Eminem nennt die größten Disstracks aller Zeiten

Eminem ist ein Großmeister des Dissens. Das braucht er niemanden mehr zu beweisen. Allein sein letztes Album "Kamikaze" war ein einziger großer Mittelfinger an die Szene. Auch der "Killshot" gegen Machine Gun Kelly zeigte Eminems Liebe für das musikalische Austeilen. Welche Disstracks Slim Shady als Rapfan feiert, erzählte er auf seinem hauseigenen Radiosender Shade45.

Ho Ho Ho Merry Diss-mas! Tune in to @Shade45 tomorrow at noon ET - ill be counting down 12 of our favorite diss tracks of all time

739.6k Likes, 6,938 Comments - Marshall Mathers (@eminem) on Instagram: "Ho Ho Ho Merry Diss-mas! Tune in to @Shade45 tomorrow at noon ET - ill be counting down 12 of our..."

Die drei Herren sind dabei in die Disstrack-Zeitmaschine gestiegen und besprechen ausschließlich Material, das vor dem Jahr 2000 erschienen ist.

12. Boogie Down Productions – "The Bridge Is Over" (1987)

Ems Liste beginnt mit einem Track, der versuchte, einen der relevantesten Sachverhalte überhaupt klarzustellen: Wo liegt die Geburtsstätte von Hiphop? Für KRS-One und Scott LaRock lagen die Wurzeln der Kultur in der Bronx. Die beiden standen damit im Konflikt zur Einschätzung der Juice Crew. Marley Mal, Big Daddy Kane und Roxanne Shanté repräsentierten nämlich Queens.

Das Battle ist auch als "The Bridge Wars" in die Geschichte des Hiphops eingegangen. 2007 veröffentlichten KRS-One und Marley Mal das gemeinsame Album "Hiphop Lives".

11. Roxanne Shanté  – "Roxanne’s Revenge" (1984)

Roxanne Shanté war Teil der gerade erwähnten Juice Crew. Im zarten Alter von 14 legt sie sich mit der Untouchable Force Organization (oder kurz: UTFO) an. Die Gruppe veröffentlichte 1984 den Track "Roxanne, Roxanne", bei dem es inhaltlich darum geht, dass keiner der UFTO-Member bei Roxanne landen kann. Die Rache folge mit "Roxanne's Revenge".

So wurde Roxanne Shanté zu einer der ersten populären weiblichen MCs. Die "Roxanne Wars" brachten noch weitere Tracks hervor. Ebenfalls berühmt wurde der Antwort-Song "The Real Roxanne".

10. MC Lyte – "10% Diss" (1988)

Auch 1988 galt es nicht als cool, wenn Produktionen sich zu stark ähneln. Milk Dee und Audio Two fanden der Legende nach, dass der Track "I Got An Attitude" von der Rapperin Antoinette wie ihre eigene Hit-Single "Top Billin" klang. Da Milk Dee und Audio Two keine Frau dissen wollten, fragten sie MC Lyte, ob sie den Job übernehmen könnte. Sie sagte zu und brachte den "10% Diss", dem noch weitere Tracks beider Parteien folgen sollten.

9. LL Cool J – "Jack The Ripper" (1989)

LL Cool Js Beitrag zu Eminems Liste ist eine Antwort auf Kool Moe Dee. Letzterer hatte LL Cool J vorgeworfen, seinen Style zu kopieren. Auf dem Cover des Albums "How Ya Like Me Now" ist ein Jeep abgebildet, der eine Mütze der Marke Kangol überrollt. Dieses Mode-Accessoire wird bis heute mit LL Cool J assoziiert.

Kool Moe Dee betrachtete LL Cool J als Jungen ohne Respekt vor den Wegbereitern des Hiphops. Das alles konnte dieser nicht auf sich sitzen lassen und konterte mit "Jack The The Ripper".

