Openair Frauenfeld 2020 offiziell abgesagt

Was lange auf keinem sicheren Fundament stand, ist jetzt auch bei Europas größtem Hiphop-Festival beschlossene Sache. Das Openair Frauenfeld wird wie andere Festivals in Europa 2020 nicht stattfinden. Dafür kündigen die Veranstalter schon jetzt besondere Pläne für 2021 an.

Openair Frauenfeld 2020 abgesagt

Bis kürzlich war nicht ganz klar, wie das Team des Festivals mit der Corona-Pandemie umgehen sollte. Das verhältnismäßig spät verhängte Verbot der Schweizer Regierung lässt nun aber endgültig keine Möglichkeit mehr offen. Die Veranstalter melden sich mit einem Statement zu Wort, dem man neben der Betroffenheit auch leichten Optimismus fürs nächste Jahr anmerken kann (siehe unten). Bringt ja auch nichts, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken.

Mit einem Ticket-Update für 99 Franken kann man seinen 3-Tages-Pass für 2020 ausbauen, um 2021 vier statt drei Tage am Stück (7.-10. Juli 2021) mit den Stars der Rap-Welt zu feiern. Wie man seine bestehenden Tickets zu jenen für das kommende Jahr umtauschen kann, erfahrt ihr hier.

Wer sein Ticket umtauscht und/oder um einen Tag verlängert, kann auf diese Weise seinen Beitrag dazu leisten, dass das OAF weiterhin ein Highlight im Festival-Sommer bleiben wird. Dass die Live-Branche teils existenziell von Corona gefährdet ist und wie man als Verbraucher helfen kann, haben wir kürzlich in diesem Artikel erklärt

Das Statement der OAF-Veranstalter

"Was wir alle vermutet haben ist nun eingetroffen: Wir müssen das Openair Frauenfeld 2020 schweren Herzens um ein Jahr verschieben. Die Umstände und das von den Behörden verhängte Verbot für Grossveranstaltungen wegen der Corona-Virus-Pandemie lassen keine andere Möglichkeit offen. Ihr könnt uns glauben, das Herz ist nicht nur schwer. Es blutet!

Wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein Sommer ohne Festivals wird. Doch selbstverständlich geht die Sicherheit und Gesundheit der Gäste, Künstler und Mitarbeiter vor. Entsprechend tragen auch wir die Entscheidung der Behörden mit und leisten unseren Anteil, damit diese Pandemie baldmöglichst vorbei ist. Kurz zusammengefasst: Nach Wochen des Hoffens ist damit der Moment gekommen, an dem wir erkennen müssen, dass es diesen Sommer Wichtigeres gibt und unser Festival in der Art, wie ihr und wir es lieben, dieses Jahr nicht stattfinden wird.

Es ist wie es ist - wir sind traurig, aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Im Gegenteil. 2021 wird unser Jahr. Dann machen wir das beste, grösste und legendärste Openair Frauenfeld aller Zeiten! Statt zu sparen schalten wir einen Gang hoch. Nächstes Jahr feiern wir gemeinsam den «OAForever»- Day! Kurz: Das OAF 2021 wird vier statt wie bisher drei Tage dauern! Im Namen der ganzen Festival-Crew wünschen wir Euch alles Gute, beste Gesundheit und einen wunderschönen Sommer 2020. Dieses Jahr ausnahmsweise ohne das Openair Frauenfeld."

Für alle weiteren Infos zum Openair Frauenfeld, checkt am besten openair-frauenfeld.ch ab!

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Kritik an Corona-Video: Wieso Farid Bang ein Vorbild ist [Kommentar]

Kritik an Corona-Video: Wieso Farid Bang ein Vorbild ist [Kommentar]

Von Alina Amin am 22.07.2020 - 13:08

Farid Bang hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf ein Video zur Einhaltung der geltenden Corona-Vorschriften gedreht. In dem etwa 40-sekündigen Clip appelliert Farid an die Bürger*innen von Düsseldorf und erklärt: "Haltet euch an die Regeln und bleibt vernünftig".

So weit, so gut? Das sieht längst nicht jeder so. Schon vor Veröffentlichung des YouTube-Videos hat sich nicht nur die politische Konkurrenz kritisch zu Wort gemeldet, auch auf Twitter und in der Presse sind sich viele sicher, dass Farid Bang ungeeignet ist. Der Grund seien antisemitische, frauenfeindliche und gewaltverherrlichende Raptexte. 

Reaktionen zu Farid Bangs Corona-Video: "Einfach unnötig und unpassend."

