die Aufarbeitung des Themas bei "Schacht & Wasabi" vorzugehen. Im Deutschrap-Podcast wurde die angeführte Story kurz nach der Veröffentlichung besprochen. Die Moderatoren verwiesen auch darauf, dass sich die Journalisten der Vice über Wochen in Kollegahs Motivations-Programm "eingeschleust" hätten. Kollegahs Anwalt führte daraufhin aus, dass diese Aussage nicht zutreffend sei. Es hätte sich stattdessen lediglich um acht Tage gehandelt. Nur ein Bruchteil des "Alpha Mentoring"-Programms wäre für das Recherche-Team erfahrbar gewesen.

In erster Instanz vor dem Münchner Landgericht wurde der Argumentation von Kollegahs Anwalt noch Recht gegeben. Diese Entscheidung wurde nun gekippt. Laut dem Oberlandesgericht München würde eine Gegendarstellung durch den BR unangebrachterweise den Schluss zulassen, dass die ursprünglich von der Vice formulierten Anschuldigungen, innerhalb des Podcasts erhoben worden seien. Der betreffende Abschnitt muss folglich nicht korrigiert werden.

Jule Wasabi: "Battle gegen Kollegah gewonnen"

Jule Wasabi zeigt sich auf Instagram hoch erfreut darüber, wieder "ruhig schlafen" zu können. Ein "paar unentspannte Monate" seien nun vorüber.

"Hatte paar unentspannte Monate wegen Kollegah dem Boss, der sich dazu entschieden hat rechtlich gegen mich und den Bayerischen Rundfunk vorzugehen. Der Rechtsstreit ging durch mehrere Instanzen und seit gestern kann ich wieder ziemlich ruhig schlafen. Diese Userin hat am 17. Dezember 2019 ein Battle gegen Kollegah gewonnen."

Ein Sprecher des BR erklärte nach dem Urteil, dass der Prozess auch für seine journalistische Symbolwirkung geführt worden sei.

"Wir sehen uns auch als Stellvertreter für die vielen kleinen Redaktionen im Land, die sich einen solchen Rechtsstreit nicht leisten können. Da stehen wir als öffentlich-rechtliche Anstalt auch in der Verantwortung."

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Kollegah löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus

Kollegah löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus

Von Clark Senger am 09.11.2020 - 13:20

Am Samstag hat ein Videodreh von Kollegah und Asche im Frankfurter Bahnhofsviertel für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Die Aufnahmen für den Clip, der zum kommenden Kollaboalbum "Natural Born Killas" der beiden Rapper gehört, haben bei Passanten einen etwas zu authentischen Eindruck gemacht, wie man einer Pressenachricht der Frankfurter Polizei entnehmen kann. 

Videodreh von Kollegah & Asche wird für Raubüberfall gehalten

Im Video werden wohl Szenen eines Überfalls auf einen Juwelier zu sehen sein. Kein komplett unrealistisches Szenario im berüchtigten Bahnhofsviertel – erst im August kam es knapp fünf Autominuten entfernt zu einem spektakulären Einbruch. Zum Videodreh von Kollegah und Asche heißt es nun:

"Am Samstagnachmittag kam es in der Münchener Straße zu einem größeren Polizeieinsatz. Grund war ein vermeintlicher Raubüberfall auf einen Juwelier. Passanten meldeten der Polizei um 16:10 Uhr per Notruf, dass soeben zwei Personen mit Langwaffen das Juweliergeschäft überfallen." – Pressemitteilung der Polizei Frankfurt

Nachdem die Beamten die Situation unter Kontrolle gebracht hatten, habe man "[zur] Überraschung aller" festgestellt, dass es sich lediglich um einen Videodreh gehandelt hat. Attrappen von fünf Waffen seien sichergestellt worden. Eine Drehgenehmigung hat vorgelegen, aber die Polizei erklärt ihr Vorgehen wie folgt:

"Schließlich kam heraus, dass zwar eine Drehgenehmigung der Stadt Frankfurt für die Dreharbeiten vorlag, jedoch hatte der Produzent es versäumt, das örtliche Polizeirevier über sein äußerst öffentlichkeitswirksames Vorhaben zu unterrichten."

Als Konsequenz für das Führen von Anscheinswaffen erwartet die Betroffenen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. In der Frankfurter Neuen Presse wird Kollegah zitiert, wie er den Vorfall eingeordnet haben soll. Er habe gesagt, dass "das ein neues Level an Realismus und Gangster-Rap" sei. So kann er der Sache doch noch etwas Positives abgewinnen.


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