Twitter grillt Young Thug für "respektlose" Aussagen über André 3000

Fans von Young Thug warteten am Black Friday vergeblich auf die Veröffentlichung von "Slime Language 2". Dafür brachte Thugger seinen älteren Kollegen André 3000 von OutKast eher ungewollt in die Twitter-Trends. Im ExpediTIously Podcast von T.I. sprach der Rapper, der von der BBC zum einflussreichsten Rapper des 21. Jahrhunderts erklärt wurde, abwertend über André 3000.

Young Thug über André 3000: "Habe ihn nie beachtet"

Nicht wenige erkennen im Werk von Young Thug einen Einfluss von André 3000 – sei es das extravagante Auftreten oder die experimentelle Herangehensweise an Musik. Ebenso sind beide Künstler in Atlanta verwurzelt. Doch Thugger selbst hat scheinbar nicht viel für OutKast oder das sonstige Schaffen von André 3000 übrig. Er will sich sogar nie in seiner Karriere mit dessen Musik beschäftigt haben.

"Ich kann dir nicht zwei André 3000-Songs vorrappen. Ich habe ihn nie beachtet. Nie in meinem Leben."

("I can't rap you two André 3000 songs. I ain't never paid attention to him. Never in my life.")

Was Young Thug demnach stört, ist der Umgang von André 3000 mit der jüngeren Generation. Auf diese schaue er herab. Zumindest bei der Trauerfeier des verstorbenen A Tribe Called Quest-Members Phife Dawg machte André 3000 einen anderen Eindruck. Er verteilte Shoutouts an Young Thug und Lil Wayne und merkte an, dass sich verschiedenen Rap-Generationen nicht haten sollten.

Twitter kommt nicht auf Young Thugs Äußerungen klar

Young Thugs Einschätzungen scheinen auf persönlichen Erfahrungen zu beruhen. Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, zieht er als Beispiel seine Zusammenarbeit mit Pop-Ikone Elton John heran ("High"). Der Sänger habe sich wie ein Fan verhalten und sich bei ihm eingeschmeichelt. Damit konnte der Brite offenbar bei Young Thug punkten. André 3000 sei hingegen viel distanzierter und hätte gerne, dass man sich bei ihm einschmeichelt. Young Thug habe unter diesen Bedingungen keine Lust auf eine Kollabo.

Viele User*innen auf Twitter empfanden die Äußerungen von Young Thug als respektlos. Memes und Kommentare bewegen sich irgendwo zwischen Empörung, Ungläubigkeit und einer Portion Trauer.

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Summer Cem will aus Mönchengladbach das "neue Atlanta" machen

Summer Cem will aus Mönchengladbach das "neue Atlanta" machen

Von Till Hesterbrink am 16.10.2021 - 13:52

Gestern veröffentlichte Summer Cem gemeinsam mit den Mitgliedern seines neugegründeten Labels Scorpion Gang den Sampler "Scorpion To Society". Im Apple Music-Interview mit Aria erzählt Summer, dass die gesamte Scorpion Gang mittlerweile gemeinsam in Mönchengladbach wohnt. Dort kommen nämlich so gut wie alle Künstler her. Summers Ziel ist es, aus Gladbach irgendwann eine Rap-Hochburg zu machen – so wie Atlanta.

Summer Cem & Scorpion Gang kreieren den Gladbacher-Sound

Wer sich auch nur ansatzweise mit Summers Diskografie auskennt, weiß, dass er aus Rheydt kommt, ein Stadteil in Mönchengladbach. Bis heute ist er trotz des Erfolges nie aus seiner Heimatstadt weggezogen, wie er im Interview berichtet.

Und das hat sich ausgezahlt: Viele seiner Label-Signings stammen nämlich ebenfalls aus der Stadt am Niederrhein. Mit Kozikoza, Geenaro, Ghana Beats sowie Summers Freund und DJ Vogue kommen vier der Künstler ursprünglich von dort und die beiden Rapper Billa Joe und Melez sind inzwischen zugezogen. Durch die örtliche Nähe sei man gerade während der Corona-Zeit noch mal deutlich enger zusammengewachsen. Oft gehe man einfach so mal gemeinsam auf die abendliche Hood-Runde. Summer Cem (jetzt auf Apple Music streamen) gebe das viel und es würde ihn "jung halten".

In Gladbacher habe sich einfach eine Hiphop-Kultur gebildet, die Summer noch weiter fördern will. Er erzählt, wie im eigenen Studio in der Altstadt manchmal über 20 Kids abhängen und Musik machen wollen. Dabei kämen die Leute auch aus einem großen Einzugsgebiet aus benachbarten Orten angereist. Ihm sei klar, dass ein neues Los Angeles möglicherweise zu hoch gegriffen wäre, aber er hoffe vielleicht aus seiner Stadt das "neue Atlanta" zu machen.

"Jetzt zum Beispiel sind wir mit Borussia Mönchengladbach am Reden, ob die sagen 'Kommt zu uns ins Stadion'. Das ist schon ein bisschen so ein lokales Ding geworden. [...] Ich kann aus Gladbach kein Los Angeles machen, aber vielleicht mache ich ein neues Atlanta draus."

Er wisse, dass sich das vielleicht verrückt anhöre, aber er wolle einen für die Stadt typischen Sound etablieren. Großes können schließlich nur entstehen, wenn man in solchen Dimensionen denke.

In den USA ist Atlanta einer der absoluten Hauptstädte, was Hiphop angeht. Mit den Migos, Ludacris, Lil Nas X, 21 Savage, Future und Gucci Mane sind nur eine kleine Handvoll an Hochkarätern aus der Millionenstadt in Georgia genannt.

Hier könnt ihr euch den Labelsampler von Gladbachs Finest anhören:


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