Black Lives Matter: So kannst du dich über Rassismus informieren & helfen

Aufgrund der anhaltenden Proteste in Amerika ist das Thema Rassismus aktuell wieder so stark im Fokus der Öffentlichkeit wie lange nicht mehr. Der Mord an George Floyd durch einen Polizisten scheint der Tropfen gewesen zu sein, der das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht hat. Die Tagesschau spricht in diesem Zusammenhang bereits von den "größten Unruhen seit der Ermordung von Martin Luther King im Jahr 1968."

Für manche Beobachter*innen ist eventuell gar nicht so klar, woher diese Wut der schwarzen Community kommt und was Rassismus so problematisch macht. Filme oder Bücher können dabei helfen, besser zu verstehen, was Rassismus ist, wie Rassismus wirkt und warum Rassismus maximaler Müll ist. Wir wollen an dieser Stelle ansetzen und ein Informationsangebot liefern. Weiter unten im Artikel findest du zudem weiterführende Links zu Spendenseiten, um die Black Lives Matter-Bewegung und andere Organisationen supporten zu können.

10 Filme, Serien & Dokus über Rassismus

Die folgenden Beispiele stellen natürlich nur einen Bruchteil der filmischen Auseinandersetzungen mit Rassismus dar. Es ist eine bunte Mischung aus Serien, dokumentarischen Arbeiten und Spielfilmen. Auch das Horror-Genre kann auf extreme Weise aufzeigen, wohin rassistische Weltbilder führen können.

"I Am Not Your N*gro": Der Dokumentarfilm basiert auf einem unvollendeten Manuskript des Schriftstellers James Baldwin. Dieser hat anhand der Geschichte seiner drei Freunde Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King dargelegt, wie verwurzelt Rassismus in den Staaten ist. Im Original übernimmt Samuel L. Jackson die Rolle des Sprechers. In der deutschen Version leiht Samy Deluxe dem Film seine Stimme.

"A Class Divided": Dieses Werk aus dem Jahr 1985 ist mehr ein dokumentiertes Sozialexperiment als ein Film. Es wurde zudem unter Titeln wie "Blauäugig" und "Der Rassist in uns" in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu verhandelt. Wer sehen möchte, wie Vorverurteilung und Diskriminierung funktionieren, ist hier an der richtigen Stelle.

"BlacKkKlansman": Der Film von Spike Lee ist 2019 mit einem Oscar ausgezeichnet worden. Es ist die Story eines afroamerikanischen Polizisten, der sich zusammen mit einem jüdischen Kollegen beim rassistischen Ku-Klux-Klan einschleust.

Spike Lee hat den Mord an George Floyd außerdem jüngst in einem Kurzfilm aufgearbeitet.

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"Die Arier": Ebenfalls direkt mit dem Ku-Klux-Klan kommt Mo Asumang in ihrer Arbeit für "Die Arier" in Kontakt. Der Dokumentarfilm hebelt dabei den unter Rechtsextremen gerne vertretenen Unsinn aus, dass sich der Wert eines Menschen aus seiner Herkunft ableiten lässt.

"The Rape of Recy Taylor": Recy Taylor wurde 1944 Opfer einer Gruppenvergewaltigung. Sie verschwieg diese Tat nicht, sondern kämpfte als Schwarze Frau für Gerechtigkeit.

What You Gonna Do When The World’s On Fire?: Was soll man tun, wenn die Welt um einen herum aus den Fugen gerät? Dieser Frage hat sich der italienische Filmemacher Roberto Minervini angenommen. Er konzentriert sich vor allem auf den Süden der USA, der 2016 und 2017 durch mehrere rassistisch motivierte Morde erschüttert wurde.

"Detroit": Detroit ist nicht nur die Heimatstadt von Eminem, sondern auch Handlungsort und Titel eines Films von Kathryn Bygelow. Dabei geht es um eine Polizeirazzia, die 1967 letztlich zu einem der größten Bürgeraufstände in der US-Geschichte führte.

"When They See Us": Die Mini-Serie erzählt entlang von vier Folgen, wie fünf Jugendliche für ein Verbrechen verurteilt werden, das sie nicht begangen haben. Die Story basiert auf einer wahren Begebenheit.

"Dear White People": Die titelgebende Radiosendung geht an einer fiktiven Universität on air. Die afroamerikanische Studentin Sam White betreibt darin Aufklärungsarbeit in Sachen Rassismus. Die Serie steht auf Netflix zum Streaming bereit und umfasst bisher drei Staffeln.

