Wie Labels Rapper zum viralen Phänomen machen: Der Pump-Plan

Die Musikindustrie ändert sich. Nicht nur die Art und Weise, wie Musik konsumiert wird, spielt dabei eine große Rolle. Auch die Labels reagieren auf die Veränderungen, nutzen und beeinflussen sie. In einem ausführlichen Bericht von Vulture berichten nun einige Label-Executives, wie Rapper ganz gezielt zu Internet-Phänomenen stilisiert werden. Dass der sogenannte "Pump Plan" funktioniert, beweisen Rapper wie 6ix9ine, Namensgeber Lil Pump oder XXXTentacion.

Labels reagieren auf aktuelle Trends

Wer heute noch unbekannt ist, kann morgen schon berühmt sein. Diese Binsenweisheit war nie treffender als sie es heute ist. Und das Ganze nimmt immer mehr Fahrt auf, die Geschwindigkeit wächst.

Musik funktioniert über Emotionen und laut der Reportage von Vulture suchen junge Menschen genau danach: Sie tippen bei Soundcloud "sad music" ein. Die Streaming-Anbieter reagieren und liefern Playlists, die nach Emotionen geordnet sind.

Die Labels ziehen nach und überbieten sich gegenseitig bei vielversprechenden Artists. Die wollen ihrerseits aber keine klassischen Knebelverträge über sechs Alben, sondern die größtmögliche Freiheit und Flexibilität.

Dementsprechend sprießen Imprints und Labels aus dem Boden, die Künstlern vom Format eines XXXTentacions oder 6ix9ines genau das bieten.

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Der Typ mit dem recht flippigen Outfit und der dicken Kriminalakte war 2018 omnipräsent. Trollaktionen, Hits, Schießerein - 6ix9ine auf allen Kanälen.

Zwischen Indie und Major

Einige der aktuell erfolgreichsten sind 10K oder zum Beispiel Alamo Records. 

Beide sind fast independent, können aber auf Strukturen und Finanzierung von großen Labels zugreifen. Wie zum Beispiel Interscope oder Universal.

Dasselbe gilt für den Vertrieb: Capitol verbrigt sich hinter Caroline, die zum Beispiel mit 6ix9ine, Trippie Redd oder eben XXXTentacion zusammen arbeiten.

Dann wäre da noch EMPIRE, das ebenfalls unabhängig arbeiten kann, aber Vertriebs-Deals mit der Universal Music Group und Atlantic hat.

Zu früh gestorben: Wieso die Musikwelt XXXTentacion vermissen wird

Über kaum einen Künstler wurde 2018 mehr diskutiert als über XXXTentacion. Für die einen war der in diesem Sommer ermordete Rapper...

Labels heuern Podcast-Hosts & Journalisten an

Die Majors legen eigene Strukturen an und geben ihre Imprints beispielsweise in neue, junge und vielversprechende Hände.

Der "No Jumper"-Host Adam Grandmaison (a.k.a. Adam22) leitet jetzt ein Atlantic Records-Imprint, weil er sich mit der Soundcloud-Szene auskennt.

Bei Inzei Records, das zu Capitol gehört, sitzt Rojas (XXXTentacions ehemaliger DJ) sowie Alex "Loyalty" Gelbard am Steuer. Einfach, weil sie sich mit der Szene und ihren Funktionsweisen auskennen.

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Kein (Pop-)Kulturbereich kommt mehr ohne irgendwelche Elemente des Hiphops aus. Dabei spielt das Streaming-Zeitalter eine besondere Rolle.

So werden Rapper zum viralen Phänomen: "The Pump Plan"

Rojas und Alex "Loyalty" Gelbard wissen offenbar ganz genau, was sie tun. Sie verfolgen einen 10-Punkte-Plan, mit dessen Hilfe sie aufstrebende Rapper zu viralen Phänomenen machen können – im Handumdrehen.

Dieser Plan werde neuen Künstlern gepitcht, die sie signen wollen – und dann innerhalb kürzester Zeit umgesetzt. Zum ersten Mal wohl mit durchschlagendem Erfolg bei Lil Pump. Darum heißt er jetzt "The Pump Plan".

"Es ist ein 10-Punkte-Plan, der garantiert, einen lokalen Rapper oder einen kleineren Celebrity in ein Meme und anschließend in eine virale Sensation zu verwandeln, indem ein Set bewährter Marketing-Tricks angewandt wird."

"Das umfasst Techniken wie: Social Media-Influencer-Kampagnen, einen Artist zu memefizieren, Platzierungen bei Musical.ly, Promotionen bei World Star und etwas, dass 'Kontroverse-Projekte' genannt wird."

