Nura kündigt ihr erstes Buch an

Offenbar noch in diesem Jahr dürfte uns neuer Output von Nura erwarten. Allerdings nicht nur in musikalischer Form, sondern auch zum Lesen: Die Berlinerin hat ein Buch geschrieben, wie sie in einem Instagram-Post andeutet.

Nura möchte in ihrem Buch "die Wahrheit erzählen"

Heute vor einem Jahr ist Nuras Debütalbum "Habibi" erschienen. Zur Feier des Tages bedankt sich Nura bei ihren Weggefährten vor und während der Albumphase sowie bei ihren Fans mit einem besonderen Post bei Instagram. Die Rapperin hat darin ihr erstes Buch angekündigt, das bald erscheinen soll. 

Lesestoff scheint es dabei genug zu geben, denn Nura erklärt, dass es "ein sehr weiter steiniger Weg" bis zur Veröffentlichung von "Habibi" war. Sie spricht von der SXTN-Trennung, der Auflösung von ihrem alten Management und Label sowie eine, Rechtsstreit, der sich über ein Jahr lang hingezogen haben soll. Über Probleme konnte Nura offenbar nicht öffentlich reden, hat sie aber auf Papier festgehalten. Nura macht deutlich:

"Jetzt kann ich endlich die Wahrheit erzählen. Ich kann meine Geschichte erzählen und Lügen klar stellen."

Nähere Infos wie Titel Releasedatum und Inhalt will Nura bald preisgeben. 



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Heute vor 1 Jahr ist mein erstes Solo Album erschienen. Bis es veröffentlich wurde, war es ein sehr weiter steiniger Weg den @samsalam21 @bill_crossbi @stellatouring und ich alleine gegangen sind ohne viel Hilfe von Label oder Management und dafür möchte ich euch vom ganzen Herzen danken Vieles ist passiert, SXTN wurde aufgelöst und zeitgleich auch mein altes Management & Label. Das endete in einem Rechtsstreit und der zog sich bis über 1 Jahr hin und in der Zeit als ich nicht reden durfte habe ich ein Buch geschrieben und JETZT kann ICH endlich die wahrheit erzählen. Ich kann meine Geschichte erzählen und lügen klar stellen. ICH HABE EIN FUCKING BUCH GESCHRIEBEN An die 5 größten Leseratten unter meinen Followern, verlos ich mein Buch natürlich also verlinkt hier eure leseratten Weitere Infos zum Buch gibt es bald und in meiner Story gibts gleich ein Stück vom neuen Song zu hören Danke für euren Support babygirls&boys

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Nura beschreibt ihr Treffen mit Farid Bang

Eine Geschichte, die die Fans auf jeden Fall erwarten wird, ist das Kennenlernen von Nura und Farid Bang. Der Banger Musik-Chef kommentierte unter Nuras Buch-Ankündigung, ob er auch in ihrem Buch vorkomme. Nura antwortete:

"Lustigerweise ja. Unser Kennenlernen beschreibe ich kurz."

Das dürfte durchaus eine amüsante Anekdote werden. Farid Bang hatte in der Zeit, als Nura mit Juju als SXTN unterwegs war, häufiger gegen das Duo gestichelt. 

Farid Bang verarbeitet SXTN-Trennung auf seine Weise

Auf Instagram hat Juju gestern Abend den Verdacht bestätigt, dass sie und Nura als SXTN nun getrennte Wege gehen werden. Beide würden nur noch Zeit miteinander verbringen, wenn Festivals anstehen. Ansonsten bestünde kein Kontakt mehr. Während viele Fans trauern, ist die Trennung für Farid Bang ein gefundenes Fressen.

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Der Spiegel hat Rapper nach ihrem angeblichen Sexismus-Level sortiert

Der Spiegel hat Rapper nach ihrem angeblichen Sexismus-Level sortiert

Von Clark Senger am 27.07.2020 - 17:33

Rapper rappen immer wieder frauenfeindliches Zeug. No News. Alle Jahre rückt diese Tatsache mehr oder weniger intensiv im Fokus großer Medienhäuser. Gestern veröffentlichte der Spiegel einen Artikel zu einer Untersuchung von etlichen Songtexten aus unterschiedlichen Dekaden. Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen.