"Speak Up": Rassismus ist bei Weitem kein rein amerikanisches Problem. "Speak Up" beleuchtet das Leben von schwarzen Frauen in Europa.

10 Bücher über Rassismus

Auch 2020 bietet ein Buch noch mit die besten Möglichkeiten, um seinen persönlichen Horizont zu erweitern. Für eine tiefergehende Beschäftigung mit Rassismus haben wir zehn Leseempfehlungen zusammengestellt.

"Exit Racism": Das Buch von Tupoka Ogette will den Lesern und Leserinnen dabei helfen, rassismuskritisch zu denken. Dafür liefert das Buch unter anderem Übungen, welche die Selbstreflexion in Gang setzen.

"Deutschland Schwarz Weiß": In ihrem Buch legt die Autorin Noah Sow den alltäglichen Rassismus offen, von dem unsere Gesellschaft fast schon unbemerkt durchsetzt ist.



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Mission accomplished! The extensively updated 10 year anniversary edition of my book »Deutschland Schwarz Weiß« is out now (only in German language though). Geschafft! Soeben ist die aktualisierte Fassung von »Deutschland Schwarz Weiß« als Taschenbuch erschienen! Es gibt auch schon einen Blogeintrag von mir dazu, was alles neu in dieser Ausgabe ist, uvm :-) , checkt: WWW.NOAHSOW.DE/BLOG . Ebook und internationaler Vertrieb folgen in den nächsten Tagen. Jetzt bin ich erstmal super froh, dass alles gut über die Bühne gegangen ist !!! HOLT EUCH DIE AKTUALISIERTE FASSUNG von »Deutschland Schwarz Weiß« * um endlich die genderbrauchbare Version zu haben * um autonomes Schwarzes Deutsches Publishing zu unterstützen * um die neuen Inhalte zu lesen * um es nochmal zu verschenken * (Luxusvariante, *hust*:) um die verschiedenen Auflagen zu sammeln :-) * um mir ein Kompliment für meine neuerworbenen Typografie- und Siebdruckskills zu machen. *** Blogger_innen und Journalist_innen bekommen ein GRATIS Rezensionsexemplar! (Wie das geht, steht auf noahsow.de/dsw ) DANKE EUCH ALLEN . . . #blackgermans #afrodeutsch #blackliterature #blackscholars #rassismus #africandiaspora

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"Ein N*ger darf nicht neben mir sitzen": Der Münchner Rapper Roger Rekless hat letztes Jahr seine Geschichte auf den Buchmarkt gebracht. Er schildert in persönlichen Rückblicken, wie es sich anfühlt, wenn die Gesellschaft einem Menschen ständig das Anderssein zuschreibt.



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Heute ist der Erscheinungstag meines Buches „Ein N*ger darf nicht neben mir sitzen“ -Eine Deutsche Geschichte. Ich bin total aufgeregt und froh zugleich. Aufgeregt bin ich, weil ich so gespannt bin wie ihr das Buch aufnehmen werdet. Ich hoffe so sehr, dass es die Möglichkeit bietet eine Sensibilität zu entwickeln für ein Zusammenleben in einer zukunftssicheren Gesellschaft. Eine Absage an das „rückwärtsgewandte“ und ein Plädoyer für eine multikulturelle Zukunft. Vielen Dank an @komplettmedia die das Projekt erst möglich gemacht haben. Vielen Dank an @diesernils fürs zusammensitzen, schreiben, austauschen, diskutieren und schlussendlich dieses Buch zusammen zu kreierenDanke an @ringlstetter.tv der dafür ein so perfektes und liebevolles Vorwort geschrieben hat, dass den Duktus und die Ausrichtung des Buches direkt zu Beginn verdeutlichtUnfassbaren Dank an den unglaublichen @c100art, der das Cover so designt hat, dass klar wird was Sprache für eine Macht hat. Zwischen Betrachter und dem Buch steht der Titel in großen roten Lettern und trennt uns. So trennt Sprache und Rassismus Menschen und wenn wir uns bewusst werden wie sehr uns diese Trennung umgibt und beeinflusst, umso besser können wir an Lösungsstrategien arbeiten um rassistisches Handeln obsolet zu machen. Tausend Dank an den lieben und unfassabaren Menschen, der mir immer zur Seite stand und auch die Bilder für das Buchcover geschossen hat @philippwulk Danke auch an all die tollen Menschen die ihre Gedanken in Gastbeiträgen mit mir und allen Lesern geteilt haben. @imoankinshasa @shahak @chefket @samydeluxe @kaledmusik @malcolmmusic @tyronricketts Ihr habt durch eure Geschichten, Ansichten und Blickwinkel weitere Möglichkeiten gegeben dieses Buch als Mittel zum Verständnis zu nutzen. Vielen DankJetzt ist es draussen und wird hoffentlich von vielen Menschen gelesen, diskutiert, und empfohlen. Danke euch allen, die ihr schon im Vorfeld Welle gemacht habt und mich unterstützt habt das es bis hierher geklappt hat Verbreitet das Buch und die Message gerne mit dem Hashtag #jedernebenjedem wenn jeder neben euch sitzen darf

