6ix9ine ist vielleicht schon 2020 wieder frei – mit Zeugenschutz

6ix9ine könnte deutlich früher als erwartet wieder auf freiem Fuß sein. Einem neuen Dokument zum Gerichtstermin des Rappers am 23. Januar kann man detaillierte Infos über seine Vereinbarung mit der Strafverfolgung entnehmen. Darin heißt es, dass das Gericht 6ix9ine für keins der bereits gestandenen Verbrechen verfolgen will, sofern er brav alles liefert, was die Behörden von ihm wollen.

Anstelle des für diese diversen Straftaten verbindlichen Minimums von 47 Jahren hinter Gittern – eine lebenslängliche Strafe zu erteilen, wäre ebenfalls eine Option für das Gericht – könnte 6ix9ine durch diese Vereinbarung schon 2020 wieder frei sein. Die Urteilsverkündung ist nämlich für den 24. Januar angesetzt.

6ix9ine schon im Januar 2020 wieder frei?

Eine Haftstrafe wird natürlich nicht ohne Weiteres von (mindestens!) 47 Jahren auf Null reduziert. 6ix9ine hat sich an einige Verpflichtungen zu halten:

"Die Verpflichtungen des Angeklagten im Rahmen dieser Vereinbarung sind folgende: Dass er der Staatsanwaltschaft wahrheitsgetreu und vollständig alle Informationen über seine Aktivitäten sowie die Anderer preisgibt; dass er uneingeschränkt mit der New Yorker Polizei, der Sicherheitsbehörde für Alkohol, Tabak und Schusswaffen, dem Heimatschutz sowie jeglichen anderen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten wird; dass er der Kanzlei auf Nachfrage jedes Dokument zur Verfügung stellt; dass er wahrheitsgetreu vor dem Großen Geschworenengericht oder bei jeder anderen Gerichtsverhandlung aussagt; dass er die Kanzlei auf all seine Straftaten aufmerksam macht; und dass er keine weiteren Straftaten begeht."

("The defendant's obligations under this agreement are as follows: That he shall truthfully and completely disclose all information of the activities of himself and others to the U.S. Attorney's Office; that he will cooperate fully with the New York City Police Department, the Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms, Homeland Security Investigations, and any other law enforcement agency; that he shall attend all meetings of the Office; that he shall provide to the Office upon request any document; that he shall truthfully testify before the grand jury or at any trial; that he shall bring to the Office's attention all crimes which he has committed; and that he shall commit no further crimes.")

Deal mit der Justiz kann 6ix9ine retten – bei voller Kooperation

Auf gut Deutsch gesagt: Die Justiz hat 6ix9ine damit an den Eiern. Er darf sich keine Fehltritte mehr erlauben, die diese Vereinbarung noch gefährden könnten. Sollte er sich nämlich nicht daran halten, gilt wieder die verbindliche Mindeststrafe von 47 Jahren.

Dass für den Rapper zu einem späteren Punkt (womöglich schon jetzt) Zeugenschutz notwendig werden könnte, wurde bei der Verhandlung am 23. Januar ebenfalls festgehalten. Natürlich geht es bei der ganzen Geschichte darum, dass 6ix9ine seine gewalttätigen und kriminellen Partner bei den Nine Trey Bloods ans Messer liefert. Und selbstverständlich bringt es Probleme mit sich, wenn du vor Gericht über ehemalige Gang-Kollegen singst. Schon ohne die neuen Details fürchtete die Ex des Rappers um sich und die gemeinsame Tochter.

Lebensgefahr & Zeugenschutz nach der Haftentlassung?

Durch die Kooperation drohen nun dem Rapper und Gangster Kooda B, nach dem 6ix9ine seine zweite große Single benannt hat, zehn Jahre oder sogar lebenslängliche Haft. Die Nine Trey Bloods werden kein Verständnis dafür haben, dass 6ix9ine nach dem letzten Strohhalm greift, der ihm Dekaden in Gefangenschaft ersparen kann. Auf den Straßen gilt er nun als Ratte und im Netz ist immer häufiger der wenig schmeichelhafte Spitzname Snitch9ine zu lesen.