Die Reaktionen zum Video der Stadt Düsseldorf mit Farid fallen negativ aus. Politische Gegner vom Oberbürgermeister Thomas Geisel haben sich bereits zu Wort gemeldet und sind alles andere als begeistert. So twittert die OB-Kandidatin der FDP Marie-Agnes Strack Zimmermann:

"Braucht es wirklich einen Chaoten, der antisemitische & gewaltverherrlichende Zeilen rappt, um die Abstandsregeln der #Corona-VO zu erklären, lieber OB #Geisel? Auf gar keinen Fall, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Einfach unnötig und unpassend."

Anschließend veröffentlicht sie noch einen offenen Brief an Geisel, in dem sie unter anderem äußert, die Zusammenarbeit mit Farid Bang als "beschämend" zu empfinden.

Auch Stefan Engstfeld, Kandidat der Grünen, zeigt sich empört:

Der Stimmung einiger Twitter-User scheint ebenfalls nicht weniger kritisch:

Oberbürgermeister Geisel hingegen freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Rapper. Laut Express habe er vor einigen Tagen angekündigt, dass ein Video zu Abstandsregeln mit Farid Bang veröffentlicht werden soll. Ziel sei es, Jugendliche zu erreichen. Er selbst habe Positives über das Banger-Oberhaupt zu berichten:

"Farid Bang ist ein wilder Junge, er hat das Herz aber auf dem rechten Fleck. Ich bin ihm super dankbar, dass er das Video gemacht hat.“

Ist Farid Bang ungeeignet als Vorbild?

Farid ist nicht der erste Rapper, der sich für die Kommunalpolitik vor die Kamera setzt. Vor drei Monaten hat bereits Shindy sich zwecks einer Corona-Osteransprache mit dem Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen zusammengetan und sich unter anderem für gegenseitigen Respekt und Rücksicht in der Pandemie ausgesprochen – ähnlich wie Farid. Auffällig negative Reaktionen gab es hier nicht.

Da die Clips genug gemeinsame Nenner aufweisen - Rapper, Oberbürgermeister und Corona - wurde die jeweilige Resonanz natürlich prompt verglichen:

Der entscheidende Unterschied und Grund für die Andersbehandlung von Farids Clip sei die unterschiedliche Herkunft der beiden Künstler. Allerdings ist Shindys Rap-Karriere weder mit einem Fernsehskandal noch mit einem Strafverfahren wegen Volksverhetzung gebrandmarkt. Das jeweilige Image ist in der deutschen Medienlandschaft einfach ein anderes. Der Vergleich hinkt dementsprechend. 

Nicht Farids Herkunft oder sein Name sind Auslöser der Kritik, sondern seine Musik. Seine Texte seien ein Spiegel seiner Person und würden beweisen, dass er keine Vorbildfunktion habe. Dass der Rapper privat nicht seiner Kunstfigur entspricht, scheint keine Option zu sein. Klar, von der Wahlkampfkonkurrenz ist allein aus strategischen Gründen nicht zu erwarten, dass diese sich der Angelegenheit in einem differenzierten Rahmen widmet.

Die Reaktionen der Unbeteiligten zeigen aber: Auch in 2020 wird Rap als Kunstform in Deutschland nur minder ernst genommen. Sexistische und diskriminierende Texte können natürlich nicht immer mit der Kunstfreiheit entschuldigt werden. Auch hier gibt es Grenzen. Allerdings passiert es zu oft, dass Rap gar nicht die Möglichkeit gegeben wird, lediglich ein Ausdruck von (teils fragwürdiger) Kreativität zu sein.

Farids antisemitische Line auf "0815" hat berechtigterweise eine Diskussion über die Grenzen der Kunstfreiheit entfacht. Seit dem Echo-Skandal sind zwei Jahre vergangen und der Rapper hat mittlerweile eine andere Sicht auf die Dinge.

Leider wird seine Entschuldigung und Reue diesbezüglich gekonnt ignoriert. Dabei kann man hier doch einiges vom Banger-Oberhaupt lernen, denn: Wer die Größe zeigt, sein Handeln zu reflektieren und sich ehrlich seine Fehler einzugestehen, der kann zumindest in dieser Hinsicht ein wunderbares Vorbild abgeben. 

Farid Bang spricht offen über Echo-Skandal: "Ich stand vor dem Ende"

Farid Bang gehört zu den Deutschrappern, die besonders oft mit einer heftigen Reaktion auf ihre Lyrics rechnen müssen - seien es Sexismus- und Diskriminierungsvorwürfe oder Beef mit Kollegen. Der Höhepunkt dieser Kritik war der Echo-Eklat, der nun gut zwei Jahre her ist.


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