Was Kool Savas von Kendrick Lamars Auftritt im Weißen Haus hält

Kendrick Lamar stattete US-Präsident Barack Obama anlässlich der Fourth of July-Feier wieder einen Besuch ab. Obama ist bekanntlich großer Fan Lamars und lud ihn gestern zu einer Performance im Weißen Haus ein.

Wenig begeistert davon zeigt sich Kool Savas. Der ließ seinem Unmut via Twitter freien Lauf und teilte einen Artikel über den Auftritt mit den Worten: "Kendrick Lamar soll sich im Weißen Haus f*cken lassen."

In einem darauffolgenden Tweet wurde Savas konkreter und nannte einen Grund für seine Abneigung gegenüber der Aktion. "Solange in Guantanamo noch nach Lust und Laune gefoltert wird hat kein Rapper im Weißen Haus aufzutreten", so Savas deutlich.

Kendrick Lamar performt im Weißen Haus

Wenn du könntest, würdest du deinen Lieblingsrapper dann nicht auch regelmäßig zur Privataudienz einladen? Nun ja, Barack Obama kann und deswegen lädt er sich seinen Liebling auch regelmäßig in sein bescheidenes Anwesen ein. Anlässlich seiner Fourth of July -Feier lud er Kendrick Lamar als Ehrengast ins Weiße Haus ein und ließ ihn einige Songs performen.

#essahdamus RAP on Twitter

Kendrick Lamar soll sich im weißen Haus ficken lassenhttps://www.musikexpress.de/independence-day-in-den-usa-kendrick-lamar-w... ...

#essahdamus RAP on Twitter

Solange in Guantanamo noch nach Lust und Laune gefoltert wird hat kein Rapper im Weißen Haus aufzutreten

Wenn man dann mal beim Thema USA ist, gibt's auch noch eine Anspielung auf die digitale Überwachung sowie die aktuellen gehackten Accounts einiger Deutschrapper.

#essahdamus RAP on Twitter

Ob Zuckberg meine Whatsapp Verläufe liest oder Hacker meinen Account knacken macht keinen Unterschied

Erst Marteria und Bushido, jetzt MoTrip: Nächster Account gehackt

Deutschsprachige Rapper fürchten aktuell um den Zugang zu ihren Social Media-Accounts: Erst gestern wurde Marterias Twitter-Account gehackt, heute war Bushido dran und jetzt trifft es auch noch MoTrip. Auf dessen Instagram-Account prangen jetzt zwei unmissverständliche Bilder sowie der Hinweis " hacked by virus007 und anti proxy" Shoutouts geben die beiden Verantwortlichen auch noch, und zwar an " hanso und 4C1D".

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Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Von Michael Rubach am 03.09.2021 - 16:20

Käse, Wurst, Toastbrot: Diese Kombo hat sich bei Kool Savas eingebrannt. Nicht, weil er ein besonders heftiges Sandwich in Erinnerung hat. Er verbindet damit eine Lektion fürs Leben. In seinem frisch veröffentlichten Buch "King of Rap: Die 24 Gesetze" ist immer wieder von dieser Toastbrot-Story die Rede. Es ist eine Geschichte, die Kool Savas gelehrt hat, sich von der Straße, Gangs und Unterdrückertum fernzuhalten.

Kool Savas gewinnt Battle – und wird unterdrückt

Anfang der Neunziger in Kreuzberg: Der Junge, der später als Kool Savas (jetzt auf Apple Music streamen) berühmt werden sollte, tritt zum Battle an. Doch es geht nicht um Punchlines, sondern um Ladendiebstahl. Wer mehr Kram aus dem örtlichen Supermarkt mitgehen lässt, entscheidet das Duell für sich. Savas gewinnt. Er baut aus seiner Beute ein Sandwich, um den Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes zu genießen. Anstelle eines guten Gefühls erfährt er jedoch Bevormundung. Der damalige Anführer in Savas' Umfeld hat seine eigene Sichtweise. Er erinnert den Battle-Gewinner daran, wer das sagen hat. Das bleibt haften:

"Dieses Gefühl, wie ein Hund behandelt zu werden, dem man sagt, was er zu essen hat und was nicht, vergesse ich nie."

Dieser Augenblick ist ein Bruch im Leben des Savaş Yurderi. Hier beschließt er, sich von solchen Strukturen zu entkoppeln. In seinem Buch nennt er das die "Befreiung von den nervtötenden Regeln der Straße." An dieser Stelle in seinem Leben legt sich ein Schalter um.

"An diesen Moment, als ich begriff, dass ich mir nie wieder etwas sagen lassen sollte von vermeintlich Stärkeren. Von Leuten, die angeblich über mir stehen. Oder die sich aus komplett irrelevanten Gründen wie physischer Überlegenheit dazu berufen fühlen, den Chef zu spielen."

Rückblickend hat Savas diese Episode aus seiner Jugend "komplett gegen die Verlockungen eines sogenannten Rückens immun gemacht." Die Lehren, die er daraus gezogen hat, will er nun weitergeben.

(Über seine persönliche Erfolgsformel wird Kool Savas demnächst auch in einem neuen Interview-Format auf Hiphop.de sprechen.)

Kool Savas: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an"

Kool Savas gibt in seinem Buch Ratschläge, um nicht in den Strudel aus Unterdrückung und Machtspielchen hineingezogen zu werden. Es gelte, das eigene Umfeld zu prüfen. Wer tut einem gut, wer ist toxisch? Er wolle selbst nicht mit "denen sein, die andere unterdrücken." Diese Struktur habe Savas früher eingeengt. Durch die Hierarchien der Straße fühlt er sich in seiner Jugend regelrecht gehandicapt.

"Ich bin so aufgewachsen, in einem Umfeld, in dem mich vieles eingeschüchtert hat, in dem ich mich oft zurückgenommen habe. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich das gebremst und gestresst hat."

Ein weiterer Leitsatz von SAV lautet: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an." Ein schwacher Moment könne reichen, um sich in eine nicht enden wollende Abhängigkeit zu begeben. Plötzliches Entgegenkommen und Unterstützung hätten immer ihren Preis. Hinter kleinen Gefälligkeiten stehe zumeist das Streben nach Geld und Macht. Die Wurzel allen Unterdrückerverhaltens.

Nicht ohne Stolz beschreibt Kool Savas seine Freude darüber, sich aus all dem rausgehalten zu haben. Er sei niemanden etwas schuldig. Achtung, Liebe und Respekt erfahre er nicht, weil sich Menschen vor ihm oder Personen im Hintergrund fürchten würden. Er ist aus dem musikalischen Wettstreit als Rapstar hervorgegangen. Aus der permanenten Competition, die aus seiner Sicht "ohne Unterdrückung und Mobbing stattfinden sollte. Ohne Gewalt."

Wer ist man eigentlich? Was will man im Leben erreichen? Diese Fragen hat Kool Savas für sich beantworten können. Eine der grundlegendsten Erkenntnisse setzte nach dem Diebstahl eines Toastbrots ein.


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