Die Zusammenarbeit mit der Judikativen und der Exekutiven sorgt sogar bei Rappern, die mit den Vorfällen nichts zu tun haben, für emotionale Statements. Boosie Badazz etwa sagt, er sei anfangs auf 6ix9ines Seite gewesen, da er niemanden "in diesem Käfig" sehen wolle. "Ratten" könne er allerdings nicht verzeihen. Ein umfangreiches Zeugenschutzprogramm scheint unumgänglich zu sein, wenn 6ix9ine im nächsten Jahr tatsächlich freikommen sollte.

"Ich weiß ja nicht, wie es in New York läuft, aber in Loisiana würde dich jemand in unter einem Monat nach deiner Entlassung umbringen."



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WHEN YOU FIRST WENT TO JAIL I WAS LIKE FREE DUDE CAUSE I DONT LIKE TO SEE NO ONE N DAT CAGE LIKE DAT BUT ONE THING I DONT CONDONE OR SUPPORT IS RATS “YOU GOTTA SAY U A B!TCH A$$ N!GGAS WHO WAS JUST WAS PLAYING H0E GAMES WITH EVERYBODY YOU HAVE TO ADMIT ON WAX THAT YOU A H0E A$$ N!GGA FROM NOW ON (period)I AND I DO UNDERSTAND YO SITUATION N!GGA. I WAS FACING A NEEDLE. (Lethal injection) N AINT BEND BREAK R FOLD #realn!ggas like myself WE HATE RATS IDK ABOUT NEWYORK BUT N LOUISIANA U WILL BE MURDERED LESS THAN A MONTH AFTER YOUR RELEASE FRFR YOUR KIDS WILL BULLIED N SCHOOL FOR THE DECISION YOU MADE ,YOU PUT ALL YOUR FAMILY N GRAVE DANGER FOR LIFE CAUSE OF THIS BS, DID U THINK BOUT THEY SAFETY? Keep it u DONT care bout nothin but YOU SMH

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Kunst-Outlaw mit 79: Graffiti-Legende muss "Wiedergutmachung" zahlen

Kunst-Outlaw mit 79: Graffiti-Legende muss "Wiedergutmachung" zahlen

Von David Molke am 02.04.2019 - 18:51

Harald Naegeli ist eine Legende, ein wahrhafter Graffiti-Pionier. Er wurde als "Sprayer von Zürich" und das "Phantom von Zürich" international bekannt. Die Schweizer Justiz verfolgte ihn seit Ende der 1970er-Jahre, Harald Naegeli floh nach Deutschland. Hier setzte sich zeitweise sogar der damalige Bundeskanzler für ihn ein und er wurde als Künstler gefeiert.

2019 hat die Welt wieder einige Schritte zurückgemacht: Der legendäre Graffiti-Pionier stand im Alter von 73 Jahren erneut vor Gericht. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, aber der Künstler muss trotzdem zahlen – wegen angeblicher Sachbeschädigung.

Die Geschichte von Harald Naegeli, dem "Phantom von Zürich"

Seit 1977 verzierte Harald Naegeli die Straßen Zürichs mit seinen Kunstwerken. Als einer der ersten Schweizer malte er Graffiti und leistete echte Pionierarbeit. Die Obrigkeit sah das natürlich anders.

1979 wurde der damals 39-jährige Harald Naegeli von der Schweizer Polizei erwischt. Statt sich in sein Schicksal zu fügen, floh der Künstler nach Deutschland und tauchte unter.

Was folgte, war eine internationale Verfolgungsjagd, die heute umso kurioser wirkt. In Deutschland wurde Harald Naegeli nämlich für seine Kunst gefeiert, unter anderem von der Kunstszene rund um Joseph Beuys: Er bekam sogar ganz offiziell den Auftrag, die SPD-Zentrale in Bonn zu bemalen und wurde regelrecht hofiert. Galerien stellten seine Werke aus, obwohl international nach dem Mann gefahndet wurde – wegen Graffiti.