Sexismus im Deutschrap: Spiegel erstellt Top 10 Rankings

Die Grafiken sollen Aufschluss über durchaus interessante Fragen geben. Welche Rapper*innen äußern sich am häufigsten sexistisch? Welche am intensivsten? Wie hat sich die Situation in den letzten drei Dekaden entwickelt? Wer kommt in seinen Song gut ohne Sexismus aus?

Als Grundlage für die vermeintlichen Antworten dient ein Datensatz von etwa 29.200 Songs. Diese wurden auf mehr als 300 Schlüsselworte und Varianten ebendieser geprüft. 

"Die reine Analyse des sexistischen Vokabulars kann bei Weitem nicht alle sexistischen Songs aufspüren. Stichprobenartig fanden sich allerdings in den meisten Songs mit subtilen sexistischen Zeilen auch beiläufig eingeflochtene Schlüsselwörter" (– Spiegel-Erläuterung zur Methodik)

Die Ergebnisse einer solchen Studie hängen maßgeblich mit der Methode zusammen, mit der untersucht wird. Gerade ein so komplexes Problem wie Sexismus lässt bei einer empirischen Analyse keine uneingeschränkt validen Ergebnisse zu. Subtiler Sexismus, Ironie oder vermeintlich sexistische Wörter, die in ihrem inhaltlichen Kontext nicht als solche einzuordnen wären, sind schwer bis unmöglich maschinell zu erfassen. Und auch einem Menschen können bei der Interpretation von Texten etliche Ausrutscher passieren – das werden die meisten aus der Schule wissen.

Die erste Grafik soll zeigen, welche Rapper*innen am häufigsten sexistisches Vokabular in ihren Songs benutzen:

Dass die Ergebnisse keine qualitativen Unterschiede zwischen der Benutzung bestimmter Begriffe machen, sehen informierte Raphörer auch in der zweiten Grafik, die sich mit der Frequenz sexistischer Begriffe pro Song beschäftigt:

Pole Position für SXTN: 7,6-mal pro Song sollen bei Juju und Nura als Duo sexistische Begriffe verwendet haben. Keine ganz große Überraschung bei einer Debüt-EP namens "Asozialisierungsprogramm", die bereits in der Tracklist mit "Hass Frau" eine Orgi-Referenz parat hält.

Frauen in der Szene: Empowerment durch explizite Lyrics?

Dass solche Lyrics bei den beiden anders zu deuten sind als im Normalfall bei männlichen Rappern, erwähnt auch der Spiegel-Autor:

"Rapperinnen nutzen sexistische Begriffe gezielt, um die Bedeutungshoheit über sie zu erlangen. Ein Beispiel hierfür ist SXTN. [...] Es waren die ersten Frauen mit einer wirklich großen Reichweite, die diese Begriffe für sich beanspruchten. Einige Feministinnen lehnen die Texte ab, weil sie sexistischen Bilder reproduzieren."

Bei der Einordnung hat die geschätzte Kollegin Salwa Houmsi dem Spiegel-Autoren geholfen. Sie führt den Zuwachs neuer Frauen im Game auch auf Juju und Nura zurück und glaubt, "dass SXTN unfassbar viele Frauen empowered haben". Ein Blick auf die Szene 2020 offenbart zumindest, dass derzeit mehr Frauen als je zuvor mit beiden Beinen im Spotlight der Rapwelt stehen.

Endgame: Wie Rapperinnen Deutschraps Sexismus therapieren

Captain Marvel, Black Widow, Nebula, Scarlet Witch und Gamora. Man könnte meinen, im Marvel-Universum werden Filme aktuell frei nach dem Motto „The future is female" produziert.

