Urteil im Prozess gegen Schwesta Ewa gefällt

Im Prozess gegen Schwesta Ewa wurde heute das Urteil gefällt. Die Rapperin werde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Anklage hätte vier Jahre und drei Monate gefordert, die Verteidigung ein Jahr und sechs Monate bis zwei Jahre auf Bewährung. Der Haftbefehl sei jedoch aufgehoben worden und Ewa dürfe vor Haftantritt erstmal nach Hause. Das berichtet die Bild.

Schwesta Ewa war wegen ausbeuterischer Zuhälterei, Körperverletzung und Steuerhinterziehung angeklagt. Dass die Zeuginnen – vier angeblich von Ewa zur Prostitution gedrängte Mädchen – sich letzte Woche positiv über ihr Verhältnis zur Rapperin geäußert haben, könnte das Strafmaß reduziert haben.

Die Bild zitiert Schwesta Ewa wie folgt:

"Ich schäme mich sehr für mein hässliches und aggressives Leben. Es ist ist nicht mit meinem zukünftigem Leben vereinbar. Ich werde mich davon distanzieren und mich komplett auf meine Musik konzentrieren."

Bis zur heutigen Urteilsverkündung war Schwesta Ewa über acht Monate in Untersuchungshaft.

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#BoycottLoredana: Shitstorm nach neuem Interview mit Petra Z.

#BoycottLoredana: Shitstorm nach neuem Interview mit Petra Z.

Von HHRedaktion am 14.07.2020 - 12:19

Nachdem das Schweizer Boulevard-Portal 20 Minuten im letzten Jahr anscheinend aufdeckte, wie Loredana ein Walliser Ehepaar um insgesamt fast 900.000 Schweizer Franken betrogen haben soll, meldete sich die vermeintlich Geschädigte kürzlich erneut zu Wort. In einem neuen Interview mit heute.at berichtet Petra Z., dass sie wegen Loredana die Beerdigung ihrer Mutter nicht zahlen könne. Daher habe sie einen Spendenaufruf gestartet.

"Wegen Loredana": Petra Z. kann die Beerdigung ihrer Mutter nicht bezahlen

In diesem kurzen Artikel schildert das angebliche Opfer Petra Z. die aktuelle Situation, knapp zwei Jahre nach dem ersten Kontakt mit Loredana und ihren Brüdern. Gegenüber Heute.at spricht sie über die finanziellen Probleme, in die der Betrugsfall sie und ihren Mann gebracht haben sollen: Nach Fixkosten blieben dem Ehepaar demnach pro Monat lediglich 188 € zum Leben.

So können die beiden nach eigenen Angaben keine Rücklagen bilden und nicht für die anstehende Beerdigung von Petras Mutter aufkommen. Mehr als 3.700 € soll diese kosten, das Ehepaar könne jedoch gerade mal 400 € aufbringen. Für die restlichen 3.300 € haben die beiden nun einen Spendenaufruf auf Facebook gestartet.

Der Prozess gegen Loredana ist aktuell noch im Gange und es bleibt abzuwarten, ob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Loredana erhebt. Ermittelt wird in Bezug auf eine mögliche Deliktsumme von 350.000 Franken – in dieser Dimension hatte das Team um Loredana den Opfern laut 20 Minuten bereits eine Vergleichssumme angeboten. Petra und ihr Mann sollen dies abgelehnt haben, wie wir im Mai berichteten:

Loredana: Neue Details zu Betrugsermittlungen veröffentlicht

Um Loredana gab es letztes Jahr reichlich Wirbel, nachdem in Schweizer Medien Betrugsvorwürfe ausgerollt wurden. Eine Schweizerin, die beim Newsportal 20 Minuten unter dem Namen Petra Z. in Erscheinung trat, behauptete, dass die Rapperin sie und ihren Ehemann um 700.000 Franken (circa 665.000 Euro) erleichtert habe.

