Ufo361 kündigt Auszeit nach "VVS" an

Ufo361 hat auf Instagram verkündet, er sei nach "VVS" - seinem am 17. August erscheinenden Album - "raus". Was das genau bedeutet, ließ er offen. Dass sich Ufo361 tatsächlich vollständig aus dem Musikgeschäft zurückzieht, scheint schwer vorstellbar. Mindestens eine Pause wird der Berliner aber einlegen. Ein Grund für seinen Entschluss sei das Kunstverständnis hierzulande. Er habe das Gefühl, in Deutschland dürfe man kein Künstler sein, sondern müsse Regeln folgen.

Bereits gestern Abend hatte Ufo auf Instagram unter anderem angekündigt, nach "VVS" Schluss machen zu wollen. Die jetzige Ankündigung liest sich allerdings deutlich konkreter. Der Rapper scheint es leid zu sein, von Hatern ständig vorgehalten zu bekommen, er solle den Sound von früher machen oder einfach anderen Sound. Das gesamte Statement, das Ufo361 via Instagram veröffentlichte, kannst du dir hier anschauen:

RIP Ufo361.. Stay High bis zum Tod!! Liebe an alle Fans!! Danke euch für alles!!! #ufo361

10.9k Likes, 1,394 Comments - Ufo361 (@ufo361) on Instagram: "RIP Ufo361.. Stay High bis zum Tod!! Liebe an alle Fans!! Danke euch für alles!!! #ufo361"

Ein vollständiger Rückzug ist eher unwahrscheinlich. Schließlich hat der Berliner, der bereits seit 2010 in der Rapszene unterwegs ist, spätestens mit seinem 2017 erschienenen Mixtape "Ich bin 3 Berliner" den Durchbruch geschafft und eine treue Fanbase hinter sich. Im April gelang ihm mit "808" sein erstes Nummer-1-Album. Doch der Output der vergangenen Jahre scheint Ufo Kraft gekostet zu haben.

Schließlich ist "VVS" bereits sein drittes Release in diesem Jahr. Es erscheint nur rund vier Monate nach "808". Zudem droppte er die "Tiffany"-EP. Der Output war also massiv - Ufo ackerte jeden Tag und klärte sogar Tracks mit Quavo oder Rich The Kid. Letztlich beschreitet er damit einen Weg, den viele Rapper der jungen Generation nehmen, die keine ewig langen Konzeptalben mehr droppen und sich nicht jahrelang Zeit zwischen den Releases lassen, sondern bringt in regelmäßigen und möglichst kurzen Abständen neuen Sound. Seine Verkaufszahlen und die Aufmerksamkeit, die Ufo361 seit Monaten aus der Szene bekommt, geben ihm Recht. 

Dennoch gab es bei allem Verkaufserfolg, den Ufo mit "808" verbuchen konnte, eben auch geteilte Meinungen über die Qualität der Platte. Wir bildeten die verschiedenen Sichtweisen von Fans und Fachmagazinen damals ausführlich ab:

Zwischen "durchdachten Beats" und fehlender Themenvielfalt: Die ehrlichsten Meinungen zu Ufo361' "808"

Vergangenen Freitag kam Ufo361' "808". Die Umfrage in unserer Community zeigte, wie die Platte polarisiert. Die Midweek-Charts der ersten Releasewoche waren dagegen eindeutig überragend. Für uns Grund genug, das Internet nach Meinungen zu "808" zu durchstöbern. Zwei Reviews sind uns dabei aufgefallen, die ebenfalls zu zwei völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Klar ist, dass viele Fans hoffen, dass Ufo nicht gänzlich von der Bildfläche verschwindet. Wir glauben, dass die Chancen hoch sind, auch in Zukunft Sounds vom Stay High-Gründer geliefert zu bekommen. Möglicherweise wird die Schlagzahl, mit der Ufo seine Musik releast, dann etwas niedriger sein. Das muss nicht immer schlecht sein. So oder so: Die Pause hat Ufo361 sich nach den letzten Monaten und Jahren verdient. Jeden Tag zu ackern kann schließlich nicht gesund sein.