Sexismuswelle zur Jahrtausendwende

Eine weitere Grafik zeigt, wie sich das Vorkommen der als sexistisch eingestuften Vokabeln über die Jahre entwickelt haben soll. Hier liefert die Methodik wohl das stichhaltigste und aussagekräftigste Ergebnis: Ab 1999 war nichts mehr wie zuvor.

Savas und Taktloss brachten als Westberlin Maskulin kompromisslosen, bewusst expliziten Rap in die Hauptstadt und schufen ihre eigenen Regeln für ein Genre, das zuvor in Deutschland eher von vermeintlich lieben Jungs geprägt wurde. Aggro Berlin, Orgi, Frauenarzt und Co starteten um die Jahrtausendwende herum ebenfalls ihre Rapkarrieren. Von 1998 bis 2005 verzehnfachte sich der Anteil von Songs mit sexistischen Begriffen von 3 % auf das All-Time-Maximum von 30 %.

Den bislang deutlichsten Rückgang kann man von 2018 auf 2019 sehen. Von 26 % ging es runter auf 18 %. Das könnte beispielsweise an mehr Frauen im Game liegen, an Labels, die sich vor Release genauer anschauen, was die Künstler*innen so in ihren potenziellen Chart-Hits rappen, an einer tatsächlichen Veränderung zum Positiven oder etwa an einem Wandel in der Qualität von sexistischem Content. Die qualitative Ebene ist halt die Schwäche einer Untersuchung, die auf dem Zählen von Wörtern basiert.

Der Spiegel-Artikel kontextualisiert aber zumindest einige der Ergebnisse. Es ist kein klassischer Alle-Rapper-sind-blöd-Text, auch wenn genau das am Ende bei einigen genre-fernen Lesern hängenbleiben wird. Es wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass Sexismus selbstverständlich kein exklusives Problem der Rapwelt ist und einige Acts auch gut ohne bestimmte Begriff klarkommen. Unter anderem wird die Sprach- und Medienwissenschaftlerin Heidi Süß zitiert:

"Die ganze Gesellschaft hat ein Sexismusproblem. Im Rap findet nichts statt, was es nicht auch woanders gibt."

Reaktionen von Juju, Frauenarzt, OG Keemo & Schwartz

Schon kurz nach der Veröffentlichung erreichten die Neuigkeiten über unliebsame Top-10-Platzierungen einige Rapper. Juju, die im Artikel ohnehin recht gut dasteht, freute sich auf Twitter:

Frauenarzt liefert mit seinem Tweet gleich neues Material für die Statistik. Wobei unklar ist, ob Schw*nzlutschen per se als sexistischer Begriff in der Analyse als sexistischer Begriff gewertet würde. Er fühlt sich durch die Methode der Untersuchung offenbar nicht fair behandelt und findet die Wortwahl "Zelebrierung von Sexismus" unpassend:

OG Keemo nimmt Platz #8 mit Humor und peilt sarkastisch die Pole Position für 2021 an. Danach hält er es ähnlich wie Frauenarzt:

Fler, den der Spiegel als Artikelbild benutzt, scheint zufrieden mit den Ergebnissen zu sein. Er taucht in keiner Top-10-Liste auf und teilte den entsprechenden Screenshot in seiner Insta Story.

Schwartz aus dem Hirntot-Camp belegt Platz #5 in der Statistik der meisten sexistischen Begriffe pro Song. Er erinnert an die Story der 2 Live Crew, die mit ihren expliziten Lyrics und dem kompromisslosen Miami Bass Sound unter anderem maßgeblichen Einfluss auf Frauenarzt hatte.

Sein Tweet deutet an, dass sich in den vergangenen 30 Jahren, in denen Hiphop omnipräsent in Popkultur, Charts und alltäglichem Leben war, nicht verändert hätte. Ganz so drastisch dürfte es nicht sein. Sich einem komplexen Thema wie Sexismus im Rap, bei dem die Grenzen zwischen Kunstfreiheit und Kunstfreiheit als Tarnung für misogyne Kacke fließend sind, über Wortzählerei zu nähern, ist durchaus eine Idee. Aber vermutlich nicht die beste.


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