Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Mehrere parallel laufende Konflikte sind für Fler eher Königsdisziplin als etwas Neues. Insofern sorgt der Berliner Troublemaker im außergewöhnlichen Kalenderjahr 2020 für etwas gefühlte Normalität. Kurz nach Sentinos Disstrack-Hörprobe gibt es nun auch von Sugar MMFK Zeilen zu hören, die konkret an Flizzy adressiert sind.

Sugar MMFK disst Fler in Instagram-Part

Darin geht es unter anderem um Flers Connections zu schwarzen Community, den obligatorischen 31er-Vorwurf und in einer Line auch um Bushido. Der Grund für den neu entfachten Streit steht in den Zeilen nicht im Fokus, sondern wird nur beiläufig angerissen:

"Fler wollt' auf gut vernetzt machen ohne Highspeed / geht zu sein' alten Unterdrückern, wird zur Wifey"

"Hab' dir oft Props gegeben, aber übertreib' nicht / Bantus sind Kings, Akhi, nur du weißt nicht / mit mir f**kt keiner, Akhi, nur du weißt nicht / bei der nächsten Frechheit weiß ich, Rappen reicht nicht"

Das steckt dahinter: Dem Bonner und seinen Bantu Nation-Homies Des, G-Mac und Co ist eine Aussage aus Flers aktuellem TV Strassensound-Interview ein Dorn im Auge. Als Fler darin erklärt, dass er aufgrund seiner Kontakte zu Rappern aus der schwarzen Community kein Nazi sein könnte – was ihm ohnehin niemand vorgeworfen hat – namedroppt er auch die Bantu Nation.

"Ein Jalil, der ist mein Bruder gewesen. Er zieht die Karte jetzt? [...] Mortel, diese ganze Bantu Nation, die ganzen Filme da. Bro, welcher weiße Rapper hat die gepusht wie ich?"

Beziehungsstatus "vorbelastet": Fler & Deutschraps schwarze Community

Dieses Zitat hat die Jungs aus NRW getriggert. Schon vor einigen Tagen reagierten sie auf die Aussage und stellten klar, dass aus ihrer Sicht nur Xatar etwas derartiges von sich behaupten könnte. Nun hat Sugar eben auch für eine musikalische Antwort gesorgt.

Fler denkt dabei wahrscheinlich an eine Phase vor wenigen Jahren (circa 2016-2017), als unter anderem Mortel und seine Gang Racailles gelegentlich mit ihm zu sehen waren. Damals entstand das Video zu "Sollte so sein", in dem neben Mortel und Co auch Peti Free am Start waren. Beim Openair Frauenfeld-Konzert von Flizzy 2017 wurde eine riesige Racailles-Flagge auf der Bühne geschwenkt und auch auf der Tour damals waren immer wieder einige der Jungs auf der Bühne zu sehen, um gemeinsam Action zu machen.

Das Verhältnis war tatsächlich lange Zeit sehr positiv, aber die Mitglieder des Labels Bantu Nation spielten dabei keine vordergründige Rolle. Vielleicht hat Fler schlichtweg die Racailles und die Bantu Nation verwechselt.

Außerdem kann natürlich darüber diskutiert werden, wie viel Einfluss eine Handvoll gemeinsamer Tracks und Auftritte für den weiteren Weg von Mortel und den Racailles im Game hatten.

In die Situation, sich bei Davud zu rechtfertigen, kam Fler durch eine Line auf seinem noch relativ frischen Album "Atlantis". Im Song "Mood" bezeichnet er Jalil als "Slave", der nach seinem Job im Apple Store bei Maskulin dann zu "Django Unchained" geworden wäre.

Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Dass Fler auf seinem neuen Album "Atlantis" auch Lines gegen den ehemaligen Homie und Kollabopartner Jalil rappt, überrascht sicher die wenigsten Hörer. Die Art und Weise sorgt allerdings...

Er beharrt darauf, dass diese Zeile lediglich ein kunstvolles Bild für Jalils persönlichen Weg sei. Das mag zum Teil so sein. Aber einen dunkelhäutigen Ex-Homie als Sklaven zu bezeichnen, ist im besten Fall höchst unglücklich gewählt und im schlimmsten Fall eben eine rassistische Line.

Dieser Provokation wird Fler sich nicht erst bei der endgültigen Veröffentlichung der LP bewusst geworden sein. Zu intensiv war sein Konflikt mit der schwarzen Community Anfang 2019. Zu lange spielt er schon dieses Deutschrap-Game, um sich nicht im Vorfeld über die möglichen Folgen dieser Zeilen im Klaren gewesen zu sein.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Rückenerkrankung: Prozess gegen Fler geplatzt

Rückenerkrankung: Prozess gegen Fler geplatzt

Von Michael Rubach am 27.11.2020 - 16:45

UPDATE vom 27. November:

Fler hat sich auf Twitter zu seiner Verhandlungsunfähigkeit geäußert. Demnach leidet er unter einer Rückenerkrankung. Diese komme "vom zu harten Training". Den bisherigen Prozess an sich bewertet Flizzy positiv. Negative Gefühle bekommt er jedoch, wenn er an die Polizeikontrolle zurückdenkt, die zum "Fanboy"-Moment führte. Diese sei laut Fler als gewöhnliche Kontrolle inszeniert gewesen.


Foto:

Screenshot via twitter.com/FLER

Original-Meldung vom 27. November:

Der Prozess gegen Fler vor dem Berliner Amtsgericht ist geplatzt. Sein Anwalt übermittelte dem Gericht am Donnerstagabend eine Verlängerung der Krankschreibung, die bereits dazu geführt hatte, dass das Verfahren kürzlich unterbrochen werden musste. Die Verhandlung hat nun zu lange geruht. Durch das Überschreiten der gesetzlichen Unterbrechungsfrist ist ein Neustart des Prozesses erforderlich. So berichtet es unter anderem die B.Z..

Fler nicht verhandlungsfähig – neuer Prozesstermin erwartet

Laut Strafprozessordung darf eine Hauptverhandlung bis zu drei Wochen unterbrochen werden. Insofern sie bereits an zehn Prozesstagen stattgefunden hat, ist sogar eine Unterbrechung von einem Monat gestattet. Der erste Verhandlungstag in dem Verfahren gegen Fler fand am 4. November statt. Seine bestehende Verhandlungsunfähigkeit, die am vergangenen Mittwoch sowohl durch ein Attest als auch telefonisch durch einen Arzt bestätigt wurde, macht das Einhalten der Frist unmöglich.

Die Staatsanwaltschaft legt Fler eine Reihe von Straftaten zur Last – unter anderem Fahren ohne Führerschein, versuchte Nötigung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Beleidigung. Am ersten Prozesstag hatte der Maskulin CEO keine Aussagen gemacht. Bushido war dem Vernehmen nach in dem Verfahren als Zeuge vorgesehen.

Es heißt nun, dass der Prozess frühestens im Januar 2021 erneut anlaufen könne. Ein Termin stehe aber noch nicht fest. Sollte Fler verurteilt werden, steht eine mehrjährige Haftstrafe im Raum.

Fler könnte eine mehrjährige Haftstrafe drohen

Fler muss sich mal wieder mit der Justiz rumschlagen. Gestern postete er auf Instagram, dass er vor einem Berliner Gericht in 20 Fällen angeklagt wird. Dafür wurde ein erweitertes Schöffengericht einberufen, welches nur hinzugezogen wird, wenn die Staatsanwaltschaft mit einer Haftstrafe von mindestens zwei Jahren rechnet.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!