8. N.W.A – "F*ck The Police" (1988)

Auch die legendäre Hymne gegen Polizeigewalt und Ungerechtigkeit schafft es in Eminems Ranking. Die gefährlichste Gruppe der Welt, die aus Eazy-E, Dr. Dre, MC Ren, Ice Cube und Yella bestand, sorgte mit ihrem Rap für eine völlig neue Geisteshaltung in der amerikanischen Gesellschaft. Sogar das FBI sah sich genötigt auf den expliziten Track mit einem Schreiben zu reagieren.

7. Ice Cube – "No Vaseline" (1991)

Ice Cube kommt ohne Vorspiel zum Punkt. Nach dem Bruch mit N.W.A. erklärt er seinen ehemaligen Bandmitgliedern ziemlich direkt, warum er keine Zukunft mehr gesehen hat. Wie so oft war das liebe Geld für die Differenzen verantwortlich. Vor "No Vaseline" fronteten die anderen  N.W.A.-Member Cube auf "Real N***az" und "Message to B.A."

6. Dr. Dre – "F*ck Wit Dre Day (And Everybody’s Celebrating)" (1992)

Ein Diss-Ranking von Eminem wäre unvollständig,wenn nicht sein Mentor Dr. Dre einen Platz finden würde. Ob der Ex-Manager Jerry Heller, Eazy-E, Tim Dog, Luke von der 2 Live Crew oder Ice Cube – auf "F*ck Wit Dre Day" entledigte sich der Doktor von seinen Altlasten.

5. Tim Dog – "F*ck Compton" (1991)

Rapper Tim Dog hatte Anfang der Neunziger nichts für den Siegeszug der West Coast übrig. Er verteidigte New York als reale Hauptstadt des Raps und schoss gegen alles, was aus Compton kam und Erfolge verbuchen konnte.

4. Common – "The B*tch In Yoo" (1996)

Ice Cube sah durch Common den Rap der West Coast herabgewürdigt und brachte den Track "Westside Slaughterhouse". Daraufhin droppte Common "The B*tch in Yoo"n und disste Ice Cube sogar raffiniert mit seinen eigenen Lyrics. Inzwischen haben sich die Fronten geklärt. Beide ehemaligen Rivalen sind beispielsweise im Film "Barbershop: The Next Cut" zu sehen.

3. Eazy-E – "Real Muthaphuckkin Gs" (1993)

Für diejenigen, die sich 1993 gefragt haben, wo sich die echten Gangsta aufhalten, lieferte Eazy-E die Antworten. Mit dem Signing bei Death Row Records verspielten Dre und Snoop aus Eazys Sicht ihrer Kredibilität. Auf einem G-Funk-Beat brachte Eazy-E daraufhin die Attitude, die er bei seinen ehemaligen Homies nicht mehr erkennen konnte.

2. YZ – "Diss Fe Liar" (1994)

YZ und die Gruppe Poor Righteous Teachers (PRT) standen beim Label Diversity Records unter Vertrag. YZ war dort nicht nur Künstler, sondern auch Teilhaber. Als er und PRT aufgrund von internen Streitigkeiten getrennte Wege gingen, startete ein musikalischer Schlagabtausch. Auf "Diss Fe Liar" schießt YZ vor allem gegen PRT-Member Wise Intelligent.

1. 2Pac – "Hit ‘Em Up" (1996)

An der Spitze von Eminems Liste steht 2Pac. "Hit ‘Em Up" hat die Lage im amerikanischen Rap für immer verändert. Der Beef zwischen der East Coast und der West Coast, die Morde an 2Pac und The Notorious B.I.G. – ein elementarer Bestandteil dieser unrühmlichen Geschichte ist 2Pacs Diss gegen Biggie.

Die persönliche Ebene sowie die Umsetzung des Tracks haben es Eminem angetan. Persönlicher als auf "Hit ‘Em Up" kann es auch kaum zugehen. 2Pac rappt schließlich davon, Biggies Frau zu beglücken. Außerdem enthalten folgende Zeilen mehr Wahrheit, als die Öffentlichkeit es damals wohl für möglich gehalten hätte:

"This ain’t no freestyle battle, y’all n*ggas getting killed"

Die komplette Radio-Sendung kannst du hier hören:

Eminem | #12DaysOfDissMas | Shade45 w/Paul Rosenberg & DJ Whoo Kid

Eminem lists off his 12 Favorite Disstracks of all time with his manager, Paul Rosenberg and friend DJ Whoo Kid, in the countdown for #12DaysOfDissMas!