Bei der Einvernahme, so wird eine Vernehmung vor Gericht in der Schweiz genannt, kam es im Juni zu einem ersten Wiedersehen der beiden. Viel konnte man aus diesem Termin aber offenbar nicht mitnehmen, da Loredana laut 20 Minuten bei einem Großteil der Fragen mit "Keine Auskunft" geantwortet habe. Eine weitere Einvernahme einzuplanen, bringe laut der ermittelnden Polizisten nichts.

Petra Z. zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird, sollte Loredana ihr nicht die gesamte Summe freiwillig zurückzahlen. Bis zu einer Verurteilung gilt für Loredana die Unschuldsvermutung.

Twitter-Shitstorm und #BoycottLoredana

Durch die emotionale Story über die Beerdigung von Petras Mutter bekam das Thema in den letzten Tagen wieder viel Präsenz im Internet. Große Meme-Seiten auf Instagram teilten Ausschnitte des Interviews von 2019, die Kommentarspalten unter Loredana-Beiträgen werden seitdem geflutet und auf Twitter trenden Loredana sowie der Hashtag #BoycottLoredana.

Man fragt sich angesichts einiger Kommentare aber, ob ein ähnlicher Shitstorm auch über einem männlichen Rapper niederprasseln würde. Unter dem Hashtag #BoycottLoredana gesellen sich zu den Vorwürfen nämlich auch teils transfeindliche und sexistische Kommentare – die "Community" in ihrer vollen Pracht. Es scheint, als wäre man(n) bei Loredana besonders motiviert, in den Kanon einzustimmen.

Wie es sich für Twitter gehört, kommen mittlerweile auch gemäßigte Stimmen dazu, die zwar nicht Loredanas angebliche Verfehlungen, aber zumindest das Ausmaß des Shitstorms relativieren. Würden diejenigen, die jetzt am lautesten brüllen, bei anderen Rapper*innen ebenso mitmachen? Müsste man nicht gefühlt die halbe Szene absägen? Wo zieht man die Grenze? Welche Auswüchse des Hiphop-Kampfbegriffs Realness sollten wir dringend überdenken? Oder steckt der Teufel im Detail und macht es die Sache besser, dass andere Rapper offen zu ihren Straftaten stehen, sie teils glorifizieren, aber immerhin dafür im Gefängnis waren?

Es ist kompliziert, und ja, man läuft an dieser Stelle Gefahr, in feinsten Whataboutism abzudriften. Diese Überlegungen sollen jedoch keinesfalls die Loredana zur Last gelegten Vergehen relativieren. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wirkt es nur allzu zynisch, dass die Rapperin um die Welt jettet und das good Life lebt, während Petra kein Geld hat, um ihrer Mom die letzte Ehre zu erweisen.

"Hashtag, ich nehm dein Cash weg": Loredana & ihre Brüder sollen Ehepaar betrogen haben

Was war überhaupt passiert? Sollte der Bericht von 20 Minuten der Wahrheit entsprechen, lief der Tathergang so ab:
Loredana soll gemeinsam mit ihren Brüdern das Ehepaar Petra und Hans Z. um mehrere Hunderttausend Franken erleichtert haben. Erst um knapp 200.000 CHF und daraufhin, getarnt als Anwältin, noch einmal um ca. 700.000 CHF.

Petra Z. soll einen der Brüder, Berat, auf der Onlineplattform Badoo kennengelernt haben. Als dieser nach einiger Zeit behauptete, er bräuchte Geld für die Operation seiner Mutter, lieh ihm Petra wohl um 87.000 CHF. 

Berat zahlte das Geld jedoch scheinbar nie zurück und Anzeige konnte das Ehepaar auch nicht erstatten, da es sich laut der Schweizer Polizei um Selbstverschulden gehandelt hätte. Berat hingegen bot angeblich an, das Geld in einem Casino mit der Hilfe eines Freundes zurückzugewinnen, dafür bräuchte er allerdings noch weiteres Geld. Petra soll daraufhin erneut mehrere Zahlungen an Berat getätigt haben, sodass sich die angebliche Schuldsumme im Februar bereits auf knapp 200.000 CHF belief.