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"Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche": Das Buch der Britin Reni Eddo-Lodge erklärt, welche gesellschaftlichen Privilegien allein auf die Hautfarbe zurückzuführen sind.

"Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten": Schon vermeintlich harmlose Fragen im Alltag reproduzieren rassistische Denkweisen. Hier setzt Alice Hasters an und hält den Lesern und Leserinnen den Spiegel vor.

"Schwarzsein in einer rassistischen Welt": Über Rassismus muss gesprochen werden. Nach der Lektüre dieses Bestsellers von Ijeoma Oluo dürft jedem klar sein, warum diese Notwendigkeit besteht.

"The Hate You Give": Dieser Jugendroman von Angie Thomas lässt über die Hauptprotagonisten Starr zwei Welten aufeinanderprallen, in denen sich die 16-Jährige zunächst gut zurechtfindet. Als ihr bester Freund von einem Polizisten erschossen wird, ändert sich ihr Leben. Das Buch wurde inzwischen auch verfilmt.

"Mythen, Masken und Subjekte": Wer sich tief in die Materie begeben möchte, sei dieser Sammelband nahegelegt. Die Autor*innen setzen sich unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten kritisch mit der Kategorie des Weißseins auseinander.

"Unter Weißen: Was es heißt, privilegiert zu sein": Journalist Mohamed Amjahid führt der weißen Mehrheitsgesellschaft vor Augen, welche Ausprägungen Rassismus in alltäglichen Situationen hat.

"Sprache und Sein": Menschen sollten nicht auf Kategorien heruntergebrochen werden. Die Autorin Kübra Gümüsay sucht dafür eine gemeinsame Sprache.

Petitionen & Spendenlinks

Für einen kleinen Anteil im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass und Diskriminierung hilft schon eine (digitale) Unterschrift. Hier eine Auswahl von Petitionen, die du gegenzeichnen kannst:

Es gibt unzählige Projekte, denen man jetzt Geld zukommen lassen könnte. Auch hier ein paar Optionen, um der Solidarität mit einer Spende Nachdruck zu verleihen:

George Floyd wurde vor den Augen der Welt von Polizisten seines Lebens beraubt. Auch hierzulande helfen verschiedene Organisationen, Vereine und Bündnisse den Opfern von Polizeigewalt.

Auch in Deutschland tötet die Polizei immer wieder Unschuldige

In den USA war der Mord an George Floyd der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Seit über einer Woche demonstrieren die Menschen in jeder größeren US-Stadt gegen Polizeigewalt und Rassimus. Zu viele meist schwarze Menschen wurden von den Cops getötet. Auch in Deutschland formieren sich Proteste.

Wer kein Geld zur Verfügung hat, kann sich auch einfach Kunst anschauen und somit seinen Beitrag leisten. Hier erfährst du, wie das funktioniert:

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Jay-Z hat eine Playlist – wir auch

Jay-Z hat Musik zum Überleben in diesen finsteren Zeiten zusammengestellt. Seine Tidal-Playlist kommt mit Tracks von 2Pac, Marvin Gaye und Nina Simone. "Fight The Power" von Public Enemy ist ebenfalls dabei.

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2016 veröffentlichte Jay-Z den ersten Teil seiner "Songs for Survival"-Playlist, nachdem Alton Sterling and Philando Castile durch Polizisten erschossen wurden. Ihre Story ist in den Film "What You Gonna Do When The World’s On Fire?" eingeflossen.