"Was offenbar bedeutet, Streitigkeiten zwischen Artists zu inszenieren und Drama anzuheizen, um eine Kontroverse anzuheizen und Online-Aufmerksamkeit zu erzeugen."

Den kompletten, sehr lesenswerten wie ausführlichen Bericht findest du hier bei Vulture.

The Gatekeepers of SoundCloud Rap

Once a year, on career day, Nick Catchdubs, the DJ, producer, and founder of the independent record label Fool's Gold, drives across the Hudson River to the New Jersey school where his mom teaches. He visits fourth, fifth, and sixth-grade classrooms and every year he asks his students the same two questions: "What music are you listening to?

Lil Pump - Drug Addicts [Video]

Lil Pump und Charlie Sheen machen gemeinsame Sache für das Musikvideo zu "Drug Addicts"...

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Verstorbener Nipsey Hussle disst 6ix9ine auf Rick Ross' "Port Of Miami 2"

Verstorbener Nipsey Hussle disst 6ix9ine auf Rick Ross' "Port Of Miami 2"

Von Clark Senger am 10.08.2019 - 14:37

Seit gestern kann man Rick Ross' neues Studioalbum "Port Of Miami 2", die Fortsetzung der Debüt-LP von 2006, hören. Durch den Song "Rich N*gga Lifestyle" ergibt sich eine relativ kuriose Konstellation: Der Ende März erschossene Rapper Nipsey Hussle disst darauf Tekashi 6ix9ine, der seit November inhaftiert ist.

Nipsey Hussle disst "fake n*gga" 6ix9ine

Die Abneigung des beliebten LA-Rappers gegenüber 6ix9ine war auch zu seinen Lebzeiten kein Geheimnis. Für Rozays neue Platte rappte er vor seinem Ableben noch einen Part ein, in dem er dessen Verhalten kritisiert und sein Verständnis von Realness anreißt.

"I can't name a fake n*gga that was not exposed / How y'all n*ggas so surprised that Tekashi told? / Ain't a real street n*gga 'less you got a code"

("Ich kann nicht einen fake N*gga nennen, der nicht entblößt wurde / Wie könnt ihr so überrascht sein, dass Tekashi geplaudert hat? / Du bist kein echter Street-N*gga, wenn du keinen Kodex hast")

Dass Rick Ross Zeilen gegen 6ix9ine eine Bühne bietet, überrascht kaum. Auf Meek Mills Song "What's Free" droppte Renzel Lines, die sich ziemlich sicher auch gegen den Paradiesvogel gerichtet haben.

"Screaming 'gang gang' now you wanna rat / Racketeering charges caught him on a tap / Lookin' for a bond, lawyers wanna tax / Purple hair got them f*ggots on your back"

Auch von Nipsey Hussle sind es nicht die ersten Worte gegen Tekashi. Im Gespräch mit Big Boy konnte er in seinen Ausführungen logischerweise weiter ins Detail gehen und seinen Blickwinkel erläutern. Er war der Meinung, Rapkollegen sowie die breite Öffentlichkeit hätten 6ix9ines angriffslustiges und provokantes Verhalten mit Nichtbeachtung strafen sollen.

"The public should follow the real n*ggas, if the real n*ggas ain't reacting so y'all don't react. Put the dude on goofy time and just let him sit over here doing what he doing till that shit expire, cause it always gonna self-destruct, clearly."

("Die Öffentlichkeit sollte den Echten folgen. Wenn die Echten nicht reagieren, reagiert ihr alle nicht. Lasst ihn seinen Schwachsinn machen, bis der Mist vorbei ist, denn so etwas wird sich immer von alleine zerstören, ganz klar.")


REAL 92.3 LA on Twitter

You gotta demand more from the public..." @NipseyHussle thoughts on Tekashi #BigBoy https://t.co/9JQMiEnuVi

Rick Ross mit Zeilen an Kanye West

Aber auch Rozay selbst sorgt mit einigen Zeilen für Schlagzeilen. Im Song "Vegas Residency" spricht er Kanyes kurioses TMZ-Interview und seine Sympathie für Donald Trump an:

"Watching Kanye interview, feel like I wanna cry / For every innocent brother charged with a homicide / Went from battle raps to now we wearing M.A.G.A. hats / Dade County, n*gga, mansions up in Tamarac / Never golfing with the Trumps and I give you my word"

Rozays neues Album, auf dem auch Meek Mill, Denzel Curry, A Boogie Wit Da Hoodie, Jeezy, Swizz Beatz und viele mehr vertreten sind, kannst du hier streamen.


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