Um dem Ehepaar zu helfen, meldete sich dann eine gewisse Anna Landmann, die behauptete, die uneheliche Tochter des Staranwaltes Valentin Landmann zu sein. Sie sei angeblich auch Anwältin und wolle die beiden dabei unterstützen, ihr verlorenes Geld zurückzuerlangen. Später soll sich herausstellt haben, dass es sich bei der angeblichen Anwältin um Loredana handelte.

Über den Zeitraum von knapp einem Jahr sollen Petra und Hans über 700.000 CHF an Loredana und ihre Brüder gezahlt haben. Immer unter der Hoffnung, dadurch bald ihr Geld zurückzubekommen. Loredana, anscheinend getarnt als Anwältin Anna Landmann und später auch als Bankchef Hans Meier, habe die beiden massiv unter Druck gesetzt und mehrmals gedroht, das Ehepaar könnte bei Nichteinhalten der Abmachungen ins Gefängnis wandern.

Nicht nur Geld soll den Besitzer gewechselt haben, sondern auch Schmuck:

"Die Frau behielt meine Kette mit einem Kreuz, das ich zur Erstkommunion geschenkt bekommen habe, und eine Kette mit einem Herz-Anhänger." (Petra Z. gegenüber 20 Minuten)

Loredana habe nicht als einzige Geld erhalten, auch an weitere Mitglieder ihrer Familie soll Geld geflossen sein. Angeblich hätten diese Loredana bei den vermeintlichen Untersuchungen unterstützt. Zusätzlich soll auch immer wieder gefordert worden sein, Luxuswagen für Loredana und ihre vermeintlichen Komplizen zu mieten, die teilweise erst mit massiver Verspätung zurückgegeben wurden.

In der gesamten Zeit habe Loredana dem Ehepaar Z. immer wieder Hoffnung gemacht, das Geld alsbald zurückzuerhalten. Jedoch wurden scheinbar Termine für Übergaben und Überweisungen nie eingehalten. Lediglich einmal soll Loredana der Frau 3.000 CHF überwiesen haben, als diese bei ihr Zuhause in Luzern vor der Tür stand. Dabei sicherte sie Petra angeblich zu, dass von nun an jeden Monat eine Zahlung von 3.000 CHF getätigt werden soll, bis die Schulden beglichen wären. Daraus wurde jedoch scheinbar nichts.

Gegen den Bruder Berat wurde keine Anklage erhoben, da Frau Z. laut der Staatsanwaltschaft die "grundlegendsten Vorsichtsmaßnahmen missachtet" habe und das Strafrecht in der Schweiz nicht greifen würde, wenn Opfer zu leichtgläubig auf offensichtliche Lügen reinfallen.

Sollte sich die Geschichte bewahrheiten, dann hat Loredana eine leichtgläubige Frau um ihr gesamtes Erspartes und ihre Lebensgrundlage betrogen. Scheinbar komplett unbeeindruckt von den Folgen für die Opfer, während sie angeblich auf ihre eigenes Leben und das ihrer Tochter geschworen haben soll, der Frau zu helfen. Das Ganze zu einer Zeit, in der die Rapperin ihre Karriere begann und bereits mit dem Superstar Mozzik liiert war. Geldsorgen dürften sie zu dieser Zeit wohl nicht geplagt haben.

Loredana hält sich – wie offenbar auch vor Gericht – weitgehend bedeckt. Im Mai 2019 sagte sie in einem Video-Statement, sie habe sich selbst in diese scheiß Situation gebracht. Was sie damals noch zu sagen hatte, lest ihr hier:

"Ich bin kein unbeschriebenes Blatt": Loredana cancelt alle Festival-Auftritte

Von Michael Rubach


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