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In einem Zug wurde Harald Naegeli dann am 27. August 1983 von der Polizei festgenommen und sollte an die Schweiz ausgeliefert werden. Aber es wird noch unglaublicher: Der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt soll sogar an den damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher geschrieben haben, um sich für Naegeli und gegen eine Auslieferung stark zu machen.

"Ich würde es begrüßen, wenn die Bundesregierung einen Weg findet, die Schweiz dazu zu bewegen, von ihrem Auslieferungsersuchen Abstand zu nehmen."

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Letztlich musste Harald Naegeli aber doch noch in ein Schweizer Gefängnis. Joseph Beuys regte sich auf:

"Jetzt wird der Sprayer von Zürich, diese Urfigur des Freiheitssinns, in die würdelose Lage von einer halben Stunde (pro 24 Stunden) Hofgang und einer Stunde pro Woche Besuchszeit versetzt."

Willy Brandt soll dem Inhaftierten laut Spiegel Online sogar künstlerisches Asyl angeboten haben.

"Sprayer von Zürich": Harald Naegeli muss für Flamingo-Graffiti zahlen - SPIEGEL ONLINE - Kultur

Harald Naegeli, der berühmte "Sprayer von Zürich", muss wegen seiner Flamingo-Graffiti an Düsseldorfer Hauswänden zahlen. Das Verfahren gegen ihn wegen Sachbeschädigung wurde am Dienstag vom Düsseldorfer Amtsgericht nur gegen Geldauflagen eingestellt. So wurde der 79-Jährige zur Wiedergutmachung des Schadens der Hauseigentümer in Höhe von insgesamt fast 800 Euro und zur Zahlung von 500 Euro an ein Kinderhospiz verpflichtet.

Nichts gelernt: Harald Naegeli steht auch 2019 noch vor Gericht

Mittlerweile ist Harald Naegeli 79 Jahre alt und lebt in Düsseldorf. Seiner Leidenschaft für Kunst geht er offenbar immer noch unbeirrt nach.

Also eigentlich alles beim Alten – nur die Unterstützung von offizieller Seite fehlt im Jahr 2019. Diese Entwicklung wirkt geradezu beschämend. Da war Deutschland doch Anfang der 1980er Jahre ganz offensichtlich schon mal sehr viel weiter. 

In Düsseldorf stand Harald Naegeli vor Gericht, weil er "an der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie weiteren Häusern Flamingos" gemalt haben soll. Das Verfahren wegen Sachbeschädigung wurde heute zwar eingestellt, zahlen muss der Künstler aber trotzdem. 

lila on Instagram: "Fangen spielen im Großstadtdschungel, Flamingo und Pumbi. #haraldnaegeli #naegeli #flamingo #rennrad #retro #bianchi #bianchibikes..."

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Wie Spiegel Online schreibt, wurde Harald Naegeli "zur Wiedergutmachung des Schadens der Hauseigentümer in Höhe von insgesamt fast 800 Euro und zur Zahlung von 500 Euro an ein Kinderhospiz verpflichtet".

Das bezeichnet der Künstler als "Peinlichkeit" für die vermeintliche Kunststadt Düsseldorf. Harald Naegeli sieht seine Kunstwerke selbstverständlich nicht als Sachbeschädigung an und zeigt sich enttäuscht.

"Ich wollte ein Kunstwerk an Stelle des Geldes geben, aber im Kapitalismus zählt halt nur das Geld."

Graffiti ist immer politisch & "Pixadores" zeigt auf eindrucksvolle Art, wieso

Wir haben uns "Pixadores" im Kino angesehen. Derjenige, der das ermöglicht hat, bezeichnet "Pixadores" als den besten Graffiti-Film, den er je gesehen hat. Tom von Rotzfrech Cinema steht damit nicht allein da. Die Begeisterung und Liebe geht so weit, dass er sich für diese einmalige Kinotour sogar verschuldet hat.

Graffiti

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