UPDATE: Aufgrund eines neuen Posts spekulieren die Fans, dass Ufo lediglich seinen Künstlernamen ändern wird:

222.9k Likes, 19.6k Comments - RIP (@ufo361) on Instagram: ""

Eine kurze Umfrage zum Schluss

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Skepta erklärt, wieso Rap für ihn "eine Verschwendung von Talent" ist

Skepta erklärt, wieso Rap für ihn "eine Verschwendung von Talent" ist

Von Djamila Chastukhina am 04.08.2021 - 14:01

Skepta ist für viele in und außerhalb der UK eine Raplegende. Der 38-Jährige lässt seine Karriere als Rapper jedoch vorerst ruhen, um sich auf seine Fähigkeiten als Producer zu fokussieren. In einem Interview für das BBC Radio Xtra nennt er nun seine Beweggründe: Er würde laut eigener Aussage sein Potenzial einschränken, wenn er sich ausschließlich auf Rap konzentrieren würde.

"Rap ist eine Verschwendung von Talent", so Skepta

Gemeinsam mit der Journalistin Tiffany Calver spricht Skepta (jetzt auf Apple Music streamen) über den weiteren Verlauf seiner musikalischen Karriere. Zwar möchte er der Musik nicht den Rücken kehren, jedoch möchte der Londoner sich auch außerhalb des Rap-Games einen Namen machen. Er möchte sein volles Potential ausschöpfen und sein Talent nicht länger "verschwenden":

"Es war einfach ein Gedanke in meinem Kopf, ich dachte mir: Ich will mehr machen, als nur ein Rapper zu sein, denn das ist eine Verschwendung von Talent. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt mehr in der Produktion arbeiten will. Ich will Alben für Leute produzieren."

("It was just a thought in my head where I was like 'I just wanna do more than just being a rapper, because that's a waste of talent'. I feel like right now, I wanna become more behind the production. I wanna produce albums for people.")

Skepta möchte andere Artists nun in ihrer Rapkarriere unterstützen

Für viele Rapper sei das Rappen wie eine Art Therapie. Laut Skepta sei er jedoch mittlerweile an einem Punkt in seiner Karriere angelangt, an dem er alles gesagt habe. Das sei der Grund, aus dem er nun nicht mehr hinter dem Mic stehen möchte, sondern für die Beats sorgen will, auf die andere Artists rappen:

"Ich habe das Gefühl, dass rappen für Künstler eine Art Therapie ist. Sie gehen irgendwohin und sagen jemandem, dass er sie aufnehmen soll, und sie drücken ihren Schmerz in dem Song aus. Aber nach einer Weile ist es, als hätte ich alles gesagt, vom verwirrten afrikanischen Kind zum Anführer im Dorf meines Vaters. Ich habe mich in mein Nirvana gerappt, weißt du, was ich meine? Ich habe mich irgendwie hineingerappt. Jetzt möchte ich anderen Menschen helfen, ihres zu sehen."

("I feel like rapping for artists is some sort of therapy. They go somewhere and they tell someone to record them and they say their pain in the song. But after a while, it’s like I’ve said everything from being a confused African child to being a chief in my dad’s village. I’ve rapped myself to my nirvana, you know what I'm saying? I’ve rapped myself into it, somehow. Now, I wanna help other people see theirs.")

Der 38-Jährige hat im Laufe seiner Karriere fünf Studioalben, ein Kollabo-Album, sowie zahlreiche Mixtapes und EPs releast. Für Features hat er sich auch gerne mal mit Künstlern wie Asap Rocky, Slowthai, Kid Cudi oder AJ Tracey zusammengetan. Seine EP "All In", die erst vor wenigen Tagen erschien, ist nun sein Abschlussprojekt.

Auf Instagram schrieb er einen Tag nach dem Release:

"ALL IN ist alles an Musik, das ich zu geben habe. Ich habe keine unveröffentlichte Musik, es fühlt sich gut an, die Outbox zu leeren. Sicher wisst ihr alle, dass ich ich im Herzen Produzent bin und ich habe so viele Ideen, an denen ich mit anderen Künstlern arbeiten möchte. Aufstrebend und etabliert, jung und OG."

Zudem wolle er ein "All Female Album" produzieren, da es seiner Meinung nach viele krasse Rapperinnen und Sängerinnen gibt. In seinem Interview mit BBC Radio droppte er bereits eine Künstlerin, mit der er gern zusammenarbeiten würde: Laut Skeppy wäre es "ein Traum", eines Tages ein Album für Rihanna zu produzieren. "Ich würde wahrscheinlich das härteste Rihanna Album machen", so Skepta.

Es bleibt spannend zu sehen, für welche Artists der nun Ex-Rapper in Zukunft produzieren wird und vor allem, ob die Zusammenarbeit mit Riri zustandekommt.


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