Unsere Playlist, die von Kendrick Lamars "Alright" eröffnet wird, könnt ihr hier abchecken:

Eine kurze Umfrage zum Schluss

Wir würden uns riesig freuen, wenn du uns ein paar Fragen beantworten könntest. Die Umfrage kann in 2 Minuten ausgefüllt werden und all deine Angaben werden uns anonym übertragen. Vielen Dank im Voraus!

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Kommentare

Klar ist Rassismus doof, aber ebenfalls doof ist es, falsch als Rassist beschimpft zu werden. Man muss sich in beide Seiten hereinversetzen. Black Lives Matter schüttet mMn zu viel Öl aus Feuer, so wird das ganze auch nicht besser. Gewalt hat nicht unbedingt etwas mit Hautfarbe zu tun, Gewalt gibt es ja auch innerhalb einer Hautfarbe oder andersherum.

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Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Von Alina Amin am 28.04.2021 - 15:00

Maestro hat am gestrigen Abend seine Reichweite genutzt, um ein Video zu besprechen, das seit einigen Tagen im Internet kursiert. In dem kurzen Clip wird eine Szene aus einer Erfurter Straßenbahn gezeigt, in der ein 40-jähriger Mann einen syrischen Jugendlichen aufs Übelste rassistisch angeht und gewalttätig wird. Der Vorfall ist über den letzten Tag viral gegangen und wird inzwischen von zahlreichen Medienportalen aufgegriffen. Maestro hat sich in einem etwa zehn Minuten langen YouTube-Video zu dem Vorfall geäußert. Die Message ist klar: "Man darf nicht wegschauen".

Maestro will auf rassistischen Übergriff in Erfurt aufmerksam machen

Zunächst erklärt der YouTuber und Rapper, was in dem Video überhaupt passiert ist. So habe der Mann den Jugendlichen erst angefangen, rassistisch zu beleidigen und ist dann dazu übergegangen, den Jungen anzuspucken. Sodann trat er ihm mehrere Male ins Gesicht. Das Opfer reagierte während des ganzen Überfalls nicht. 

Maestro stellt zunächst das Offensichtliche klar: Was in Erfurt passiert ist, ist absolut ekelhaft. Sodann erklärt er, dass solche Übergriffe Ergebnis von dem Schubladendenken und den Kategorisierungen sind, die in der Deutschen Gesellschaft vorherrschen.

"Wieso zieht ihr Linien und Grenzen? Haben wir nicht genug gelernt von der Geschichte? Dass Mauern ziehen und Linien ziehen und niemals Frieden und Segen mit sich bringt?"

Im Anschluss darauf bezieht er sich konkret auf die Aussage des Täters im Video, der erklärt, dass Deutschland sein Land sei und auch auf das Denken von denjenigen, die der Meinung seien Menschen mit Migrationshintergrund sollen in ihr Herkunftsland zurück.

"Das ist nicht dein Land. Das ist unser Land"

Auch über Zivilcourage und Solidarität spricht er. Zunächst stellt Maestro diejenigen zur Rede, die sich für ihre eigenen Familienmitglieder oder Freunde einsetzen würden, aber nicht für Fremde – insbesondere, wenn diese Fremden Migrationshintergrund haben. Er kritisiert, dass man sich in der Gesellschaft an denjenigen bereichern würde, die unliebsame Jobs verrichten, diese aber nie als richtigen Teil der Gemeinschaft sehe.

Um Integration ginge es vielen Rassisten dabei nicht. So erklärt Maestro, wie er selbst ein Positivbeispiel für Integration sei und dennoch tagtäglich rassistischen Anfeindungen zum Opfer fiele. Auch in seinem Alltag wirke sich dies aus: So könne er nicht mal eine Wohnung finden.

Abschließend zweifelt er die Zivilcourage der Gesellschaft an und und stellt klar: 

"Jeder der zugut und sich denkt ja, ist passiert ist Mitschuld."

Er fordert seine Zuschauer dazu auf, sich für andere einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen. Am Ende sei man immerhin eine Gemeinschaft. Man dürfe nicht weggucken – egal worum es geht. 

TW: Gewalt 

Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Mann festgenommen

Bei dem Video handelt es sich um Geschehnisse vom vergangenen Freitag. Durch die Videoaufnahmen und Zeugenaussagen der weiteren Insassen der Bahn konnte der Mann zügig identifiziert werden. Nach dem Übergriff gelang dem Mann zunächst die Flucht. Am Montag soll er dann festgenommen worden sein. Ihm werden gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Er ist der laut der Polizei als Drogenkonsument sowie wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt. 


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