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Verstorbener Nipsey Hussle disst 6ix9ine auf Rick Ross' "Port Of Miami 2"

Verstorbener Nipsey Hussle disst 6ix9ine auf Rick Ross' "Port Of Miami 2"

Von Clark Senger am 10.08.2019 - 14:37

Seit gestern kann man Rick Ross' neues Studioalbum "Port Of Miami 2", die Fortsetzung der Debüt-LP von 2006, hören. Durch den Song "Rich N*gga Lifestyle" ergibt sich eine relativ kuriose Konstellation: Der Ende März erschossene Rapper Nipsey Hussle disst darauf Tekashi 6ix9ine, der seit November inhaftiert ist.

Nipsey Hussle disst "fake n*gga" 6ix9ine

Die Abneigung des beliebten LA-Rappers gegenüber 6ix9ine war auch zu seinen Lebzeiten kein Geheimnis. Für Rozays neue Platte rappte er vor seinem Ableben noch einen Part ein, in dem er dessen Verhalten kritisiert und sein Verständnis von Realness anreißt.

"I can't name a fake n*gga that was not exposed / How y'all n*ggas so surprised that Tekashi told? / Ain't a real street n*gga 'less you got a code"

("Ich kann nicht einen fake N*gga nennen, der nicht entblößt wurde / Wie könnt ihr so überrascht sein, dass Tekashi geplaudert hat? / Du bist kein echter Street-N*gga, wenn du keinen Kodex hast")

Dass Rick Ross Zeilen gegen 6ix9ine eine Bühne bietet, überrascht kaum. Auf Meek Mills Song "What's Free" droppte Renzel Lines, die sich ziemlich sicher auch gegen den Paradiesvogel gerichtet haben.

"Screaming 'gang gang' now you wanna rat / Racketeering charges caught him on a tap / Lookin' for a bond, lawyers wanna tax / Purple hair got them f*ggots on your back"

Auch von Nipsey Hussle sind es nicht die ersten Worte gegen Tekashi. Im Gespräch mit Big Boy konnte er in seinen Ausführungen logischerweise weiter ins Detail gehen und seinen Blickwinkel erläutern. Er war der Meinung, Rapkollegen sowie die breite Öffentlichkeit hätten 6ix9ines angriffslustiges und provokantes Verhalten mit Nichtbeachtung strafen sollen.

"The public should follow the real n*ggas, if the real n*ggas ain't reacting so y'all don't react. Put the dude on goofy time and just let him sit over here doing what he doing till that shit expire, cause it always gonna self-destruct, clearly."

("Die Öffentlichkeit sollte den Echten folgen. Wenn die Echten nicht reagieren, reagiert ihr alle nicht. Lasst ihn seinen Schwachsinn machen, bis der Mist vorbei ist, denn so etwas wird sich immer von alleine zerstören, ganz klar.")


REAL 92.3 LA on Twitter

You gotta demand more from the public..." @NipseyHussle thoughts on Tekashi #BigBoy https://t.co/9JQMiEnuVi

Rick Ross mit Zeilen an Kanye West

Aber auch Rozay selbst sorgt mit einigen Zeilen für Schlagzeilen. Im Song "Vegas Residency" spricht er Kanyes kurioses TMZ-Interview und seine Sympathie für Donald Trump an:

"Watching Kanye interview, feel like I wanna cry / For every innocent brother charged with a homicide / Went from battle raps to now we wearing M.A.G.A. hats / Dade County, n*gga, mansions up in Tamarac / Never golfing with the Trumps and I give you my word"

Rozays neues Album, auf dem auch Meek Mill, Denzel Curry, A Boogie Wit Da Hoodie, Jeezy, Swizz Beatz und viele mehr vertreten sind, kannst du hier streamen.


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